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In vielen Traditionen wird der Atem als Vehikel genutzt, um tief sitzende Blockaden aufzulösen und neue Bewusstseinsräume zu erschließen. Ines Howe erklärt, wie wir über das integrative Atmen Spannungen – unser ungenutztes Potential – in fließende Lebensenergie umwandeln können, um die engen Begrenzungen unseres bisherigen Ichs zu lockern und letztlich abzustreifen.

 

In der heutigen Welt sitzen viele von uns, stehen, schlafen, sprechen, handeln und bewegen sich auf eine Art und Weise, die unser Atmen und unsere physische, emotionale und geistige Gesundheit untergräbt. Wenn wir uns selbst anschauen, wenn wir wirklich fühlen und uns einen Moment ehrlich beobachten, sehen wir, dass wir eine sehr große Spannung überall in unserem Körper tragen. Wir können sie in den Händen, dem Gesicht, den Augen, im Kiefer, in der Zunge, am Hals, im Bauch, in der Brust und so weiter fühlen – ja sogar in den Füßen. Diese Spannungen können die natürliche, harmonische Bewegung des Zwerchfells und seine Koordination mit den sekundären atmenden Muskeln behindern. Sie behindern auch den harmonischen Fluss des Atems und der Lebensenergie durch unseren Körper und Geist.

Alle Widerstände, frei und selbstbestimmt zu leben, unsere Selbst-Sabotageprogramme, die Gründe, warum wir nicht bekommen, was wir uns wünschen, haben die Art, wie wir atmen, geprägt. Wie wir atmen, ist mit allen Aspekten unseres Wesens verbunden, den körperlichen, emotionalen, geistigen und spirituellen.

Der erste Schritt im gesunden Atmen ist, sich dessen bewusst zu werden, wie wir wirklich atmen. Aus der Perspektive der großen geistigen Traditionen in der Welt bringt unser Atem nicht nur den erforderlichen Sauerstoff zum physischen Körper, sondern auch die feineren Energien, die wir als Prana, Ki oder Chi kennen und die helfen, unsere höheren Körper – die Energiekörper und -zentren – zu nähren. Der Atem ist Teil der Energie, die das Leben erhält.

 

Durch die Gefühlsschichten atmen

Bewusstes Atmen ist eine innere Reise in dieses Leben. Wenn wir bewusst und verbunden atmen, entspannt sich unser ganzes System sehr tief, bis wir an eine Grenze kommen, die aus Spannung, innerem Stress und den Traumen der Vergangenheit entstanden ist, dem, was wir bisher erfolgreich unterdrückt haben. Wenn wir weiter atmen, öffnet sich diese Grenze und wir erleben viele Schichten von Gefühlen und Empfindungen, wir durchleben viele Zyklen, an deren Ende wir einen Frieden erfahren, der „jenseits aller Vorstellungen ist“, wie viele es beschreiben. Unser System ist durchflutet und angehoben von Lebensenergie.

Im Durchschnitt nehmen wir zwanzigtausend Atemzüge am Tag. Dies sind zwanzigtausend Gelegenheiten oder zwanzigtausend Einladungen, unsere eigene natürliche Bestimmung mitzuerschaffen und damit die eigene Evolution zu lenken.

Jeder Atemzug, den wir nehmen, sendet eine Nachricht an unsere Psyche, an unser Unbewusstes oder Unterbewusstes und an jede Zelle in unserem Körper. Jeder Atemzug, den wir nehmen, sendet ein Signal an unser Nervensystem, unser Immunsystem, unser kardio-vaskuläres System, unser endokrines System, unser lymphatisches System, unser Verdauungssystem, unser Muskelskelettsystem. Unserem Körper-Geist-System viele Signale von Entspannung und Vergnügen, Freiheit und Sicherheit, Energie und Lebendigkeit, Frieden und Macht zu senden, ist daher sehr wichtig.

Mit jedem Atemzug reinigen und entgiften wir auch unser Körper-Geist-System. Der Atemraum wird weiter, das ist körperlich und geistig erfahrbar. Der Anstieg von Lebensenergie und Lebensfreude in uns stärkt unsere persönliche Kraft. Innere Zufriedenheit wird nach außen projiziert, und das Bedürfnis zu kritisieren und abzuwerten sowie unsere Erwartungen an äußere Umstände oder andere Personen treten dabei immer mehr in den Hintergrund.

 

Ausatmen ist Hingabe an das, was größer ist als wir

Allein das bewusste Ausatmen führt zu einer Erweiterung des Einatmens, unmittelbar gefolgt von dem Loslassen des Ausatmens, schnell und vollständig. Der Atem ist aktiv, aber sanft, ohne zu zwingen, zu stoßen oder zu blasen. Die sich aufbauende Energie bildet eine Grundlage, um mit tieferen Schichten in uns in Kontakt zu kommen. Beim Loslassen des Ausatmens geschieht auch ein Loslassen von Muskeln und Gelenken, die im Liegen nicht gebraucht werden. Die Idee ist, sich fallen zu lassen, der Energie des Atems ganz zu vertrauen. Zur gleichen Zeit weiten sich unsere Grenzen aus und vergrößern die Fähigkeit des Zulassens und Annehmens, es ist ein Geschehenlassen von tiefen Gefühlen, Angst, Schmerz, negativen Gedanken und Mustern, starren Einstellungen, das Erkennen von dysfunktionalen Verhaltensmustern und den Ursachen von physischen Krankheiten. Wenn das Loslassen und das Annehmen vollständig sind, kann das innere Zentrum, das unberührt ist, erfahrbar sein, wie ein Nullpunkt, der ohne Gedanken ist, ohne Bewegung, ohne Absicht. Eine Erfahrung von Unbegrenztheit, Verbundenheit, Gegenwärtigkeit. Es ist nichts Mysteriöses oder Esoterisches, es ist das, was wir im tiefsten Inneren und auf der echtesten Ebene unseres Seins sind: reines Bewusstsein. Wir sind das Bewusstsein, das das Weltall durchdringt.

Wenn wir bewusstes Atmen anwenden, um zu dieser Wirklichkeit zu erwachen, in uns und um uns, wenn wir es mit jeder Faser unseres Körpers und Denkens tun, mit der klaren Absicht, uns zu öffnen und hinzugeben und der Energie des Atems und des Lebens zu vertrauen, können Wunder geschehen.

Wir können mit einem einfachen Seufzer der Entlastung beginnen und vertrauen, dass etwas sich auf natürliche Weise ordnet. Aber dieser Seufzer muss unbehindert und vorbehaltlos sein, er muss total sein. Wir können damit beginnen, diese Gewohnheit zu üben, dass wir jedes Mal, wenn uns etwas berührt oder unsere Aufmerksamkeit auf sich lenkt, einen tiefen Seufzer nehmen, auch dann, wenn irgendwie unser Fokus verschoben wird, wenn ein Gefühl ausgelöst wird, wenn uns etwas stört oder aufregt, so dass wir uns angewöhnen, uns keine Gelegenheit entgehen zu lassen.

 

Harmonisierung und Integration der Zentren

Es gibt Menschen, die wir intuitiv respektieren, die uns inspirieren, weil sie das verkörpern, wonach wir uns sehnen. Sie ragen in ihrem geistigen, emotionalen und körperlichen Leben über andere hinaus und haben besondere persönliche und intime Beziehungen. Sie haben Charisma und tragen zum Leben anderer bei. Sie leben mit Leichtigkeit und Freude und mit Achtung vor dem Leben, sie werden nie krank. Sie können vor anderen weinen und doch sind sie natürliche Führer. Sie haben einen Kopf, ein Herz und einen Bauch. Sie leben aus diesen drei Aspekten ihres Seins und sie haben eine freie Wahl darüber, von welchem Modus aus sie agieren, angepasst an die jeweilige Situation. Es gibt diese drei Zentren oder Aspekte in jedem von uns. Aufgrund der Konditionierung und Gewohnheit kann eins dieser Zentren nicht zugänglich sein, unbenutzt. Dadurch sind wir in unseren Aktionen und Reaktionen eingeschränkt. Probleme werden automatisch mit den immer selben Strategien versucht zu lösen, meist mit Kämpfen, einem unangemessen großen Energieaufwand und dem Gefühl, dass aller Aufwand doch vergeblich ist.

Integratives Atmen hilft, unsere Zentren zu harmonisieren und die unterentwickelten, unbenutzten Aspekte zu wecken und zu beleben. Wenn  alle drei Zentren zusammen arbeiten und zur Verfügung stehen, blühen wir auf, wir leben unmittelbar und mühelos.

 

Das Werkzeug zur Transformation – bewusstes Denken.

Es ist wichtig zu verstehen, wie unser Bewusstsein unsere Erfahrungen bestimmt. Wir haben die Wahl, die Qualität der Gedanken zu erhöhen. Mit ängstlichen Gedanken säen wir Misstrauen und Paranoia, es sind unsere eigenen Angriffsgedanken, mit denen wir uns selbst verletzen und die uns erleben lassen, dass die Welt ein feindlicher Ort ist.

Wenn wir ständig in Anspannung sind, unser Leben durch Urteile aus der Vergangenheit und Erwartungen an die Zukunft geprägt ist, wird unser Atem verkrampft und disharmonisch bleiben, wir werden nie entdecken, was es bedeutet, aufrichtig menschlich zu sein. Für unser Leben auf diesem Planeten wird sich nichts verändern, egal welche hervorragenden Strategien wir uns ausdenken oder wie viel Gewalt und Aggression wir anwenden. Es war Einstein, der gesagt hat: „Du kannst ein Problem nicht mit demselben Geist lösen, der es erschaffen hat.“

Wenn wir unsere ängstlichen Gedanken aufgeben und Gedanken der Liebe und Harmonie wählen, werden unsere Beziehungen von Mitgefühl und Frieden erfüllt sein. Wir werden mit größerer Klarheit intelligente Lösungen für die wachsenden Probleme in der Welt finden, mit denen wir konfrontiert sind. Nur wenn wir unveränderlich tiefe Anerkennung für den Wert und das Wunder zu sein empfinden, hat unser Leben Bedeutung.


Abb: © Paulus Nugroho R – Fotolia.com

Info-Abend am Montag, den 23.4., 19 Uhr, im Adhara, Pestalozzistr. 35, Berlin.-Chlbg.

Immer mittwochs
19 Uhr: Quantum Light Breath, Atem-Meditation

Workshops:
5. bis 7.4.2012: „Ja zum Leben – aus vollem Herzen“

28.6. bis 1.7. 2012: Ostsee-Training, Fest des Atems

20.12.2012 bis 6.1.2013: Bali, Celebrate Life

Infos und Kontakt:
Tel.: 030-324 19 43 oder atmen-info@arcor.de

www.atman-institut.de

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