Anzeige

Selbständigkeit als spiritueller Weg: Geld alleine reicht nicht mehr. Für immer mehr Menschen ist Selbstständigkeit Teil ihres spirituellen Weges zu Entwicklung und Erfüllung.

Selbstständigkeit als Weg der Entwicklung und Erfüllung

Immer mehr Menschen gründen eine neue oder verändern eine bereits bestehende berufliche Selbstständigkeit mit dem Ziel, neben der Existenzsicherung auch persönliche Entwicklung und Erfüllung zu erreichen. Sie darüber hinaus als spirituellen Weg zu sehen, ist die Einladung zu einer Reise der besonderen Art.

Das Selbstständig-Sein als Arbeits- und Lebensform hat sich in den letzten 20 Jahren wesentlich verändert. Bisher waren die typischen Selbstständigen solche Menschen, die für ihre Firma rund um die Uhr arbeiten, vorwiegend kaufmännisch und gewinnorientiert denken und handeln, gut verdienen, Angestellte haben, immer unter Strom stehen und es zu einem gewissen Ansehen in ihren regionalen gesellschaftlichen Kreisen bringen. Die eigene Gesundheit und die Familie stehen dabei häufig hintenan, weil es eben nicht anders geht.

Das „Neue Selbstständig-Sein“, das immer häufiger vorkommt und dem Großteil der heutigen Existenzgründungen entspricht, beruht in einem viel höheren Masse auf den individuellen Interessen und Talenten der Gründer, auf Zufriedenheit und Lebensqualität, kooperativen Arbeitsformen ohne Angestellte, flexiblen Arbeitszeiten und -orten und einer großen persönlichen Freiheit der Gründer. Diese „Firmen“ sind häufig Einzelunternehmen oder Freiberufler, die Buchführung macht ein Steuerbüro, das primäre Interesse liegt nicht im Geldverdienen sondern in der Verwirklichung von Zielen, die eng an die Persönlichkeiten der Gründer geknüpft sind. Natürlich soll aus dieser Tätigkeit auch der Lebensunterhalt bestritten werden, aber die reine Gewinnmaximierung als Unternehmensziel ist zunehmend unattraktiver geworden.

Selbstständigkeit – Ein Weg des Kriegers

Auf eine bestimmte Art ist der Weg in ein spirituell orientiertes Selbstständig-Sein auch ein Weg des Kriegers. Damit ist nicht der Krieger gemeint, der kämpft, um sich gegen Angriffe zu verteidigen oder gegen andere zu gewinnen – obwohl beides durchaus hilfreich oder auch notwendig sein kann. Der Weg des Kriegers ist vielmehr ein spiritueller Weg zu sich selbst, vom Bekannten zum Unbekannten. Er fordert Disziplin, Durchhaltevermögen und eine Verpflichtung sich selbst gegenüber, er führt Dich auf eine vergnügliche Reise, freudvoll und voller Schönheit.

„Ein spiritueller Krieger hat erkannt, dass der einzige Sinn oder Zweck, den das Leben hat, die einzige Bedeutung, die „Absicht“ ist, mit der er bzw. sie auf die Reise geht. Daher nimmt er das Leben niemals ernst und hat jede Menge Humor in seinem Reisegepäck. Er sucht absichtlich die Veränderung, die Bewegung und den Tod als Verbündete zu gewinnen, weil sie ihm helfen, die verschiedenen Tyrannen, denen er unterwegs begegnet, anzupirschen. Als Tyrannen bezeichnen wir jeden Menschen, Ort oder jede Situation, die „Deine Knöpfe drückt“, Dich ausrasten lässt, bzw. Dir das Gefühl gibt, dass Du hilflos ausgeliefert bist. Der Krieger akzeptiert die Tyrannen als seine größten Lehrer.“
(Mary Flaming Crystal Mirror: Süße Medizin, Die Lehren der Twisted Hairs, Band 2)

Der Weg des Herzens

Wenn der Weg des Kriegers auch ein Weg des Herzens ist, kommen weitere Qualitäten hinzu: Die
innere Haltung und Einstellung sich selbst, dem Leben und anderen gegenüber, Wissen um der Freude willen zu suchen, permanent zu wachsen und seine Grenzen ständig zu erweitern. Wer diesen Weg beschreitet, wird immer wieder mit neuen und unerwarteten Situationen konfrontiert sein, muss sein Gleichgewicht immer wieder neu finden und bequeme Gewohnheiten loslassen. Das Ziel dieses Weges ist es, beim Gehen aus den eigenen Beschränkungen und Begrenzungen hinauszutreten, den eigenen Schatten zu erkennen und wirklich frei zu werden.

„Ein Pfad ist nur ein Pfad“, diese Erkenntnis von Don Juan aus Carlos Castanedas „Die Lehren des Don Juan“ bedeutet, dass Du ihn jederzeit verlassen kannst, wenn Du das Gefühl hast, dass er nicht mehr der Richtige ist. Um festzustellen, ob Du ihn weiter beschreiten oder ihn lieber verlassen sollst, brauchst Du Klarheit und Selbsterkenntnis und die Wahrnehmung für das, was Dein Herz Dir signalisiert. Die Gründe, warum Du auf alten Wegen bleibst, obwohl das Herz Dir
etwas anderes rät, sind unter anderem, dass Du noch keinen neuen Weg kennst, Angst vor der Veränderung hast, Dich anderen gegenüber verpflichtet fühlst, Dein Ehrgeiz erfolgreich zu sein, Erschöpfung oder Depression.

„Um den Pfad des Herzens zu finden – dem Strom der Natur zu folgen -, brauchen wir mehr disziplinierte Bewusstheit als Selbsterkenntnis. Denn der Pfad des Herzens ist einfach der „leichte“ Weg; er ist das uralte Tao, dem aber niemand folgen kann ohne Wahrnehmung dessen, was geschieht. In diesen Augenblicken, in denen wir unsere zweite Aufmerksamkeit gebrauchen, unseren Traumkörper spüren und das Tao finden, wissen wir, dass wir auf der richtigen Spur sind; denn, egal, ob wir hart arbeiten oder nicht, haben wir das Gefühl, wir brauchten überhaupt keine Energie. Alles geschieht in Übereinstimmung mit uns selbst, und es ist, als würden wir mit einer Welle im Strom des geringsten Widerstandes fließen. Auch wenn wir uns mitten in einem Wirbelwind befinden, ist es immer noch der Weg der geringsten Aktion, der Weg, der im Taoismus manchmal als das „Nicht-Tun“ oder als „Wu-Wei“ bezeichnet wird.“
(Arnold Mindell: Den Pfad des Herzens gehen)

Selbstständigkeit und Träume

Schamanisch betrachtet sind unsere Träume ein Teil der Realität, der nicht vom Verstand kontrolliert wird, sondern ein Eigenleben hat, eine eigene Welt. Das gilt für die umfangreichen nächtlichen Träume genauso wie für Tagträume, die manchmal nur Sekundenbruchteile dauern. Sie kommen von selbst, sind oft kurios oder skurril und weniger logisch als vielmehr phantastisch. Wenn sie Dir besonders auffallen, z.B. indem sie sich wiederholen, oder Dich emotional aufwühlen, dann scheint ihre Botschaft besonders gehaltvoll oder essenziell zu sein. Diese Träume drängen danach, gelebt zu werden, d.h. als Teil Deines Lebens Raum und Aufmerksamkeit zu bekommen. Wenn Du das tust, dann hast Du das Gefühl „auf dem richtigen Weg zu sein“, was Du tust, gelingt und es strengt Dich nur wenig an.

Diese wahren Träume zu unterscheiden von den oberflächlichen Verlockungen, z.B. in Form von Berühmtheit, Gewinnen oder Reichtum, ist wohl die zentrale Herausforderung aller spirituellen Wege: Lebst Du Dich und Deine Bestimmung, bist Du am richtigen Platz im Leben, dienst Du einem höheren Selbst oder wirst Du gelebt von Illusionen, Wünschen und Sehnsüchten, die mächtig aber nicht erfüllend sind? Meine Erfahrung ist, dass Du den Unterschied erkennen kannst, indem Du Dich auf den Weg machst, losgehst und immer wieder innehältst, Deinem Herzen und Deiner Wahrnehmung folgst und dadurch Schritt für Schritt den wirklichen Traum Realität werden lässt. Es ist zwar immer wieder ernüchternd, wenn scheinbare Träume zerplatzen, aber auch enorm befreiend, Dich von Vorstellungen zu lösen, die einfach nicht zu Dir passen.

Der Weg des Selbstständig-Seins

Mut braucht es schon, um aus der Komfortzone das Gewohnten herauszutreten, denn selbst wenn es vielleicht gar nicht so komfortabel dort ist, so ist doch alles bekannt und vertraut. „Die meisten Menschen bleiben ihr Leben lang in der Scheiße sitzen und jammern jeden Tag darüber, dass sie so fürchterlich stinkt – denn sie ist behaglich warm!“ hat mir ein Coach mal mit auf den Weg gegeben zum Zusammenhang zwischen Wachstum und Veränderung. Wer also raus will aus dem Gewohnten, darf die vorübergehende Abkühlung nicht scheuen. Und wenn die entscheidenden Schritte dann getan sind, stellt sich das womöglich sogar als wohltuende Erfrischung dar!

Ohne an Grenzen zu geraten, wird es auch nicht funktionieren. Dabei geht es meist weniger um die Grenzen des Möglichen, sondern vielmehr um die Grenzen der eigenen Wahrnehmung. Grenzen verursachen Angst, denn dahinter ist unbekanntes Terrain und sie werden meist geschützt und bewacht. Weise ist es, diese Grenzen nicht rücksichtslos zu verletzen oder zu überschreiten, sondern sich ihnen behutsam anzunähern, um sie zu studieren. Meistens passiert dadurch eine Veränderung und der eigene Horizont wird weiter. Die Grenze wird plötzlich durchlässig oder verändert ihre Gestalt, die Wächter werden zu Verbündeten. Arnold Mindell hat in der von ihm entwickelten „Prozessarbeit“ die Grenze als den Ort zwischen den bewussten und den unbewussten Bereichen unseres Lebens beschrieben. Sie offenbart sich in all den Situationen, wo die Dinge anders laufen, als es Dir recht ist, wo Du irritiert, wütend und verzweifelt bist: Unfälle, Zufälle, etc.. Anstatt in solchen Momenten aufzugeben und umzukehren, werden „Herzens-Krieger“ aufmerksam und neugierig – hier gibt es etwas zu erfahren! Da die unbewussten Bereiche unseres Lebens sehr viel größer und mächtiger als die bewussten sind, lohnt es sich für diejenigen, die sich für einen spirituellen Weg entschieden haben, sie kennenzulernen. Das Selbstständig-Sein als Lebens- und Arbeitsform ist eine wunderbare Plattform dafür, da es regelmäßig Situationen und Ereignisse hervorruft, die genau das erfordern.

Fragen zur Selbsteinschätzung

  • Wo bist Du bereits Krieger, wo noch nicht?
  • Wo beschreitest Du bereits Deinen persönlichen Weg des Herzens?
  • Welche Grenzen fordern Dich besonders heraus?
  • Welche hast Du bereits gemeistert?

 

Mehr Artikel zum Thema

Arbeit ist sichtbar gemachte Liebe

Die Befreiung der Arbeit: Das 7-Tage-Wochenende

Wir müssen Glück fordern: Warum das BIP kein sinnvoller Maßstab mehr ist

 

Bild: Bestimmte Rechte vorbehalten von Ray_from_LA

 

Hinterlasse einen öffentlichen Kommentar

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.

*