Als mir angeboten wurde, hier eine Kolumne zu schreiben, war ich hellauf begeistert. Ich hüpfte voller Freude durchs Zimmer. Schließlich schreibe ich täglich inspiriert und voller Freude Tagesimpulse für meine WhatsApp-Gruppe. Ich war voll innerem Tatendrang – bis zu dem Moment, an dem es ans Schreiben ging. Tag um Tag kam etwas dazwischen, bis schon die Nachfrage nach dem Text und der Abgabetermin kam. Doch es wollte einfach nicht fließen. Ich schrieb und verwarf – „nein, das bin nicht ich“. Was war hier los?

Für den aktuellen Tagesimpuls zog ich die Karte „Heilung der Angst vor der Angst“ – das war die Antwort. Ich hatte schlichtweg Angst, Angst, mich zu blamieren und schlecht beurteilt zu werden. Ein Gefühl von Unzulänglichkeit schlich sich ein. Es ist scheinbar doch ein Unterschied, ob ich für 45 Freunde und Klienten schreibe oder für das SEIN – erzählt mir zumindest die Angst. Doch die WAHRHEIT ist das nicht. Hängt mein Gefühl nicht ausschließlich von meiner Beziehung zu meinen Lesern ab? Ich könnte die SEIN-Leser wie die Leser meiner Tagesimpulse sehen, wie Menschen, die mir wohlgesonnen sind und die natürlich die Freiheit haben, an dem, was ich schreibe, Gefallen zu finden oder nicht. Meine Angst erzählt mir stattdessen, sie könnten mich blöd finden, beurteilen ….

Ich unterstelle aus Angst Dinge, die gar nicht erwiesen sind, nur aus meiner Vorstellung heraus, die natürlich auch aus eigenem Verhalten entsteht. Auch ich habe schon geurteilt und damit angegriffen. Eine oft unbewusste Ursache von Angst ist, dass Angriffe, die wir ausgesendet haben, zu uns zurückkommen. Aus dieser Angst greifen wir dann wieder an, passiv oder aktiv. Nein, das will ich nicht. Ich beginne damit, mir zu vergeben – dass ich Angst habe und dass ich so urteilend war und bin. Es ist Zeit, Frieden zu schließen, meine Urteile über Angst und (Ver-)Urteilen aufzugeben. Dann bin ich frei. Ich kann jetzt der Angst und der gefühlten Unzulänglichkeit zuhören und entscheiden, ob ich ihnen folge. Ich tue es nicht und entscheide mich für Verbindung, für Liebe. Die Freude ist zurück. Dieser Text war der Weg dahin und vielleicht motiviert er dich in ähnlichen Situationen, dich ebenfalls zu zeigen und nicht der Angst zu folgen. Wir können sie transzendieren oder in Liebe mitnehmen, denn Angst ist nur die Abwesenheit von Liebe.

www.vision-herz-verstand.de
Astrid.Dehnel@web.de

Eine Antwort

  1. Lemnis

    Von der Angst in die Ruhe. Dann in eine stabile Sexualität und dann… … in die Liebe. Sonst wird die Liebe Stammtisch und mit der Zeit zerstörerisch.

    Antworten

Hinterlasse einen öffentlichen Kommentar

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.

*