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Ich entschuldige mich für meine Unfähigkeit, den wohlwollenden Krieger vom herzlosen zu unterscheiden, ein Spiegel meiner eigenen Verwirrung in der Verarbeitung der Schlachten von einst. Wenn ich mein Herz zu weit öffnete, war ich zu verletzlich für Angriffe. Ich wurde konditioniert zu glauben, dass ich unnachgiebig, konzentriert und für alle Eventualitäten vorbereitet sein muss, bestrebt mich selbst und andere vor Angriff zu schützen. Aber ich ging zu weit und verschloss mich zu fest und verbrannte die Brücke zwischen unseren Herzen. Ich sehe das jetzt, und es tut mir leid.

Ich entschuldige mich für meine ständige Abwesenheit, ein Spiegel meiner eigenen inneren Abwesenheit; für meine Unfähigkeit in Kontakt zu gehen, aus einem Herzen, das fest verstopft war mit ungelösten Emotionen, die zu erlösen ich nicht die Mittel hatte. Noch immer fehlen mir viele Werkzeuge dafür, aber ich bin offen für ihr Auftauchen.

Ich entschuldige mich für meine Unfähigkeit, Beziehungen von Krieg zu unterscheiden. Wie ein Krieger in Feindesland, schlich ich mich des Nachts in und aus deinem Leben, egoistisch plündernd und nehmend, was ich brauchte, dann kroch ich mit der Beute zurück auf die andere Seite des Abgrunds. Ein wenig gab ich zurück, aus Angst, für Angriffe anfällig zu werden. Ich hatte Krieg in meinem Kopf und konnte den Fluss der Liebe nicht sehen, der auf der anderen Seite des Schlachtfeldes wartete. Jetzt kann ich erkennen, dass Liebe das Gegenmittel für gepanzerte Krieger ist, aber ich selbst konnte es in meinem getriebenen Zustand nicht trinken.

Ich entschuldige mich dafür, dass ich dich nicht sehen konnte, meine Augen geblendet von erstarrter Wut und unvergossenen Tränen. Wenn es ein Trost ist, und ich denke, dass ist es nicht: Ich konnte mich auch selbst nicht sehen. Ich sah nur das, was meiner Hyper-Wachsamkeit, meinem Krieger-Fokus diente. Mein Spiegel war das Schlachtfeld.

Ich entschuldige mich für meinen ungeerdeten Materialismus, meine von Macht getriebenen Tyranneien, meine Besessenheit mit der Akkumulation. Irgendwie habe ich gedacht, dass Anhäufung mich und jene, die mir nahe stehen, schützen würde, aber ich habe verkannt, dass es einfach nur den Wahnsinn verewigt. Ich entschuldige mich auch für meinen egoistischen Missbrauch, ein Spiegel meines eigenen fehlgeleiteten Egos, aufgepumpt, um mit einer zutiefst wettbewerbsorientierten Welt umzugehen. Ich konnte nicht zwischen dem gesunden, selbstbewussten Ich und dem großspurigen, ungesunden Ego unterscheiden. Ich ging viel zu weit in die falsche Richtung.

Ich entschuldige mich für eine Sexualität, die objektivierend war und getrennt vom Herzen. Ich weiß, du sehntest dich nach wirklicher Intimität, einer Verschmelzung unserer Seelen entlang der Herz-Genital-Autobahn. Aber es waren zu viele Schutzwälle um mein Herz, und zwischen unseren Seelen konnte keine Brücke entsehen. Es gab Momente, in denen deine liebevolle Art mich von meinem Körper-Masken befreite, aber ich wusste nicht, wie ich in diesem Herzens-Feuer bestehen sollte. Es tut mir leid, denn ich weiß, dass der Weg, nachdem du dich sehntest, der Weg war zu Gott.

Ich entschuldige mich für meine schrecklichen Gewalttaten, ein Spiegel der eigenen geronnenen Wut, meiner eigenen Unfähigkeit wahre Feinde von Freunden zu unterscheiden. Es gibt keine Worte, die rückgängig machen könnten, was ich in diesen Momenten des Wahnsinns getan habe. Ich weiß das. Ich würde mein Gesicht in Schande verbergen, aber das wird die Dinge nicht besser machen. Ich muss meine eigenen Missetaten wieder zu mir nehmen, und dann einen Weg finden, an meine Fähigkeit zu glauben, von einem liebevolleren Platz aus zu handeln. Ich rufe die anderen männlichen Krieger auf, für die Taten unseres Geschlechts Verantwortung zu übernehmen, nicht in einer Weise, die selbst-hassend ist, sondern in einer Weise, die selbst-ehrlich ist und aufrichtig mitfühlend. Der Krieger des Herzens anerkennt die Fehler seines Handelns und hat den Mut, alles zu tun, was er tun kann, um es im Laufe der Zeit wieder gut zu machen.

Ich entschuldige mich für meine Unfähigkeit, eine bewusste Beziehung zu einzugehen. Du warst immer da, mit deinem schönen Herz in den Händen, aber ich war zu verhaftet in meinem Individualismus und ich hatte Angst vor diesem unbekannten Terrain. Ich kenne den Wald, den Marktplatz und die Möglichkeiten der Außenwelt, aber meine innere Geografie ist mir fremd. Du riefst mich an einen Ort, an den zu gehen ich nicht vorbereitet war, obwohl ich unter der Oberfläche meiner Prahlerei sehr wohl spürte, dass du mich nach Hause riefst.

Ich bin dankbar für deine Bereitschaft daran zu glauben, dass sich in jenen seltenen Momenten der Verletzlichkeit zeigte, wer ich wirklich bin. Du hattest Recht – mein wahres Ich lebt in meinem Herzen – aber ein paar Minuten hin und wieder war das Höchste, mit dem ich umgehen konnte. Ich sah dich als gefährlich, denn in deiner Gegenwart schmeckte ich eine hingegebene Weise des Seins. Dennoch: Dein Vertrauen in meine Güte half mir durch manche Schlacht und stellte meinen Glauben an das Leben wieder her, wenn ich es am meisten benötigte. Du warst das Licht am Ende eines barbarischen Tunnels, und ich bin gesegnet.

Ich bin dankbar, dass du zu mir hieltest, durch dick und dünn, und ich verstehe auch jene Zeiten, als du mich aufgeben und loslassen musstest. Ich erkenne jetzt, dass es einen gewaltigen Unterschied zwischen Verliebtheit und Beziehung gibt. Liebe allein ist nicht genug. Ohne den gemeinsamen Willen, bewusst zu werden, kann es nur Frustration geben. Ich war so oft unmöglich, klammerte mich an meine Unbewusstheit, wie ein Soldat an seine Waffe. Ich erkenne den Mut, den es für dich brauchte, um dein Herz in der Gegenwart meines Widerstandes offen zu halten. Du hattest jedes Recht eine authentische Beziehung zu suchen, denn deine Seele leuchtet auf in ihrer Gegenwart. Dein schönes Herz hatte jedes Recht, mit der selben Offenheit und Bereitschaft berührt zu werden. Ich bin dankbar für die Zeit, die du mir gabst, eine Atempause von jenem Versteck, das ich fälschlicherweise mein zu Hause nannte.

Ich bin dankbar für Großmutter, denn niemand sah meine Zärtlichkeit deutlicher. Ich bin dankbar für meine Mutter, für die Wahl mich ins Leben zu rufen und meinen Körper zu nähren, bis ich meine Füße finden konnte. Ich bin dankbar für Mutter Erde, dafür. dass sie meinem Aufstieg Erdung gibt und meine Seele belebt. Ich dankbar für die göttliche Mutter, die wahre Mutter von uns allen. Jetzt spüre ich ihre göttliche Gegenwart so nah. Wild mitfühlend, war sie immer genau hier, atmete Leben in mich und hielt mich geborgen. Ich sitze auf ihrem Schoß, während sie mich atmet.

Ich freue mich auf den Tag, wenn das Einzige, was eine Beziehung entzündet, der Ruf zweier Seelen zueinander ist, zwei Seelen-Herzen, die in die gleiche Richtung schlagen, ein Hauch von Sehnsucht, der eine Brücke schlägt, von einem Wesen zum anderen. Ich möchte dich nicht wollen, weil es mein Ego befriedigt, nicht weil Du äußerlich schön bist, sondern weil deine bloße Gegenwart mein Gott-Selbst aus seinem Versteck lockt. Ich möchte dich berühren, mit meinem Herz in meinen Händen, ich möchte eine Chemie zwischen uns erleben, die nicht Geschlechts-identifiziert ist, sondern eine aus der Essenz quillende, flüssige Lava der Liebe, die aus dem Herzen zu den Genitalien und in das große Jenseits fließt. In dieser liebestrunkenen Welt wird Beziehung immer als eine spirituelle Praxis erlebt werden, als ein hingebungsvoller Ausdruck unseres Gott-Selbst.

Ich habe immer geglaubt, dass es nicht möglich ist, Sensibilität in einer harten Welt aufrecht zu halten. Doch in diesem Augenblick fühle ich empfindlich, aber ohne die Zerbrechlichkeit. Ich trage immer noch eine Rüstung, aber es gibt eine Verschiebung in der Richtung meiner Intensität. Ich kann ein wenig länger im Herz-Raum verweilen, als ich es einmal konnte, ich werde zarter an vielen Stellen. Nach so vielen Lebzeiten mit der Waffe in der Hand wird ein zärtlicher Krieger im Kern meines Seins geboren. Er ist verwirrt, aber er weiß intuitiv, dass dies der Weg nach Hause ist.

Bitte gib mich oder meine mit-Krieger nicht auf. Vergib uns unsere Sünden, oder sei zumindest offen für die Möglichkeit, dass wir uns ändern, wenn der Weg sich weitet, um den Anforderungen unserer sich verschiebenden Absichten gerecht zu werden. Der Tag wird kommen, wenn unser Kampfgeist seine scharfe Kante verliert, und in Übereinstimmung kommt mit wohlwollendem Handeln. Einige von uns sind schon da und noch viele von uns werden folgen. Der Weg zur Transformation ist abhängig von einer Brücke zwischen den Geschlechtern, einer wohlwollenden Brücke, die unsere Unterschiede mit Respekt und Güte zelebriert. Diese Arbeit muss beginnen mit der Heilung der Risse entlang des Geschlechter-Kontinuums, mit harter Arbeit, um das kollektive Herz zu heilen – bis wir eines Tages auf einer Brücke über der Ewigkeit stehen, einander die Hände halten, die Herzen offen und licht, und das heilige Männliche und göttliche Weibliche umarmen, das im Herzen von uns allen lebt. Ich werde dich dort treffen.

Mögest du die Liebe der göttlichen Mutter auf deine herzlichen Ufer herabstürzen fühlen, die dich gnädig anheben über den Wahnsinn dieser Welt, eingebettet in die dankbaren Arme derer, die du genährt hast. Diejenigen von uns, die deinen Segen empfangen haben, mögen es nicht immer anerkannt haben. Aber deine Taten der Liebe sind in uns gelandet, haben uns wachsen lassen und uns angefüllt mit dem Licht der Liebe. Danke.

 

 

© Jeff Brown, 2010 (www.soulshaping.com), Mit freundlicher Genehmigung des Verfassers. Übersetzung: David Rotter

Original-Artikel: APOLOGIES TO THE DIVINE FEMININE (from a warrior in transition)

 

 

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A Journey Of Self-Creation

by Jeff Brown

 

 

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10 Responses

  1. Susanne
    Kann man eine "Entschuldigung" annehmen?

    Kann mensch sich selbst entschuldigen? (mal ganz abgesehen von der Frage, ob es Schuld überhaupt gibt). „Ich bitte um Entschuldigung“ hieß es früher mal… das fühlt sich für mich (noch) respektvoller an.

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  2. Emanzipierter Mann

    Wo bleibt die Entschuldigung der Frauen an uns Männer, dafür dass sie uns von Kindesbeinen an aufs Übelste misshandelt und vielfältig missbraucht haben, dafür, dass sie absolut kaltblütig und tyrannisch unsere Seele deformiert haben, dafür, dass sie nur, um Macht und Kontrolle auszuüben, uns und die Natur zerstört haben? Wo bleibt die Entschuldigung der Weiber? Es wird sie nicht geben, denn diese selbstgerechten, absolut skrupellosen, machtgeilen, kontrollsüchtigen und nur auf den eigenen Vorteil bedachten weiblichen Monster werden sich nie entschuldigen, sondern immer nur ihre eigenen Verbrechen auf gute, herzliche und aufrechte Männer projizieren, und alles, was Männer jemals für den Schutz der Frauen getan haben und womit sie sich dann sogar selber benachteiligt haben (Stichpunkt Sorgerecht und Unterhaltspflicht beispielsweise) wenden fast alle Frauen absolut kaltblütig gegen Männer an. Frauen missbrauchen alles, und es bereitet ihnen eine höllische Lust, Männern den höchstmöglichen Schmerz zuzfügen, nicht weil sie selbst verletzt worden sind – sie wurden schon immer privilegiert – sondern weil sie eiskalt und absolut skrupellos sind und ihnen jegliche menschlichen Eigenschaften vollständig fehlen. Nicht vergessen, diesen Beitrag wegzuzensieren, denn in der feministischen Gewaltherrschaft muss die Wahrheit unterdrückt werden!

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    • Anne Baier
      Baier

      Männer sind wohl eher privilegierter als Frauen. Wie lang werden Frauen bereits von Männern unterdrückt und das Weltweit? Wenn man Ihre Nachricht liest merkt man, dass Sie Ihr Mutterthema noch nicht geheilt haben. Mütter und Väter sind auch nur Menschen in denen sich meistens ein kleines, verletztes Mädchen/Junge noch befindet und das auch der Heilung bedarf vom Schmerz aus der eigenen Kindheit. Haben Sie Nachsicht und Mitgefühl für sich selbst und den Müttern und Vätern die oftmals nicht allwissend sind. Vergeben Sie sich selbst und Ihrer Mutter wenn nötig mit Hilfe eines Psychotherapeuten. Namasté

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  3. Mahii

    Auch im Namen meiner Ahninnen, ich nehme Deine Entschuldigung an

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  4. Elisabeth

    Hallo du,
    es ist schön zu lesen wie Männer erwachen können, oder wie du erwacht bist. Ich danke dir für all die geschundenen, geschlagenen, vergewaltigten und missbrauchten Frauen auf dieser Welt. Alle sollten deine Zeilen lesen, denn der Frieden der Geschlechter muss von beiden Seiten aus gehen.

    Es ist nur so wie soll Frau den vielen Mißbrauch an ihr , ihrer Kraft und Weisheit, ausgleichen? Ohne Hass und Vergeltung. Ich glaube , für mich gings nur über die erwachte Spirituelle Arbeit und Rückverbindung mit der Göttin .

    Danke das du auch Männern ein Wort gibst und eine Stimme… wer weiss vielleicht ist ja dein Auftrag, den Männern ein Vorbild zu sein.
    Danke dir von Herzen dafür!

    Wir Frauen müssen noch viel verzeihen und tiefe Ängste vor dem Mann loslassen… und liebe Männer … ihr seit gerufen neue fühlende Wege zu gehen … und den friedlichen Krieger in euch zu finden.

    Leider sind wir da noch oft am Anfang… dank deiner Arbeit ist er jedoch getan, das gibt mit.

    Vielleicht wissen viele MÄnner gar nicht wie verletzend sie sind… vielleicht müssen wir Frauen mehr drüber sprechen und ehrlich unseren Schmerz seit tausenden von Jahren rausbrüllen… nicht als Opfer leiden… Nein der Welt sagen was nicht stimmt…
    Vielleicht ein Weg… von vielen…

    Ich wünsche allen Frauen und Männern das sie sich ihrer Wahrheit stellen können und gemeinsam den Weg der Heilung beschreiten.

    Namaste
    Elisabeth

    Antworten
  5. Jo

    Dieser Artikel rührt mich zutiefst – und innerlich, glaube ich, habe ich auf so eine Botschaft unendlich lange gewartet.

    Ein großes Dankeschön, dass sie nun da ist.

    Antworten
  6. Shalina

    Kommentar vom 2. November 2010 bezieht sich
    auf Frage von Eva vom 15. Oktober 2010

    Mich hat der Artikel von Jeff Brown
    „Entschuldigung an die göttliche Weiblichkeit“ sehr berührt. Vielleicht auch, weil ich ihn aus weiblicher und männlicher Sicht gelesen habe. Ich bin weiblich, doch vor einigen Jahren habe ich meinen inneren Mann entdeckt, der auch ein Krieger in Wandlung ist. Er muß wohl einst ein sehr großer Krieger gewesen sein, denn mein innerer Krieg ist zeitweise fast für einen Menschen nicht aushaltbar, ertragbar gewesen.
    Doch – ich lebe.
    Hab grad im Moment das Gefühl, daß ich an mich selbst schreibe und für mich selbst. Ok.

    „Ich entschuldige mich für meine schrecklichen Gewalttaten …“ – das geht sehr tief, Tränen fließen. Weibliche und männliche. Doch ich fühle inzwischen, daß sich kein Mann und keine Frau für irgendetwas entschuldigen braucht. Alles war so abgesprochen. Alles ist richtig was im Leben passiert. Wir lernen. Sind Täter und Opfer. Mal das eine, mal das andere.
    Ich fühle in den Worten die tiefe Liebe, die nicht nur für sich spricht, sondern für viele Menschen, Männer. Sie erreicht meine verletzte Frau, meine verletzte Weiblichkeit und öffnet etwas ganz tief in mir. Ja, es ist wichtig, daß Gefühle, wie sie auch aussehen und heißen, von Menschen ausgesprochen werden, einen Raum bekommen, wo eine Öffnung geschehen kann.

    Danke.
    Shalina

    Antworten
  7. shalina

    … Du hast so lange das Gefühl, daß Du daran scheitern könntest, solange Du es willst …

    … ich hatte eine wunderschöne Wohnung, unkündbar, ein tollen Wagen, einen Freund. Alles war ok., bis ich tief in mir gefühlt habe, daß ich nicht glücklich bin. Das etwas Entscheidendes fehlt.
    Wenn ich mein Leben so weitergelebt hätte, wäre keine Entwicklung mehr für mich möglich gewesen. Das habe ich gefühlt, damals – das ist 9 Jahre her – noch nicht bewußt. Aber innerlich ist eine Entscheidung gefallen. Für die Entwicklung.

    Und dann? Da war er – mein Weg. Als hat er die ganze Zeit auf mich gewartet.
    Tolle Kiste … Trennung zwischen meinem Freund und mir, Trennung von meinem Auto, ich hatte einen Autounfall. Eins nach dem anderen verabschiedete sich aus meinem Leben. Teilweise bewußt und unbewußt. Manchmal habe ich gewußt, daß alles gut ist, daß alles in Ordnung ist, aber manchmal habe ich es auch nicht mehr gewußt.

    Ich bin dem inneren Ruf gefolgt, ein neues Jobabgebot, ich habe meine unkündbare Wohnung gekündigt und bin umgezogen. Alle scheinbaren Sicherheiten hinter mir und ein Weg in die völlige Unsicherheit. War es dann auch, ein riesen Chaos, innerlich, äußerlich, ich hatte das Gefühl
    … wie Du schreibst … blöde angeschaut zu werden, daß Gefühl ausgeschlossen zu sein – inmitten von vielen neuen Bekannten – alleine zu sein, daß immer mehr Menschen nichts mit mir anzufangen wissen, ich hatte Angst und noch viel mehr. Existenzielle Ängste noch und nöcher, keine Aufträge, 3 Wochen keine Wohnung. Ich bin aber immer weitergegangen. Durch die Angst hindurch. Durch all diese Gefühle hindurch. Das Gefühl fühlen. Egal, wie das Gefühl heißt.
    Das war es für mich.
    Und immer tat sich ein Weg auf. Unerwartet. Oft in letzter Minute. Neue Möglichkeiten und Wege – plötzlich waren sie da. Die Wege waren vorher nicht da, ich hätte sie mir nicht erdenken können – sie sind entstanden, weil ich sie gegangen bin. Zitternd, schlotternd, schreiend, weinend. Lachen konnte ich auch, das war in den letzten Jahren nur nicht so oft, aber befreiter, tiefer, schöner. Ich habe Momente erlebt, die ich ohne diesen Weg nicht erlebt hätte. Momente, in denen ich einfach nur noch
    bin – so wie ich bin. Ich habe tiefe Gefühle von Glück und Liebe, die ich nie zuvor hatte und doch, daß ich sie kenne und sie nur vergessen hatte. Ich hatte mich vergessen.
    Wovon jemand anderes lebt, ist unwichtig – für Dich. Der Weg wovon Du leben kannst, zeigt sich, indem Du ihn gehst.
    Mit dem Wort Vertrauen konnte ich früher nicht viel anfangen – und mußte mir wohl irgendwie selbst zeigen, was es heißt, mir selbst zu vertrauen. Ich vertraue jetzt meinen Entscheidungen.

    Der Weg geht weiter und ich freue mich … über die größte Abenteuerreise meines Lebens …

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  8. eva

    sehr schön.. was ich nur wissen will… wovon lebtjeff jetzt? ich meine, es ist alles gut und schön sich zu finden, nur wenn ich das auch machte (bin im übrigen auf dem weg), wüsste ich nicht wovon ich leben sollte. leider ist man halt gezwunen, kompromisse zu schliessen. und wenn du sie eingehst, musst du damit rechnen, dass du in der normalen welt blöde angeschaut wirst, oder überhaupt ausgeschlossen wirst, weil sie nicht wissen was sie mit dir anfangen sollen… so schauts aus. da spricht eine, die das gerade erlebt + irgendwie das gefühl hat dass sie daran scheitern könnte……

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