Anzeige

Die Aromatherapie nutzt den heilsamen Einfluss der Düfte auf Gemüt und Körper. Wie kaum ein anderer Sinn, vermag der Geruchssinn uns bis in tiefste Schichten des Bewusstseins zu berühren, was Düfte zu wertvollen Helfern bei verschiedensten Anwendungen macht.

Geruch: Der besondere Sinn

Unterschiedliche Farben haben verschiedene Wellenlängen. Unterschiedliche Töne haben verschiedene Frequenzen. Unterschiedliche Düfte haben verschiedene Schwingungen. Von Farben und Tönen haben wir eindeutige wissenschaftliche Studien, die deren unterschiedliche Ausprägungen und den Einfluss auf das menschliche Gemüt und die Physis beschreiben. Von Düften wissen wir mehr aus Erfahrung, da die Geruchswissenschaft eine recht junge ist. Doch wir können das Ausmaß der Interaktion Mensch-Duft erahnen, wenn wir wissen, dass der Geruchssinn der einzig ausgeprägt Sinn ist, mit dem wir zur Welt kommen und dass der Geruchssinn der einzige Sinn ist, der unser „Tor zum Bewusstsein“ im Gehirn, den Thalamus, erst in zweiter Instanz ansteuert und zunächst im ältesten Teil des Gehirn, im Limbischen System eine Antwort findet. Das Limbische System ist unmittelbar mit unseren Emotionen verbunden, mit Erinnerungen, die so alt und fein sein mögen, dass wir sie kaum greifen können. Düfte steuern also unmittelbar unser Unterbewusstsein an und können Reaktionen und Befindlichkeiten auslösen, ohne dass sie überhaupt die Wahrnehmungsschwelle erreichen und wir realisieren, dass da „etwas in der Luft schwebt“.

Düfte und Wahrnehmung

Düfte sind unser Tor zu Welt. Sie sind die ersten Kontakte in die Außenwelt, die wir als Babies erfahren und bleiben es bis ins hohe Alter. Einzig unsere Wahrnehmung von Düften ändert sich mit unserem jeweiligen Zustand. Sind wir erkältet und unsere Nase ist sprichwörtlich „zu“, ist dies ein Signal für uns, uns aus der äußeren Welt zurück zu ziehen, in uns zu gehen, Ruhe zu erleben, uns zu regenerieren. Ganz unbewusst passiert dies auch, wenn wir eine Diskrepanz zwischen unserem eigentlichen Lebensausdruckswunsch und der äußeren Realität verspüren. Auch dann wünschen wir uns innerlich, uns der kontraproduktiven Außenwelt zu entziehen und von innen heraus neu zu starten.

Unser Vermögen Düfte wahrzunehmen nimmt dann ab, meist unmerklich. Unsere Umgebung nimmt dann ihrerseits vielleicht wahr, dass wir zum Beispiel immer mehr Parfum auftragen, obwohl sich die Konzentration für uns nicht verändert hat. Zudem wird sie unser Verhalten als eine Art depressive Verstimmung interpretieren. Tatsächlich ist der langsame Rückzug unseres Riechempfindens ein signifikanter Anzeiger einer solchen Tendenz. Ich nenne sie nicht Störung, denn das ist sie keineswegs. Sie ist ein gesunder Weg heraus aus einer entwicklungsbremsenden Lebensgestaltung, die nur leider in unserer Gesellschaft als solche weniger erkannt und daher falsch interpretiert, beantwortet und somit erst zum Störfaktor wird.

 

Wie wir riechen und die Grenzen der Erklärung

Sehen wir uns in der Natur um, treffen wir auf eine schier unendliche Anzahl an Düften. Sehen wir uns in unserer Nase, in unserer Riechschleimhaut, um, stellen wir fest, dass wir nur 350 verschiedene Rezeptorarten für Duftmoleküle haben, die jedoch für mehr als jeweils ein spezielles Duftmolekül als „Schloss“ funktionieren. Doch darüber hinaus gibt es die ungeklärte Frage, wieso alle Menschen in einem Raum einen Duft gleichzeitig wahrnehmen können, von dem tatsächlich nur ein Molekül im Raum vorhanden ist (gutriechendes Thioterpineol in Grapefruit und weniger gut riechendes Methylmercaptan in Knoblauch gehören zu diesen hochpotenten Duftstoffen). Hier darf sich die akademische Chemie vielleicht noch den morphogenetischen Feldern oder Ähnlichem öffnen, aber immerhin stellt sie schon laut die Frage danach.

Obwohl also die Frage nach dem wie noch nicht ganz geklärt ist, wissen wir einfach aus persönlicher Erfahrung wie verschieden wir uns fühlen, wenn wir durch die Natur oder den, bevorzugt divers angelegten, heimischen Garten wandeln. Jede Blüte riecht anders, Nadeln der Thuja und des Rosmarins riechen, das Harz der Kiefer riecht, Blätter von Bärlauch, Patchouli und Basilikum riechen und, wenn wir ein wenig buddeln, riechen auch die Wurzeln von Engelwurz und Kalmus. Alle sind dabei einzigartig.

 

Aromatherapie: Riechen als Selbsterfahrung

In der Aromatherapie bedienen wir uns heutzutage genau dieser Duftstoffe aus pflanzlichen Materialien. Die Konzentration der Duftstoffkomplexe in den kleinen Fläschchen übersteigt oft jede Vorstellung und Erfahrung der natürlichen Ausgangsmaterialien, in denen nämlich gewöhnlich nur 1-5% ätherisches Öl enthalten ist, jener Stoff, den die Aromatherapie nutzen kann. Manchmal werden Düfte erst in der Verdünnung erträglich. Aber das Wörtchen „erträglich“ ist ein wichtiger Hinweis. Denn es kommen Zeiten und Tage, zu denen wir bestimmte Düfte überhaupt nicht riechen können. Bei manchen Düften scheint dies ein Dauerzustand zu sein, bei anderen Düften wissen wir, dass wir für sie Ehrenplätze errichten könnten, weil sie unsere immerwährenden Favoriten sind.

Dies ist die Quelle für viele spannende Fragen, die jede Aromatherapeutin und jeder Aromatologe oder wie sie sich auch nennen mögen, anders beantworten könnte. Bin ich einfach der Typ, der Lavendel nicht mag? Werde ich bei jeder Konfrontation mit Zedernholzöl das Gesicht verziehen, weil in mir das Bild von WC-Reinigern oder gar Urin-Stein entsteht? Und wieso rümpfen so viele um mich herum die Nase, wenn sie meine geliebte Deutsche Kamille erschnuppern? Ja was ist eigentlich passiert, als ich von heut‘ auf morgen einen Duft akzeptierte, der vorher jahrelang von mir gemieden werden musste? Und ist es sinnvoll, mich Düften zu nähern, die ich nicht riechen mag?

 

Die Bedeutung der Düfte kennen

Das Spannende am Dasein als Aromatherapeutin ist tatsächlich die tägliche eigene Erfahrung mit einem stetig wachsenden Bestand an Düften. Denn in jeder Flasche steckt eine andere Schwingung, ein anderes emotionales Thema, eine andere Weisheit. In ätherischen Ölen, die unverfälscht aus natürlichen Rohstoffen gewonnen wurden, stecken teilweise bis zu 500 unterschiedliche Stoffe. So mögen zwar alle rosenartigen Öle in die gleiche grobe Richtung der Herzöffnung und -heilung weisen, aber in jedem dieser Öle steckt ein anderer Weg dort hin, eine andere Komponente, eine andere Wahrnehmung des Themas. Palmarosa lehrt Vertrauen und ermöglicht Anhänglichkeiten loszulassen. Rosengeranie ruft in uns die Lehrinstanz wach, die andere in ihrer seelisch-emotionalen Entwicklung unterstützen will. Die Rose übt mit uns Hingabe und das Erkennen der allumfassenden Liebe und Harmonie. Tatsächlich gibt es hunderte Rosenarten und auch jede einzelne Rose, die farblich, förmlich und olfaktorisch sehr verschieden zur nächsten erscheinen kann, hat wiederum eine Konzentration auf einen ganz spezifischen Weg. Die Aromatherapie macht (zumindest heute) kaum Unterschiede zwischen den hunderten Rosenarten. Bei homöopathischen Blütenessenzen wird man da aber sehr schnell fündig.

 

Ein Weg zur täglichen Arbeit mit Düften

Eine häufige Beschäftigung mit den unterschiedlichsten Düften, macht nicht nur Spaß, wenn wir immer wieder neue Aurasprays, Massageöle oder Kosmetik entwerfen, sondern konfrontiert uns auf wundervollste Art jedes Mal mit ganz verschiedenen archetypischen emotionalen Mustern. Spätestens in Mischungen gehen herausfordernde Düfte in einem Bouquet aus stärkenden, inspirierenden und aufrichtenden Gerüchen unter. Dennoch ist die Information darin. Mit jeder Anwendung stellen wir uns all jenen Themen, haben vielleicht ein Hauptthema synthetisiert (im Sinne von zusammen gebracht) und in der nächsten Woche mischen wir neu. Das Ergebnis ist eine Reise durch unbewusste Gefühlswelten, eine Aufarbeitung von blockierenden Mustern, die manchmal gar nicht so starr sind, als dass sie deutlich therapiert werden müssten. Oftmals fühlen wir uns ganz einfach wohl mit den Kompositionen um uns herum. Spricht der Duft etwas an, verändern sich unsere Gedanken, unsere Gefühle und natürlich auch Spannungen in unserem Körper. Schmerzen können verschwinden, Wunden besser heilen, unsere Verdauung, geistig und körperlich, sich verbessern. Das alles kennen wir aus der Pflanzentherapie und auch rudimentär von modernen Medikamenten, die tatsächlich noch immer zu 70% pflanzlichen Ursprungs sind, jedoch zumeist nicht als natürliche Vielstoffgemische sondern als isolierte Stoffe auf den Markt kommen. In der steten inneren Veränderung, Bewusstwerdung von Prozessen, Aufrichtung des Gemüts, Stärkung des Selbstwertgefühls, Ermutigung und Inspiration zu kreativem Ausdruck, lösen sich Stück für Stück die gesetzten Muster auf, die nicht zu uns gehören. Da verwundert es nicht, wenn wir eines Tages realisieren, dass wir uns viel leichter, klarer und bewusster fühlen.
Tatsächlich stelle ich während meiner Seminare und Workshops fest, wie schnell sich Teilnehmer und Teilnehmerinnen einlassen können und mit den Düften wachsen. Es ist wie ein Licht, das nach den ersten Dufterfahrungen angezündet wird und den weiteren Weg mit noch mehr Bereitschaft beleuchtet. Wir Menschen nehmen das Geschenk der Düfte sehr schnell an und haben mit der großen Breite an ätherischen Ölen ein vielfältiges Angebot an wohltuenden und gleichzeitig heilenden Erfahrungen an der Hand.

 

Die Qualität ätherischer Öle beurteilen

Eine Entdeckungsreise in das Land der Gerüche lohnt sich also. Die immer populärer werdende Aromatherapie, die ganz viele Gestalten annehmen kann, hat auch in der Marktwirtschaft Interesse ausgelöst. Schnell landet der ungeschützte Begriff „Aromatherapie“ auf Duschköpfen mit austauschbaren Einlagen synthetischer Duftpads oder auch Duft-Kerzen, die eher Kopfschmerzen auslösen, als sie zu lösen. Tatsächlich haben nur 100%ig reine/echte ätherische Öle das Potential zu heilenden Begleitern. Synthetische Stoffe („Duftöle“) fordern unser System heraus und erzeugen Stress, den reine ätherische Öle senken. Beim Kauf von ätherischen Ölen ist also unbedingt auf den Reinheitsvermerk zu achten. „Therapeutische“ Qualität gibt es nur als Marketing-Strategie – es gibt kein Standardüberprüfungsverfahren und die geschulte Nase gibt die besten Hinweise.

Ätherische Öle, die nicht mit botanischem Namen, Herkunftsort, Gewinnungsmethode und u.U. Anbauqualität (Wildsammlung, bio etc.) bezeichnet sind, sollten ebenso gemieden werden wie ätherische Öle in nicht lichtgeschützten Gläsern (Klarglas und Blauglas sind ungeeignet) oder auch, wenn sie dauerhaft an Wärmequellen lagern (z.B. im Kosmetikregal an den Leuchten). Ein gutes Buch oder Einsteigerseminare helfen bei Fragen zu Lagerung, Sicherheit im Umgang mit ätherischen Ölen und Haltbarkeit.

Ein Hinweis sei hier noch gegeben: 1-3%ig sollte dosiert werden, d.h. maximal 1-3 Tropfen ätherisches Öl in 5 mL fettes Öl geben, um keine Überdosierung zu riskieren. Am ganzheitlichsten wirken ätherische Öle, wenn sie dann auf die Haut aufgetragen werden. Die Öle sollten nicht eingenommen und vor allem von den Augen ferngehalten werden. Dann sind den wohltuenden Wirkungen der Düfte keine Grenzen mehr gesetzt.

 

Mehr Artikel zum Thema

Heilende Düfte

Ätherische Öle: Selbsterkenntnis in der Badewanne

Menschen kommunizieren über Düfte

 

Hinterlasse einen öffentlichen Kommentar

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.

*