Als Medium für Jenseitskontakte lernt man im Laufe der Zeit viele Menschen kennen, die in ihrer Trauer nach jedem rettenden Strohhalm greifen. Leider geraten einige von ihnen an Personen, die sich als Medium ausgeben, aber weder die Kompetenzen noch das Verantwortungsbewusstsein für ihr Handeln haben. Für Hilfesuchende ist es oft schwer, ein richtiges Medium von jemandem zu unterscheiden, der nur vorgibt ein Medium zu sein. Desweiteren herrschen immer noch Ängste oder Bedenken bezüglich eines Kontaktes mit dem Jenseits in vielen Köpfen vor.

Darum möchte ich aus meiner Sicht und aus meinen Erfahrungen heraus auf bestimmte Glaubenssätze eingehen und nebenbei erläutern, worauf man bei der Wahl eines Mediums achten sollte.

1. „Ein Kontakt kann nur stattfinden,wenn man vorab Informationen über den Verstorbenen preisgibt.“

Grundsätzlich braucht ein Medium keine Vorabinformationen, um einen Kontakt herzustellen. In sozialen Netzwerken wird behauptet, es sei für einen Kontakt unerlässlich, sämtliche Daten wie Geburtstag inkl. Uhrzeit, Sterbedatum, Vor- und Nachnamen  zu kennen. Ansonsten wäre ein Kontakt keinesfalls möglich. Ich warte auf den Tag, an dem die Hinterbliebenen vor einem Jenseitskontakt einen ganzen Fragebogen mitFoto ausfüllen müssen.

Es mag sein, dass es anfangs leichter erscheint, über ein Foto oder persönlichen Gegenstand Kontakt aufzunehmen, aber im Laufe der Zeit lernt man mehr und mehr ohne diese Hilfsmittel kommunizieren zu können. Wenn ich einen Jenseitskontakt herstelle, dann erarbeite ich mit dem Verstorbenen zuerst einmal Informationen wie Aussehen, Charakter oder die Todesursache. Wenn mir das bereits durch den Klienten im Vorfeld erzählt wird, fallen diese Tatsachen als Beweis für den Kontakt weg.

Je weniger ein Medium vor der Sitzung weiß, umso besser gelingt es, dem Hinterbliebenen nachzuweisen, dass der Verstorbene immer noch präsent ist.

2. „Ein Jenseitskontakt kann erst sechs bis zwölf Monate nach dem irdischen Tod stattfinden.“

Auch das ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Ich weiß nicht, wer diese Theorie ins Leben gerufen hat, aber ich kann aus meiner Erfahrung sagen, dass die Verstorbenen gerade kurz nach dem Tod sehr präsent sind und sich ihren Hinterbliebenen so schnell wie möglich mitteilen wollen. Wenn man zu diesem Thema recherchiert, hört man immer wieder Behauptungen, der Verstorbene brauche erst eine bestimmte Eingewöhnungszeit oder würde eine Art Heilschlaf halten.

Bisher habe ich von einem Verstorbenen weder die eine noch die andere Erklärung für diese angebliche Wartezeit bestätigt bekommen. Natürlich kommt es manchmal vor, dass ein Kontakt nicht wie geplant stattfindet. Das würde ich nicht auf einen Heilschlaf oder eine Eingewöhnungszeit schieben, sondern kann andere Gründe haben. Zum Beispiel, dass das Medium und der Verstorbene nicht zusammen passen.

3. „Ein Selbstmörder kann nicht ins Licht, weil er in einer Zwischenwelt gefangen ist.“

Es gibt viele Theorien, die mich bestürzen und diese Aussage ist auf meiner Liste der medialen Falschaussagen ganz weit vorne. Bereits am Anfang meiner Medialität durfte ich Kontakt zu mehreren Suizidanten herstellen und keiner davon war in einer Zwischenwelt gefangen oder durfte nicht ins Licht. Dieses Licht war für mich von Anfang an einfach eine andere Bezeichnung für die geistige Welt und ich frage mich, warum die geistige Welt eines ihrer „Kinder“ ausschließen sollte, nur weil dieses den Freitod gewählt hat.

Es wird manchmal von einem „Vertragsbruch mit Gott“ gesprochen. Ich würde es eher als „Heimweh“ bezeichnen. Wenn die irdische, materielle Welt zu furchtbar für eine Seele erscheint, dann kann es passieren, dass das Heimweh nach der geistigen Welt, unserem göttlichen Zuhause, so groß wird, dass sich dieser Mensch dazu entscheidet, sich das Leben zu nehmen.

Für die Hinterbliebenen ist das wohl das Schlimmste, was passieren kann. Fragen nach dem Warum werden laut. Wie kann ich als verantwortungsbewusstes Medium dann noch Salz in die Wunde streuen, indem ich den Hinterbliebenen einrede, die Seele wäre irgendwo gefangen und müsste für den „Selbstmord“ büßen?

Den Verstorbenen, die den Freitod gewählt haben und zu denen ich Kontakt haben durfte, hat man deutlich angemerkt dass sie ihre Entscheidung bereuen und es am liebsten wieder rückgängig machen würden. Diese Kontakte sind oft emotionaler als andere, weil die Verstorbenen sich mehrmals für ihre Tat entschuldigen und nicht wollen, dass die Hinterbliebenen sich Vorwürfe machen. Es mag sein, dass diese Seelen länger brauchen, um mit ihrer irdischen Vergangenheit ins Reine zu kommen, aber sie sind definitiv im Licht bzw. in der geistigen Welt. Wir dürfen nie vergessen, dass die geistige Welt für jeden von uns einen Platz hat.

4. „Dein verstorbener Ehemann ist bereits wieder inkarniert.“

Das Erste, was ich von vielen Hinterbliebenen gefragt werde, ist, ob wir unsere Vorausgegangenen wiedersehen, wenn wir selbst sterben. Auf diese Frage gibt es nur eine klare Antwort: Ja! Unsere verstorbenen Angehörigen erwarten uns bzw. holen uns ab, wenn wir sterben.

Jeder, den wir lieben und der uns nahe steht, gehört zu unserer Seelenfamilie. Vor einer Reinkarnation verabreden wir, welche Seelen als Seelenfamilie oder auch Seelengruppe wiedergeboren werden. Die vorausgegangenen Seelen warten mit einer erneuten Reinkarnation dann so lange, bis die komplette Gruppe/Familie wieder im Jenseits vereint ist.

Es gibt Medien, die behaupten, dass der verstorbene Ehemann bereits wiedergeboren wäre und im alten Wohnort als Kleinkind herumliefe. Ich frage mich, wie ein angeblich medialer Mensch solch eine Aussage treffen kann. Vor allem, wenn man die eventuellen Folgen bedenkt, die solch eine Aussage haben kann.

5. „Lasst die Toten ruhen.“

Als jemand, der auf dem Dorf groß geworden ist, habe ich diese Aussage häufig gehört. Der Punkt dabei ist, dass nicht ich als Medium die Toten zwingen würde, mit mir zu reden, sondern sie tun es von selbst und relativ häufig.

Gerade auf dem Dorf, wo die Kirche oft noch einen großen Einfluss hat, wird man als Medium für das, was man tut, verurteilt und Vorurteile werden laut. Dabei wird häufig nicht verstanden, dass die Verstorbenen reden wollen. Es ist ihr Anliegen, den trauernden Hinterbliebenen zu zeigen, dass sie noch da sind. Ob Mithilfe eines Mediums oder ohne.

6. „Jenseitskontakte sind gefährlich.“

Ich lebe noch. Wenn man mit der geistigen Welt respektvoll umgeht, bekommt man von ihr Respekt zurück. Du kriegst, was du gibst. Wenn man sich mit der geistigen Welt beschäftigt, dann sollte das niemals aus einer falschen Intention heraus entstehen. Wenn ich z.B. ein abenteuerlustiger Teenager bin, der es „cool“ findet, dann ist vorprogrammiert dass der Kontakt in verkehrte Bahnen läuft.

Mich hat bis jetzt noch kein Verstorbener schikaniert, angegriffen oder Ähnliches. Das mag auch daran liegen, dass ich Verstorbene wegschicke, die ich als unangenehm empfinde oder wenn ihre Energie nicht zu meiner passt. Klare Regeln und ein verantwortungsbewusster Umgang mit sich, der geistigen Welt und der eigenen Medialität ist eine Grundvoraussetzung dafür, dass ein guter, positiver Kontakt abläuft.

Viel zu oft lassen wir uns von anderen negative Dinge einreden oder uns zum Beispiel mit Geschichten über böse Geister und Dämonen Angst machen. Nur ein gewisser Respekt beiderseits und die Gewissheit, dass ein Jenseitskontakt kein Spiel ist, sind definitiv notwendig.

Bei einem Sitting bekam ich einmal folgendes aus der geistigen Welt zu hören: „Als wir gelebt haben, habt ihr mit uns gesprochen, gelacht und Spaß gehabt. Ihr hattet keine Angst vor uns. Warum sollte es jetzt anders sein?“

7. „Nur besondere, auserwählte Menschen können medial sein!“

Theoretisch kann es jeder lernen, der den nötigen Respekt, Achtung und Hingabe aufbringen kann. 
Medialität bedeutet zudem Disziplin, aber auch Geduld zu haben und die Bereitschaft, stetig weiter zu lernen und Erfahrungen zu sammeln. Natürlich gibt es Menschen, die von Geburt an Naturtalente sind, während andere einfach keinen Draht finden. Aber letzten Endes ist Medialität ein Talent wie jedes andere auch. Der eine kann wundervoll Klavier spielen, aber ich selbst werde es wahrscheinlich nie können. Es kommt also vor allem darauf an, für welchen Bereich wir innerlich brennen. Wobei man nicht vergessen darf, dass das Herstellen eines Jenseitskontaktes nur ein Bruchteil von der vielfältigen und wunderbaren Welt der Medialität ist.

~*~

Ich rate Menschen, die Hilfe suchen immer, auf ihr Gefühl zu hören. Es mag sein, dass der Verstand oft vorschnell ist und sagt: „Das ist das richtige Medium!“ während das Bauchgefühl trügt.

Medialität bedeutet nicht nur, sein Gefühl für die Energien im Außen zu trainieren und zu verfeinern, sondern auch, sich selbst und der eigenen Energie Beachtung zu schenken.

Wenn ich Fragen beantworte, dann tue ich das aus bestem Gewissen. Ich baue dabei auf meine Erfahrungen, aber auch auf mein eigenes Gefühl. Ich glaube die Dinge erst, wenn es sich für mich richtig und stimmig anfühlt. Aber nur, weil sich manche Ansichten für mich richtig anfühlen, muss das nicht heißen, dass alle anderen genauso empfinden. Wir Menschen werden, solange wir in der materiellen Ebene sind, die geistige Welt nie ganz, sondern immer nur bruchstückhaft begreifen können. Bis dahin liegt es wohl allein an und in uns selbst, worauf wir bauen und wem wir vertrauen.

Über den Autor

Avatar of Tamara Emilie Beck

Tamara Emilie Beck beschäftigt sich seit Jahren ausführlich mit der Thematik Jenseitskontakte und durfte in dieser Zeit vielen Menschen deutschlandweit in sogenannten „Sittings“ helfen, Kontakt zu den Seelen geliebter Verstorbener herzustellen.

Ihr größtes Anliegen als Medium für Jenseitskontakte ist es, den Menschen die Angst vor dem Tod zu nehmen. Sowohl in ihren Sittings als auch in ihrer Seminar-Reihe „Ein Stück vom Himmel“, welche speziell für Anfänger ausgelegt ist, ist sie bestrebt, den Hinterbliebenen einen persönlichen Zugang zu den geliebten Verstorbenen auf spiritueller Ebene zu ermöglichen. Für Fragen zum Thema Jenseitskontakte und die eigene Medialität hat sie stets ein offenes Ohr.

Sie veranstaltet ihre Seminare deutschlandweit. So durfte sie zum Beispiel schon in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg anderen Menschen deren eigene Medialität näher bringen.

Weitere Informationen zu ihr und ihrer medialen Tätigkeit findet man auf Facebook 



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