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Sprung ins Licht


Außergewöhnliche Menschen gibt es wie Sand am Meer. Menschen wie Renate Winkler nur wenige. Mit 17 zog sie hinaus, um die Welt zu erkunden. Vierzig Jahre später hat sie sie zumindest ein Stück weit verändert. Und tut es immer noch.

Mein erster Gedanke bei der Begutachtung eines Fotos von ihr war nicht gerade schmeichelhaft: Light-Esoterikerin mit (vergeblichem) Hang zu Höherem oder etwas in der Art. Und auch später beim Abendvortrag gab ihre physische Erscheinung wenig Anlass, auf mehr zu hoffen: mindestens 70 Kilogramm verteilten sich auf höchstens 155 Zentimeter. Und das sollte eine Kundalini-Expertin und kompetente Frau für den Umstieg auf Lichtnahrung sein?
Doch meine Skepsis legte sich bald – was kaum mit Renates geschliffener Rhetorik, verblüffenden Argumenten oder gar ausgefeilten Theorien zu tun haben konnte, denn so etwas gibt es in ihren Vorträgen nicht. Stattdessen überzeugt sie mit… Authentizität.
Und mit schrägen Geschichten aus ihrem Leben. Zum Beispiel der vom Überlebenstraining einer Fallschirmspringertruppe, die sich unter ihrer Führung fast drei Wochen lang durch die Sinai-Wüste schlagen musste. Einzige Nahrung waren Urin und eine einheimische Wurzelknolle. Die Abenteurer überlebten letztendlich jedoch nur, weil ein Mönch des weltberühmten Katharinen-Klosters Renates mentalen Ruf im Bewusstsein vernahm und der völlig ermatteten Truppe zu Hilfe eilte. Worauf es Renate nach Tibet und Indien verschlug, wo sie auf Anregung des Dalai Lama eine zweijährige Ausbildung in tibetischer Heilkunst absolvierte, inklusive eines 49-tägigen Höhlenaufenthalts in absoluter Dunkelheit. Es war Renates zweite Extrem-Initiation; die erste hatte sie mit 17 Jahren bei den Navajo-Indianern durchlebt. Bei den Navajo gelandet war sie mit dem Fallschirm, und das eher unerwartet und ungeplant, denn dank ihrer schon in der Kindheit stark ausgeprägten Hellsichtigkeit hatte sie den bevorstehenden Absturz der kleinen Transportmaschine vorausgeahnt und ihren Übungssprung kurz entschlossen vorgezogen.
Ein Teil der Navajo sah durch die vom Himmel gefallene Frau eine uralte Prophezeiung erfüllt: Wenn, wie real geschehen, gleichzeitig ein weißes Kalb geboren wird, werde der oder die vom Himmel Kommende die südlichen Indianerstämme wieder vereinen.
Das ist bekanntlich nicht geschehen, woraus man schließen kann, dass Renate doch nicht der indianische Messias gewesen ist.
Ein Ergebnis war jedenfalls, dass Renate erst schamanische Heilerin und später engagierte Unterstützerin der Indianer-Interessen wurde – ein Engagement, das sie in den Folgejahrzehnten auf andere Volksgruppen ausweitete und das sie so in alle möglichen Weltwinkel Afrikas und Asiens führte. Handfestes Ergebnis sind mittlerweile zwölf Krankenhäuser und -stationen, die sie aufbaute – zunächst im Auftrag von Hilfsorganisationen, später allein und mit eigenem Geld; immer mit hohem Einsatz, der nicht selten den ihres Lebens einschloss!
Aktuelles Projekt ist ein Waisenheim nebst Schule für die Kinder einer besonders gebeutelten Minderheit: von den Chinesen vertriebene muslimische Exil-Tibeter im nordindischen Kaschmir. Der Unterhalt für Schule und das Heim kostet etwa 50.000 Euro im Jahr – ein Betrag, den Renate in der Vergangenheit bis auf gelegentliche Einzelspenden gewöhnlich selbst zusammenbrachte. Eine wesentliche Geldquelle dafür sind Kundalini- und Lichtnahrungsseminare – womit wir beim nächsten Thema wären: dem sogenannten Lichtnahrungsprozess, bisweilen auch Prana-Prozess genannt..

Leben von Lichtnahrung

Für Uneingeweihte: Aus dem prinzipiellen Eingebundensein in eine multidimensionale Wirklichkeit ergibt sich, dass unser biochemischer Stoffwechsel eher eine Begrenzung darstellt als eine Lebensnotwendigkeit. Zahlreiche gut dokumentierte Beispiele belegen, dass Menschen nach entsprechenden Vorbereitungen prinzipiell auch ohne Nahrung leben können. Und das nicht in einem reduzierten Fastenmodus, sondern jahre- oder jahrzehntelang bei guter Gesundheit. Renate zum Beispiel ernährt sich seit fast zehn Jahren ausschließlich von Wasser, Tee und verdünnten Säften. Den Versuch, auch ohne Wasser auszukommen, musste sie nach fünf Wochen abbrechen. Wie es scheint, können wir bestimmte von uns programmierte Begrenzungen derzeit noch nicht wirklich oder nur sehr selten aufheben. Eine dieser Begrenzungen jedoch wird im Lichtnahrungsprozess ganz sicher überschritten: die Teilnehmer werden erfahren, wie es ist, sieben Tage schweigend und ohne Nahrung und Flüssigkeitsaufnahme zu leben – eine Grenzerfahrung, die bisweilen so weit in die Tiefen des Seins führt, dass sich dabei die Illusion des autarken Selbst, auch Ahankara, falsches Ego genannt, auflöst.
Es kann durchaus vorkommen, dass Renate Teilnehmer ablehnt, weil zu viel schräge Motive im Spiel sind. So empfiehlt sie auch, vor dem Prozess eine Kundalini-Erweckung durchzuführen. Da die Aktivierung der universalen Lebenskraft das gesamte Energieniveau des menschlichen Körper-Geist-Systems erhöht, ist eine Kundalini-Erweckung auch den Menschen zu empfehlen, die mit Lichtnahrung nichts zu tun haben wollen.
Das Seminar, dessen Erlöse wie immer in die Schule in Kaschmir fließen, startet am 22. Oktober im österreichischen Rastenburg – einem der stärksten Kraftorte Europas, weil sich hier verschiedene Energiemeridiane kreuzen.

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