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Die Verbindung von Spiritualität und Selbstständigkeit ist die Herausforderung unserer Zeit. In anderen nicht Konkurrenten zu sehen, sondern Mitbewerber, kein Gegen-, sondern ein Miteinander zu praktizieren ist der Ausstieg aus dem ewigen Kreislauf der Angst, dass nicht genug für alle da ist.

 

Berufliche Selbstständigkeit stellt eine der größten Herausforderung im Leben dar. Wer sich selbstständig macht, braucht Mut und Vertrauen – in das Universum, in Gott, in sich selbst. Berufliche Selbstständigkeit bietet die Chance, sich selbst zu verwirklichen. Allerdings nur, so scheint es, soweit es die bestehenden Marktmechanismen zulassen. Und doch ist eine funktionierende selbständige Existenz eine der besten Gelegenheiten, die Welt und die bestehenden Systeme mitzugestalten. Denn wer seine Integrität wahrt und seine Werte authentisch nach außen vertritt, lebt Verantwortung für sein Wirken in der Welt und hat Ausstrahlung. Und so trägt Arbeit zum Lebensglück bei.

Dazu gehört auch, sich mit dem bestehenden System auseinander zu setzen. Es so, wie es existiert, anzuerkennen. Nur wer die Regeln kennt, kann tatsächlich „handeln“ im „kaufmenschlichen“ Sinne des Wortes. Das bedeutet konkret: sich auch als kreativ und spirituell arbeitender Mensch den weltlichen Sachverhalten zumindest soweit zu nähern, dass eine berufliche Selbstständigkeit innerhalb dieses Systems dauerhaft möglich ist. Würdigen wir unser System als das, was über Jahrzehnte von Menschen für Menschen entwickelt wurde. Wertschätzen wir die Menschen in den Finanzämtern und Arbeitsämtern, Behörden und Dienststellen.

 

Mit den Normen spielen

Bleiben wir authentisch und persönlich und haben wir keine Berührungsängste mit den typischen Symbolen der Wirtschaft, ob das nun eine vorgegebene Kleidernorm ist oder bestimmte Umgangsformen. Wir können mit diesen Äußerlichkeiten spielen. Wir können eine Brücke bauen zwischen der Spiritualität und den weltlichen Systemen der Ökonomie, mit Steuern und Formalitäten, statt im Spagat zu bleiben. Indem wir die bestehende Ordnung annehmen, wie sie ist, können wir sie nutzen, um sie mitzugestalten und umzubauen. „Wer etwas zur Bewusstseinsentwicklung beitragen kann, gehört auf den Marktplatz“.

Sich selbstständig machen bedeutet sichtbar werden. Es verlangt, ein eigenes Profil
zu entwickeln, seine Fähigkeiten und Kompetenzen zu zeigen, präsent zu sein. Das heißt, sich seiner selbst, seiner Werte und Überzeugungen bewusst zu sein und sie als unmittelbaren Selbstausdruck zu leben.
Die Welle von Gründungen und die Impulse für neue Selbstständigkeit, ausgelöst durch die Wirtschaftskrise, sind für mich auch ein Erwachen aus der Arbeits-Lethargie. Die Sicherungssysteme, die mit unserem Erwerbsleben verknüpft sind, verführen zu Lebensentwürfen, die nichts mehr mit dem eigentlichen Leben zu tun haben und die Entwicklungschancen negieren.

Was in deinem Leben macht dir Spaß, gibt dir Sinn und Befriedigung, was macht dich glücklich? Wohin führt dein Weg mit Herz? Bei welchen Tätigkeiten bist du im Flow?

 

Tu, was du liebst

Jeder Mensch findet, wenn er tut, was er liebt. Wenn wir unserem Herzen folgen, macht uns Erfolg glücklich. Und nur dann. Egal, ob Erfolg haben nun Anerkennung, Selbstbestimmung, Geld oder Freiheit für uns ist. Alles Erreichbare, Machbare ohne Herz ist kein wirklich gefühlter Erfolg, ist keine Glücksquelle.
Unterstützt du mit deiner Arbeit eine Entwicklung, die deiner Vision von einer „besseren“ Welt nahe kommt? Ist deine Arbeit mit deinen Werten in Einklang? Hast du Zeit für das, was dir wichtig ist? Sind dein Leben und deine Arbeit fließend und nährend miteinander verflochten? Arbeit ist sichtbar gemachte Liebe.
Solange wir „Konkurrenz“ und nicht „Mitanbieter“ denken, werden diese „Konkurrenten“ uns Angst machen. Wer weiß, dass für alle genug da ist, wer allen Menschen das Beste wünscht, Glück wünscht, auch denen, die zufällig gerade dasselbe in die Welt bringen möchten, lebt seine Spiritualität wirklich.
Wir müssen lernen, mit ökonomischen Notwendigkeiten kreativ umzugehen und mit anderen zu kooperieren. Mitunter können wir dabei nicht nur das tun, was uns gefällt. Aber wir können achtsam dafür bleiben, was uns gefällt, und immer weiter diesem Ziel entgegenwachsen.

 

Wachstum steht für Entwicklung, nicht für Expansion

Bewusstheit in der Selbstständigkeit wird automatisch zu kleineren und transparenteren Strukturen führen, zu mehr Übersicht. Gerade die kleineren Gründungen und freien Berufe haben die Möglichkeit, sich langsam aufzubauen und gesund zu wachsen und zu bleiben.

Einfachere Strukturen und verlässliche Netzwerke ermöglichen eine humane und organische Ordnung. Wachstum steht dann für Entwicklung, für Glück und nicht mehr nur für expansives Ausdehnen nach ökonomischen Prinzipien. 
Gelebte Spiritualität in der Selbstständigkeit bedeutet für mich:

  • wach sein für kreative Möglichkeiten, Wege der Liebe zu gehen
  • Netzwerke bilden, die sich natürlich ergänzen und stützen 
  • sich nicht überwältigen lassen von dem bestehenden Angebot
  • immer wieder überprüfen, ob wir tatsächlich in Übereinstimmung mit unseren Werten handeln 
  • annehmen, was ist. Wenn wir Angst spüren, forschen, woher sie rührt. Uns unserer Angst stellen. Nur so können wir sie überwinden.
  • uns dafür lieben, dass wir mutig sind, dass wir Verantwortung übernehmen
  • Situationen loslassen, die unsere kreative Lebensenergie blockieren
  • uns trotz des Zahlenwerks eines Geschäftsplanes von unserer Intuition leiten lassen
  • geduldig und gelassen auch finanzielle Engpässe als Herausforderung nehmen, neue Wege zu gehen
  • Menschen nicht in „Zielgruppen“ einteilen. Wenn wir uns so zeigen, wie wir wirklich sind, ziehen wir energetisch die Menschen an, die wir wollen.
  • sich gerade in schwierigen Zeiten selbst treu bleiben und die Gesellschaft durch beherztes Handeln mitgestalten
  • Erfolge zulassen. Glück zulassen.

Selbständig sein heißt: ständig sich seiner selbst bewusst sein und jeden Tag Liebe und Spiritualität ins Handeln einfließen lassen. Verstehen wir die Krise der bestehenden Wirtschaftsordnung als Aufforderung, uns zu zeigen und ohne Angst das, woran wir glauben, in die Welt zu bringen! Unternehmen wir was!

 

Abb.: © Kurhan – Fotolia.com

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