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Während alle Augen auf die in rasanter Geschwindigkeit schmelzenden Pole gerichtet sind, zeichnet sich immer mehr eine weitere Bedrohung ab, die mindestens ebenso fatal ist, wie die Klimaerwärmung: die Zerstörung der Ozeane. Brutale Überfischung und Müllstrudel von der Größe Nordeuropas bringen das ökologische Gleichgwicht der Meere an den Rand eines Kollaps, die größte Gefahr geht nach neuen Erkenntnissen jedoch von einem alten Bekannten aus: CO2.

 

Die Versauerung der Meere

Nicht nur auf die Atmosphäre hat das „Klimagas“ verheerende Auswirkungen – der vom Menschen verursachte CO2-Ausstoß greift auch massiv in die biologischen Kreisläufe der Meere ein, denn das Wasser nimmt immer größere Mengen des Gases auf. Dadurch wird das CO2 zwar der Atmosphäre entzogen, was die globale Erwärmung etwas verzögert, aber der Preis dafür ist hoch: Die Meere drohen zu versauern.

Es ist mittlerweile so viel CO2 im Meerwasser gespeichert, dass sich die chemische Zusammensetzung des Wassers jetzt dramatisch zu ändern beginnt. Hunderte Milliarden Tonnen des Gases haben die Ozeane aufgenommen und damit eine Veränderung eingeleitet, die kaum mehr rückgängig zu machen ist.

Der ph-Wert hat sich schon jetzt so sehr ins saure Milieu verschoben, das viele Lebewesen wie etwa Plankton, Muscheln, Schnecken und Korallen vom Meerwasser schlicht zerstört werden. Diese Kleinstlebewesen stellen jedoch die Basis der marinen Nahrungskette dar – wenn sie aussterben, könnte das gesamte Ökosystem des Meeres kollabieren.

Der Filmemacher Sven Huseby hat dem Phänomen, dass in den Medien merkwürdigerweise kaum Beachtung findet, einen ganzen Spielfilm gewidmet: „A Sea Change“ schildert die Weltreise von Huseby und seinen fünfjährigen Enkel Elias, die sich aufgemacht haben, um die Folgen des Klimawandels in den Ozeanen zu untersuchen. Die Erkenntnisse sind erschreckend – nicht umsonst lautet der Untertitel des Films: „Stell Dir eine Welt ohne Fische vor“.

 

Mehrfach-Stress

In der Zeitschrift Current Biology erschien jüngst eine Studie von Mike Kingsford vom ARC Centre of Excellence for Coral Reef Studies und Andrew Brierley von der schottischen St. Andrews University, welche eine ganze Reihe von bekannten Studien und neuen Erkenntnissen zusammenfasst und ebenfalls ein alarmierendes Bild der Situation zeichnet. Die in der Studie nachgewiesenen Veränderungen reichen von den Genen bis hin zu ganzen Ökosystemen wie etwa der Tiefsee.

Die Veränderungen der letzten Jahre kamen in einigen Fällen sehr plötzlich und kaum vorhersehbar und die Forscher gehen davon aus, dass die Veränderung des ozeanischen Lebensraumes nun sehr schnell gehen könnte: Fischbestände verändern ihr Habitat, neue Arten kommen, andere sterben aus und Invasoren ziehen in fremde Lebensräume. Dies würde das Leben im Meer komplett auf den Kopf stellen und die genauen planetaren Folgen sind kaum absehbar.

Die Studie weist auch darauf hin das die tatsächlichen CO2-Ausstöße weit über dem Worst-Case-Szenario des IPCC liegen und mit den realen Werten eine globale Erwärmung von über 5,5 Grad bis zum Ende des Jahrhunderts mehr als wahrscheinlich ist. Dies könnte zur Freisetzung von riesigen Mengen gefrorenem Methan aus dem Meeresboden führen – eine Horrorvorstellung, denn Methan gilt als eines der schädlichsten Klimagase.

Weitere Bedrohungen der Weltmeere sind die Verunreinigungen durch toxische Abwässer, Müll, einer stärkeren UV-Einstrahlung, Bioinvasoren und Krankheiten. Viele der Meereslebewesen halten den Mehrfach-Stress durch diese Faktoren kaum mehr aus und werden massiv geschwächt.

Wenn die Meere noch gerettet werden sollen, müssen nach Ansicht der Forscher die CO2-Emissionen sofort drastisch reduziert werden. Auf wirtschaftliche Folgen darf dabei längst nicht mehr geachtet werden – es geht um das Ökosystem unseres Planeten und das Überleben von tauseneden Tierarten.

 

Quellen

Text:
pressetext.de
, ARC, aseachange.net, solveclimate.com

 

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