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Die Sufis haben den Dreh raus: Ihre wirbelnde Trance-Tanz-Meditation führt uns auf andere Bewusstseinsebenen und zentriert die Energien im gegenwärtigen Moment, um uns für die heilenden Energien der göttlichen Liebe zu öffnen.

„Das Herz wird geheilt durch beständiges Gedenken an Gott.“ (Al-Hakim at-Tirmidhi)

 

Der Zikr, das Gedenken an Gott, ist eine Methode und zugleich ein mystischer Zustand. Um diesen Zustand zu erreichen, benutzen die Sufis Trance- Techniken wie Trommeln, Live-Musik, Atemübungen und Kreistänze. Der Drehtanz der Derwische, genannt Sema, was soviel wie Hören bedeutet, ist das Herzstück der Sufi-Übungen. Der Ursprung des Semas geht auf den Sufiheiligen Cellaleddin Mevlana Rumi zurück. Rumi lebte im 12. Jahrhundert und machte diesen Tanz zu einem Gebetsritual der Derwische und Sufis in der ganzen Welt.

Ziel des Semas ist es, die Energien zu zentrieren und zu kanalisieren. Die Derwische drehen sich links herum um das Zentrum ihres Herzens. So wie sich die Atome um den Atomkern drehen, die Planeten um die Sonne, so dreht sich der Derwisch um sein eigenes Herz.

Ähnliche Techniken werden von allen Schamanen weltweit angewandt, da sie den effektivsten und schnellsten Weg darstellen, um die innere Achse zu stärken und einen Kanal für die heilenden Energien der göttlichen Liebe zu öffnen.

Kontakt zum Göttlichen

In der Trance werden die inneren Energien gesammelt und die innere Ruhe entfaltet sich. Dies stärkt das Ich-Empfinden und öffnet den Geist. Die Musik, der Wirbeltanz und das Singen bzw. Atmen der Mantren (Wasifas) wollen den Menschen in seinem Denken und Empfinden über das Diesseits hinausführen. Durch die Erfahrung des Trancetanzes wird im Menschen die göttliche, die höhere Ordnung wieder hergestellt.

Beim Zikr werden Mantren (Wasifas) gesungen bzw. geatmet und durch diese kosmischen Töne wird der Atem mit dem Klang der Mantren (Wasifas) aufgeladen. So wird jede Körperzelle mit einer spezifischen Schwingung durchdrungen und das Blut transportiert diese Information in jedes Organ unseres Körpers. Jedes Mantra hat eine bestimmte Aufgabe (Wasifa) und eine spezifische Schwingung. Wir können es am Beispiel des Mantras HU erklären: Die Schwingung, die sich im Urton von HU ausdehnt, ist der Grundton, der im ganzen Universum enthalten ist, vom kleinsten Atom bis zu den größten Galaxien sagt die ganze Schöpfung „JAHU, JAHWE….. Du bist, der du bist.“
Das Hören des vollkommenen kosmischen Klanges, um Verbindung zu unserem Ursprung aufzunehmen, steht am Anfang aller spirituellen Bewegungen. Alle großen Kulturen beschreiben in ihren Schöpfungsmythen den Klang als Anfang allen Seins.

Die durch Mantra-Singen induzierte Trance bewirkt allein schon eine Veränderung des Bewusstseinszustandes. Die Sinne ziehen sich von der äußeren Welt zurück und werden für die inneren Welten geöffnet. Die geistige Welt existiert parallel zu unserer gewöhnlichen, und im Tranceerleben können wir diese andere Welt wahrnehmen.

Das Herz polieren

Der Rhythmus der Trommeln und der wirbelnde Tanz sind ein Vehikel für den Derwisch, um die Reise in sich selbst, in sein eigenes Herz, zu beginnen. Das Singen, Händeklatschen und Stampfen mit den Füßen ruft eine rituelle Trance hervor, die die ganze Atmosphäre durchdringt.

Der Tanzende versetzt sich dabei in einen schlafähnlichen Zustand, der allerdings auch ein kreativer und visionärer Zustand sein kann. Es entsteht Ekstase, eine innere Erregung, die ein spezifisches Merkmal der Trance ist. Sogar außerkörperliche Erfahrungen sind möglich. Die Sinne werden nicht ausge- schaltet, sondern intensiviert und sind an allem beteiligt, was innen und außen geschieht. Die Konzentration ist fließend und nicht unbeweglich, wie bei der stillen Meditation. Oft werden dabei die Selbstheilungskräfte aktiviert. Auch Hellhörigkeit und Hellsichtigkeit können die Früchte dieser Reise sein.

„Durch das Gedenken an Allah entsteht göttliches Licht und das Herz wird poliert, so dass es glänzt wie ein geschliffener Spiegel. Ist es dann zum Spiegel geworden, dann kann man darin das Königreich Gottes und alles sehen, wie es wirklich ist.“ (Auszug des Lichtverses aus dem Koran)

Dieses Licht in der Trance-Erfahrung unmittelbar zu erleben, ist das Ziel der Sufi-Trance-Tanz-Meditation.

Über den Autor

Avatar of Hamdi Alkonavi

Dipl. Sozialpädagoge, Sufilehrer, Leiter des Institutes für Sufiforschung in Berlin und Leiter des Sufitanzes in Berlin seit 20 Jahren. Alkonavi unterrichtet außerdem Kabbala, Alchemie, Poesie und Weisheitslehren der Sufis.

Mehr Infos

Regelmäßige Termine für Sufi-Trance-Tanz:
Jeden Mittwoch, 20-22 Uhr mit Live-Musik im Vor-Atlantis, Akazienstr. 28,
1.HH, 2.OG

Jeden Donnerstag, 17.30-18.30 Uhr
im Kloster Meister Eckehart, Crellestr. 2

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