Leser Kommentare:
Am 11. August. 2010 geschrieben von Anne
Ich bin jetzt 61, also werde ich das nicht mehr "leben" dürfen. Aber ich möchte es kommen sehen für meine Kinder, meine Enkel und Urenkel.
Diese Gesellschaft ist so geldbeknackt, daß es das Gehirn vollkommen blockiert und es nicht fähig ist, andere Lebensformen zuzulassen.
Am 04. August. 2010 geschrieben von WellenbeobachterHH
Das ist in Bezug auf die Art und Weise der Unternehmensführung genau das Gegenteil von einem radikalen Ausbeuterkonzern wie KIK.
Solche Unternehmer wären vielleicht auch bereit über die Grenzen des Kapitalismus, also die Geld-Ware-Beziehung, hinaus zu denken...hoffe ich jedenfalls.
Von dieser Hoffnung abgesehen ändern es aber leider nichts an der kapitalistischen Verfasstheit und der Verwertungslogik. Es geht immer noch um Konkurrenz zu anderen Unternehmen am Markt. Kann die Produktivität nicht gesteigert und der Marktanteil wenigstens gehalten werden, ist schnell Schluss mit Lustig. Dann werden auch bei Semco Leute gefeuert, nur das das dann alle im Konsens beschließen müssen, anstatt ein Personalmanager im Auftrag des Chefs.
Am 19. Juli. 2010 geschrieben von Katharina
Dieser Bericht läßt einem doch sofort die Freude im Bauch sprudeln.
Wenn des um solch positive Ideen geht, z. B. auch das bedingungslose Grundeinkommen, gibt es immer wieder Menschen, die sofort abwehren mit: „Das geht doch nicht!“ Und sie haben im Handumdrehen x-fach Begründungen dafür parat.
Diese Begründungen stammen aus einer verengten Sichtweise – aus dem, was wir innerhalb unserer gewohnten Welt-Systeme kennen. Viele haben sich abgewöhnt, aus dieser Telefonzelle mal hinauszublicken, ist ja auch so gewollt.
Daß hier und dort doch Quantensprünge möglich sind, passt nicht in die fixen Konzepte.
Weit verbreitet ist die Annahme, daß der Mensch grundsätzlich egoistisch sei und unverbesserlich.
Ich empfehle gerne das Buch „Eiland“ von Aldous Huxley, was eine Art Antidot zu „Schöne neue Welt“ darstellen kann. Aldous Huxley hat eine Geschichte kreiert über eine kleine eigene Welt auf einer Insel, deren Bewohner eine positive Lebensform entwickelt haben und immer weiter entwickeln.
Er beschreibt, wie sie problematische Anlagen vom Kindesalter an in konstruktive Bahnen lenken helfen. Auf dieser Insel wird großer Wert darauf gelegt, daß alle einen kritisch hinterfragenden Verstand entwickeln und Verantwortungsbewusstsein. Das ganze Leben dort ist begleitet von Naturheilmedizin – ganz im Gegensatz zu unserer ach so fortschrittlichen Welt, in der ganze Völker mehr oder weniger krankgemacht werden und so eben nicht dahinkommen, ihr tatsächliches Potential zu entfalten – zu dem auch Mitfühlen, Zivilcourage, Neugier, Begeisterung, Intuition, Weitblick, Offenheit gegenüber Neuem und anderen An-Sichten gehören.
Einige Beispiele für dieses Blockieren des Potentials bzw. des Ego-Blick-Förderns in unserer Welt sind:
Vergiftungen durch Impfungen, falsche Ernährung, Schwermetalle in den Zähnen, belastetes Wasser – und Bestrahlung durch Mikrowellen allerorts durch Handys, schnurlose Telefone WLAN, Sendemasten etc.
All diese fördern mehr oder weniger neurologische Störungen und Schädigungen, also in der Folge neben sog. körperlichen Krankheiten Persönlichkeitsveränderungen, Verhaltensstörungen u. v. m.
Würden all diese Faktoren wegfallen, und würde die geistige/seelische/körperliche Gesundheit der kleinen Menschen größte Beachtung finden, könnte unsere Welt ein großes „Eiland“ werden. Also… auf zu neuen Ufern.
Am 05. Juli. 2010 geschrieben von Peter
Mir fehlt der Glaube an so etwas. Nicht jeder Erwachsene verhält sich automatisch erwachsen, nur weil man ihn so behandelt. Ich finde den Ansatz der "geteilten Leidenschaft" zwar prima, durfte aber selber mehrfach erleben, wie Mitarbeiter, die diese Leidenschaft nicht teilten, ihre Freiheiten schamlos ausgenutzt haben, Konsensentscheidungen ignorierten und dann, darauf angesprochen, in eine Trotzigkeit verfallen sind, die allenfalls einem Kleinkind gerecht wird. Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen kann leider nicht jeder.
Am 18. Juni. 2010 geschrieben von RalfLippold
1995 fand ich RicardoSemler's Buch "Das Semco System" bereits im Haus des Buches in Dresden. Damals begeisterte es mich bereits, und doch musste es einige Jahre dauern, bis ich über http://mitworld.mit.edu/video/308 wieder drüberstolperte.
Eine wirklich gewordene Vision:-)
.... und gar nicht so weit gedacht, denn es gibt ähnliche Ansätze bereits in diesem Land. Noch sind es wenige, jedoch werden es täglich mehr. Auch in Dresden tut sich was.
Am 07. Juni. 2010 geschrieben von Anarchüst
Lest mal die Anarchistischen Theorethiker, Kroptokin und co. Die haben solche Konzepte schon vor über 100 Jahren gepredigt.
Die Gebiete die Betriebe im Spanischen Bürgerkrieg von anarchisten kontrolliert wurden wo jegliche Hirarchien abgeschafft wurden konnten selbst in der schwierigen Kriegswirtschaft ihre Produktivität im schnitt verdoppeln.
Allerdings weis ich nicht ob sowas auf breiter Basis funktioniert, irgendwo hat es dann eben doch wieder Machtgierige Leute die Druck und Hirarchien aufbauen um die Arbeitskraft ihrer Untergebenen besser zum Eigenen Vorteil nutzen zu können.
Am 02. Juni. 2010 geschrieben von Norbert Paul
Klasse Sache und eine Vorlage die nicht erst seit gestern existiert, sondern eine jahrzehntelange Erfolgsstory gleich mit bringt. Hab dies auch schon versucht in Teilen um zu setzen und interessante Erfahrungen damit gemacht.
Damit dies im großen Stil übernommen werden kann muß nur noch das gesellschaftliche Umfeld angepasst werden, in dem z. B. die Steuern von den arbeitenden Menschen abgekoppelt und mit Arbeit, gleich von wem sie geleistet wird, neu verbunden werden, usw.
Am 01. Juni. 2010 geschrieben von Achmed Khammas
Natürlich funktioniert das!
Ich habe in den 1980ern in Syrien eine kleine Manufaktur für thermische Solaranlagen gehabt - wir waren 6 Leute.
Über 10 Jahre lang produzierten wir selbstbestimmt und glücklich - mit nur 2 REGELN: 'Jeder macht Fehler - aber nur 1 x!' und: 'Keiner muß arbeiten' :-)
Am 28. Mai. 2010 geschrieben von Axel Wartburg
Bitte ändert die Überschrift, da es korrekt heißen muss - aus meiner Sicht -
Die Befreiung VON der Arbeit
Was Arbeit faktisch ist, wo der Begriff her kommt und, dass er heute noch für 83% der in diesem Land beschäftigten Mitarbeiter gilt, kann entdeckt werden, wenn diesem Link gefolgt wird:
http://www.adiko.eu/tagebuch/article-1262448441.html
Liebe Grüße
Am 07. Mai. 2010 geschrieben von veganraw
Ein Artikel, der Freude bereitet und Mut macht. Lasst uns die Welt erschaffen, in der wir alle gut leben können!
Hab den Artikel auch in meinem Blog verlinkt!
http://www.veganraw.wordpress.com/
Am 29. April. 2010 geschrieben von Oliver Korsch
...freut mich diese Seite in meiner HP :
http://www.oliver.korsch.t3.to
verlinkt zu haben!
see you...
oliver
Am 29. April. 2010 geschrieben von Oliver Korsch
...es ist immer wieder gut "andere Wege" zu gehen und zu sehn, daß sich "das Positive" etablieren wird... irgendwann, irgendwie,irgendwo!
...und auch schön zu sehn, das es auch "ANDERS" geht!!!
na dann...
lasst es uns umsetzen und behalten wir stets das Ziel im Auge!
Oliver Korsch
Am 28. April. 2010 geschrieben von Andre
@Gebhard
Den Arbeitsbegriff vulgärphilosophisch als "bewusst schöpferisches Handeln" einzuebnen, beraubt ihn seiner Geschichtlichkeit, seinem gesellschaftlichen Zusammenhang, und der Eigenheit, distinktes Zeug wie Fischen und Häuslebauen unter Absehung aller Besonderheiten als "Tätigkeit überhaupt" vereinheitlichen zu müssen; In der Antike wurde "bewusst schöpferisch gehandelt" und Arbeit zugleich verachtet. Mit dem Ursprung des Arbeitsbegriffs in den antiken Sklavenhaltergesellschaften bezeichnet das Wort etymologisch nämlich auch garnichts anderes als die Tätigkeit der Unfreien. Insofern ist "abhängige Arbeit" ein Pleonasmus - ein weißer Schimmel, ein kaltes Eis.
Es gibt im Deutschen übrigens das Wort "Werk" als positives Gegenstück zur "Arbeit". Letzteres hat erst durch die Christen eine "Aufwertung" erfahren (als gottgefälliges Leiden).
Du schreibst: "Es ist doch so schön, wenn man sich auf eine radikale Position zurückziehen kann!"
Radikal heißt an die Wurzel (Radix) gehen und dorthin zieht man sich nicht zurück sondern man bewegt sich damit nach vorn. Wie "schön" dort reinpasst, erschließt sich mir nicht. Ich will auch nichts besser machen, was ich ablehne.
Schau: Der Artikelkommentator Terevar schreibt, wofür die Verbesserung taugt: Arbeitskosten sparen dank verbesserter Selbstkontrolle/ausbeutung (wie bei Bentham) für den verrückten Selbstzweck der Verwertungsbewegung. Sein weiterer Schritt ist einer in die Marschrichtung der letzten 200 Jahre..
Ansonsten verweis ich nochmal auf die Links meines letzten oder vorletzten Beitrags.
Am 27. April. 2010 geschrieben von Reiner Sailer
Interessant, jetzt muss nur noch den Mitarbeitern klargemacht werden, wer wir wirklich sind, dann steht einem menschlichen Leben nichts mehr im Weg. Das findet Ihr hier: http://www.reinersailer.de/Universum.pdf
Gruss
R
fuer Filmfans: http://www.reinersailer.de/Der_Klarsichtklebefilm.wmv
Am 27. April. 2010 geschrieben von Gebhard
@ Andre
Es ist doch so schön, wenn man sich auf eine radikale Position zurückziehen kann!
Die von Dir vorgebrachte Interpretation des Arbeitsbegriffes ist korrekt und weithin bekannt. Neben BWL, VWL und Sozialwissenschaft gibt es allerdings auch noch die Philosophische Interpretation von Arbeit, die sich im Verlauf der Jahrhunderte auch gewandelt hat und aktuell unter Arbeit das »bewusst Schöpferische Handeln« versteht.
Ansonsten würde mich interessieren, wie man es nennt, wenn ein Mensch sich aufgrund seiner Vorstellungenimt seiner Umwelt schaffend auseinandersetzt?
Ist das dann Müßiggang?
----
Die Befreiung von der abhängigen Arbeit, denke ich, kann das entscheidende Motiv sein oder?
Gruss
Gebhard
Am 26. April. 2010 geschrieben von Barbara
E N D L I C H - schon seit Jahren ist dies "m"ein Traum, dass sich die Wirtschaftsunternehmen wieder vermehrt besinnen und die Politik auch solche Unternehmen mal als Vorzeigemodelle anpreist, statt nach wie vor dem "alten System" Geld in den gierigen Rachen zu stopfen. Doch vielleicht haben sie genau davor Angst - nämlich die Kontrolle über die Menschen zu verlieren. Namaste
Am 22. April. 2010 geschrieben von terevar
Natürlich ist das nicht Das Heil aller Übel aber ein guter und wichtiger
Schritt für die Zukunft des Wirtschaftens.
Weil die Arbeiter von sich selber aus arbeiten und mehr Freiheiten haben.
Meine Pros und Kontras sind:
Bei sinkenden Einnahmen. Wer entlässt die Anderen um den Bankrott zu entgehen?
Was machen wenn die Menge der Arbeit steigt, aber das Geld zur Verteilung gleich bleibt? Also nicht ausreicht um mehr Arbeiter einzustellen.
Auch wenn die Arbeiter mehr leißten, können sie trotzdem an ihre Grenzen kommen und krank werden.
Die Einsparung der Kosten für die Personalabteilung ist nicht zu unterschätzen.
Wie ich schon gesagt habe ist das nur ein Schritt nach vorne aber beschtimmt nicht der Letzte dorthin.
Am 21. April. 2010 geschrieben von grid
Gelebte Vision!! Genial!! Richtungsweisend!!
Hoffentlich findet das noch manigfaltige Nachahmungen und Weiterentwicklungen,
den genau solche Modelle die die alten Grenzen sprengen brauchen wir!
Am 21. April. 2010 geschrieben von lafarg3000
Trotz des schönen Optimismus denn hier viele flegen. So lange die Warenproduktion sprich das Geld und der Staat nicht abgeschaft wurden. Ist und bleibt die Arbeit im Kapitalismus immer Ausbeutung. Es mag für denn ein oder anderen sowohl Körperlich als auch Geistig entspannender sein in so einen "selbstverwaltet" Betrieb zu arbeiten. Wenn aber das System von Grund auf nicht veränderert wird. Könnte darauß der größte Alptraum für ArbeiterInnen werden seit dem zusammenbruch des Staatskapitalismus(Ostblock "Sozialismus")werden. Mensch stelle sich vor es gäbe statt ein paar wenigen Mulitis unzählige solche Kollektive aus "freien" ArbeiterInnen die Miteinander um den größten Marktanteil kämpfen. Das wäre der absolute Siegeszug des Kapitalismus über den Menschen. Nur wenn wir Staat und Kaptial total aufheben können wir wahrhaft Freie Assoziation frei und gleicher Produzenten schaffen. Für den globalen Klassenkrieg!!!
Am 21. April. 2010 geschrieben von Andre
@Gebhard Borck
Arbeit ist ein bestimmtes gesellschaftliches Verhältnis und nicht einfach die Verausgabung von Energie, Selbstentfaltung, Sinnstiftung, Geselligkeit, schon garnicht Selbstbestimmung und so weiter.. Man neigt nur dazu, die historisch-spezifische(!) Form solcher Verausgabung im Kapitalismus zu "übersehen" und das Ganze überhistorisch zu anthropologisieren - als irgendwie immer schon Arbeitender und Sich-Selbstschaffender. Man kann zwar ugs. von Lohnarbeit sprechen, das ist aber ein Pleonasmus.
Arbeit ist der Zwang zur Entmenschlichung: Sich verdingen, verkaufen, verwerten (also auf den Markt bezogen, wofür sie sich zu qualifizieren und quantifizieren hat). Arbeit zeichnet den Menschen nicht aus - sie zeichnet ihn: Die Durchsetzungsgeschichte und Ideologisierung der Arbeit ist grausam..
Was der Mensch ohne Arbeit wäre? Um einiges besser drauf. :)
Arbeit ist (auch etymologisch) Plage, Mühsal, Mobbing, Unterordnung, Ohnmacht, Zwang und Unfreiheit, lebensverschwendend, Demütigung, abstumpfend, macht dumm und krank. So quält man in manchen Betrieben einen Menschen mit der Arbeit von drei, weil drei Mitarbeiter sich zwar gegenseitig angenehm entlasten würden, aber ihre Lohnkosten zu hoch sind und es nicht um die Bequemlichkeit und Freizeit der Individuen geht, sondern um den Gewinnüberschuss.
Paar Links:
http://www.freie-radios.net/mp3/20051107-zurkritikd-10566.mp3
http://www.trend.infopartisan.net/trd0302/t120302.html
http://www.krisis.org/1999/wer-nicht-arbeitet-soll-auch-nicht-essen
Am 20. April. 2010 geschrieben von Gebhard Borck
Auch ich kenne das Konzept schon länger und doch gibt es einige Informationen, die im Artikel noch fehlen, für ein differenziertes und angebracht skeptisches Bild, finde ich, allerdings notwendig sind.
So arbeitet Semco etwa nur in hochinnovativen, teuren und exklusiven Märkten. Sobald mehr als zwei Konkurrenten im Markt auftreten. Lässt Semco das Produkt oder die Dienstleistung fallen und macht sich an die Umsetzung der nächsten Idee. Damit fallen alle reproduktiven Massenmärkte und -produkte schlicht aus dem Produktprotfolio von Semco raus. Geben tut es sie immer noch ...
Gemeinsam mit meinen Kollegen sind wir gerade daran in Deutschland ein Unternehmen nach ähnlichen Prinzipien wie Semler aufzubauen. Mal sehen, was draus wird und ob wir es hin bekommen!
Gruss
Gebhard
Am 20. April. 2010 geschrieben von Gebhard Borck
@andre
Was wäre denn der Mensch ohne Arbeit, also der von der Arbeit befreite Mensch?
Ist die Befreiung von der Arbeit wirklich erstrebenswert?
Am 20. April. 2010 geschrieben von Fritzchen
Kann mir jemand sagen, was und für wen die Firma Semco produziert. Wie sichert sie sich ihren Anteil am Marktkuchen? Von dem ist sie doch abhängig.
Am 17. April. 2010 geschrieben von Andre
OK, im Text wirkt die Überschrift als "Befreiung /von/ der Arbeit" nach (Dauerwochenende, Golfspieler, ...), dabei ist es die "Befreiung der Arbeit" selbst - in Anlehnung an die Arbeiterbewegten. Die schöne neue Welt wäre eine Arbeiter-Welt ohne die Nichtarbeit der Ausbeuter, mithin die Totalisierung des Arbeitsfetisch. Auf Klassenkampf verkürzt, die Verhältnisse personalisierend, und übrigens den Liberalen abgeschaut (Arbeit gegen Adel), passt der Vorsatz dann auch nur in seinem Denkfehler auf Semmlers Laden:
Der Ausbeuter geht scheinbar verloren, versteckt sich nun aber im Arbeiter, weil die systemische Logik der Ausbeutung fortbesteht. Wenn das die Pointe war, dann Chapeau!
Die Selbstbestimmung ist nochmal keine, weil man garnicht über die eigene Faulheit nach Gutdünken verfügt. Denn die "Sachzwänge" der Gewinnrealisierung des Unternehmens herrschen ihm diese Entscheidung längst auf, und der Arbeiter /verinnerlicht/ lediglich deren Ausführung in der "stärkeren Einheit von Arbeit und Management". Dort ist weder das Arbeiterdasein noch die Objektivierung zur Steuermasse aufgehoben. Bei Semmler findet lediglich /selbstverwaltete/ Herrschaft oder Ausbeutung statt, damit der Laden auf dem Markt überlebens- d.h. wettbewerbsfähig ist.
Die Aussage, dass mit Semmlers Betriebsführung "mehr Sinn in die Tätigkeit" (Kalle) kommt, spricht Bände: Der Sinn begründe sich nicht mehr aus dem Inhalt der Tätigkeit (z.B. Nahrung anbauen um nicht zu Verhungern), sondern der käme ihr sachfremd durch die Arbeits-Umstände zu. Der Arbeitssklave denkt eben gleichgültig gegenüber dem Inhalt der Tätigkeiten und interessiert sich nur noch unter den Gesichtspunkten wie Kohle und Betriebsklima. Das charakterisiert in der Tat die moderne "Arbeit", die hier entfesselt gehöre...
Die "Identifizierung mit dem Betrieb" (Kalle) ist auch nur aus Managementsicht wichtig, weil mit solchen Leuten mehr anzustellen geht als mit anderen - im Positiven wie im Negativen.
Am 17. April. 2010 geschrieben von Kalle
Sicherlich ein gutes Konzept.
@Andre
sicherlich wird damit nicht die Arbeit abgeschafft, aber evtl. ein wenig mehr Sinn in die Tätigkeit eines Arbeiters und/oder Identifizierung mit dem Betrieb...
Am 16. April. 2010 geschrieben von Andre
Die Überschrift ist Unsinn. Die Leute arbeiten ja, müssen es auch und vermutlich härter als in normalen Betrieben. Diesen Eindruck gewinn ich zumindest, wenn ich von Unternehmen höre, die mehr Freiraum lassen. Tatsächlich wird die Kontrolle von den Aufsehern in die Arbeiter zurückverlegt. Dabei existieren die betriebswirt. Sachzwänge und die betriebswirtschaftl. Rechnungsweisen fort, der Betrieb steht ja nicht außerhalb der Konkurrenz. Nur machen nicht Aufseher den Stress dort, sondern die Mitarbeiter fordern sich selbst und damit um einiges härter. So funktioniert es doch allgm. im Kapitalismus: Jeder handelt "selbstverantwortlich" unter /festgeschriebenen/ Handlungsoptionen, d.h., jeder soll eigenmotiviert sein Glück in den /vorgefundenen/ Strukturen unter /Anpassung/ an ebendiese finden - unter Ausschluss von den Mitteln zum Leben für die er eine Erwerbsquelle benötigt, die er als Konkurrent anderen abringen muss und bei der er die negative betriebswirtschaftliche Größe ist (Lohnkost) usw.. Das macht den laden so produktiv. Befreiung von der Arbeit ist das nur eben nicht. Dazu müssten ganz andere Voraussetzungen fallen, bzw. dazu bräucht's überhaupt erstmal ein richtiges Verständnis davon, was Arbeit im Kapitalismus ist.
Am 16. April. 2010 geschrieben von Berthild Lorenz
Hm, so hat die Station, auf der ich als frisch examinierte Krankenschwester landete, 1972, seitdem ich dort das Leiten ließ, auch funktioniert ...
Am 16. April. 2010 geschrieben von Sylke
Mich würde interessieren, wie die Mitarbeiter die Arbeit erleben, wie sie gelernt haben, mit den Freiheiten umzugehen und die Teamarbeit mit allen auftretenden Konflikten zu leben. Ich stelle es mir nicht reibungslos vor, aber gut zu lesen, das es geht.
Am 16. April. 2010 geschrieben von Frank Hartmann
Boykottiert Firmen die Ausbeuten. Unterstützt Firmen die sich für Menschen als solche interessieren. Es werden immer mehr werden.
Der Zeitgeist erfasst immer mehr Menschen.
Join the Movement
www.zeitgeistmovement-nrw.de/joomla
Am 15. April. 2010 geschrieben von Birgit
Das ist unglaublich, dass es so ein Unternehmen gibt.. Das übersteigt meine kühnsten Ideale!
Am 14. April. 2010 geschrieben von antara
14.4.2o1o geschrieben von antara
eine wunderbare zukunft beginnt sich zu gestalten , danke firma semco 1!!!! es ist der mut zum träumen das eine neue realität erschafft und sichtbar werden läst. ich bin dabei die neue erde mit zu gestalten, weil ich mich als ein schöpfer warnehme !!!!!
Am 14. April. 2010 geschrieben von Schmitt&W
Ihr seid ja alle wahnsinnig, ich habe eine Zeitarbeitsfirma und müßte dann selbst wieder arbeiten
Am 14. April. 2010 geschrieben von Peinhard
Wenn dann noch so langsam die Einsicht dazukommt, dass auch auf der Ebene der Betriebe untereinander Kooperation besser ist als gegenseitiges Niederkonkurrieren, dann könnte was draus werden. Ansonsten besteht bei Verallgemeinerung des Prinzips nicht nur die Gefahr, sondern geradezu die Notwendigkeit eines Wettbewerbs in Selbstausbeutung. Der nicht gern gesehene Pferdfuss eines nicht zuende gedachten Ansatzes von 'Wirtschaftsdemokratie'.
Am 14. April. 2010 geschrieben von ikgrud
genau so ,wie die Arbeitswelt nun schon bei Semler sehr gut funktioniert, wird es in der Zukunft sein . Denn immer ist erst ein Gedanke dann die Realität da.Unsere Kinder werden es besser haben, wie in der heutigen Zeit so mancher Arbeitnehmer.So mancher kann nicht daran glauben ,ich bin aber davon überzeugt das es so sein wird.
Am 14. April. 2010 geschrieben von Alibaba
Ja klar wer fürs Militär produziert der hat halt heutzutage auch genug finanzielle Möglichkeiten so etwas umzusetzen.
Aber trotzdem finde ich es gut dass jemand den Mut dazu hat. Ein Licht am Ende des dunklen Arbeitnehmertunnel.
Am 13. April. 2010 geschrieben von roush
Das Buch "Das Semco System" habe ich selbst bereits 1995 gelesen.
Wer diesen Artikel inpirierend fand, sollte sich die beiden Bücher jedenfalls unbedingt zulegen. (!)
Am 13. April. 2010 geschrieben von Christina Köb
Herr Semler ist ein Pionier für die Zukunft, genau so soll arbeiten auch sein. Wundervoll!!!
Leser Kommentare:
Am 11. August. 2010 geschrieben von Anne
Ich bin jetzt 61, also werde ich das nicht mehr "leben" dürfen. Aber ich möchte es kommen sehen für meine Kinder, meine Enkel und Urenkel.
Diese Gesellschaft ist so geldbeknackt, daß es das Gehirn vollkommen blockiert und es nicht fähig ist, andere Lebensformen zuzulassen.
Am 04. August. 2010 geschrieben von WellenbeobachterHH
Das ist in Bezug auf die Art und Weise der Unternehmensführung genau das Gegenteil von einem radikalen Ausbeuterkonzern wie KIK.
Solche Unternehmer wären vielleicht auch bereit über die Grenzen des Kapitalismus, also die Geld-Ware-Beziehung, hinaus zu denken...hoffe ich jedenfalls.
Von dieser Hoffnung abgesehen ändern es aber leider nichts an der kapitalistischen Verfasstheit und der Verwertungslogik. Es geht immer noch um Konkurrenz zu anderen Unternehmen am Markt. Kann die Produktivität nicht gesteigert und der Marktanteil wenigstens gehalten werden, ist schnell Schluss mit Lustig. Dann werden auch bei Semco Leute gefeuert, nur das das dann alle im Konsens beschließen müssen, anstatt ein Personalmanager im Auftrag des Chefs.
Am 19. Juli. 2010 geschrieben von Katharina
Dieser Bericht läßt einem doch sofort die Freude im Bauch sprudeln.
Wenn des um solch positive Ideen geht, z. B. auch das bedingungslose Grundeinkommen, gibt es immer wieder Menschen, die sofort abwehren mit: „Das geht doch nicht!“ Und sie haben im Handumdrehen x-fach Begründungen dafür parat.
Diese Begründungen stammen aus einer verengten Sichtweise – aus dem, was wir innerhalb unserer gewohnten Welt-Systeme kennen. Viele haben sich abgewöhnt, aus dieser Telefonzelle mal hinauszublicken, ist ja auch so gewollt.
Daß hier und dort doch Quantensprünge möglich sind, passt nicht in die fixen Konzepte.
Weit verbreitet ist die Annahme, daß der Mensch grundsätzlich egoistisch sei und unverbesserlich.
Ich empfehle gerne das Buch „Eiland“ von Aldous Huxley, was eine Art Antidot zu „Schöne neue Welt“ darstellen kann. Aldous Huxley hat eine Geschichte kreiert über eine kleine eigene Welt auf einer Insel, deren Bewohner eine positive Lebensform entwickelt haben und immer weiter entwickeln.
Er beschreibt, wie sie problematische Anlagen vom Kindesalter an in konstruktive Bahnen lenken helfen. Auf dieser Insel wird großer Wert darauf gelegt, daß alle einen kritisch hinterfragenden Verstand entwickeln und Verantwortungsbewusstsein. Das ganze Leben dort ist begleitet von Naturheilmedizin – ganz im Gegensatz zu unserer ach so fortschrittlichen Welt, in der ganze Völker mehr oder weniger krankgemacht werden und so eben nicht dahinkommen, ihr tatsächliches Potential zu entfalten – zu dem auch Mitfühlen, Zivilcourage, Neugier, Begeisterung, Intuition, Weitblick, Offenheit gegenüber Neuem und anderen An-Sichten gehören.
Einige Beispiele für dieses Blockieren des Potentials bzw. des Ego-Blick-Förderns in unserer Welt sind:
Vergiftungen durch Impfungen, falsche Ernährung, Schwermetalle in den Zähnen, belastetes Wasser – und Bestrahlung durch Mikrowellen allerorts durch Handys, schnurlose Telefone WLAN, Sendemasten etc.
All diese fördern mehr oder weniger neurologische Störungen und Schädigungen, also in der Folge neben sog. körperlichen Krankheiten Persönlichkeitsveränderungen, Verhaltensstörungen u. v. m.
Würden all diese Faktoren wegfallen, und würde die geistige/seelische/körperliche Gesundheit der kleinen Menschen größte Beachtung finden, könnte unsere Welt ein großes „Eiland“ werden. Also… auf zu neuen Ufern.
Am 05. Juli. 2010 geschrieben von Peter
Mir fehlt der Glaube an so etwas. Nicht jeder Erwachsene verhält sich automatisch erwachsen, nur weil man ihn so behandelt. Ich finde den Ansatz der "geteilten Leidenschaft" zwar prima, durfte aber selber mehrfach erleben, wie Mitarbeiter, die diese Leidenschaft nicht teilten, ihre Freiheiten schamlos ausgenutzt haben, Konsensentscheidungen ignorierten und dann, darauf angesprochen, in eine Trotzigkeit verfallen sind, die allenfalls einem Kleinkind gerecht wird. Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen kann leider nicht jeder.
Am 18. Juni. 2010 geschrieben von RalfLippold
1995 fand ich RicardoSemler's Buch "Das Semco System" bereits im Haus des Buches in Dresden. Damals begeisterte es mich bereits, und doch musste es einige Jahre dauern, bis ich über http://mitworld.mit.edu/video/308 wieder drüberstolperte.
Eine wirklich gewordene Vision:-)
.... und gar nicht so weit gedacht, denn es gibt ähnliche Ansätze bereits in diesem Land. Noch sind es wenige, jedoch werden es täglich mehr. Auch in Dresden tut sich was.
Am 07. Juni. 2010 geschrieben von Anarchüst
Lest mal die Anarchistischen Theorethiker, Kroptokin und co. Die haben solche Konzepte schon vor über 100 Jahren gepredigt.
Die Gebiete die Betriebe im Spanischen Bürgerkrieg von anarchisten kontrolliert wurden wo jegliche Hirarchien abgeschafft wurden konnten selbst in der schwierigen Kriegswirtschaft ihre Produktivität im schnitt verdoppeln.
Allerdings weis ich nicht ob sowas auf breiter Basis funktioniert, irgendwo hat es dann eben doch wieder Machtgierige Leute die Druck und Hirarchien aufbauen um die Arbeitskraft ihrer Untergebenen besser zum Eigenen Vorteil nutzen zu können.
Am 02. Juni. 2010 geschrieben von Norbert Paul
Klasse Sache und eine Vorlage die nicht erst seit gestern existiert, sondern eine jahrzehntelange Erfolgsstory gleich mit bringt. Hab dies auch schon versucht in Teilen um zu setzen und interessante Erfahrungen damit gemacht.
Damit dies im großen Stil übernommen werden kann muß nur noch das gesellschaftliche Umfeld angepasst werden, in dem z. B. die Steuern von den arbeitenden Menschen abgekoppelt und mit Arbeit, gleich von wem sie geleistet wird, neu verbunden werden, usw.
Am 01. Juni. 2010 geschrieben von Achmed Khammas
Natürlich funktioniert das!
Ich habe in den 1980ern in Syrien eine kleine Manufaktur für thermische Solaranlagen gehabt - wir waren 6 Leute.
Über 10 Jahre lang produzierten wir selbstbestimmt und glücklich - mit nur 2 REGELN: 'Jeder macht Fehler - aber nur 1 x!' und: 'Keiner muß arbeiten' :-)
Am 28. Mai. 2010 geschrieben von Axel Wartburg
Bitte ändert die Überschrift, da es korrekt heißen muss - aus meiner Sicht -
Die Befreiung VON der Arbeit
Was Arbeit faktisch ist, wo der Begriff her kommt und, dass er heute noch für 83% der in diesem Land beschäftigten Mitarbeiter gilt, kann entdeckt werden, wenn diesem Link gefolgt wird:
http://www.adiko.eu/tagebuch/article-1262448441.html
Liebe Grüße
Am 07. Mai. 2010 geschrieben von veganraw
Ein Artikel, der Freude bereitet und Mut macht. Lasst uns die Welt erschaffen, in der wir alle gut leben können!
Hab den Artikel auch in meinem Blog verlinkt!
http://www.veganraw.wordpress.com/
Am 29. April. 2010 geschrieben von Oliver Korsch
...freut mich diese Seite in meiner HP :
http://www.oliver.korsch.t3.to
verlinkt zu haben!
see you...
oliver
Am 29. April. 2010 geschrieben von Oliver Korsch
...es ist immer wieder gut "andere Wege" zu gehen und zu sehn, daß sich "das Positive" etablieren wird... irgendwann, irgendwie,irgendwo!
...und auch schön zu sehn, das es auch "ANDERS" geht!!!
na dann...
lasst es uns umsetzen und behalten wir stets das Ziel im Auge!
Oliver Korsch
Am 28. April. 2010 geschrieben von Andre
@Gebhard
Den Arbeitsbegriff vulgärphilosophisch als "bewusst schöpferisches Handeln" einzuebnen, beraubt ihn seiner Geschichtlichkeit, seinem gesellschaftlichen Zusammenhang, und der Eigenheit, distinktes Zeug wie Fischen und Häuslebauen unter Absehung aller Besonderheiten als "Tätigkeit überhaupt" vereinheitlichen zu müssen; In der Antike wurde "bewusst schöpferisch gehandelt" und Arbeit zugleich verachtet. Mit dem Ursprung des Arbeitsbegriffs in den antiken Sklavenhaltergesellschaften bezeichnet das Wort etymologisch nämlich auch garnichts anderes als die Tätigkeit der Unfreien. Insofern ist "abhängige Arbeit" ein Pleonasmus - ein weißer Schimmel, ein kaltes Eis.
Es gibt im Deutschen übrigens das Wort "Werk" als positives Gegenstück zur "Arbeit". Letzteres hat erst durch die Christen eine "Aufwertung" erfahren (als gottgefälliges Leiden).
Du schreibst: "Es ist doch so schön, wenn man sich auf eine radikale Position zurückziehen kann!"
Radikal heißt an die Wurzel (Radix) gehen und dorthin zieht man sich nicht zurück sondern man bewegt sich damit nach vorn. Wie "schön" dort reinpasst, erschließt sich mir nicht. Ich will auch nichts besser machen, was ich ablehne.
Schau: Der Artikelkommentator Terevar schreibt, wofür die Verbesserung taugt: Arbeitskosten sparen dank verbesserter Selbstkontrolle/ausbeutung (wie bei Bentham) für den verrückten Selbstzweck der Verwertungsbewegung. Sein weiterer Schritt ist einer in die Marschrichtung der letzten 200 Jahre..
Ansonsten verweis ich nochmal auf die Links meines letzten oder vorletzten Beitrags.
Am 27. April. 2010 geschrieben von Reiner Sailer
Interessant, jetzt muss nur noch den Mitarbeitern klargemacht werden, wer wir wirklich sind, dann steht einem menschlichen Leben nichts mehr im Weg. Das findet Ihr hier: http://www.reinersailer.de/Universum.pdf
Gruss
R
fuer Filmfans: http://www.reinersailer.de/Der_Klarsichtklebefilm.wmv
Am 27. April. 2010 geschrieben von Gebhard
@ Andre
Es ist doch so schön, wenn man sich auf eine radikale Position zurückziehen kann!
Die von Dir vorgebrachte Interpretation des Arbeitsbegriffes ist korrekt und weithin bekannt. Neben BWL, VWL und Sozialwissenschaft gibt es allerdings auch noch die Philosophische Interpretation von Arbeit, die sich im Verlauf der Jahrhunderte auch gewandelt hat und aktuell unter Arbeit das »bewusst Schöpferische Handeln« versteht.
Ansonsten würde mich interessieren, wie man es nennt, wenn ein Mensch sich aufgrund seiner Vorstellungenimt seiner Umwelt schaffend auseinandersetzt?
Ist das dann Müßiggang?
----
Die Befreiung von der abhängigen Arbeit, denke ich, kann das entscheidende Motiv sein oder?
Gruss
Gebhard
Am 26. April. 2010 geschrieben von Barbara
E N D L I C H - schon seit Jahren ist dies "m"ein Traum, dass sich die Wirtschaftsunternehmen wieder vermehrt besinnen und die Politik auch solche Unternehmen mal als Vorzeigemodelle anpreist, statt nach wie vor dem "alten System" Geld in den gierigen Rachen zu stopfen. Doch vielleicht haben sie genau davor Angst - nämlich die Kontrolle über die Menschen zu verlieren. Namaste
Am 22. April. 2010 geschrieben von terevar
Natürlich ist das nicht Das Heil aller Übel aber ein guter und wichtiger
Schritt für die Zukunft des Wirtschaftens.
Weil die Arbeiter von sich selber aus arbeiten und mehr Freiheiten haben.
Meine Pros und Kontras sind:
Bei sinkenden Einnahmen. Wer entlässt die Anderen um den Bankrott zu entgehen?
Was machen wenn die Menge der Arbeit steigt, aber das Geld zur Verteilung gleich bleibt? Also nicht ausreicht um mehr Arbeiter einzustellen.
Auch wenn die Arbeiter mehr leißten, können sie trotzdem an ihre Grenzen kommen und krank werden.
Die Einsparung der Kosten für die Personalabteilung ist nicht zu unterschätzen.
Wie ich schon gesagt habe ist das nur ein Schritt nach vorne aber beschtimmt nicht der Letzte dorthin.
Am 21. April. 2010 geschrieben von grid
Gelebte Vision!! Genial!! Richtungsweisend!!
Hoffentlich findet das noch manigfaltige Nachahmungen und Weiterentwicklungen,
den genau solche Modelle die die alten Grenzen sprengen brauchen wir!
Am 21. April. 2010 geschrieben von lafarg3000
Trotz des schönen Optimismus denn hier viele flegen. So lange die Warenproduktion sprich das Geld und der Staat nicht abgeschaft wurden. Ist und bleibt die Arbeit im Kapitalismus immer Ausbeutung. Es mag für denn ein oder anderen sowohl Körperlich als auch Geistig entspannender sein in so einen "selbstverwaltet" Betrieb zu arbeiten. Wenn aber das System von Grund auf nicht veränderert wird. Könnte darauß der größte Alptraum für ArbeiterInnen werden seit dem zusammenbruch des Staatskapitalismus(Ostblock "Sozialismus")werden. Mensch stelle sich vor es gäbe statt ein paar wenigen Mulitis unzählige solche Kollektive aus "freien" ArbeiterInnen die Miteinander um den größten Marktanteil kämpfen. Das wäre der absolute Siegeszug des Kapitalismus über den Menschen. Nur wenn wir Staat und Kaptial total aufheben können wir wahrhaft Freie Assoziation frei und gleicher Produzenten schaffen. Für den globalen Klassenkrieg!!!
Am 21. April. 2010 geschrieben von Andre
@Gebhard Borck
Arbeit ist ein bestimmtes gesellschaftliches Verhältnis und nicht einfach die Verausgabung von Energie, Selbstentfaltung, Sinnstiftung, Geselligkeit, schon garnicht Selbstbestimmung und so weiter.. Man neigt nur dazu, die historisch-spezifische(!) Form solcher Verausgabung im Kapitalismus zu "übersehen" und das Ganze überhistorisch zu anthropologisieren - als irgendwie immer schon Arbeitender und Sich-Selbstschaffender. Man kann zwar ugs. von Lohnarbeit sprechen, das ist aber ein Pleonasmus.
Arbeit ist der Zwang zur Entmenschlichung: Sich verdingen, verkaufen, verwerten (also auf den Markt bezogen, wofür sie sich zu qualifizieren und quantifizieren hat). Arbeit zeichnet den Menschen nicht aus - sie zeichnet ihn: Die Durchsetzungsgeschichte und Ideologisierung der Arbeit ist grausam..
Was der Mensch ohne Arbeit wäre? Um einiges besser drauf. :)
Arbeit ist (auch etymologisch) Plage, Mühsal, Mobbing, Unterordnung, Ohnmacht, Zwang und Unfreiheit, lebensverschwendend, Demütigung, abstumpfend, macht dumm und krank. So quält man in manchen Betrieben einen Menschen mit der Arbeit von drei, weil drei Mitarbeiter sich zwar gegenseitig angenehm entlasten würden, aber ihre Lohnkosten zu hoch sind und es nicht um die Bequemlichkeit und Freizeit der Individuen geht, sondern um den Gewinnüberschuss.
Paar Links:
http://www.freie-radios.net/mp3/20051107-zurkritikd-10566.mp3
http://www.trend.infopartisan.net/trd0302/t120302.html
http://www.krisis.org/1999/wer-nicht-arbeitet-soll-auch-nicht-essen
Am 20. April. 2010 geschrieben von Gebhard Borck
Auch ich kenne das Konzept schon länger und doch gibt es einige Informationen, die im Artikel noch fehlen, für ein differenziertes und angebracht skeptisches Bild, finde ich, allerdings notwendig sind.
So arbeitet Semco etwa nur in hochinnovativen, teuren und exklusiven Märkten. Sobald mehr als zwei Konkurrenten im Markt auftreten. Lässt Semco das Produkt oder die Dienstleistung fallen und macht sich an die Umsetzung der nächsten Idee. Damit fallen alle reproduktiven Massenmärkte und -produkte schlicht aus dem Produktprotfolio von Semco raus. Geben tut es sie immer noch ...
Gemeinsam mit meinen Kollegen sind wir gerade daran in Deutschland ein Unternehmen nach ähnlichen Prinzipien wie Semler aufzubauen. Mal sehen, was draus wird und ob wir es hin bekommen!
Gruss
Gebhard
Am 20. April. 2010 geschrieben von Gebhard Borck
@andre
Was wäre denn der Mensch ohne Arbeit, also der von der Arbeit befreite Mensch?
Ist die Befreiung von der Arbeit wirklich erstrebenswert?
Am 20. April. 2010 geschrieben von Fritzchen
Kann mir jemand sagen, was und für wen die Firma Semco produziert. Wie sichert sie sich ihren Anteil am Marktkuchen? Von dem ist sie doch abhängig.
Am 17. April. 2010 geschrieben von Andre
OK, im Text wirkt die Überschrift als "Befreiung /von/ der Arbeit" nach (Dauerwochenende, Golfspieler, ...), dabei ist es die "Befreiung der Arbeit" selbst - in Anlehnung an die Arbeiterbewegten. Die schöne neue Welt wäre eine Arbeiter-Welt ohne die Nichtarbeit der Ausbeuter, mithin die Totalisierung des Arbeitsfetisch. Auf Klassenkampf verkürzt, die Verhältnisse personalisierend, und übrigens den Liberalen abgeschaut (Arbeit gegen Adel), passt der Vorsatz dann auch nur in seinem Denkfehler auf Semmlers Laden:
Der Ausbeuter geht scheinbar verloren, versteckt sich nun aber im Arbeiter, weil die systemische Logik der Ausbeutung fortbesteht. Wenn das die Pointe war, dann Chapeau!
Die Selbstbestimmung ist nochmal keine, weil man garnicht über die eigene Faulheit nach Gutdünken verfügt. Denn die "Sachzwänge" der Gewinnrealisierung des Unternehmens herrschen ihm diese Entscheidung längst auf, und der Arbeiter /verinnerlicht/ lediglich deren Ausführung in der "stärkeren Einheit von Arbeit und Management". Dort ist weder das Arbeiterdasein noch die Objektivierung zur Steuermasse aufgehoben. Bei Semmler findet lediglich /selbstverwaltete/ Herrschaft oder Ausbeutung statt, damit der Laden auf dem Markt überlebens- d.h. wettbewerbsfähig ist.
Die Aussage, dass mit Semmlers Betriebsführung "mehr Sinn in die Tätigkeit" (Kalle) kommt, spricht Bände: Der Sinn begründe sich nicht mehr aus dem Inhalt der Tätigkeit (z.B. Nahrung anbauen um nicht zu Verhungern), sondern der käme ihr sachfremd durch die Arbeits-Umstände zu. Der Arbeitssklave denkt eben gleichgültig gegenüber dem Inhalt der Tätigkeiten und interessiert sich nur noch unter den Gesichtspunkten wie Kohle und Betriebsklima. Das charakterisiert in der Tat die moderne "Arbeit", die hier entfesselt gehöre...
Die "Identifizierung mit dem Betrieb" (Kalle) ist auch nur aus Managementsicht wichtig, weil mit solchen Leuten mehr anzustellen geht als mit anderen - im Positiven wie im Negativen.
Am 17. April. 2010 geschrieben von Kalle
Sicherlich ein gutes Konzept.
@Andre
sicherlich wird damit nicht die Arbeit abgeschafft, aber evtl. ein wenig mehr Sinn in die Tätigkeit eines Arbeiters und/oder Identifizierung mit dem Betrieb...
Am 16. April. 2010 geschrieben von Andre
Die Überschrift ist Unsinn. Die Leute arbeiten ja, müssen es auch und vermutlich härter als in normalen Betrieben. Diesen Eindruck gewinn ich zumindest, wenn ich von Unternehmen höre, die mehr Freiraum lassen. Tatsächlich wird die Kontrolle von den Aufsehern in die Arbeiter zurückverlegt. Dabei existieren die betriebswirt. Sachzwänge und die betriebswirtschaftl. Rechnungsweisen fort, der Betrieb steht ja nicht außerhalb der Konkurrenz. Nur machen nicht Aufseher den Stress dort, sondern die Mitarbeiter fordern sich selbst und damit um einiges härter. So funktioniert es doch allgm. im Kapitalismus: Jeder handelt "selbstverantwortlich" unter /festgeschriebenen/ Handlungsoptionen, d.h., jeder soll eigenmotiviert sein Glück in den /vorgefundenen/ Strukturen unter /Anpassung/ an ebendiese finden - unter Ausschluss von den Mitteln zum Leben für die er eine Erwerbsquelle benötigt, die er als Konkurrent anderen abringen muss und bei der er die negative betriebswirtschaftliche Größe ist (Lohnkost) usw.. Das macht den laden so produktiv. Befreiung von der Arbeit ist das nur eben nicht. Dazu müssten ganz andere Voraussetzungen fallen, bzw. dazu bräucht's überhaupt erstmal ein richtiges Verständnis davon, was Arbeit im Kapitalismus ist.
Am 16. April. 2010 geschrieben von Berthild Lorenz
Hm, so hat die Station, auf der ich als frisch examinierte Krankenschwester landete, 1972, seitdem ich dort das Leiten ließ, auch funktioniert ...
Am 16. April. 2010 geschrieben von Sylke
Mich würde interessieren, wie die Mitarbeiter die Arbeit erleben, wie sie gelernt haben, mit den Freiheiten umzugehen und die Teamarbeit mit allen auftretenden Konflikten zu leben. Ich stelle es mir nicht reibungslos vor, aber gut zu lesen, das es geht.
Am 16. April. 2010 geschrieben von Frank Hartmann
Boykottiert Firmen die Ausbeuten. Unterstützt Firmen die sich für Menschen als solche interessieren. Es werden immer mehr werden.
Der Zeitgeist erfasst immer mehr Menschen.
Join the Movement
www.zeitgeistmovement-nrw.de/joomla
Am 15. April. 2010 geschrieben von Birgit
Das ist unglaublich, dass es so ein Unternehmen gibt.. Das übersteigt meine kühnsten Ideale!
Am 14. April. 2010 geschrieben von antara
14.4.2o1o geschrieben von antara
eine wunderbare zukunft beginnt sich zu gestalten , danke firma semco 1!!!! es ist der mut zum träumen das eine neue realität erschafft und sichtbar werden läst. ich bin dabei die neue erde mit zu gestalten, weil ich mich als ein schöpfer warnehme !!!!!
Am 14. April. 2010 geschrieben von Schmitt&W
Ihr seid ja alle wahnsinnig, ich habe eine Zeitarbeitsfirma und müßte dann selbst wieder arbeiten
Am 14. April. 2010 geschrieben von Peinhard
Wenn dann noch so langsam die Einsicht dazukommt, dass auch auf der Ebene der Betriebe untereinander Kooperation besser ist als gegenseitiges Niederkonkurrieren, dann könnte was draus werden. Ansonsten besteht bei Verallgemeinerung des Prinzips nicht nur die Gefahr, sondern geradezu die Notwendigkeit eines Wettbewerbs in Selbstausbeutung. Der nicht gern gesehene Pferdfuss eines nicht zuende gedachten Ansatzes von 'Wirtschaftsdemokratie'.
Am 14. April. 2010 geschrieben von ikgrud
genau so ,wie die Arbeitswelt nun schon bei Semler sehr gut funktioniert, wird es in der Zukunft sein . Denn immer ist erst ein Gedanke dann die Realität da.Unsere Kinder werden es besser haben, wie in der heutigen Zeit so mancher Arbeitnehmer.So mancher kann nicht daran glauben ,ich bin aber davon überzeugt das es so sein wird.
Am 14. April. 2010 geschrieben von Alibaba
Ja klar wer fürs Militär produziert der hat halt heutzutage auch genug finanzielle Möglichkeiten so etwas umzusetzen.
Aber trotzdem finde ich es gut dass jemand den Mut dazu hat. Ein Licht am Ende des dunklen Arbeitnehmertunnel.
Am 13. April. 2010 geschrieben von roush
Das Buch "Das Semco System" habe ich selbst bereits 1995 gelesen.
Wer diesen Artikel inpirierend fand, sollte sich die beiden Bücher jedenfalls unbedingt zulegen. (!)
Am 13. April. 2010 geschrieben von Christina Köb
Herr Semler ist ein Pionier für die Zukunft, genau so soll arbeiten auch sein. Wundervoll!!!