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29 Jahre nach dem Verbot von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW) beginnt sich das Ozonloch über der Antarktis zu schließen.

Dass internationale Umweltpolitik zu einem Erfolg führen kann, bewiesen jetzt US-amerikanische Forscher vom Massachusetts Institute of Technology (MIT). Die Wissenschaftler stellten fest, dass das Ozonloch über dem Südpol, das sich jedes Jahr im September bildet, seit dem Jahr 2000 um vier Millionen Quadratkilometer geschrumpft ist. Das entspreche in etwa der Größe Indiens. 29 Jahre nach dem Verbot der ozonzerstörenden Chemikalien im Jahr 1987 sei das ein Hinweis darauf, dass der Regenerationsprozess eingesetzt habe und sich die Schutzschicht der Erde stabilisiere. Auch sei die Ozonschicht tatsächlich dicker geworden: Um 2,5 Dobson-Einheiten pro Jahr habe die Ozonmenge über der Antarktis zugenommen. Dobson ist ein Maß für die Ozonmenge. Durchschnittlich sei die Ozonschicht 350 Dobson dick, zu Zeiten des Ozonlochs aber deutlich kleiner als 200.

Das Ozonloch wurde erstmals in den achtziger Jahren beobachtet. Weil durch das Ozonloch mehr schädliches UV-Licht auf die Erdoberfläche gelangte, hatte das negative Auswirkungen auf Mensch und Umwelt. Vermutlich erkrankten dadurch viele Menschen an Hautkrebs. Im Jahr 2006 wurde mit 27 Millionen Quadratkilometern die größte Ausdehnung des Ozonlochs gemessen.  2012 beobachteten die Forscher erstmals eine Schrumpfung des Ozonlochs. Im Oktober 2015 nahm das Ozonloch wieder um 2,5 Millionen Quadratkilometer zu. Das Forscherteam führte das auf den Ausbruch des chilenischen Vulkans Calbuco zurück.

Der Studie zufolge hängt die Erholung mit dem Rückgang von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW) zusammen. Diese Substanzen schädigen die Ozonschicht, die in einer Höhe zwischen zehn und 50 Kilometern über der Erde liegt und ultraviolette Sonnenstrahlen abhält. FCKW wurden bis zu ihrem Verbot häufig in Haarsprays, Klimaanlagen oder Kühlschränken verwendet.

Allerdings beträgt die Lebensdauer der meisten FCKW-Verbindungen durch diesen Prozess viele Jahrzehnte, da die UV-C-Strahlung der Sonne den größten Teil der Atmosphäre nicht erreicht. Daher dürfte das Ozonloch erst in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts ganz geschlossen sein.

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