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Sinnlose Arbeit: Etwa 70 Prozent aller Jobs sind gesellschaftlich überflüssig. Gleichzeitig werden wichtige Jobs gestrichen oder nicht bezahlt. Was läuft da falsch?

Das Ende der Arbeit

Im Jahre 1930 sagte der berühmte Ökonom John Maynard Keynes voraus, dass die technologische Entwicklung die Welt schon zur Jahrtausendwende in ein kleines Schlaraffenland verwandelt haben würde: Dank der Hilfe der Maschinen müsste kein Mensch mehr als 15 Stunden arbeiten und die Menschheit wäre frei, ihre Genialität anderen Dingen zu widmen.

Auch heute versichern uns zahlreiche Forscher, dass die meiste Arbeit im Grunde überflüssig ist und wir das von Keynes beschriebene Utopia schon längst erreicht haben.

Technologisch sind wir dazu durchaus in der Lage. Und doch ist es nicht geschehen. Stattdessen wurde Technologie dazu verwendet, neue Wege zu finden, uns alle noch mehr arbeiten zu lassen. Um dies zu erreichen, mussten Arbeitsplätze geschaffen werden, die – praktisch gesehen – sinnlos sind. Insbesondere in Europa und Nordamerika verbringen weite Teile der Bevölkerung ihre gesamte Arbeitszeit mit der Durchführung von Aufgaben, von denen sie selbst heimlich wissen, dass sie gar nicht gebraucht werden. Der moralische und geistige Schaden, der aus dieser Situation entsteht, ist tiefgreifend. Er ist eine Narbe quer über unsere kollektive Seele. Doch fast niemand spricht darüber“,

beklagte 2013 der  Anthropologe David Graeber die Situation in seinem berühmten Aufsatz „On the Phenomenon of Bullshit Jobs“.

Bullshit Jobs

Warum ist die Arbeit also trotz des technischen Fortschritts, der die kühnsten Erwartungen von Herrn Keynes noch weit übertroffen haben dürfte, nicht verschwunden? Die vermeintlich offensichtliche Erklärung, dass einfach die Produktion und der Konsum ebenso dramatisch zugenommen haben, erweist sich als statistisch ebenso unhaltbar wie die Idee, dass die Welt heute eben so komplex sei, dass sie ein riesiges mittleres Management bräuchte.

Denn während der Großteil der „produktiven Arbeit“ in Landwirtschaft, Fabriken und ähnlichen Bereichen mittlerweile tatsächlich von Maschinen verrichtet wird, hat sich ein völlig neuer Arbeitsbereich gebildet, der mittlerweile bis zu drei Viertel der gesamten Arbeitsplätze ausmacht.

Es sind die Call-Center, Finanzberater, PR-Fachleute, Social-Media-Experten, Wirtschaftjuristen, 24-Stunden-Supermarktkräfte und all die anderen seltsamen Jobs im Dienstleitungs-Bereich, deren Aufkommen Herr Keynes wohl nicht im Entferntesten erahnen konnte.

Es ist, als säße irgendwo jemand, der sich sinnlose Jobs ausdenkt, nur um dafür zu sorgen, dass wir weiterhin arbeiten“,

wunderte sich Graeber im bereits zitierten Aufsatz. Aber es ist sogar noch mysteriöser:

In unserer Gesellschaft scheint es eine allgemeine Regel zu geben, dass man um so schlechter bezahlt wird, je offensichtlicher die eigene Arbeit anderen Menschen nutzt. Auch hier ist eine objektive Beurteilung natürlich schwer zu finden, aber eine einfache Möglichkeit, ein Gefühl dafür zu bekommen, wäre zu fragen: Was würde passieren, wenn diese gesamte Berufsgruppe einfach verschwinden würde? Bei Krankenschwestern, Müllmännern oder Mechanikern ist es offensichtlich, dass – sollten diese je in einer Rauchwolke aufgehen – die Folgen augenblicklich und katastrophal wären. Eine Welt ohne Lehrer oder Hafenarbeiter wäre ebenfalls irgendwann in Schwierigkeiten, und sogar ohne Science-Fiction-Schriftsteller oder Ska-Musiker wäre diese Welt ein geringerer Ort. Es ist aber nicht ganz klar, wie genau die Menschheit leiden würde, wenn alle Private-Equity-CEOs, Lobbyisten, PR-Forscher, Versicherungsmathematiker, Telemarketer, Gerichtsvollzieher oder Rechtsberater ähnlich plötzlich verschwinden würden. (Viele vermuten sogar, dass es die Welt deutlich verbessern könnte.)“

Die Situation scheint in der Tat absurd und wird immer absurder, je näher man hinschaut. Während die Arbeit knapp wird, sinken immer größere Teile der Bevölkerung in die Arbeitslosigkeit, wo sie aber nicht als Betroffene eines erkrankten System begriffen, sondern von den Medien als Parasiten der Gesellschaft verteufelt werden. Ein großer Teil der arbeitenden Bevölkerung wiederum hängt in Jobs fest, die sinnlos sind. Damit nicht genug: Diese Menschen arbeiten oft auch noch 10-Stunden-Tage in diesen Jobs, oder haben – wie oftmals in den USA – gleich drei solcher Beschäftigungen, um ihre Familien zu ernähren.

Arbeit und die kranke Gesellschaft

Der spirituelle Schaden, der so am Menschen verursacht wird, ist gar nicht zu ermessen. Und doch wird dieser Sachverhalt erstaunlicherweise kaum wirklich ernsthaft diskutiert. Die Empörung über dieses globale Verbrechen an der menschlichen Seele, über die gewaltige Verschwendung an Kreativität und Ressourcen bleibt erstaunlicherweise aus, so sehr ist es Normalität geworden.

Arbeit hat sich längst von seiner eigentlichen Funktion entfremdet – nämlich einen nützlichen Beitrag für die Gemeinschaft der Menschen zu leisten – und erfüllt nurmehr vor allem die Funktion, Gewinne für eine kleine Elite zu erwirtschaften und den Status Quo aufrecht zu erhalten. Es geht nicht mehr um den Nutzen der Arbeit und natürlich schon längst nicht mehr um den kreativen Ausdruck des Menschen. Trotzdem wird Arbeit heute beinahe glorifiziert als etwas in sich selbst Moralisches, ohne dass der Mensch nurmehr eine parasitäre Last für die Gesellschaft darstellen würde.

Weder im Kapitalismus, noch im Kommunismus fand eine Kritik der Arbeit selbst statt – und in beiden Systemen treten sinnlose Jobs in gleicher Weise auf, wenn auch aus anderen Gründen. Arbeit scheint etwas Unantastbares an sich zu haben – auch aufgrund dieses seltsamen moralischen Status der Arbeit, fällt eine deutliche Kritik offenbar schwer. Und das, obwohl die Folgen mittlerweile recht dramatisch sind.

In China sterben mittlerweile 600.000 Menschen pro Jahr an Überarbeitung, und zwar ganz direkt, wie im bekannten Fall des PR-Mitarbeiters Gabriel Li, der nach einem Arbeits-Marathon einfach tot vom Stuhl fiel. Oder die indonesische Werbetexterin, deren letzter Tweet „30 Stunden Arbeit und noch immer Top-Fit“ noch immer auf Twitter zu lesen ist. Wenige Stunden nach diesem Tweet starb auch sie – an einer Kombination aus Erschöpfung und zu vielen Energy-Drinks.

Doch diese spektakulären Tode sind nur mehr die Spitze des Eisbergs. Sämtliche Gesundheitsorganisationen sind sich einig, dass es eine wahre Epidemie an arbeitsbedingten Stress-Erkrankungen, Burn-Out, Depressionen, Angst-Zuständen und den daraus resultierenden physischen Leiden gibt. Der gesellschaftliche Umgang mit Arbeit fordert einen hohen Preis.

Arbeit kann Folter sein

In russischen Gefangenenlagern pflegte man Menschen dadurch zu brechen, dass sie 12-Stunden am Tag völlig sinnlose Arbeiten erledigen mussten – etwa Steine von einem Haufen auf den anderen und wieder zurück zu befördern. Während harte Arbeit allein die Menschen zwar erschöpfte, vermochte nur die offensichtliche Sinnlosigkeit des Tuns die Menschen wirklich zu zerrütten, wie man bald herausgefunden hatte. Es gibt wenig Furchtbareres für ein menschliches Wesen, als sein Leben mit etwas vollständig Sinnlosem zu verbringen.

Und doch tun es Millionen von uns, jeden Tag. Die Tragweite der gegenwärtigen Umstände ist uns allen kaum mehr bewusst, so normal ist der Wahnsinn mittlerweile geworden.

Noch weniger bewusst dürfte den meisten sein, dass dieses System nicht zufällig entstanden ist.

Die herrschende Klasse hat schnell erkannt, dass eine glückliche und produktive Bevölkerung mit einem Haufen Freizeit für sie eine tödliche Gefahr darstellt. Und die Idee, dass Arbeit an sich ein moralischer Wert zukommt, und dass jeder, der nicht bereit ist, sich für den Großteil seiner wachen Stunden irgendeiner Art von intensiver Arbeits-Disziplin zu unterziehen, auch nichts verdient, ist außerordentlich bequem für sie.“ so Graeber.

Dass Arbeit allein den Sinn erfüllt, unsere gemeinsamen Bedürfnisse zu befriedigen und uns als Wesen auszudrücken und zu entfalten, hat die Menschheit scheinbar längst vergessen und so dreht sie sich nunmehr in einem Hamsterrad, das sie gar nicht mehr als solches erkennt.

Lösungen

Wie kommt die Gesellschaft aus dieser Situation heraus? Der erste Schritt ist sicherlich, Arbeit von ihrem moralischen Podest zu heben und zu erkennen, dass unser heutiges, auf Arbeit aufbauendes System ohnehin dem Untergang geweiht ist. Um die Bedürfnisse der Menschheit zu erfüllen, wären wohl wenig mehr als 4 Arbeitsstunden pro Tag nötig. Unsere politischen und wirtschaftlichen Systeme arbeiten jedoch noch immer mit der Illusion der Vollbeschäftigung, die es nie wieder geben kann und wird.

Der nächste wichtige Schritt ist ziviler Ungehorsam im Sinne der Verweigerung gegenüber sinnlosen Jobs und dem Konsum sinnloser Produkte. Was dabei „sinnlos“ bedeutet, muss natürlich jeder Mensch für sich selbst entscheiden.

Zuletzt gibt es zahlreiche Ansätze – wie etwa das Bedingungslose Grundeinkommen oder alternative Wirtschaftsmodelle – die versuchen, eine neue Vision der Gesellschaft zu entwickeln. In einigen Ländern, wie etwa der Schweiz, wäre ein System wie das Grundeinkommen mit etwas Engagement der Bevölkerung vermutlich zeitnah durchsetzbar. Von oben allerdings werden solche Veränderungen wohl kaum zu erwarten sein.

Es braucht eine Neudefinition von Arbeit, mit einer Diskussion, die sich vor allem daran orientiert, welchen Beitrag eine Arbeit für die Gesellschaft leistet. Warum werden eine Mutter oder ein Vater nicht bezahlt, ein Investmentbanker aber schon? Vor allem die Arbeiten, die anderen Menschen wirklich helfen, sollten nicht am Rande der Gesellschaft stehen, sondern in ihrer Mitte.

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89 Responses

  1. Robin
    Von wegen keine Arbeit!

    Ich habe mir nicht alle Kommentare vollständig durchgelesen, aber möchte beitragen: Etwas ganz Wichtiges fehlt noch in dem Artikel. Viele sprechen an, dass wir ja dann keine Arbeit und Visionen mehr haben, aber das Gegenteil ist der Fall. Ich bin sehr besorgt um unsere Welt. Während wir sinnlos damit beschäftigt sind, Geld für nichts und wieder nichts hin und herzuschieben, im Büro mit sinnentleerter Arbeit zu verbringen, künstlich erschaffene Bedürfnisse zu stillen und die Politik der Geld-Elite weiter zuspielt, finden Kriege statt, Leute verdienen ein Riesengeld mit dem Tod von Menschen mit sinnloser Waffenproduktion, wir verschmutzen und zerstören Landschaften, Ozeane, Tiere, unsere Lebens- und Nahrungsgrundlage mit Plastik, Atomenergie, Chemie in der Landwirtschaft, Fracking, bestialischer Tierhaltung, … Die Liste ist ewig lang. Hier bedarf es einer Menge an Arbeit inklusive Forschung und neuer Ideen (Visionen). Das Problem ist natürlich die Abhängigkeit vom Geldsystem. Als einfacher Mensch hat man tatsächlich „nur“ seine Arbeitskraft, aber auch Werte und Fantasie. So denke ich, sind Protest durch Verweigerung von sinnloser Arbeit und Nachgehen wichtiger Dinge, politisches Engagement (pol. Aufklärung, Protest, Wählen einer verantwortungsvollen Partei z.B., ich verstehe nicht, wieso das Gros der Bevölkerung Parteien wählt, die sie nach Strich und Faden verarschen) und neue, kreative Ideen in der Wirtschaft, die sich an sozialen und ökologischen Werten orientieren, u.a. die Lösung.

    Antworten
  2. tobmat2
    VWL-Grundlagen

    Der Artikel ist sehr oberflächlich und zieht Schlüsse ohne die Hintergründe zu betrachten.
    So wird Arbeit vom Autor nur dann als sinnvoll angesehen, wenn damit ein physisches Produkt gefertigt wird, das er auch noch für sinnvoll erachten muss. Alles andere (ca. 70%) ist sinnfrei.
    Daher tut er sich auch schwer zu erklären warum Keynes Prophezeiung nicht eingetreten ist.

    Ich erkläre es gerne.
    Erste Frage: Warum arbeiten Menschen?

    Menschen arbeiten um Bedürfnisse zu erfüllen. Ihre und die von anderen.

    Zweite Frage:
    Was sind Bedürfnisse und welche hat der Mensch?

    Hier empfehle ich die Bedürfnisspyramide von Maslow.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Maslowsche_Bed%C3%BCrfnishierarchie

    Dabei gibt es ein sehr wichtigen Satz, der auch Keynes Denkfehler erklärt.
    „Jedes erfüllte Bedürfniss gebirt sofort zehn neue unerfüllte Bedürfnisse.“

    Da dem Menschen die Bedürfnisse also nie ausgehen, geht ihm die Arbeit nie aus.
    Die Automatisierung der Produktion hat nur dazu geführt das die MEnschen Zeit haben andere Bedürfnisse zu erfüllen, die zuvor Brach lagen. Somit wurden neue Jobs geschaffen um diese neuen Bedürfnisse zu erfüllen.

    Gleichzeitig erklärt die Pyramide die beobachtete Verschiebung der Arbeit von der Produktion zur Dienstleistung. Denn die Grundbedürfnisse sind stärker materiell orientiert, während die nachfolgenden Bedürfnisse immer stärker immateriell (Soziale Anerkennung, Selbstverwirklichung, Ästhetik, etc.) orientiert sind.

    Ob wir persönlich bestimmte Bedürfnisse für sinnvoll halten oder nicht spielt dabei keine Rolle. Sie sind trotzdem da und wollen erfüllt werden.

    Sowohl beim Autor, als auch bei den Zitaten die er liefert ist deutlich zu merken, das die Beschreibung als „sinnlose Arbeit“ nicht daher rührt das sie tatsächlich sinnlos ist, sondern daher das derjenige nicht versteht bzw. erkennt welches Bedürfnis mit dieser Arbeit erfüllt wird.
    Als Beispiel:
    Wer als sebständiger Unternehmer wegen eines schlecht formulierten Vertrages mal böse über den Tisch gezogen wurde, weiß welchen Wert Wirtschaftsjuristen haben.
    Und die meisten Berufe die der Autor hier nennt, gabe es schon im alten Rom, lange vor der Industrialisierung. Sie hießen nur anders.

    Antworten
    • Reiner Prämaßing
      VWL und Sozialwissenschaft

      Danke für die kritische Antwort, die aufzeigt, dass es einer Differenzierung bedarf, was sind tiefgreifende Bedürfnisse, oder besser gesagt, wo erfüllt ein Angebot passgenau ein tatsächliches Bedürfnis, und wo ist dies nur vorgespiegelter Schein. Denn dass viele keinen Sinn mehr in ihrer Arbeit erkennen, oder sich für fremde Ziele ausnutzen lassen, ist sattsam zu beobachten.
      Aus objektiver Sicht (sorry, will sagen technisch aufgeklärt) ist die nächste Automat-Welle (Bots, Call Center-, Finanzberatungsprogramme etc.) unmittelbar vor der Haustür und damit die Grundthese des Autors schon nicht mehr Utopie sondern schon real.

      Antworten
    • WellenbeobachterHH
      Es ist genau anders herum...

      @tobmat2

      Da unterliegen Ihre Vorstellungen leider einem typischen Grundirrtum. Die kapitalistische Produktionsweise (Marktwirtschaft) basiert eben gerade NICHT auf der Basis von gegenseitiger Bedürfnisbefriedigung, sondern auf der Vermehrung von Geld (Verwertung des Wertes). Die Bedürfnisse sind lediglich die strukturelle Voraussetzung dafür bzw. man könnte auch sagen – sie sind ein Nebenprodukt oder gar Abfallprodukt der Kapitalverwertung.

      Kein Unternehmer, egal ob Dienstleister oder Produzent macht einen Handschlag, wenn am Ende nicht mehr Geld auf dem Konto ist, sich das Kapital also vermehrt hat. Das – und nur das ist (leider) das gesellschaftlich gültige Kriterium.

      Arbeit ist somit die Kehrseite des Kapitals und muss abgeschafft werden zugunsten strukturell sinnvoller Tätigkeitsformen, die sich primär an den Bedürfnissen ausrichten. Echte Freiheit liegt somit jenseits der Marktwirtschaft.

      Antworten
      • Michael Schulze
        Und am Ende gewinnen Licht und Liebe doch

        Ja, genau, so sehe ich das auch und so ist es eben auch. Und was die Bedürfnisse angeht, so sollte man mal genau hinschauen, was, wie und wo da etwas befriedigt wird, das man Bedürfnis nennt. Ich nenne die meisten Bedürfnisse pervertierte Bedürfnisse, die aufgrund der perfiden sozialen und wirtschaftlichen Situation unserer Weltgesellschaft geradezu entstehen müssen. Sie entstehen, weil kein Raum und keine Zeit mehr bleiben, die natürlichen, wirklich essentiellen und durchaus auch existentiellen Bedürfnisse zu leben.Zudem treiben die Massenmedien ein perfides Verwirrspiel, und es werden auf allen Ebenen Wahrheiten einfach unterdrückt oder als Verschwörungstheorien gekennzeichnet, was inzwischen für mich eine Auszeichnung bedeutet. So ist es aber verständlich, dass für viele Menschen, wohl für die meisten, schließlich nur ein billiger Ersatz für wahre Bedürfnisbefriedigung bleibt. Das ist genauso gewollt, aber das Spiel mit der völligen Versklavung wird nicht aufgehen, davon bin ich fest überzeugt. Die Menschen werden erwachen und dieses Erwachen wird immer mehr erwachen lassen und Energien erzeugen, die das Böse und Dunkle und Mickrige einfach hinwegspült aus der Welt.

    • A. Euteneuer
      Just in Time Produktion

      Ich finde Ihre Erklärung ebenfalls Lückenhaft.
      Es wird auf beiden Seiten außer Acht gelassen, das es nicht nur um eine falsche Moral oder um Bedürfnisse des Menschen geht. Die Recoursen entstammen alle aus diesem Planeten und wir haben 2016 bereits im August alle Recoursen aufgebraucht die wir hätten nutzen dürfen. Man kann natürlich agumentieren das es an der steigenden Weltbevölkerung liegt, jedoch liegt es an unserem Wirtschaftssystem was auf Wettbewerb basiert.
      Simples Beispiel: sollte es ein Bedürfnis sein ein bestimmtes Tv Gerät zu besitzen, ist jedoch recht verschwenderich dieses in tausend verschieden Ausführung und Massen herzustellen. Just in Time Produktion könnte hier gerade bei Materialien Gütern sinnvoll sein. Dies würde Recoursen schonen und Arbeitzeiten dezimieren, wie ebenso die Qualität der Produkte erhöhen. Davon abgesehen ist dies Individueller für die besonderen Bedürfnisse.

      Antworten
    • Artig
      Die Spitze der Pyramide

      Hier spricht ein Kopf- und Zahlenmensch. Unsere Gesellschaft wird leider nach wie vor von scheinbar messbaren Kriterien wie diesen dominiert. Die Sätze sind reine Rechtfertigung für ein System, das so nicht mehr lange funktionieren wird, eben weil wir bereits an der Spitze der Maslowschen Bedürfnispyramide angekommen sind. Es werden Lösungen für etwas geschaffen, was dem Menschen nicht mehr dient. Marktwirtschaflicher Kitt. Oder warum werden Arbeitkräfte, die direkten, notwendigen Dienst am Menschen leisten unterdurchschnittlich schlecht bezahlt? Auch hier kann ich sagen: Ihr Kommentar ist eine Rechtfertigung für Ihre Sichtweise, bedient sich an Klischees und zeigt keine Lösungen auf. Ich hätte mir nach dem ersten Satz etwas mehr Tiefgang erwartet. Es geht um Selbstverwirklichung. Arbeit ist das Mittel zum Zweck. Auf der einen Seite wird von wirtschaftlichen Werten, Corporate Governance etc. gesprochen, weil eben auch die Industrie erkannt hat, dass es sich um wichtige Sinninstrumente bei der Kunden- und Mitarbeitergewinnung handelt. Bei genauerem Hinsehen entdeckt man aber oft, dass es sich um oberflächliche Kosmetik handelt. Im Prinzip also sinnloses Beiwerk, dass wiederum Arbeit schafft. Nur was wollen wir machen ohne Arbeit? Meditieren und Däumchen drehen?

      Antworten
    • Roland
      Immer weiter so moddeling through(Durchwurschteln)

      Wer keine Veränderung will findet Argumente, wer Veränderung will findet Lösungen.

      Antworten
    • Roland
      economy4mankind

      Ich Vermisse den dekschritt, dass eine Sinnentleerte Arbeit krank macht. Dass dieses Wirtschaftssystem Vollkommen Gescheitert ist und dass der Graben zwischen Reich und Arm nicht das ist was uns von den Eliten Versprochen bzw. zu glauben machen versucht wird.
      Meine Lösung ist das Modell economy4mankind.

      Antworten
  3. Peter
    Starke Vision - Sehnsucht wecken, Berge versetzen

    Mir gefällt diese Vision. Bleibt zu hoffen, dass die gesellschaftliche Transformation nicht in Barbarei umkippt, wobei der Erhalt des jetzigen Systems meines Erachtens auch schon diese Tendenz zeigt.
    Ziviler Ungehorsam in Form von Verweigerung ist ein machtvolles Instrument – die Welt könnte sich in kurzer Zeit von so Vielem befreien (In Deutschland: überteuerte Autos mit zu viel Schnickschnack, DSDS, die Bildzeitung, um nur ein paar Dinge zu nennen). Aber es braucht dazu eine Art kollektives Gewissen, das sensibilisiert wird und an dieser Stelle tobt natürlich auch der Kampf. Wer 10 oder 12 Stunden sinnlose Arbeit verrichtet stumpft irgendwann ab und hat keine Energie mehr, sich noch irgendwelche Gedanken über die Welt zu machen.

    Antworten
  4. Linux Nerd
    Arbeit Abschaffen

    Die Abschaffung der Arbeit ist ein politisch erstrebenswertes Ziel !

    Antworten
  5. Michael Schulze
    Neue Wege weg aus der "Schönen neuen Welt"

    Das bedingungslose Grundeinkommen wäre eine Überbrückung, letztlich aber keine Lösung. Ich würde es schon sehr gerne haben wollen, aber es änderte eben nichts am System des Geldes, welches uns diktiert und gerade den dritten Weltkrieg zu installieren versucht, wie allgemein mit dem Faktor Krieg als einem des Systems wieder zu rechnen beginnt, also einem, der benötigt würde, um auch Arbeit zu erhalten. Darum geht es also, um eine Diskussion (wenn noch Zeit dafür ist) darüber, was wir wollen, wie wir unsere Gesellschaft und also auch und vor allem unsere Wirtschaft haben wollen. Ich, ein 61 Jahre junger Knabe, bin darüber nie befragt worden. Als ich kam, kam ich wohl wie alle sehr naiv und unbefangen in die Welt, mit der ich dann an allen Ecken und Enden ob ihrer Sinnlosigkeit, wie mir schien, zusammenzustieß, aneckte. Darauf erfolgte Erziehung, die mir zeigen sollte, wie es richtig geht, und es ging erst einmal, aber ich fühlte mich von Tag zu Tag beschissener. Und heute, erst heute, weiß ich auch, warum.

    Wir brauchen also einen völligen Wechsel der Bewegungsrichtung und des grundlegenden Paradigmas, kurz, wir brauchen endlich wirkliche Demokratie ohne jegliche Erziehung, dafür aber mit ausufernd viel Bildung in jeder Richtung, die einzig unter dem Diktat des Herzens steht, dem Meister aller Dinge. Das geht tatsächlich nur, wenn wir uns dem, was uns beherrscht und knechtet, bewusst entziehen und uns selbst die Welt installieren, die wir haben wollen. Wir müssen aus dem System, vor allem dem Geldsystem aussteigen und unser eigenes schaffen. Wie genau das gehen soll, weiß ich nicht wirklich, aber es gibt Beispiele heute, etwa das KÖNIGREICH DEUTSCHLAND, die es ein wenig vorzeigen, wie es gehen könnte. Das bedeutet am Anfang vielleicht Verzicht auf Gewohntes, sicher aber bald auch großen Gewinn.

    Antworten
    • Reiner Prämaßing
      Neue Wege

      Danke für den sehr persönlichen, tiefschürfenden und aufrüttelnden Kommentar! Habe auch einen persönlichen Tipp, was den Rat des Herzens angeht. Bestens untermauert diese These Rüdiger Warnke, Saarbrücken. Die Technik allein machts halt doch nicht… Das wird auch am Scheitern der Universalerklärungsversuche seitens Biologie, Physik etc. mehr als deutlich.

      Antworten
  6. Heinz
    Mechaniker...

    Sicher werden Mechaniker grundsätzlich gebraucht. Wenn man aber Tagtäglich “ der arbeitenden Bevölkerung (den Geringverdienern)“ die ca. 10-15 jährigen Autos, mit meherern hunderttausend Kilometern auf dem Tacho mit Hingabe aber vollig unterbezahlt wieder Flott macht und sieht, wie schwer es für den Einzelnen ist, dann die Rechnung zu bezahlen (Geringverdiener eben), dann geht einem Mechaniker wie mir, die Freude am reparieren jedoch allmählig verloren !
    Besonders dann, wenn man weiß, dass Autos inzwischen völlig an dem Nutzer (Autofahrer) „vorbei Konstruiert“ werden. Autos sollen die sogenannte Wirtschaft ankurbeln bzw. Arbeitplätze schaffen ! Jeder aufgeweckte Mechaniker sollte diesen Artikel hier und jetzt lesen und sich fragen, ob ich nicht Recht habe, wenn ich sage:
    Autos müssen schon lange nicht mehr durchrosten ! 2 Beispiele: Audi und Fiat.
    Bremsleitungen rosten auch immer noch durch ! Beispiele dafür, dass es anders geht, bringen die Japaner (seit den 80er Jahren werden in Japan ein Großteil der Bremsleitungen mit Kunststoff überzogen).
    Bremsen oder Kupplungen müssen nicht festrosten, ausglühen sich abfahren, oder überhaupt verschleissen, weil die Magnetpuvlerkupplung schon seit jahrzehten in der Inustrie zur Awendung kommt und auch als Bremse genutzt wird ! Bei Radlagern und Achsmanschetten ist es kaum anders !
    Nun das schlimmste: Elektronik im Auto, die scheinbar nur einen Zweck erfüllt.
    Früher oder später auszufallen, teure Repaturen nachsich ziehen, welche nicht selten den Wert der Vehicle um das mehrfache übersteigen !!!
    Das alles nehemen wir auf uns (sowohl als Autofahrer, als auch als Mechaniker, nur um Tagtäglich zur „Arbeit zu fahren“. Das ist ein giantisches Hamsterrad, welches zu einer ungeahnten Umweltverschmutzung beiträgt, weil ja jedes neue Auto, was vom Band läuft, ja gar nicht so lange halten soll, wie das vorangegangene Modell, oder sehe ich das alles falsch ???
    Können die Ingineure und Kontrukteure es nicht besser, oder ist Ihre „Arbeit“ genauso sinnlos, weil sie nur dafür sorgen müssen, dass diese „Wirtschaft“ kein Ende nimmt ???
    Wenn alle, die (wie ich) genau wissen, wie sinnlos und im Grunde vermeidbar ihre Arbeit ist, sich organisieren und streiken würden (bis sich was ändert), wäre das nicht ein Ansatz diese (Miss)-Wirtschaft endlich zu beenden ?

    Antworten
    • Tanja L.
      Kommentar des Mechanikers

      Wunderbare Ansicht. Vielen Dank dafür. Ich wünsche mir mehr solch kritisches Hinterfragen aus allen Bereichen. Klar, würde es die Wirtschaft auf der herstellenden Seite dämpfen, jedoch könnte Mensch sich dann mal wieder auf das Wesentliche konzentrieren, nämlich die Ressourcen zu schonen, Nahrungsmittel wieder so herzustellen, dass sie ernähren und nicht nur satt machen, usw.

      Antworten
      • Thomas
        Wir entscheiden nicht.

        Das Problem ist, dass nicht „wir“ entscheiden, wie es läuft sondern die Geld-Elite. Und wie soll man das ändern?

    • Paul Quiring
      Quiring

      Von mir ein klares JAAAAAAAA….. Wenn viele die Arbeit niederlegen würden. dann würde so einiges geschehen
      Danke für dein großartigen Beitrag. Ich befasse mich auch schon etwas länger mit dem Hamsterrad.

      Antworten
    • Raffnix

      Autos werden in Prozessen hergestellt die den Gesetzen der Marktwirtschaft völlig unterworfen sind. Die Gesetze der Marktwirtschaft gründen auf den Prinzipien des Kapitalismus, welcher wiederum Geld und die Erfindung und Vermehrung von Geld als natürliche Grundlage ansieht. Besitzansprüche unterschiedlicher Interessengruppen auf Ressourcen Runden die ganze Scheisse ab, wie bitte kann eine Veränderung die durch streikende Arbeiter ausgelöst wird innerhalb dieses Systems eine Verbesserung versprechen? Ich frage mich: Wer soll entscheiden was wofür und von wem abgebaut werden darf ? Wer darf wo und wie leben? Wie soll die notwendige Arbeitsteilung (sofern es keine Heinzelmännchen gibt) ablaufen, welche Hierarchien aufgrund von Sachverstand soll es geben? Kurz: Wie organisieren wir möglichst kleine Gruppen vonn ca 100 Leuten als Lebensgemeinschaften und wie können diese Gruppen auf der Welt zusammen leben OHNE weiter zu auf materieller Ebene zu fusionieren? Wie schaffen WIR eine Einheit in Form einer materiellen Verteilung die gerecht ist, in der die Vielfalt ? Wenn irgendwer wer erwartet das sie von jemanden für uns geschaffen wird müssen wir uns fragen was schaffen wir für diejenigen ? Und damit schliesst sich der Kreis und wir stecken erneut in dem neuen Dilemma bevor wir aus dem Alten überhaupt raus sind.

      Antworten
    • Mario
      Oh Ja!!!!

      Anderes Bsp: Schlauch am Ladeluftkühler eingerissen. 100 Folgefehler im Speicher und verkaufen wollten die mir die Reparatur der kompletten Einspritztanlage, weil die angeblich einen fatalen Fehler gemeldet hatte.
      Schlauch für 40,00 Euro ausgetauscht, anstatt 2200,00 Euro für ne komplette Anlage.
      Nach 250 Km kein einzige Fehler im Speicher.
      Meine Meinung: Die Folgefehler wurden programmiert um zu verwirren und den Kunden zur Komplettreparartur zu veranlassen.
      Also den Mechaniker sinnlos arbeiten zu lassen und den Kunden sinnlos zahlen zu lassen.

      Antworten
  7. curti
    Vom Einzelnen zur Gesellschaft

    Gesellschaft setzt sich zusammen aus einzelnen Subjekten. Folgerichtig kann die Lösung bis auf weiteres nur von EInzelnen ausgehen bis sich genügend gefunden haben um ausreichend Gesellschaft zu bilden. Diese wiederum kann auf weitere, noch unbewußte Kreise reflektieren und insgesamt zu einer Bewegung führen, vor der die „die da oben“ kaum eine Chance haben!

    Also – mit gutem Beispiel voran, wo immer möglich Widerstand leisten, verweigern, boykottieren, desertieren, die verdorebene Konditionierung ablegen. Geht nicht immer und überall, aber zahlreich, macht den Kopf frei und schaltet den Bewußtseinsturbo ein, weckt kreative Kräfte – alles im positiven Sinne. Ein natürliches Antidepressiva, garantiert wirksam und AB SOFORT einsetzbar. Wirkung bleibt auch erhalten soweit es mit der „Gesellschaft“ noch dauert.

    Zur ergänzenden Lektüre empfehlenwert ein Vortrag von Marianne Gronemeyer vor der Erich-Fromm-Stiftung – Thema „Das Abseits als wirtlicher Ort“.

    http://www.marianne-gronemeyer.de/resources/Fromm+Vortrag+2012.pdf

    Antworten
  8. Lassek
    Kindergeld

    Väter und Mütter werden (zumindest hierzulande) äußerst schlecht, aber eben doch bezahlt – durch das Kindergeld…

    Antworten
    • curti
      Trugschluß

      Kindergeld deckt noch nicht einmal die Lebenshaltungskosten eines Kindes, sprich es gibt keine „schlechte Bezahlung“ der Eltern!

      Antworten
      • Profilbild von shumil
        shumil

        Muss es das denn?

        Ich zeuge Kinder und erwarte, dass der Staat mir den LEBENSUNTERHALT für diese bezahlt? 18 Jahre lang?

        Für mich etwas heftig, diese Denkweise der Selbstverantwortungslosigkeit – sollen doch die anderen zahlen.

        Alles Liebe.

      • curti

        @ shumil

        eine solche Einschätzung gibt meine Anmerkung nicht her!

        Sie sollte -durchaus provokant- deutlich machen, wie unsinnig es ist, Kindergeld als „Elterneinkommen“ anzusehen.

        Abgesehen davon sind weder finanzielle noch sonstige Rahmenbedingungen in diesem Land geeignet, insbesondere daraus eine Entscheidung für ein Kind zu treffen. Die Geburtenrate in einem der reichsten Länder dieser Welt spiegelt dies unmißverständlich.

        Lieben Gruß

  9. Norbert Wiersbin
    Hervorragend und hilfreich ...

    … ist dieser Beitrag. Die hier skizzierten (politischen) Aspekte des Arbeitszwangs gehören zwingend in die Diskussion um „Hartz IV“ einbezogen. In meinem 2013 erschienen Buch „Das Hartz-Desaster, Auf dem Weg in den Unrechtsstaat“ habe ich bereits ausführlich dafür plädiert, „unser“ Verständnis von Arbeit zu überdenken und neu zu definieren.

    Dank und Respekt an Davind Rotter für diesen aufschlussreichen Artikel!

    Antworten
  10. Sabina
    Zins?

    Wirklich hervorragender Artikel! Ich finde allerdings, der Zins hätte vielleicht noch angesprochen werden müssen.

    Antworten
    • Dreamriot
      fast richtig

      Der Zins ist nicht das Problem. Wieso sollte er das sein? Unser schuldenbasiertes kreditschöpfungssystem bei dem sich sozialistische Ideologien und korrupte eliten die hände reichen schon eher. Solange die Menschen dieses ignorieren werden sie ihm auch immer dienen auf die eine oder andere Weise. Und eine Gesellschaft die sinnlosen Konsum der Wahrhaftigkeit vorzieht benötigt eben sinnlose Jobs. Mal davon abgesehen dass der Konsum im Wohlfahrts-primark-staat selbst auf der Ausbeutung anderer ruht.

      Antworten
  11. John
    Sehr schön geschrieben!

    Bei mir ist diese Situation gerade brandaktuell.
    Habe meinen Job gekündigt, weil ich es einfach
    nicht mehr ausgehalten habe.
    Eine Kombination aus Sinnlosigkeit und Stress.

    Tödliche Mischung!

    Sinnlosigkeit allein wäre ja schon schlimm genug.

    Antworten
    • Wacher Bürger
      es gibt lösungen

      Es gibt gute Lösungen.
      Wir müssen sie verbreiten:

      www.bandbreitenmodell.de

      http://economy4mankind.org/

      Antworten
  12. Karl Kein
    Es gibt extrem gute Lösungen:

    Ich kenne viele Programm, doch dieses hat mich übezeugt:

    www.bandbreitenmodell.de

    http://www.economy4mankind.org/de/startseite/

    Antworten
  13. joerg
    @Shumil

    „Aber wenn wir keine TRÄUME, keine VISIONEN und keine HOFFNUNG mehr haben, dann können wir doch eigentlich gleich hier abtreten.“
    Ich finde wer nur noch Träume Visionen ……. hat, der ist schon längst abgetreten. Der lebt zumindest permanent in irgendeiner imaginären Zukunft, die gewöhnlich sowieso immer anders kommt, als man sich das wünscht. Für denjenigen findet das Leben deshalb nie statt, weil er sich ja ständig in einer Traumwelt befindet. Und genau diese versuchen die Alphatiere ja aufrecht zu erhalten. Eine positive Lebenseinstellung erhalte ich nie, wenn ich nur enttäuscht werde, weil sich ein Traum nicht erfüllt. Ich für mich habe die Überzeugung das man mit Träumen und Hoffen keinen Millimeter weiter kommt, wenn daraus nicht eigenverantwortliches Handeln folgt. Wenn das ein jeder tun würde, wären die Egomännchen schon längst auf ihre wahre Größe zurück gestutzt. Stattdessen warten die Menschen wieder auf einen Messias (einer der die Gemeinschaft über das Individuum stellt), dem sie hinterher rennen können, immer in der Erwartung etwas zu erhalten. Hier auf einen Zufall zu warten (genauso wie hoffen und träumen) ist ja genau der Fehler, den alle begehen. Ich glaube nicht an Zufälle. Kann es eine zentrierte Macht geben, wenn die Gesellschaft aus Individuen, die für sich selbst denken und sorgen anstelle aus Lemmingen bestehen würde?

    Antworten
  14. Hans
    Useful Work – Useless Toil

    „Denn während der Großteil der „produktiven Arbeit“ in Landwirtschaft, Fabriken und ähnlichen Bereichen mittlerweile tatsächlich von Maschinen verrichtet wird, hat sich ein völlig neuer Arbeitsbereich gebildet, der mittlerweile bis zu drei Viertel der gesamten Arbeitsplätze ausmacht.“
    Das ist ein wichtiger Punkt: die wirklich produktive Arbeit macht nur noch ein Viertel aus – wegen der Maschinen, dem Erdöl, der Chemie, usw. Weil das den Planeten kaputt macht, muss in Zukunft vernünftigerweise die Industrie zurückgefahren werden und wieder mehr manuelle Arbeit geleistet werden. Damit das gelingt, müssen wir uns die manuelle Arbeit angenehm machen. Arbeit bleibt Basis jeder menschlichen Gesellschaft, wie man auch an den Definitionen dreht. Ich verstehe den Gewinn dabei nicht, wenn schlechter Arbeit im Sinne des Artikels der Begriff Arbeit zugeordnet wird und für die Arbeit, die man wirklich machen will, ein neuer Namen gesucht wird … Wie auch immer, hier ein Link zu einem starken Klassiker. Morris macht es sprachlich so, dass er der „Arbeit“ Sinn und Nützlichkeit zuordnet und der „Plackerei“ die Nutzlosigkeit eben vieler Arbeiten:
    http://williammorristexte.com/2013/01/23/nutzliche-arbeit-oder-nutzlose-plackerei/

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    • Tobi
      Qualität statt Quantität

      Ist eine Zurückentwicklung wirklich hilfreich? Arbeit besteht aus Aufgaben, und wenn Menschen sich um ander Menschen kümmern anstatt sich in Fabriken oder auf Baustellen abzurackern sind das Aufgaben die dem Leben eine bessere Qualität liefern können. Welche Energien und Rohstoffe werden für welche Dinge benötigt? In welchem Verhältnis stehen diese Dinge zu dem benötigtem Aufwand? Wenn einerseits der „Konsum“ heruntergefahren wird, andererseits derselbe an anderer Stelle überhaupt erst ermöglicht wird – und dadurch Arbeitskräfte frei werden die dann wiederum Aufgaben innerhalb der Gesellschaft erfüllen können, also für ihre Mitmenschen da sien können – das halte ich für erstrebenswert.

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      • Jörg

        Das sehe ich genauso. Aber welche kKraft sollte dafür sorgen daß es so kommt,und wann? Wenn dann kann es nur eine Entwicklung dahin geben. Die braucht Zeit und Freiheit.

    • Karl
      Roboter!

      Keine Chemie ok, gute Idee. Aber wer wird gerne die endlosen Felder manuell vom Unkraut befreien und die Salate pflücken. Entweder man hat ein System in welchem diese Arbeiten sehr gut entlohnt werden oder man schafft sich Arbeiter per Zwang und Not (so wie eh und je).
      Eine Alternative wäre Maschinen zu bauen, welche genau solche Arbeiten verrichten können. Ein Roboter welcher Unkraut oder Salate pflückt ist machbar.
      Ein Haus mit Garten und ein Gartenroboter dazu und die Welt wäre um einiges besser. Einfach und grob gesagt natürlich. Zurück zur manuellen Arbeit auf allen Ebenen, das würde es nur durch noch stärkeren Zwang und größere Not geben.

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  15. jörg
    für alle staatsgläubigen

    nachfolgender Link bringt unser heutiges Problem ganz gut auf den Punkt.

    http://waskannichwissen.de/?p=54#comments

    Überhaupt eine sehr schöne Seite zu stöbern.

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  16. Benny

    Ein absolut großartiger Artikel! Leider legt das konditionierte Volk seine Normen und Regeln nicht mal dann ab, wenn es sichtlich auf dem Zahnfleisch geht. Auf der anderen Seite ist das auch klar, denn das persönliche Risiko die eigene Existenz als idealistischer Pionier zu riskieren, kann nicht jeder eingehen. Da muss schon ein gemeinschaftlicher Ruck durch die Gesellschaft gehen, sonst wird der einzelne Idealist mit einem Genickbruch für seinen Ausbruchsversuch bestraft. Ich bete und hoffe, dass sich der Kapitalismus am Ende selbst ein Bein stellt. Gerade jetzt, wo wir vor einer großen Umwälzung in richtung Automatisierung industrieller Prozesse stehen, kann die mutmaßlich daraus resultierende Massenarbeitslosigkeit dazu führen, dass sich die Menschen nicht mehr von diesem System als nutzlos entwerten lassen. Selbst Entgleisungen wie PEGIDA deuten ja an, dass der Mittelstand angeknackst ist und zumindest schon mal bereit ist wegen div. Missstände „spazieren zu gehen“. Es wäre wünschenswert, dass diese Energien in einen positiveren, intelektuelleren (um nicht zu sagen „linken“) Ansatz investiert werden würden, aber das war zumindest mal eine Regung einer sonst apathisch eingelullten Nation.

    Ich selbst bin Mitte 30 und habe lange um persönliche Entfaltung und Freiheit gekämpft. Nicht aus Luxus heraus, sondern weil es eine Lebensnotwendigkeit für mich darstellt. Aktuell sieht es leider so aus, dass die Maschine auch mich gekriegt hat. Inklusive Alltag mit Medikamenten überstehen müssen und nichts-mehr-mit-sich-anzufangen-wissen, wenn ich mal ein wenig frei habe. Ich habe sicherlich eine Disposition dafür Dinge als Katastrophe wahrzunehmen, mit denen sich andere arrangieren können, aber es lässt mich schon arg verzweifeln, die Steuerungsmöglichkeit über mein Leben aus monetären Zwängen heraus abgeben zu müssen.

    Antworten
  17. Oliver
    @shumil Gemeinschaften

    Hallo Shumil,
    nun für Gemeinschaften habe ich viel Sympathie. Ich selbst täte mir damit aber schwer. Ich fand schon andere Gruppen – Aktivistenzusammenschlüsse NGO’s eine Partei, spirituelle Gruppen u.ä. – etwas eng. Und in denen musste ich nicht den ganzen Tag verbringen.
    Ich fürchte eine Gesellschaft aus Gemeinschaften wäre im vielen unfreier als die heutige, u.a. über Tausch, Geld und Gesetze zusammen gehaltene plurale Gesellschaft. Dass enge Gruppen ohne erheblichen Konformitätsdruck funktionieren, habe ich jedenfalls noch nicht erlebt.

    Mit Projekten meine ich eher so etwas wie alternative Unternehmen, die auch unter den gegebenen Umständen genug Geld erwirtschaften, damit man davon leben kann, ohne sich aus der Gesellschaft auszuschließen – und ohne exzessive Gewinne anzustreben. (z.B. GLS-Bank)
    Daneben habe ich meine Familie, die ja auch eine Gemeinschaft ist, in der wir einander viel geben ohne groß nach Gegenleistungen zu fragen. Außerdem habe ich – ohne gemeinsame Weltanschauung – ein Netzwerke von Freunden, die sich Dinge teilen.
    All das empfinde ich auch als sinnstiften: sinnvolle Erwerbsarbeit, Familie, Freunde.

    Viele Grüße,
    Oliver

    Antworten
  18. Oliver
    Nicht-Wissen

    Ich finde den Artikel sehr gut, weil er Fragen aufwirft, die viele bewegen, und dann einige einfach Lösungvorschläge macht. Mehr geht, glaube ich, sinnvoller Weise nicht.
    Ich liebe die Theorie, aber kann mir kaum vorstellen, dass wir hier am Computer streitenderweise herausfinden, was das Problem genau ist, um uns dann eine Blaupause für die Zukunft auszudenken. – So wie damals Karl Marx in der British Library in London, der nicht weniger wollte, als den bisherigen und den zukünftigen Gang der Weltgeschichte zu erkennen.
    Es gilt, meine ich, ein wenig zu fühlen und zu denken – und dann zu handeln – ohne perfekte Lösung, denn die gibt es, glaube ich, sowieso nicht, zumal das, was für den anderen perfekt erscheint für den anderen die Hölle ist.

    Vielleicht kommen wir besser ins Gespräch, wenn wir von unseren Verletzungen aber auch von unseren Sehnsüchten und Hoffnungen sprechen – und von konkreten Projekten, die etwas ausprobieren, ohne zu wissen, ob es nun die definitive Antwort ist, ein kleiner Teil der Lösung oder ein Irrtum.
    So jedenfalls meine Haltung, wenn ich nicht gerade selbst in einen Diskussionfuror verfalle. Meine Frage: Wie fühle ich mich, wie fühlt Ihr Euch, wenn wir uns streiten, wer recht hat? Ist das angenehm? Und wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht?

    Antworten
    • shumil
      Sehnsüchten und Hoffnungen

      Hallo Oliver,

      solch ein ‚Zufall‘ mal wieder … ohne deinen Beitrag gelesen zu haben schrieb ich grad auf meine Antwort auf eine Antwort (etwas weiter unten) von meinen Träumen, Visionen und meiner Hoffnung – und dann lese ich dich hier – Danke!

      Streiten? Recht haben? – Nö, das brauchen nur Egos – ich will hier Impulse geben, Gedankenanstösse, mehr nicht!

      Konkrete Projekte? – gibt es haufenweise, nennen sich ‚Gemeinschaften‘ – weiter unten verlinkte ich die Gemeinschaften, die vor ca. 9000 Jahren im Raum des heutigen Anatolien lebten (sog. ‚fruchtbarer Halbmond‘) – und was heute schon für eine mächtige Bewegung in der Richtung unterwegs ist, kann man DA ein bisschen lesen, mit weiterführenden Links: www … shumil.npage.de/gemeinschaften

      Seit tausenden von Jahren werden wir von ‚den Mächtigen‘ immer weiter vereinzelt (‚teile und herrsche‘ – Stamm, Sippe, Grossfamilie, Kleinfamilie, Dinks, Singles), weil wir so leichter in der Angst zu halten sind und damit kontrollier- und lenkbar.

      Also: zusammenschliessen, Gemeinschaften bilden!

      Alles Liebe!

      Antworten
  19. shumil
    Auf die beiden vorangegangenen Kommentare ...

    … kann ich wirtschaftwissenschaftlich-theoretisches nichts beitragen, aber was ich eben beim Link der Violetten gelesen habe, ist das alles nicht umwälzend genug, um uns auf das zvorzubereiten, was da auf uns zukommt.

    „Eine Wirtschaft, die ohne Ware und Geld auskommt“? Es wird gar keine Wirtschaft mehr geben, jeder wird für sich selbst verantwortlich sein (endlich!) und in Gemeinschaften leben, so wie es hier beschrieben wird und vor 9000 Jahren schon war: www … urkommunismus.de/catalhueyuek.html

    … aber den Zustand werden wir erst DANACH erleben: “ … wird es nach dem Crash sicherlich eher Mord und Todschlag geben …“

    Erst muss es brennen, DANN steigt der Phönix auf, und vor der Geburt kommen die Wehen – das ist der Weg der Natur, und den gehen wir auch, mit Sicherheit!

    Danach wird es keinen Markt, keine Arbeitsplätze, keine Ware und kein Geld mehr geben.

    Alles Liebe.

    (Bitte bei dem Link nicht vom Titel ‚Urkommunismus‘ abschrecken lassen – für mich ist das eine völlig unpolitische Vision.)

    Antworten
    • Jörg

      In ungefähr bin ich bei ihnen, aber was Bis in alle Ewigkeit danach kommt vermag ich nicht zu sagen

      Antworten
      • shumil
        Was kommen mag ...

        … das weiss ich auch nicht, es kann ja auch in einer Fehlgeburt enden.

        Aber wenn wir keine TRÄUME, keine VISIONENund keine HOFFNUNG mehr haben, dann können wir doch eigentlich gleich hier abtreten.

        Es ist aber ja viel zu interessant, mit zu erleben, wie die Geschichte hier ausgeht, am Break-even, dem Punkt der Entscheidung – und dass der vor der tür steht, ich glaube, das ist inzwischen jedem Menschen klar, auch wenn es (bisher) nur unterschwellig ist.

        Also lieber durch positive Lebenseinstellung und ebensolche Gedanken einen kleinen Beitrag leisten, dass es nicht schiefgeht..

        Hoffnung sieht so aus: http://www.sein.de/gesellschaft/nachhaltigkeit/2014/warum-die-sache-schiefgeht.html

        (ich meine die darin beschriebene Affenhorde, die durch einen glücklichen Umstand von den empathielosen und die Gruppe dominierenden und malträtierenden Egomännchen erlöst wird)

        Alles Liebe!

  20. WellenbeobachterHH
    Von der Kritik der Praxis zur Vision

    @joerg
    Lieber Jörg,
    ich denke Ihre Position und Ihre Vorstellungen haben alle hier verstanden. Die meisten sind über die Sichtweise der „knappen Güter“ jedoch schon längst hinaus.
    ————————————
    Meine Sicht: Die Welt enthält mehr als genug für alle…!!!
    ————————————
    Marktwirtschaft beruht auf zwei Grundgedanken: Tausch und Schuld. Da wird Knappheit aktiv(!) produziert, weil der „Wert“ als Preis (also abstrakt) gemessen wird. Preise müssen hoch sein, um viel Gewinn zu machen. Das hat absolut NICHTS mit Subjektivität zu tun, sondern ist eine objektive Notwendigkeit, die sich systematisch aus der Verkettung Tausch / Ware / Geld / Markt ergibt.

    Wer diese Grundelemente irgendwie positivert – und davon geht Ihre Position leider im Grunde stets aus – kommt auch aus den damit verknüpften Problemen nicht heraus. Deshalb Ihr hartnäckiger Versuch, den Wachstumszwang allein dem Zins zuzuschieben. Auch das ist falsch. Die Zinsen sind historisch fast bei Null, der Wachstumsdruck ist jedoch so hoch wie nie.
    —————————————–
    Hier ein aktueller Artikel, dem man den Grundzusammenhang nochmal anders formuliert und erklärt entnehmen kann:
    http://www.streifzuege.org/2015/zinseszins-und-fiktives-kapital/comment-page-1#comment-241425
    —————————————-
    Der Zins ist also Teil des Problems, aber mitnichten die Ursache. Man muss auf die Warenproduktion schauen und die ökonomischen Gesetze. Daraus resultiert der Rest (inklusive Kredit, Zins, Zinseszins).
    —————————————-
    Gibt es schon Überlegungen zu Alternativen fragen Sie? Aber ja doch. Es gilt „Arbeit“ als soziale Form abzuschaffen. Sie soll ersetzt werden durch „konkrete Tätigkeiten“ (z.B. Commoning). Es gibt sogar schon Konzepte, die ausgehend von einem anderen Umgang mit Ressourcen eine völlig andere Form von Wirtschaft (die nach einer Übergangszeit langfristig ohne Ware und Geld auskommt) skizzieren:
    http://www.hh-violette.de/wp-content/uploads/2013/11/Wirtschaftsvision_Die-Violetten_Okt.2013.pdf
    ——————————————————-
    Es ist also alles da was es dazu braucht. Der neue Grundgedanke lautet: Teilen und Beitragen (anstatt Tausch und Schuld). Es liegt nur an unserem Bewusstsein, unserem Wollen aus der „unsichtbaren Hand“ der Märkte – also der Diktatur der Geld- und Warenströme – rauszukommen! Erst dann hätten wir es subjektiv tatsächlich selbst in der Hand…
    —————————————-
    Auch dieses Plädoyer setzt sich dafür ein:
    http://www.streifzuege.org/2013/repariert-nicht-was-euch-kaputt-macht
    —————————————-
    Mehr gibt es nicht zu sagen. Verstehen muss jeder selbst.

    Antworten
    • jörg

      Sie haben meinen Text ja gar nicht verstanden. Ich behaupte ja gerade nicht, dass es immer ein Wachstumszwang aufgrund der Zinsen gibt. Ich behaupte noch nicht einmal, dass es einen Wachstumszwang über irgendein materielles Niveau hinaus geben müsste. Ich behaupte nur, dass es einen stetigen Wandel geben muss. Sonst ist alles tod.
      „Es liegt nur an unserem Bewusstsein, unserem Wollen aus der “unsichtbaren Hand” der Märkte – also der Diktatur der Geld- und Warenströme – rauszukommen! Erst dann hätten wir es subjektiv tatsächlich selbst in der Hand…“
      Es gibt das Diktat von Mutter Natur.
      Sie und ich und alle anderen haben es immer zu jeder Zeit selbst in der Hand. Es sei denn wir werden durch Herrschaft zu etwas anderem gezwungen. In einem freien Markt kann sich jeder so einbringen wie er möchte, aber nur so, wie es gerade möglich ist. Aber das entscheidet dann kein Einzelner und auch keine Gruppe für andere, sondern irgendjemand (Subjekt) der für ihre Leistung Verwendung hat oder nicht. Und wenn sich keiner findet, dann hat man umsonst gearbeitet (Abschreibung) und man sollte sich umorientieren, denn sonst leidet man Not. Wer definiert denn Werte? Nach ihrer Def. hätte alles einen Wert auch wenn es von niemanden gebraucht wird. Bei allen ihren Argumenten gegen die Freiheit lese ich nur heraus, dass sie die derzeitige Herrschaft gegen eine andere austauschen wollen.
      Für mich besteht das GROSSE Problem einzig und allein im Regulierungswahn der Wirtschafts- und Gesellschaftsklemptner. Wer Teil eines Zwangskollektivs ist, hat nie selbst was in der Hand. Und das im doppelten Sinne.
      Die Wahlfreiheit des Wirtschaftens, schließt ihr System ja nicht aus. Umgekehrt gilt das jedoch nicht.
      Wie wollen Sie denn verhindern, dass die einen nur „beitragen“ MÜSSEN und die anderen nur „teilen“ wollen. Denn darauf läuft es hinaus. Wenn das nicht so wäre, würde das ja voraussetzen, dass es nur ehrliche, selbstständige, verantwortungsvolle, mutige, gradlinige Menschen gibt. Sehen sie das? ich nicht. Sonst gäbe es ja kein Grund ein BGE oder ähnliches zu fordern.
      Hier wird wohl noch einiges an Zeit vergehen und der Mensch wird sich wohl noch ein wenig weiterentwickeln müssen. Entwicklung benötigt Zeit. Und das wichtigste, Entwicklung kann nur in Freiheit stattfinden, ansonsten wird es ein Frankensteinmonster und es muss ein Anreiz, wie bsp. Konflikte, vorhanden sein. Konflikte gibt es seit der Vertreibung aus dem Paradies. Sie sind dazu da uns zu formen.
      Machen sie es so wie sie wollen, ich mache es so wie ich will. Wo ist das Problem?
      Ich schreie niemanden vor wie er zu leben hat.

      Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, habe ich verstanden, wie sehr es jemanden beschämt, ihm meine Wünsche aufzuzwingen, obwohl ich wusste, dass weder die Zeit reif noch der Mensch dazu bereit war, und auch wenn ich selbst dieser Mensch war. Heute weiß ich, das nennt sich SELBSTACHTUNG! (Charly Chaplin).
      Im Grunde wollen wir doch das gleiche: Abschaffung der Herrschaft.
      Von alledem einmal abgesehen, so kaputt wie unsere Strukturen derzeit sind, wird es nach dem Crash sicherlich eher Mord und Todschlag geben, als ein BGE oder wie die von Ihnen skizzierte Gesellschaftsform. Angesichts der kommenden gesellschaftlichen/wirtschaftlichen Zustände, muss ich bei diesen Forderungen doch lachen.
      ich denke ich habe auch alles gesagt.

      Antworten
  21. Kristina
    "Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als ein Reicher in das Reich Gottes gelangt"

    Mittlerweile empfinde ich alle Jörg-Kommentare als eine banale ideologisch-pädagogische Demagogie und teilweise sogar als Reichenlobby.
    Zitat: „Ich (Jörg) möchte an dieser Stelle einfach behaupten, dass die meisten Produktivkräfte nur noch der Erhaltung des Systems dienen, und weniger von den Reichen und Ultrareichen aufgezehrt werden. Deshalb macht es weniger Sinn, die Reichen durch Umverteilung zu enteignen (ein Tropfen auf dem heißen Stein (…) Nicht jeder Reiche ist ein schlechter Mensch wenn er tatsächlich durch ehrliche Verdienste in einem gesunden System zu Reichtum gekommen ist. Dieser „ehrliche“ Reiche, hätte in einem gesunden System nicht zu Reichtum kommen können, wenn er nicht auf irgendeiner Weise den Menschen gedient hätte. Und ganz ehrlich, ein System in dem alle Menschen gleich sind, ist kein gesundes System, da es keine Vielfalt gibt.“.

    Vielleicht soll Jörgs langes Gequatsche dazu dienen, um die Leser zu ermüden und vom Bedingungslosen Grundeinkommen abzulenken.
    Ich vermute, dass viele „Reiche“ vor nichts so viel Angst haben wie vor dem Bedingungslosen Grundeinkommen, da sie dann wohl keine Sklaven mehr finden würden, die ihre Überheblichkeit, Arroganz und Faulheit ertragen (zumindest nicht unter 100 Euro Stundenlohn und schon gar nicht als 1-Euro-Job).
    Dabei wäre die Geld-Umverteilung nicht nur demokratisch, wirtschaftlich und gerecht, sondern segensreich und hilfsreich für die „Reichen“, zumindest wenn man dem Bibelspruch glauben will:
    „Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als ein Reicher in das Reich Gottes gelangt“

    Antworten
    • shumil
      Jörgs langes Gequatsche "

      mat 15:18 – „Was aber zum Munde herausgeht, das kommt aus dem Herzen, und das verunreinigt den Menschen. „

      Antworten
      • shumil
        ooops ..

        Da hat sich doch mein Kommentar verselbstständigt ohne dass er fertig war …

        Ich wollte nur anmerken, dass ich dir den Konfuzius ja nicht nochmal zu zitieren brauche, das hast du ja hier oft genug getan, aber da du dich nun auch als bibelfest geoutest hast, wollt ich dir nur mal den Spiegel vorhalten mit diesem Zitat aus dem Matthäusevangelium.

        Wohl bekomms!

  22. jörg

    Da die Zusammenhänge u.a. aufgrund der Kommentarfunktionen aus den Zusammenhängen gerissen werden, möchte ich hier noch mal meinen Standpunkt zusammenfassen.
    Grundsätzlich bin ich der Meinung, wie der Autor dieses Artikels auch, dass wir zu viel arbeiten und sich unser ganzes Leben immer mehr um die Arbeit dreht. Die Gründe hierfür sehe ich aber woanders, nämlich in der Unehrlichkeit des Geldsystems, welches gar keine andere Wahl lässt als so zu funktionieren, wie wir es derzeit erleben, was eben zu diesen unnatürlichen Verwerfungen führt und letztendlich zum Kollaps.
    Jeder Organismus wird irgendwann geboren. Jeder Organismus wächst. Jedem Organismus sind Wachstumsgrenzen gesetzt. Jeder Organismus stirbt irgendwann. Am Anfang eines jeden Organismus´ steht das exponentielle Wachstum. Danach geht es in eine lineare Phase über und nach der linearen Phase entschleunigt sich das Wachstum und es tendiert gegen Null. Das Wachstum ist abgeschlossen. Danach findet nur noch Veränderung statt. Alte Zellen werden durch neue Zellen ersetzt, eine ständige Zellerneuerung. Aber auch die Zellerneuerung kommt irgendwann zum Stillstand. Dann stirbt der Organismus. Aber dieser Organismus macht Platz für einen neuen Organismus, der genauso ist wie er, oder sich von ihm unterscheidet. Und das Spiel geht von neuem los. Auch die Anzahl der Organismen unterliegt den gleichen Zyklen und den Wachstumsgesetzen. Es ist aber eine höhere Ebene entstanden. Durch neue Arten von Organismen, die im Verlaufe der Zeit entstehen, entsteht die Vielfalt.
    Man kann sagen, das Universum strebt hin zu immer größerer Komplexität, dessen Resultat auch wir Menschen sind. Wir sind Teil des Ganzen.
    Erste Erkenntnis für mich, Wachstum ist begrenzt. Zweite Erkenntnis: nur weil etwas nicht wächst, hört es nicht auf zu existieren. Dritte Erkenntnis: wenn etwas leben will muss es sich erneuern, oder anders gesagt, was sich nicht erneuert, lebt nicht. Vierte Erkenntnis: Wohin das ganze einmal hinführen wird, wissen wir nicht und können wir auch nicht wissen. Und da wir es nicht wissen, können wir auch keine Entscheidungen darüber treffen was für die entfernte Zukunft zu tun wäre, damit dieser Prozess sich ewig fortführt. Aber das müssen wir auch gar nicht, denn diese Entscheidung wird uns abgenommen. Den Fluss des Lebens können wir nicht verändern. Anarchie. Lenkung durch freie Kräfte. An dieser Stelle, können wir uns entspannt zurücklehnen und das Leben eine gute Sache sein lassen.
    Bei unserem heutigen künstlichen System erreichen wir den Punkt, wo sich das Geldwachstum vom Wachstum der Realwirtschaft abkoppelt, da die Exponentialfunkton des Geldwachstums einfach fortgeführt wird, denn die Monopolisten leben sehr gut davon. Damit dies nicht auffällig wird, haben wir ein Wachstumszwang. Folglich werden ständig sinnlose Jobs erschaffen, die für niemanden einen Nutzen haben, evtl. Für die Monopolisten, aber sicherlich nicht für die Menschheit. Es wird ein Scheinwachstum generiert. Die Leute sollen die Füße still halten, weshalb sie getäuscht werden müssen. Allein schon durch diesen Fakt entstehen nutzlose Jobs, die von der Substanz der Realwirtschaft zerren. D.H. die Realwirtschaft (sinnvolle Jobs) muss immer mehr erwirtschaften, um die Sinnlosen mit durchzuziehen. Eine Zeit lang geht es gut. Danach kommen die Wachstumsgrenzen. Da das Geld mit seinen Blindleisterjobs aber nicht aufhören kann zu wachsen, weil man dies nicht möchte, zu groß sind die Vorteile der Nutznießer, muss nun die Realwirtschaft immer effektiver werden. Aber auch der Effektivität sind Wachstumsgrenzen gesetzt. Wenn es dann zum Kollaps kommt, sind durch diese Entwicklung die Strukturen dermaßen entartet, das man nur noch von einem todkranken Organismus reden kann, der nur noch künstlich, und nur mit stetig wachsenden Aufwand am Leben erhalten werden kann. Spätestens dann, wenn der Aufwand so groß geworden ist, dass er von den Produktivkräften nicht mehr erbracht werden kann, stirbt er. Also es dauert nicht mehr so lang, ansonsten wäre es hier kein Thema. Es ist wie der Krebs bei biologischen Lebewesen.
    Ich möchte an dieser Stelle einfach behaupten, dass die meisten Produktivkräfte nur noch der Erhaltung des Systems dienen, und weniger von den Reichen und Ultrareichen aufgezehrt werden. Deshalb macht es weniger Sinn, die Reichen durch Umverteilung zu enteignen (ein Tropfen auf dem heißen Stein, mehr als 10 Brötchen können die auch nicht frühstücken. Es geht lediglich um die Erhaltung der Macht), sondern man muss deren kostspieliges System zum erliegen bringen. Und das geht am einfachsten, wenn man deren Spiel durchschaut und nicht mehr mitmacht (z.B. sein Geld bei der Bank abheben und in Werte investieren. Man wird schnell feststellen, dass gar nicht so viel Geld vorhanden ist, wie versprochen wird. Also den letzten beissen die Hunde). Nicht jeder Reiche ist ein schlechter Mensch wenn er tatsächlich durch ehrliche Verdienste in einem gesunden System zu Reichtum gekommen ist. Dieser „ehrliche“ Reiche, hätte in einem gesunden System nicht zu Reichtum kommen können, wenn er nicht auf irgendeiner Weise den Menschen gedient hätte. Und ganz ehrlich, ein System in dem alle Menschen gleich sind, ist kein gesundes System, da es keine Vielfalt gibt. Diese erstgenannten Ultrareichen verdanken ihren Reichtum einem Monopol über einem betrügerischen, unnatürlichen Falschgeldsystems, dass die Wachstumsgrenzen ignoriert.
    Aber eine Umverteilung ist dennoch wichtig, eine NATÜRLICHE Verteilung hin zur Leistung und nicht zur Blindleistung. Eine Verteilung von alt nach neu, von krank zu gesund. Eine Zellerneuerung eben, alte Zellen machen für neue Platz (sonst hätten wir wieder keine Wachstumsgrenzen, wenn alte bestehen bleiben könnten), wie bei allen natürlichen Organismen. Hier kommt der Zins ins Spiel.
    Der Zins und der Zinseszins (Zins ohne Zinseszins gibt es nicht) wachsen exponentiell. Zumindest am Anfang der Wachstumskurve. Nähern wir uns nun aber in der Realwirtschaft der Sättigung an, übernimmt nun der Zins (entweder mehr oder weniger, je nach Stadium) die Funktion der Umverteilung an, wenn unser Zahlungsmittel nicht beliebig vermehrbar ist. Dies geschieht fließend. Gibt es kein Wachstum mehr, wirken 100% der Zinsen umverteilend. Er ist ein Garant für den stetigen Wandel. Alles was sich nicht verändert, ist tod. Jemand, der etwas von seinen erwirtschafteten Werten verleiht, verlangt einen Zins (muss nicht sein), weil er hierfür auf die momentane Verwendung verzichtet und weil er ein Risiko eingeht, nämlich seinen Wert nicht zurückerhält, wenn der Schuldner nicht fähig ist es zu bezahlen. Dann haben sich die anderen Markteilnehmer dazu entschieden, diese Geschäftsidee des Schuldners als nutzlos anzusehen, oder jemand konnte den Konkurs seines Unternehmens durch Investitionen nicht verhindern. Der Gläubiger hat seine Werte über den Schuldner an jemanden abgetreten, der vielleicht besser investieren kann. Der Gläubiger muss seinen Wert abschreiben. Der Wert ist nun an anderer Stelle und dient irgendetwas Nützlicherem.
    Durch Manipulation von Zins (z.B. Markteingriffe, wie das Drucken von Geld= Erzeugung von neuer Schuld ohne wirkliche Nachfrage, mit dem Staat als Konsument in letzter Instanz) wird dieser natürliche Regelmechanismus, die natürliche Abschreibung, wissentlich von den Monopolisten zu ihren Gunsten außer Kraft gesetzt. Die Auswirkungen werden heute immer deutlicher.
    Das sind die Spielregeln, wie wir sie überall in der Natur beobachten können. Und wer das Spiel nur widerwillig spielt, der kann das Spiel nicht genießen.
    Wie müsste Geld beschaffen sein? Hierzu ein Ausschnitt aus einen älteren Kommentar:
    Ehrliches Geld kann nur etwas sein, das ein knappes Gut ist, das zu erlangen Mühe kostet, beispielsweise Gold. Wäre es KEIN knappes Gut, etwas, was jedermann zur Verfügung stände, z. B. Sand, den man nur aufheben bräuchte, wer würde es dann als Geld akzeptieren? Meine Arbeitskraft gegen eine handvoll Sand? Danke, die kann ich mir selber nehmen. Nur ein Idiot geht so ein Deal ein. Da Geld eine Vertrauenssache ist, sollte Geld folglich nicht nur nicht billig sein, wie Nullen oder Einsen, oder wie Sand, sondern es muss zudem fälschungssicher sein (sonst wäre es mit Sicherheit nicht mehr knapp), damit man ihm vertrauen kann. Einzigste Möglichkeit für ein funktionierendes Geld ist ein freies Marktgeld. Ich bin dann nicht mehr verpflichtet, ein Betrugsgeld zu akzeptieren. So wird dann das gute Geld (wertgedeckt und vertrauenswürdig) das Schlechte (immer und überall unbegrenzt verfügbar) verdrängen. Vorzugsweise würden sich die Menschen für Gold entscheiden. Das hat die geschichtliche Entwicklung bereits gezeigt.

    Ich möchte jetzt nichts noch weiter auf das Thema Ursache – Wirkung, Mehrwert, Zinsen, usw. eingehen. Alles unterliegt den gleichen natürlichen Spielregeln.

    Antworten
    • shumil
      Köstlich!

      Vorab danke für diese Zusammenfassung, ist nachzuvollziehen.

      „… sollte Geld folglich nicht nur nicht billig sein, wie Nullen oder Einsen, oder wie Sand …“ – da musste ich lachen angesichts der Tagesmeldung, dass die EZB nun 1.400.000.000.000 Eurozeichen auf grünes Papier drucken will – wertlos wie Sand!

      Und das da: „den letzten beissen die Hunde“, also das sag ich mir schon lange und bin darum schon längst weg aus EU und liege am Tropenstrand … ohne Geld! (naja, so fast jedenfalls)

      http://shumil.npage.de/woraus-aussteigen.html

      Antworten
  23. jörg

    @Kristina
    Dann bist du eben gegen Zwang. Das bin ich auch. Genau das sollte mit dem Kommentar auch zum Ausdruck kommen. WahlFREIHEIT.

    „Dieses Bildungssystem hält sich doch nur, weil sich dem niemand entziehen darf und kann“ —> Zwang
    Ich kann mir mein Geld nicht aussuchen, weil wir ein gesetzliches Zahlungsmittel haben. —> Zwang
    Ich habe nichts gegen Geld. Ich finde es wichtig und gut. Aber wenn es einen zwang für eine bestimmte Art von Geld gibt (Papier ohne Werthinterlegung), dann ist das Geld meist nciht gut, ansonsten würden sich die Menschen ja freiwillig dafür entscheiden.
    Du musst mir schon erklären wo der Logikfehler liegt, sonst kann ich Dir nicht folgen.

    Antworten
    • Kristina
      überflüssige Wiederholungen

      @ Jörg
      ich mag mich nicht wiederholen, denn ich habe bereits am 4., 8. und 9.März dazu Kommentare geschrieben und dir empfohlen „genau zu lesen und präzis zu schreiben !“
      Es wäre auch respektvoll dem Autor und den Lesern gegenüber bei dem Thema zu bleiben „Sinnlose Jobs – wie Arbeit die Gesellschaft krank macht“.

      Antworten
  24. Iljana Planke
    Es gibt auch die andere Seite ...

    Ja, es gibt das Wachstum der Bullshit-Jobs.
    (Ich las mal vor 3 Jahren im Zusammenhang des millionenschweren angedachten Ausbaus der Kleinmachnower Schleuse zu einer „Europaschifftauglichen Schleuse“, dass es in den Bundesdt. Schifffahrtsämtern über 10.000 Beamte gibt, die die gesamten schiffbaren Flusskilometer Dtld. und deren Verkehr verwalten. Auf diesen fahren aber nur noch ca. 7.000 Binnenschiffer mit ihren Kähnen hin und her und ein paar Hundert Ausflugsschiffe… )

    Ich möchte ergänzend zum wie ich finde, sehr guten und wichtigen Artikel darauf aufmerksam machen, dass es allerdings zum Glück auch gleichzeitig ein Wachstum von – tja, wie würdet ihr diese nennen?! – „Lebenssinnvollen Jobs“ gibt!
    Von diesen gab es viele auch noch nicht bzw. nicht mehr hier in Dtld. vor 20 oder 50 oder 100 oder 1.000 Jahren.
    Z. Bsp. alle neu entstandenen Berufe der Alternativen Medizin, im Umweltschutz, der Biobranche, des Sanften Tourismus, der Freien Bildung und Alternativen Neue Berufe-Ausbildung, im Wellnessbereich, in der Kultur, in der Ernährungsbranche, mit DIYS-Projekten, in der Gemeinschaftsszene usw. etc.
    Das sind Millionen weltweit.
    Die die Waagschale mit dem „Lebensfördernden“ füllen und schon ein ganz gutes Gewicht haben gegenüber der Waagschale mit den „Lebenssinnlosen bzw. Lebensfeindlichen“. Es wäre gut, wenn die Entwicklung dahin gehen würde, dass immer mehr und mehr Menschen von der einen Schale auf die andere Waagschale rüberwechseln würden!
    (So wie ich es mir heute eine Kundin meiner „Praxis für Menschen und Tiere“ von sich erzählt hat. Sie hat im Amt gearbeitet und unbefriedigt damit noch mal eine alternativ angebotenen unfangreiche Ausbildung zur Hundephysiotherapeutin mit über 50 gemacht. Und sich damit selbständig gemacht. Und es läuft sehr gut.)
    In Afrika heißt es: „Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte tun, können vieles verändern.“
    Es wäre natürlich toll, wenn solche Schritte auch gesellschaftlich unterstützt werden würden von Politik, Gesetzen, Geldgebenden. Aber wenn das nicht oder kaum gemacht wird, dann gehen eben die Einzelnen los bzw. weiter und werden zu einer gesellschaftlichen, verändernden Kraft.

    Antworten
    • Tobi

      Dem kann ich mich nur anschliessen, (positives) Denken besteht eben aus mehr als darauf hinzuweisen daß es in Sachen Finanzsystem irgendjemand vor 20 Jahren schonmal auf den Punkt gebracht hat. Wie man „die Waagschale wechstelt“ bedarf mehr als eine Erkenntnis oder ein Patentrezept, wir sind nunmal nicht alleine auf der Welt.

      Antworten
  25. Kristina
    sinnvoll, wertvoll und klar

    Dieser Artikel ist sehr klar, sinnvoll und wertvoll, weil er den Sinn, Unsinn, Simulation und Missbrauch bezüglich Arbeit aufdeckt.
    Auch ist es sinnvoll, dass der Kommentator WellenbeobachterHH stets auf das „Manifest gegen die Arbeit“ (1999, Gruppe Krisis) hinweist, um Arbeits-Dogmatismus, Arbeits-Zwang und Zerstörung durch Arbeit, bewusst zu beenden und das Bedingungslose Grundeinkommen einzuführen.

    Es ist bedauerlich, dass manche Kommentatoren (v.a. Jörg) solche Themen völlig ignorieren bzw. sabotieren und nur noch zum Streit über das Geld provozieren.
    Dabei wird das Geld auch noch irrtümlich als angebliches „Falschgeld“ ausgelegt. Denn wenn das Geld nicht mit realen ethischen Werten gedeckt ist, ist es kein „Falschgeld“ sondern ein ungedecktes wertloses Geld bzw. ungedeckter Schuldschein. Selbst wenn das Geld illegal gedruckt ist, ist es kein „Falschgeld“, sondern ein GEFÄLSCHTES Geld.

    Es wäre wichtig mit den Projektionen aufzuhören und sich bewusst zu machen,
    dass kein Geld und keine Sache „falsch“ sein kann, da sie nur die falsche oder fehlerhafte Tätigkeit zum Ausdruck bringt.
    Geld oder irgend eine Sache ist immer neutral/austauschbar und nur das Verhalten, Tätigkeit, Arbeit bzw. Job kann falsch bzw. missbräuchlich sein.
    Selbst eine Mord-Waffe z.B. ein Messer kann nicht falsch sein, da kein Messer sondern einzig der Mord falsch ist. Auch eine Pistole oder Bombe ist nicht falsch, sondern allein die missbräuchliche Produktion und Absicht, Menschen und Tiere zu töten oder zu schädigen falsch ist.

    Ich kann jedem empfehlen mit der Sprache sorgfältiger umzugehen und über diese Worte von Konfuzius nachzudenken:
    
“Wenn die Sprache nicht stimmt, dann ist das was gesagt wird, nicht das was gemeint ist. So kommen keine guten Werke zustande. Also dulde keine Willkür in den Worten”.

    Antworten
    • jörg

      Ich bin ja überwiegend bei ihnen. Aber ich möchte noch einen Schritt weitergehen. Es gibt gute Waffen und es gibt schlechte Waffen. Es gibt Waffen die funktionieren und es gibt Waffen, die sind defekt. Es gibt Spielzeugwaffen. Es gibt Waffen, die gehen nach hinten los, wenn sie denn entsprechend manipuliert sind. Sie dienen nicht den Nutzern, sondern den Manipulatoren. Ihren Zweck erfüllen sie nur, wenn der Nutzer die Manipulation nicht erkennt. Und letztere Waffe möchte ich mit unserem heutigen Geldsystem vergleichen. Wobei es sich bei diesem Geld eher um ein Gift handelt. Aber auch dieses kann natürlich als Waffe eingesetzt werden und wenn man es dann noch als Heilmittel verkauft, ist es äußerst wirksam, natürlich aus Sicht der Nutznießer. Diese haben ein Interesse daran, dass dies ein Geheimnis bleibt (deswegen haben wir unter anderem auch kein freies Bildungssystem).
      Ich weiß, sie sind Gegnerin unseres heutigen Bildungssystems. Das bin ich auch. Wenn man eine freie Wahl hätte, könnte man sich dem Bildungssystem entziehen und sich für eines entscheiden, welches man für besser geeignet hält. Wie lange würde dieses System wohl noch existieren? Dieses Bildungssystem hält sich doch nur, weil sich dem niemand entziehen darf und kann. Und wenn es sich trotz Wahlfreiheit doch erhalten könnte, dann doch nur weil andere Menschen es für nützlich erachten. Es bräuchte sie aber gar nicht interessieren, denn Sie hätten eine WAHL und könnten sich für etwas anderes entscheiden, soweit es denn angeboten wird. Wenn nicht, könnten sie selbst anbieten. Heute wird dieses Angebot aber per Gesetzt verhindert. Deswegen fehlt eine Alternative.
      Bei unserem Geld verhält es sich doch nicht anders. Geld ist das, wofür sich die Menschen als Tauschmittel entscheiden. Geld benötigt keine autoritäre Instanz, so wenig wie ein Bildungssystem.
      Wenn sie ein BGE wollen, dann bitte, solange ich eine Wahl habe mich dafür oder dagegen zu entscheiden. Die, die mitmachen wollen, sollen es tun. Ich habe nichts dagegen.
      Wenn Meinungsäusserung Sabotage ist, dann ist jede Diskussion sinnlos.

      Antworten
      • Kristina
        genau lesen und präzis schreiben !

        @ Jörg
        deine Aussagen empfinde ich als chaotisch und unlogisch.
        Auch ist deine Aussage in Bezug auf meine Kommentare völlig falsch,
        dein Zitat: „Ich weiß, sie sind Gegnerin unseres heutigen Bildungssystems.“

        Denn ich bin definitiv nicht gegen irgendein Bildungs- oder Schulsystem,
        sondern bin lediglich gegen den ZWANG wie Schul-Zwang, Arbeits-Zwang und Medizin-Zwang, weil alle Zwangsmaßnahmen den freien Willen, Freiheit und Demokratie zerstören und gegen Gesetze, Menschenrechte und Kinderrechte verstossen.
        Siehe mein Kommentar „freiwillig lernen“ vom 3.März
        https://www.sein.de/neu-im-kino-alphabet-angst-oder-liebe/

  26. WellenbeobachterHH
    Mangel an Mehrwert und Geldausdehnung

    Hier noch als Nachtrag ein aktueller Bericht, der bestätigt, dass es der im Kapitalismus existierende Mangel an realer Mehrwertproduktion ist, welcher den Ausgangspunkt für alle Krisen bildet. Die Ausweitungsbewegung des „fiktiven Kapitals“ (= „Falschgeld“, „Fiat Money“, „leistungslosen Geldes“ sowie Zinseszinseffekte) sind jeweils die Folge, Wirkung bzw. Reaktion darauf.

    https://www.jungewelt.de/2015/03-07/019.php

    …mittlerweile dämmert es sogar den Großkapitalisten, dass das neoliberale Konzept dauerhaft nicht wird funktionieren können. Das Kapital stößt hier an seine „innere Schranke“, auf die – wie oben schon angedeutet – Robert Kurz immer wieder hingewiesen hatte, z.B. am 01.07.1995 in „Die Himmelfahrt des Geldes“. Er war seinen Erkenntnissen und im Verständnis der Zusammenhänge offenbar anderen weit voraus:
    http://www.exit-online.org/textanz1.php?tabelle=schwerpunkte&index=6&posnr=71&backtext1=text1.php

    Antworten
  27. Aufdunklung
    Der Text von Rotter als Beispiel für Möchtegern-Systemkritik von heute

    Trotzdem extrem gesellschaftskonforme Kritik der Arbeit…es kann keine tatsächliche Gesellschaftskritik innerhalb gesellschaftlicher und unter gesellschaftlichen Rahmenbedingungen geben. Dieser Text von Rotter klingt für mich ein bisschen wie: Wie reduziere ich tödliches Gift, ohne dass die tödliche und giftige Wirksamkeit darunter leidet?

    Antworten
    • Tobi
      Danke.

      Da scheint sich die Katze in den Schwanz zu beissen, das stimmt. Ich hoffe wir sind uns einig daß es bei dieser Art Kritik nicht um Schuld oder Schuldzuweisungen geht. Unter konstruktiver Kritik verstehe zB den Menschen vorzurechnen was es kostet hohe Stromzäune und Kameras + Wachpersonal, Gerichte, Staatsanwälte, Gefängnisse etc zu betreiben. Da kann man sicher noch mehr auflisten, wird eine dicke Bilanz, soviel ist sicher, auch wenn sonst nichts sicherer wird durch diesen ganzen Irrsinn. Was ein halbwegs funktionierendes Sozialsystem inkl. Bildungsmöglichkeiten jenseits teurer Privatschulen dagegen kostet sollte eigentlich egal sein, solange dadurch ein Leben ohne Sicherheit (wie gehabt) doch immerhin ohne Angst möglich wird (würde ich erstmal jedem als Verbesserte Lebensqualität schmackhaft machen). Bei dieser Argumentation sollte der Materialismus bei den Menschen einem doch entgegegnkommen, weil einfache und lebensnotwendige Dinge für viele Menschen eben weniger kosten als teure und beknallte Massnahmen zur Sicherung weniger Menschen vor allen Anderen.
      Ziegen lassen sich auch mit Futter einfangen, obwohl die eigentlich nicht eingefangen werden wollen. An dieser Stelle könnte ich noch mehr Beispiele nennen, wo kapitalistisches Denken, sofern zuendegedacht, den heutigen Marktsituationen und Lebensstandarten engegenstehen.

      Und Kapital zu verwerten nenne ich „Investition“ – die kann sinnvoll oder schwachsinnig sein, da können weder Kapital noch Markt etwas dafür – erst wenn Katital Kapital erzeugt nenne ich das Kapitalismus. Durch Zinsen wird die selbstzerstörerische Natur nur noch schneller entfesselt, aber das ist auch nichts Neues. Geld war schon immer eine Illusion, darum ist der Gegenwert zum Geld so entscheidend. Wird dieser entwertet durch eben genau diese Falschgeldprägerei bei der FED oder Landeszentralbank braucht sich auch der sturste Kapitalist nicht mher zu wundern – und daß sie sich eben doch immer wieder wundern gibt mir persönlich hoffnung, vielleicht ist dort in Sachen Verständnis doch noch was zu holen.

      Viele Grüsse

      Antworten
  28. WellenbeobachterHH
    Zu URSACHE und WIRKUNG der Krise der Tauschgesellschaft (= Marktwirtschaft / = Kapitalismus)

    In den folgenden beiden Interviews mit dem deutschen Werttheoretiker Robert Kurz wird anschaulich nachvollziehbar erklärt, warum Marktwirtschaft (als Regelmechanismus der Warenproduktion) nur dazu dient Kapital zu verwerten (denn um nichts anderes geht es dabei – nicht etwa Bedürfnisbefriedigung an sich) welche Rolle die Arbeit und die Technik dabei spielen, warum überhaupt Krisen entstehen und wie „fiktives Kapital“ (von Jörg „Falschgeld“ genannt) entsteht und warum dieses „Falschgeld“/“Fiatmoney“ NICHT die Ursache darstellt (wie von Jörg behauptet), sondern vielmehr eine Folge der Krise ist:

    http://www.heise.de/tp/artikel/32/32931/1.html
    http://www.heise.de/tp/artikel/28/28904/1.html

    Zu jeweiligen Teil 2 kommt man unten per Link am Artikelende.
    ————————————————-
    Aktuelle Erkenntnisse zur Verwertungsdynamik des Kapitals hinsichtlich des Eingriffs in die Naturressourcen per (Lohn-)Arbeit findet man auch in diesen Untersuchungen:

    https://www.jungewelt.de/2015/03-06/003.php

    Antworten
  29. Bernie

    „[…]Weder im Kapitalismus, noch im Kommunismus fand eine Kritik der Arbeit selbst statt – und in beiden Systemen treten sinnlose Jobs in gleicher Weise auf, wenn auch aus anderen Gründen. Arbeit scheint etwas Unantastbares an sich zu haben – auch aufgrund dieses seltsamen moralischen Status der Arbeit, fällt eine deutliche Kritik offenbar schwer. Und das, obwohl die Folgen mittlerweile recht dramatisch sind[…]“

    Dazu paßt, dass die Branche des Arbeit findens auch unantastbar ist, und dies schon seit Jahren. Da wird immer wieder von den Statistiklügen der Arbeitsämter bzw. sorry heute heißen die ja Arbeitsagenturen geredet, diese sogar stichhaltig belegt – Ist was passiert – außer asozialen „Hartz-Reformen“? Nein – die Unantastbarkeit dieser Institution namens BA geht weiter, trotz Kritik von sachkundiger Seite.

    Bewerbungsbücher mit den dämlichsten Tipps Arbeit zu finden haben Hochkonjunktur. Ist was passiert? Gar Kritik an den Bewerbungs“bibeln“ (Zitat: Selbsternannte Bewerbungs“gurus“ Hesser/Schrader)? Nein, eben.

    Darauf wollte ich nur mal hinweisen, da beides zum obigen Satz paßt – Manche gehen sogar soweit, auch stichhaltig belegt, Arbeit den Status einer dogmatischen Religion zuzugestehen – Leider zeigen mir die Kommentare mancher Beitragsschreiber hier, dass die damit richtig lagen, denn wer eine Religion angreift, der ist auch beim Thema Arbeit sofort ein Ketzer bzw. Atheist.

    Ich persönlich glaube das genau hier der Hase im Pfeffer begraben liegt, Arbeit und Geld sind die (weltlich-dogmatischen) Religionen unserer Zeit, was bewirkt, dass die als Untote ein Leben weiterführen als hätte es nie die weltweite Finanz- bzw. Schuldenkrise 2008 gegeben.

    Gruß
    Bernie

    Antworten
  30. Tobi
    Geht es wirklich um "Werte"?

    So schön dieser Denkanstoss auch ist, ich finde hier wird eine Sache vernachlässigt: Es geht für die meisten Menschen nicht um das Konsumieren sinnloser Güter und der darus resultierenden sinnlosen Beschäftigung (zb Telefonpromotion oder virales Marketing) – für die meisten Menschen geht es um das nackte Überleben.

    Zur Zeit „Arbeite“ ich in Südafrika, mache hier sozusagen Bauleitung, Planung und Umsetzung. Ich zeige ungelernten Arbeitern wie sie was zu machen haben – nicht weil sie zu doof dafür wären, sondern weil sie es einfach nicht anders gelernt haben und ihre Arbeit so gut machen wie sie es eben können. Passt das nicht in die Vorstellung Ihrer (und meiner) Auftraggeber müssen sie gehen – und wahrscheinlich hungern.

    „food is a human right“ … das trägt einer der Arbeiter als T-Shirtaufdruck – allerdings ist das hier eher ein Wunsch als eine Forderung. Er meint damit nicht daß er Essen umsonst will, er will einfach nur etwas tun um nicht zu hungern. Ich wiederum bemühe mich um einen herzlichen, respektvollen Umgang auf Augenhöhe – und habe damit bisher Erfolg.

    Auch wenn ich es nicht wahrhaben will, die Hautfarbe macht hier einen Unterschied. Bedingungsloses Grundeinkommen würde ich sehr begrüssen, andererseits komme ich mir in Gegenwart dieser Verhältnisse hier teilweise bescheuert vor sowas zu fordern. Da laufen erstmal ganz andere Dinge schief in Wirtschaft und Politik als das man über bedingungsloses Grundeinkommen auch nur nachdenken könnte – bitte, überzeugt mich vom Gegenteil, zeigt mir daß ich was übersehen habe und mich irre.

    Und das was ich hier erlebe ist kein Vergleich zu dem was ich in Johannesburg im Industriegebiet gesehen habe – viele dieser Leute würden jede Arbeit (bzw Handlung!) ausführen um zu etwas Geld zu kommen, egal ob sinnlos oder nicht.

    Ich tue das hier auch nicht für einen tieferen Sinn, um genau zu sein strebe ich die Sinnlosigkeit an – weil ich in meiner Freizeit durch die Wildnis streife und mich daran erfreue direkt neben einem grossen Nationalpark meine Zeit sinnlos zu verbringen.

    Ich bin mitlerweile an einem Punkt an dem mir das „was“ und „wofür“ langsam egal ist, dafür das „wie“ und „mit wem“ um so wichtiger wird. Keine Ahnung wo ich nun in der „Sinnfrage“ stehe, vielleicht bin ich in diesem Forum auch falsch.

    Nichts für ungut, LG und nicht aufhören zu hinterfragen, egal wieviel Sinn eine Sache zu machen scheint 😉

    Antworten
    • Henrik Wittenberg
      Die Armut der Südlichen Erdhalbkugel und das Grundeinkommen

      Das Grundeinkommen kann – schon auf bescheidener Basis – dem Hunger in der Welt wirksam begegnen. Denn die Menschen brauchen nicht als erstes ein politisches System, freie Wahlen oder soziale Marktwirtschaft, sondern das Nötigste zum Überleben. Ob durch Gebühren auf Finanztransaktionen oder andere Abgaben – es ließe sich problemlos weltweit finanzieren.

      http://bgekoeln.de/projekte/index.html

      Antworten
  31. WellenbeobachterHH
    Danke für das Beispiel "Seife"

    @jörg
    Da ist genau das was ich meinte mit den „falschen Ontologisierungen“ – wunderbares Beispiel mit der Seife. Die gibt es schon seit den Sumerern, also seit mehreren tausend(!) Jahren – siehe wikipedia:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Seife

    „Marktwirtschaft“ wie wir sie heute haben (= kapitalistische Produktions- und Lebensweise per Konsum), datieren Historiker in ihrem Beginn ca. auf das frühe 17.Jhrd., manche fassen die Spanne etwas weiter auf das 15.-18.Jhrd. (vgl. wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Marktwirtschaft)

    Leider sind die Vorstellungen bezüglich „Marktwirtschaft“ dem typischen Entstehungsmythos des Kapitalismus aufgesessen. Darauf wird in der kritischen Theorie auch hingewiesen (vgl. „Geld ohne Wert“, 2012, Robert Kurz)

    Antworten
    • jörg

      Ich denke es gibt augenscheinlich mindestens zwei Arten von Kapitalismus. Einmal der Kapitalismus, so wie die Kapitalisten ihn sehen und einmal der Kapitalismus so wie die Sozialisten ihn verstehen oder umfassender, wie die Kollektivisten ihn verstehen.
      Konsumiert und produziert wurde bei den Sumerern sicherlich auch. Handel gab es mit Sicherheit auch schon und der war mit Sicherheit freier als heute.
      Warum sollte dass kein Kapitalismus sein können oder gewesen sein, nur weil irgendein Hansel den Anfang des Kapitalismus auf das 17. Jahrhundert datiert.
      Vielleicht versteht er etwas ganz anderes darunter als ich es tu. Vielleicht war er Sozialist. Die verstehen den Kapitalismus nämlich nie, weil sie gar nicht wollen.
      Und warum sollte die heutige Zeit überhaupt noch etwas mit Kapitalismus zu tun haben. Dieser existiert vielleicht nur noch in Bruchstücken innerhalb eines Sozailismus´
      Hiermit meine ich unfreie Märkte und Planwirtschaft. Das ist so, weil das mit dem Fiatmoney anfängt und mit einem Staat aufhört, der wuchert wie der Krebs und dass kann er nur mit einem Fiatmoney. Also von freien Märkten hier keine Spur. Das find ich halt ziemlich unfrei und somit asozial. Grundzüge des Kapitalismus sind immer da, zu jeder Zeit, schon BEVOR man das Wort kannte und BEVOR man ihn verstanden hatte, sonst hätte man ihm keinen Namen geben können.
      Trotzdem gab es Ihn. Woher will dieser Typ wissen, wann der Kapitalismus entstanden ist. Meiner Ansicht nach hat er immer schon existiert. Vielleicht hat man im 17 Jahrhundert erstmalig die Begrifflichkeit verwendet, d.h. dass Wirkprinzip entdeckt. Es ist die freie ordnende Kraft, ohne die diese Welt gar nicht entstehen konnte. Und die gab es schon vor dem ersten Menschen. Aus dieser Perspektive heraus ist dieser Typ widerlegt.
      Die Welt strebt immer hin zu höherer Komplexität. Was sie dabei aufhält und hindert gibt es dann irgendwann einfach nicht mehr. Für mich ist Kapitalismus ein Lebensprinzip.
      Sozialisten wollen den Verlauf aufhalten weil sie das Neue, Unbekannte fürchten, weil sie Konkurrenz hassen und Konflikte meiden wollen, folglich wollen sie nicht kämpfen. Aber wenn Konkurrenz und Konflikte nicht mehr da sind, dann findet keine Entwicklung statt. Sie sind der Motor der Entwicklung.
      Sozi´s halten Anarchie für Anomie. Die Welt ist anarchistisch und das werden sie nie ändern können, reine Energieverschwendung. Kapitalismus ist freies NATÜRLICHES Wirtschaften.
      Sozialisten und / oder Kollektivisten sind die Menschen, die anderen einreden wollen wie sie zu leben haben.
      Sozialisten oder Kollektivisten verstecken sich hinter der Nächstenliebe, auf die sie sich berufen, wenn sie etwas erwarten. Nächstenliebe heißt aber auch etwas geben. Aber sie haben ja nichts. Und das finden sie dann ungerecht. Sie haben nicht mal den Mut, um auf eigen Beinen zu stehen, weshalb sie sich immer einen starken Staat wünschen. Sie weigern sich erwachsen zu werden und das zu tun weshalb sie hier sind, nämlich die Welt zu verändern. Sie wollen sich gar nicht emanzipieren. Sie wollen den Fluss des Lebens umlenken, oder aufhalten. Sie intervenieren und damit einmal angefangen können sie damit nicht mehr aufhören. Es wird zum Selbstzweck. Und wenn sie das nicht anerkennen, dann tut es irgendwann eben eine andere Spezies. Bei der heißt es dann, die Menschheit ist ausgestorben, weil sie sich nicht anpassen konnte.
      Kapitalisten stehen für Subversivität ein. Zu Ende gedacht bedeutet das: für Individualität. Das einzige Mittel gegen ausufernde Macht ist Individualismus, ein Gegenpol.
      Ich empfehle jeden Sozi einmal „Animalfarm“ zu lesen, um die Eigendynamik des Kollektivismus´ zu verstehen.

      Antworten
      • WellenbeobachterHH
        Das Märchen von der guten Marktwirtschaft...

        @jörg
        Da reiht sich leider in Ihren Argumenten eine falsche Vorstellung an die andere.
        Diese Ausführungen hab ich die letzten 10 Jahre unzählige Male so oder ähnlich gehört und in Blogs gelesen. Das Märchen von der guten Marktwirtschaft vs. böser Kapitalismus oder wahlweise Kapitalismus vs. Sozialismus…
        All diese Argumente sind mittlerweile so oft widerlegt worden, dass es einfach nur noch müßig ist dagegen anzuschreiben. Wer den Mythos der warenproduzierenden Moderne so dermaßen verinnerlicht hat, will es wohl einfach nicht verstehen.
        Es ist leichter einem Blinden die Farben der Welt klar zu machen, als jemandem auf etwas aufmerksam zu machen, der es gar nicht sehen und verstehen will. Dabei ist es ganz offensichtlich, dass die ökonomischen Gesetze der Marktwirtschaft NICHT mit den universellen Gesetzen im Universum übereinstimmen. Das gehört zum spirituellen Erwachen dazu, die einfache Wahrheit zu erkennen.

  32. jörg

    @Wellenbeobachter
    Ach noch was.
    Ob einer Sache, einem Ding oder einer Leistung einen Wert zugeschrieben wird, hängt allein vom Wollen und dann vom Können eines Marktteilnehmers ab.
    Alle Werte und somit auch Mehrwert sind rein subjektiver Natur.
    Werte verändern sich, weil Menschen sich verändern. Alte Werte werden durch neue ersetzt. D.h. irgendwann verschwinden normalerweise alte Werte, so dass es nicht zu einer ewigen Aufsummierung von Werten kommt. Deshalb wird auch nie „zu wenig Mehrwert produziert“. Es findet eine natürliche Abschreibung alter Werte statt. Was ein Wert oder auch ein Mehrwert ist, entscheidet letztendlich immer ein Individuum. Wenn etwas nicht mehr wachsen kann, muss es ja nicht stagnieren. Entscheidend ist, dass ein Wandel stattfindet und alles ins natürliche Gleichgewicht findet. Dieses Gleichgewicht wird empfindlich gestört, wenn Abschreibungen verhindert werden.
    Das Phänomen was sie hier beschreiben entsteht nur, wenn sie keine natürliche Abschreibung zulassen. Wenn das der Fall wird, werden den Menschen Werte aufgezwungen, die nicht die Ihren sind.
    Das es zu einer extremen Ungleichverteilung des Kapitals kommt, ist ja auch nur eine Folge des Fiatmoneys. Es liegt doch auf der Hand, dass die monopolisierte Falschmünzerei ungleich den Monopolinhaber bevorteilt.

    Antworten
    • WellenbeobachterHH
      was ich meine an einem Bsp. erläutert...

      @jörg
      Zitat: „Ob einer Sache, einem Ding oder einer Leistung einen Wert zugeschrieben wird, hängt allein vom Wollen und dann vom Können eines Marktteilnehmers ab.
      Alle Werte und somit auch Mehrwert sind rein subjektiver Natur.“

      Das ist falsch. Aus zwei Gründen, auf die in der kritischen Theorie aktuell auch explizit immer wieder hingewiesen wird:

      1. Dieses Postulat der „Subjektivität von Wert“ basiert auf einem entscheidenden Kardinalsfehler der bürgerlichen Aufklärung. Gesellschaftliche Verhältnisse gehen keineswegs auf in der Subjektivität (also dem individuellen Willen) seiner Mitglieder.

      Begründung: die Gedanken des Einzelnen Individuums unterliegen ihrerseits objektiven Gedankenformen, die sich von den abstrakten gesellschaftlich-sozialen Strukturen und Kategorien ableiten. Bevor überhaupt der erste Gedanke gefasst wird, sind diese Kategorien, Muster und Formen schon da, egal um welche Region, Kultur, religion oder Gesellschaft es sich weltweit handelt. Deshalb „objektive Gedankenformen“. Haben Ware, Geld, Arbeit und Markt erstmal das Ruder übernommen, werden die Leute allmählich auf deren Logik umgepolt – nicht anders herum. Ich kenne weltweit kein einziges Beispiel, wo es anders gelaufen wäre…und ich hab viel gelesen zu dem Thema.

      2. Kapitalismus bedeutet, dass der „Wert“ sich objektiv als ein gesamtgesellschaftliches Verhältnis bildet. Ein Bedürfnis tritt im Markt nur dann in Erscheinung, wenn dahinter eine zahlungskräftige Nachfrage steht. Der Wert ist somit eine abstrakte Realgröße. Das hat mit dem subjektiven Wollen und dem vielleicht dahinter existierenden Bedürfnis auf der Sachebene an sich überhaupt nichts zu tun. ==> Dieser Denkfehler taucht aber immer wieder auf und ist im Neoliberalismus mit seiner „subjektiven Wertlehre“ fest und dogmatisch verankert.

      So einen abstrakten Wert hat es in vormordernen Zeiten, also vor dem 16.Jhrd. als die Gesellschaft bestimmende, eigenständige Form, also als eine Sphäre der Ökonomie, nicht gegeben. Das existiert erst seit ca. 400 Jahren und entstand nachweislich zuerst im „Mutterland“ des Kapitalismus, nämlich England. Von dort aus hat sich dieses System auch nicht „naturwüchsig“ (wie oft und gern behauptet) entwickelt, sondern es wurde weltweit mit Gewalt – nämlich durch die Kolonialisierung, durchgesetzt. Es gab zuvor Hochkulturen, in denen sich weder die Warenform noch Geld entwickelt hatten und die dennoch technische Höchstleistungen vollbracht haben.

      Geld diente, wo es existierte (z.B. in Mesopotamien vor 8000 Jahren), auch einem anderen Zweck. Es war ursprünglich eine Ersatzopfergegenständlichkeit innerhalb völlig anderer, nämlich religiös organisierter Gesellschaftsformen (vgl. „Geld ohne Wert“, Robert Kurz, 2012). Diese Gesellschaften waren nicht zwingend besser (oft auch mit Gewalt verbunden), aber sie waren eben anders aufgebaut und eben nicht „kapitalistisch“ im heutigen Sinn. Und darum ging es ja beim Ausgangsargument.

      Als dann in Europa der Kapitalismus entstand, war Geld sozusagen eine „historische Fundsache“, der sich die Herrschenden und Kaufleute bedienen konnten, um ihre Interessen und Machtansprüche durchzusetzen. Der Hintergrund war nicht etwa Handel und Wandel, wie man vermuten könnte (z.B. die HANSE, die Seitenstraße usw.), sondern ein militärischer – nämlich „die Revolution der Feuerwaffen“ (die die Ritterzeit durch die Musketen und Kanonen ablöste/vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Muskete ). Unter diesem Begriff ging das in die Geschichte ein. Die HANSE hingegen verschwand mit dem Aufkommen des Kapitalismus, was schon darauf verweist, dass die Entwicklungslinie und die Gründe für seine Entstehung andere waren (vgl. „Geld ohne Wert“ s.o.).
      —————-
      Soviel mal ein kleiner Einblick, um dem „Mythos der Marktwirtschaft“ mal Paroli zu bieten. Es kursiert da draußen viel Halbwissen und Unwissen…ein Mythos eben, den der Kapitalismus in Bezug auf seine eigene Entstehung geschaffen hat, um sich selbst als „natürlich“ rechtfertigen zu können.
      —————
      Einen Markt ohne Steuerung durch eingesetztes und sich verwertendes Kapital, ohne staatliche Gewalt, die diesen Markt stabil aufrecht erhält (z.B. Kinderarbeit verbietet) und die Eigentumsansprüche seiner Besitzstandsbürger durchsetzt (Justizapparat, Exekutive, Legislative), kann es nicht geben, hat es auch nie gegeben…wie gesagt – deshalb waren antike Gesellschaften auch nie kapitalistisch. Die Menschen lebten stattdessen in Formen von Subsistenzwirtschaft. Markt und bürgerlicher Staat sind hingegen gleichzeitig entstanden und waren ursprünglich eine Kriegsökonomie. Deshalb kehrt Kapitalismus auch tendenziell immer wieder zu diesen Ursprüngen (=Gewalt und Krieg) zurück, wie 2015 weltweit unschwer zu beobachten.
      ——————————————————————-
      Wer sich ernsthaft für die Geschichte des Kapitalismus und fundierte Kritik interessiert, dem sei als Quelle folgende Seite empfohlen:
      www.exit-online.org

      Auch hier kann man zu diesem Themenspektrum und aktuellen Entwicklungen (Krise usw.) gute Erklärungen und Berichte nachlesen:
      www.hh-violette.de

      Antworten
      • jörg

        Wie sieht denn Ihr Gesellschaftsmodell aus? ich kann nur Kritik finden, aber keinen Vorschlag wie die Welt funktionieren soll. Wollen sie grundsätzlich jede Produktion einstellen, damit kein Mehrwert mehr entstehen kann, Sprich von der Hand in den Mund leben, sozusagen von dem was auf den Bäumen wächst. Was machen Sie hier in Deutschland im Winter? Wie soll das Wirtschaften von statten gehen, oder wollen sie das Wirtschaften abschaffen? Das habe ich bisher bei ihnen noch nicht herausfinden können. oder habe ich etwas von Ihnen übersehen?
        Man mag sich in der Tat darüber täuschen, was ein Wert ist oder nicht. Große Probleme entstehen doch erst dann, wenn kollektiv „falsche“ Werte vertreten werden. Dann ist der Schaden groß. Irrt sich ein Individuum, dann ist der Schaden gemessen an der Gesamtheit mehr als vernachlässigbar klein. Soweit die Logik. Sie sagt mir, es ist besser individuelle Werte zu vertreten. Einfach schon aus Gründen der Vielfalt und daraus resultierend der Wahlmöglichkeiten. Deshalb steht für mich das Individuum über der Gemeinschaft. In dem Moment, wo es umgekehrt ist, ist es ein Zwangskollektiv, an dessen Spitze immer ein Funktionär steht. In solch einer Gemeinschaft kann es immer nur eine kleine Schnittmenge gemeinsamer Interessen geben, in dem andere Interessen nicht geduldet werden können. Und dieses Phänomen lässt sich auch heute schön beobachten.
        Es hat noch keinen Menschen gegeben, der Weisheit oder Wissen mit Löffeln in sich hinein gestopft hat. Deshalb lehne ich eine zentrale Führung ab, weil es eben auch Menschen sind, die sich irren.
        Wer oder was definiert einen Wert, wenn nicht der Mensch und jeder Mensch für sich? Was kann der Wert anderes als subjektiv sein? Entscheidet das die Wissenschaft? Nein, nur ich für mich entscheide das. Und wenn ich eine Entscheidung treffe, die sich im Nachhinein für mich als schlecht oder falsch herausstellt, dann muss ich mit den Konsequenzen leben und niemand sollte für mich diese Konsequenzen ausbaden müssen, sonst fehlt hier der Lerneffekt. Wichtig ist doch nur, dass der, der den Schaden verursacht, auch den Schaden hat. Ich habe das Recht auf meine eigenen Fehler und niemand muss mich davor bewahren Werte falsch zu definieren. Und bis zum Ende der Menschheit, werden wir den Irrtum wohl nicht ausrotten können. Wir werden bei allem unserem Tun immer wieder an Grenzen stoßen, um uns dann neu zu orientieren. Ein stetiger Wandel (und nicht unbedingt Wachstum, Werte sind austauschbar). Das ist das Spiel, welches wir spielen müssen, oder wir kehren zu unserem Ausgangspunkt zurück und sind wieder nackt.
        Entwicklung findet immer nur in Freiheit statt. Geld ist keine Erfindung, sondern hat sich aus der Freiheit des Tauschhandels entwickelt. Geld ist einzig und allein das, was ich dafür halte. Ich brauche hierür keine wissenschaftliche Abhandlung, derer sich die Mitläuer bedienen. ich habe hierzu meine eigenen Ansichten. Und hat irgendjemand die gleiche Ansicht wie ich, dann kommen wir womöglich ins Geschäft. Weitere Voraussetzung hierfür ist, dass ich seine Leistung für wertvoller halte als meine und umgekehrt. Sonst gäbe es kein Grund zu tauschen. Was ist denn nun mehr wert, mein Mehrwert, oder seiner?
        Ich verzichte nun mal auf das Wort Kapitalismus. Jeder Assoziiert damit etwas anderes und kommt somit zu anderen Ergebnissen. Mir gehts eigentlich um Individualismus vs. Kollektivismus. Die größten Menschenverachtenden verbrechen wurden von Kollektivisten begangen. Ich denke das ist unbestreitbar. Nun mag man Hitler bsp. für einen kranken Individuallisten halten, das tue ich auch, aber ohne ein Kollektiv was ihm folgt, hätte er nur einen sehr geringen Schaden anrichten können.

  33. Cyril
    Glorifizierung

    In diesem Artikel wird einiges glorifiziert und verdreht. Erstens: Wir werden – zumindest im Westen – nicht immer kränker, sondern immer gesünder. Es stimmt schlicht nicht, dass uns unsere Arbeit immer kränker macht. Zweitens: Wir haben mehr Freizeit als frühere Generationen und uns steht dafür auch mehr Geld zur Verfügung. Frag mal die Grosseltern. Leute die bei der Arbeit tot vom Stuhl fallen, sind verfälschende Extrembeispiele und nicht die Regel. Drittens: Die Vollbeschäftigung gab es nie. Früher sind arbeitslose Menschen aber oft verhungert und weggestorben oder ausgewandert (und damit aus der lokalen Statistik,verschwunden). Und so alle 20-30 Jahre gab es schlimme Kriege in Europa. Die haben gerade bei den jungen Männern (die noch nichts richtig konnten) ausgedünnt und manchen Arbeitslosen „verhindert“.
    Unsere Vergangenheit ist bestimmt nicht geeignet, rosa gezeichnet zu werden und sie ist ein schlechtes Beispiel, um aktuelle Probleme zu kontrastieren, wenn man sie so glorifiziert, wie in diesem Artikel.

    Antworten
    • shumil
      Verdreht?

      Zu Erstens:
      Kennst du auch nur einen wirklich gesunden Menschen in deinem Umfeld?

      Zu Zweitens:
      Es gibt genug Berichte von Gemeinschaften aus ‚der Vergangenheit‘, in denen die Menschen nur 4 Stunden am Tag gearbeitet haben (z.B. Catal hüyük , Essener) – bezeichnend: alle waren friedliebend.

      Zu Drittens: „Früher sind arbeitslose Menschen aber oft verhungert und weggestorben …“ – Da ist es aber erstaunlich, dass wir uns nach einer millionen Jahre dauernden Evolution so stark durchgesetzt und verbreitet haben …

      „Unsere Vergangenheit ist bestimmt nicht geeignet, rosa gezeichnet zu werden …“ – WELCHE Vergangenheit? Es kommt drauf an, wie weit man zurückgeht … und wohin man seine Aufmerksamkeit lenkt!

      Alles Liebe

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    • Kristina
      Arbeits-Simulation

      @ Cyril
      Offenbar hast du gerade vieles verdreht.
      Denn das einzige was allgemein glorifiziert wird ist ein sog. „Arbeits-Platz“, auch wenn er mehr schadet als nutzt und sogar andere belästigt und verfolgt (z.B. Jobcenter, Callcenter, etc).
      Unsere Gesellschaft wird so gesteuert, dass der Mensch ohne sog. „Arbeits-Platz“ verachtet wird, selbst wenn er ethisch lebt und seine Familie und Tiere rund um die Uhr versorgt.
      Um Demütigung zu entgehen und um besser in der Gesellschaft dazustehen, versuchen Menschen stets eine Arbeit zu simulieren, selbst wenn solche Arbeit verlogen und krank macht sowie Verluste und Schaden verursacht.

      Der Artikel und viele Kommentare sind zutreffend. Vor allem halte ich die Kommentare von Dirk Bieder, Chris und WellenbeobachterHH als sehr wertvoll, ins besonders wegen der Empfehlung vom „Manifest gegen die Arbeit“ und
      „Plan-B“ (Bedingungsloses Grundeinkommen) von der Wissensmanufaktur.

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    • Josef Warmuth
      Damals hat arbeiten noch Spaß gemacht!!!

      1975 konnte man mit einem Handwerker-Innen Monatslohn ca. 1600 Wurstsemmeln kaufen!
      2015 können wir mit einem Handwerker-Innen Monatslohn ca. 500 Wurstsemmeln kaufen!
      Wenn man das wieder auf die Reihe bekommt, „für jeden“ dann können wir auf ein Bedingungsloses Grundeinkommen verzichten!
      Noch Fragen und Argumente???!!!

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      • Henrik Wittenberg
        Problematische Erwerbszentrierung

        »Warum aber erscheint ihm die Debatte über eine “job guarantee” fruchtbarer? Welche Möglichkeiten verschafft sie dem Einzelnen, sich den Ort des Wirkens zu suchen oder zu verschaffen, der ihm gemäß wäre und wo er seinen Beitrag zum Gemeinwohl leisten könnte? Keine. Es bliebe die Hierarchie von Erwerbsarbeit und anderen Tätigkeiten erhalten, sie würde sogar verfestigt.«

        http://blog.freiheitstattvollbeschaeftigung.de/2014/01/24/job-guarantee-oder-bedingungsloses-grundeinkommen/

    • segoii
      Immer gesünder ? LOL ...

      Klar wollen uns das die Pharmakonzerne immer wieder einreden. Die Wahrheit ist definitiv eine andere. Im Winter sind viele dauerkrank, im Frühjahr rotzt sich halb Deutschland die Nase wund solange noch eine Polle durch die Luft fliegt. Die zig Unverträglichkeiten Nahrungsmitteln gegenüber kannten meine Großeltern auch nicht. Ebenso waren viele chronische Krankheiten wie Asthma, Neurodermitis oder Krebs damals quasi unbekannt. Die Menschen waren nicht nur gesünder, sondern auch robuster.

      Ich denke, wir sehen aktuell den schleichenden Niedergang der westlichen Zivilisation. Und das ist ein guter Prozess. Für die Menschen sowie auch für den Planeten Erde.

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  34. Dirk Bieder
    Guter Artikel

    Weiterführende Informationen zum bedingungslosen Grundeinkommen mit ausführlichen Anleitung und Erläuterungen findet man übrigens auf www.wissensmanufaktur.de mit Plan-B und Steuer Beukott und friedlichem Widerstand. Hochinteressante Zielsetzung. Gruss Harley

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  35. Chris
    Bedingungsloses Grundeinkommen

    @jörg. In einigen Punkten verstehe ich Deine Sorge, dass ein bedingungsloses Grundeinkommen, welches uns das Recht auf ein menschenwürdiges Leben gewährt ohne Arbeit im heutigen Sinne leisten zu müssen, könnte zur Faulheit jedes einzelnen Ausarten und für die „tüchtige“ Bevölkerung zu einer Untragbaren belastung werden.
    Allerdings vernachlässigst Du ( aus meiner Sicht) ein paar Punkte:
    – Der Grösste Teil an Stellen in staatlichen, sozialen Auffangeinrichtungen wie Arbeitslosenkasse, Sozialamt, AHV, EO, Notunterkünfte, Bedürftigeneinrichtungen u.s.w. würde Wegfallen. Wohlgemerkt sind das Staatsangestellte (mit vollem Lohn) vom Handlanger über Immobilienpflege, Kader bis ins Sozialdepartement. Diese Kosten wären sofort weg und könnten ins Bedingungslose Grundeinkommen fliessen.
    – Es ist die Rede von einem GRUND – Einkommen. Das sollte nur soviel betragen, wie zum Überleben nötig ist. (nach Sozialhilfeberechnungen) im Schnitt in der Grössenordnung 2000.- p.P.
    – Sämtliche Sozialgeldbezüger, Arbeitslose, AHV und Teile der Ergänzungsleistungen können de facto auch bereits in das Grundeinkommen eingerechnet werden.
    – Wenn ich heute in meinem erlernten Beruf 100% arbeite komme ich auf einen Lohn von ca. 5000.- sFr.
    Da ich allerdings mein Grundeinkommen habe, wird mein DIREKTER Lohnanteil vom Arbeitgeber um diesen Betrag kleiner, womit mehr Raum für Steuern zur Finanzierung des BGE offen ist.
    – Meine Tätigkeit richtet sich nur noch sekundär nach dem Salär aus. Primär kann nach Fähigkeiten und Interessen Arbeit geleistet werden. Wodurch die Produktivität nachgewiesen gesteigert UND die Qualität verbessert wird.
    – Schon heute, wie im Leitartikel beschrieben, sind wir in der Lage, denselben Standart zu halten mit nur 4-6h „Arbeit“ pro Woche !!
    – und zu guter letzt: Jeder trägt zur Gesellschaft bei. Nach spätestens 5 Monaten Nichtstun beginnt jeder einzelne Mensch irgend eine Tätigkeit aufzunehmen. Mit Sicherheit.
    Der Krankheit der Faulheit liegt meist eine tiefsitzende Unzufriedenheit mit sich selbst zugrunde.
    Danke für diesen Artikel und allen eine gute Zeit.

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  36. Marko
    Super Artikel

    Ihr sprecht mir aus der Seele! Diese Entwicklung ist neu und führt genau in die richtige Richtung!

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  37. Computer Nerd

    Adorno zufolge ist der Kapitalismus dafür verantwortlich das die Menschen ihr volles technisches Potential nicht zu nutzen können. Eine kritik der politischen Ökonomie ist also notwendig um das Problem der Bullshit Jobs zu erfassen.

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  38. Elisabeth
    Ich bin nicht alleine 🙂

    Danke für diesen Artikel, denn diese und ähnliche Gedanken gehen mir in den letzten Jahren durch den Kopf. Es ist auch einer der Gründe, warum ich jetzt dabei bin, mein „neues“ Leben mit für mich sinnvoller Arbeit umzusetzen. Natürlich beutelt mich manchmal Angst, doch ohne diesen Versuch wäre ich in wenigen Jahren tot.

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    • Eva Maria Limmer
      In Arbeit

      Besonders auffällig in der Tat, daß je mehr tatsächliche Arbeit-im eigentlichen Sinne-und auch Nutzen für die Allgemeinheit in der Tätigkeit steckt, desto geringer die Wertschätzung der menschlichen „Produktionsfaktoren“-nicht nur an der ganz besonders scharf kalkulierten materiellen Entlohnung zu sehen, sondern auch am sozialen Status derselben-was vermutlich auch die Folge von ersterem ist.Umgekehrt scheint dann das Gleiche zu gelten:Je größer die Schäden, je umfangreicher der Urlaub(wovon?) und die materiellen Belohnungen.Nur was geschieht, wenn die Gruppe der sinnstiftend Produzierenden endgültig zusammenbricht vor Erschöpfung, dann haben die Zerstörer sich ja eigentlich ihr eigenes Lebenselexier zerstört.Vielleicht ist dann der gerechte Ausgleich, daß die parasitäre Abschöpfungselite plötzlich dem Problem gegenübersteht-selbst und eigenhändig /-ständig-zu überleben.Viele erforderliche Fähigkeiten werden ihnen fehlen,vor allem Sozialverhalten.Wenn keiner sie füttert und sie mit dem Schwundgeld nichts mehr kaufen können, was machen sie dann.Das wird dann möglicherweise ein sehr herbe Erfahrung.

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    • Marcus
      Genau so ging es mir auch gerade

      Danke für diesen Artikel, du sprichst mir aus dem Herzen. Die Sinnlosigkeit des eigenen Jobs, die zunehmende Konsumgeilheit und der allgegenwärtige Egoismus gegenüber des Idividuums entsetzen mich und meine Familie jeden Tag aufs Neue. Wir denken also nicht alleine so. Etwas mehr Wertschätzung, Achtung und Anerkennung würde uns gut tun. Wenn nicht jeder in seinem kleinen Kästchen denken, sondern einfach mal das große Ganze ansehen würde dann wäre das auch schon viel mehr Menschen bewusst geworden. Das lässt sich auf eigentlich alles anwenden. Der Streit um Parkplätze, der Krieg in (such dir einen aus), die Terroristen in…., oder auch wie beschrieben die sinnlosen Jobs. Warum? das fragen wir uns jeden neuen Tag. Danke nochmals, ich sehe jetzt wieder etwas Licht am Ende des whatever……

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  39. Britta
    DANKE!

    In Diskussionen über den Wert der Arbeit scheiterte ich immer an den moralischen Aspekten, ohne auf die Idee zu kommen, dass die Moralisierung in sich völlig überflüssig ist.

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  40. jörg

    In der Tat ist es so, dass mitlerweile mehr Blindleistung als Wirkleistung unsere Arbeitswelt bestimmt. Dies ist das Problem des Falschgeldes. Als Falschgeld bezeichne ich ungedecktes Papiergeld (Bits und Bytes natürlich auch). Dieses Geld kann aus dem nichts geschaffen werden, ohne das irgendeine Leistung dahintersteht. Damit dieses Geld akzeptiert wird, muss dieses zum gesetzlichen Zahlungsmittel werden (Zwang). Ansonsten würde sich wohl jeder weigern für ein paar Nullen und Einsen im Computer seine Arbeitskraft zur Verfügung zu stellen. Damit das Falschgeld aber trotzdem seinen scheinbaren Wert erhält, muss Arbeit dahinter stehen und wenn es eben Blindleistung ist (scheinbare Wertdeckung). Durch den Zinseszinseffekt (nur in Verbindung mit dem Falschgeld) und dadurch, dass keine Abschreibungen zugelassen werden (Pleiten, z.B. von Banken und Staaten), da es sonst keine scheinbare Wertdeckung gibt, muss die Arbeit ob nützlich oder nicht entsprechend mitwachsen. Arbeit entsteht dann aus Geld heraus und nicht umgekehrt. Die Politik sieht also zu, dass neue Märkte proportional der Geldmenge entstehen, ob sinnvoll oder nciht. Bestes Beispiel sind die erneuerbaren Energien. Deshalb kann ehrliches Geld nur etwas sein, das ein knappes Gut ist, das zu erlangen Mühe kostet, beispielsweise Gold. Wäre es KEIN knappes Gut, etwas, was jedermann zur Verügung stände, z. B. Sand, den man nur aufheben bräuchte, wer würde es dann als Geld akzeptieren? Meine Arbeitskraft gegen eine handvoll Sand? Danke, die kann ich mir selber nehmen. Nur ein Idiot geht so ein Deal ein. Da Geld eine Vertrauenssache ist, sollte Geld folglich nicht nur nicht billig sein, wie Nullen oder Einsen, oder wie Sand, sondern es muss zudem fälschungssicher sein (sonst wäre es mit sicherheit nicht mehr knapp), damit man ihm vertrauen kann. Einzigste Mölichkeit für ein funktionierendes Geld ist ein freies Marktgeld. Ich bin dann nicht mehr verpflichtet, ein Betrugsgeld zu akzeptieren. So wird dann das gute Geld (wertgedeckt und vertrauenswürdig) das Schlechte (immer und überall unbegrenzt verfügbar) verdrängen. Vorzugsweise würden sich die Menschen für Gold entscheiden. Das hat die geschichtliche Entwicklung bereits gezeigt. Aber mit so einem Geld lässt sich kein BGE durchsetzen, denn jeder würde sofort die Enteignung bemerken, die es braucht um die Leistung umzuverteilen. Eigentumsrechte werden beim BGE mit Füssen getreten. Ohne Eigentum ist ein wirtschaften aber nicht möglich. Also benötigt man hierfür wieder ein Trickgeld, damit die Menschen nicht merken, wie ihnen übel mitgespielt wird. Und wer soll der Wächter über das Trickgeld sein? Die gleichen wie heute, oder andere, bessere Menschen? Wieso haben wir eigentlich keine besseren Menschen an der Macht. Was benötigt man denn noch, um zu erkennen, das sich mit einem BGE nichts ändern wird. Wir haben keinen Kapitalismus, sondern Sozialismus, Planwirtschaft, da zentral geplante Geldmenge. Aber da ich ein Fan des freien Geldes bin, soll es meinetwegen auch ein BGE geben, das mit Trickgeld finanziert wird. Hauptsache niemand erhält die Möglichkeit, mich zu zwingen dieses Geld zu verwenden. Denn wer soll dieser jemand sein, der das Recht hat mich zu irgendetwas zu zwingen. Ein besserer Mensch, wie ich es bin? Und wer entscheidet, wer der bessere Mensch ist? Eine demokratische Wahl? Haben wir doch. Ehrliches Geld kann nur jemand ablehnen, der nicht ehrlich sein will, der sich , ohne jegliche Mühen auf kosten anderer ein nettes Leben machen will. Auch wenn es ihm gelingt, glücklich wird er damit auf keinen Fall. Natürlich höre ich schon wieder Stimmen: und was ist mit den armen und Schwachen? Wenn man die Ganze Blindleistung in Hilfsgüter umwandeln könnte, gäbe es keine Armut. Die Armut ließe sich mit der Portokasse bekämpfen. Wer Armut bekämpfen will, braucht eine blühende Wirtschaft und die gibt es nur mit ehrlichem Geld, mit freiem Marktgeld.

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      • joerg

        am besten gar nichts in Bezug auf die Angelegenheiten anderer Menschen. Menschen die erwachsen geworden sind brauchen weder Vati noch Mutti noch einen Nannystaat.
        aufhören zu intervenieren und die Menschen selbst entscheiden lassen was gut für sie ist und sie eigenverantwortlich wirtschaften lassen. Sie brauchen keine Regierung, die den Menschen alles vorschreibt. Die Regierenden sind ja selbst Menschen und deshalb wissen sie auch nicht mehr, und weil sie nicht alles wissen können, sind sie auch nicht in der Lage eine Wirtschaft zu lenken. Das sie es trotzdem tun ist das ganze Problem. Der Staat sollte max. zum Schutz der Menschen da sein und nur wenn sie das auch wollen. Es gab Zeiten, da war es näherungsweise so, z.B. in den 50-ger und 60-ger. Was war alles möglich. Srtaßen oder sie gesamte Infrastruktur warenzerstört und musste neu aufgebaut werden. Heute können wir sie nicht mal mehr erhalten.
        Was tun? Verantwortung für sich selber übernehmen und aufhören sich vom Staat abhängig zu machen. Es gibt keine zentrale Instanz, die für einem das Leben regelt. Und wenn doch muss man sich damit zufrieden geben, was einem vorgesetzt wird oder was noch übrig bleibt.

    • WellenbeobachterHH
      Falsche Ontologisierung

      @jörg
      In diesen Erklärungen der Zusammenhänge stecken leider zu viele Positivierungen und Ontologisierung der kapitalistischen Basiskategorien Ware, Geld und Arbeit.

      Das fiktive, substanzlose „Falschgeld“ hält die Marktwirtschaft noch künstlich am Laufen. Zudem stellt es – genau wie die sogenannten Finanzprodukte – eine Reaktion auf den Anlagenotstand dar. Die Marktwirtschaft – hätte man sie ungeregelt normal weiter laufen lassen, wäre schon vor Jahrzehnten zum Erliegen gekommen. Grund: im Kapitalismus wird tendenziell immer zu wenig Mehrwert produziert. Durch den damit hergestellten Geldmangel entsteht erst die Notwendigkeit Kredite zu vergeben. Der kompensiert den Mangel jedoch nur zeitweise. Beim nächsten Verwertungsdurchlauf hat man somit stets das gleiche Problem, nur auf höherem Niveau – also selbst dann, wenn es keinen Zins gäbe. Hinzu kommt das am Kapital ausgerichtete, ungleiche Verteilungsprinzip. Das kann alles kann zusammengenommen dauerhaft nicht funktionieren.

      @David Rotter
      Herzlichen Dank! Toller Artikel!!!

      Das mit den 70% scheint auch zu stimmen. Man muss nur mal überlegen, dass in Deutschland bereits 73% im „tertiären Sektor“ arbeiten (Stand 2010). Das sind Dienstleistungen und öffentliche Verwaltung, also auch sowas wie das THW, Feuerwehr, Polizei, Lehrer, Beamte, Gesundheitswesen, Deichwacht usw., also alles durchaus sinnvolle Tätigkeiten. Aber eben auch Banker, Finanzberater, Börsenbroker, Manager von Hedgefonds, die ganze Werbeindustrie (und ihre Folgen wie die Masse an Papierverbrauch) usw. sowie alle, die nur damit zu tun haben, die ganzen Schäden an Leib, Seele und Umwelt zu reparieren, die durch die Vergiftung und Ausbeutung der Welt entstehen. Dann die ganze Arbeitslosenverwaltung, Sozialämter, Scheinselbstständigen mit fragwürdigen Geschäftsmodellen, die in der kritischen Theorie bereits als „modernes Elendsunternehmertum“ bezeichnet werden. Das hat mit der historischen „Gründerzeit“ Ende des 19. Jahrhunderts nichts mehr zu tun. Nur wenigen gelingt es wirklich, dauerhaft am Markt Erfolg zu haben.

      All das ist nicht nur sinnentleert, sondern gesellschaftlich und humanistisch gesehen dysfunktional und sogar gemeingefährlich. Das alles hat mit der Form der Tätigkeiten selbst zu tun.

      Die Abschaffung bzw. Überwindung der Arbeit ist notwendig, um den Tätigkeiten einen anderen bzw. überhaupt einen echten Sinn zu geben. Zweck und Form bilden stets eine Einheit.

      Lesetipp: MANIFEST GEGEN DIE ARBEIT
      http://www.hh-violette.de/wp-content/uploads/2011/10/Manifest-gegen-die-Abeit.pdf

      Antworten
      • joerg

        Es gab Zeiten, Jahrtausende, da funktionierte es ohne Zentralbanken. Eine freie Marktwirtschaft kommt nie zum erliegen, es sei denn man fuscht drin herum. Sie hört irgendwann auf zu wachsen, aber dann verändert sie sich. Das Leben funktioniert ja auch, wenn sie verstehen was ich meine.
        Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir irgendwas hätten, noch nicht einmal Seife, ohne Marktwirtschaft

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