Wir alle haben ein Leben in Lebendigkeit und Würde verdient. Warum sind dann so viele Menschen erschöpft und erstarrt?

Burn-Out, Depressionen und Süchte nehmen in unserer Gesellschaft zu. In Deutschland waren laut der Gesundheitsorganisation WHO im Jahr 2010 schon über vier Millionen  Menschen depressiv und über eine Million alkoholabbhängig. Warum so viel Betäubung ?

Aus meiner Erfahrung als „Learninglove“- Lehrerin fehlt vielen Menschen die Erfüllung ihrer emotionalen Grundbedürfnisse, also sich gesehen, gehört und geliebt zu fühlen. Der zarteste und tiefste Teil in uns, das „innere Kind“ aber möchte gesehen werden! Wenn unsere Verletzlichkeit behutsame Wertschätzung erlebt, bewirkt das eine erfüllende Begegnung mit unserem Innersten. Dann kommen wir in uns selbst Zuhause an und es entsteht ein ungeahntes Selbstvertrauen.

Emotionale Verletzungen –  seelische Panzer

Viele von uns haben in ihrer Kindheit Grenzüberschreitungen, Gewalt, Beschämung oder Schock erlebt und können deshalb heute oft keine Nähe in der Partnerschaft leben und im Beruf nur wenig Empathie entwickeln. Unsere ganze Gesellschaft ist geprägt vom Konkurrenzkampf, es gibt immer mehr Scheidungen und inzwischen mehr Selbstmorde als Verkehrsopfer (siehe WHO-Bericht). Der Einzelne läuft erschöpft mit dem Handy herum und ist nach außen isoliert. Wir haben uns einen seelischen Panzer zugelegt und gelernt, unsere Gedanken und unser Verhalten wie Waffen zu verwenden.

Doch es gibt eine Möglichkeit, diese Waffen ebenso wie unsere Masken wieder abzulegen. Mit den Werkzeugen der Learninglove-Arbeit werden Ängste aus der Starre gelöst und im eigenen Tempo behutsam in das Erlauben unserer eigenen Bedürfnisse verändert: ich darf authentisch und unperfekt menschlich sein!

Offenheit schafft Vertrauen  – sich verletzlich zu zeigen gibt Kraft

Vor allem das Verstehen und Erforschen von Scham und die Wieder-Verbindung mit unserem Selbstwert ist für mich ein besonders kostbares Thema. In dieser Arbeit ist Körperpräsenz notwendig, um die passenden Worte oder Gesten zu finden, die einladend wirken: Statt Angriff und  Verunsicherung eine wertschätzende Sicherheit bieten, bei Misstrauen offen und wertfrei bleiben.  Verletzlichkeit und authentisch Sein vorleben, Resignation und Wut erforschen im sicheren Raum, sich abgrenzen können gehört dazu.

Manchmal ist wenig Vertrauen mit Bezugspersonen entstanden oder viel Vertrauen zerstört oder missbraucht worden, durch Grenzüberschreitungen, Bedrohung und emotionale Kälte. Erst die eigene Erfahrung damit, was Scham und Schock bedeuten, lässt uns die Geduld entwickeln, behutsam langsam immer wieder liebevoll eine Verbindung mit uns selbst einzuladen.

Früher glaubte ich selbst, ich müsste noch mehr leisten, besser sein, dann wird alles gut… Leistungsdruck, Perfektionswahn, angepasst und angestrengt weitermachen… In meinem Verständnis beginnen Depressionen mit Gefühlen wie „Ich darf nicht, ich kann nicht und mich versteht keiner“.

Aber es gibt eine Alternative: Selbstliebe lernen, den Mut, verletzlich zu werden, sich selbst zuhören lernen, sich selbst spüren und allmählich in geschützter wertfreier Umgebung sich anderen mitteilen. 
Durch mehr Selbstliebe entsteht Selbstvertrauen, unsere innere Weisheit öffnet sich und wir finden Ressourcen für mehr Nähe mit uns selbst: Wertschätzung der eigenen Wahrheit und Tiefe  statt Verurteilungen wie „Schwäche“ oder „Du bist ein Looser“.

Werkzeuge für Partnerschaft

Je mehr ich meinem eigenen inneren Kind Raum geben kann, also meine eigene Verletzlichkeit und die Erfahrungen von  Scham oder Schock wahrnehme, verstehe und wertschätze, um so mehr kann ich auch mit meinem Partner den Gefühls-Raum halten, wertfrei und mit Sensibilität.

  • Es bedeutet so viel Veränderung, wenn ich merke: „Ich bin auf den Anderen wütend, ziehe mich zurück oder gehe in irgendeine Aktivität, weil ich mich eigentlich darunter klein und hilflos fühle und voller Scham.“ 
  • Oder: „Ich muss mich jetzt nicht mehr als „perfekt“ beweisen, weil ich gelernt habe, mich selbst ernst zu nehmen statt auf die Bestätigung im Außen zu warten.“
  • Ich kann lernen, während eines Streites mich zu reflektieren und verschwinde nicht innerlich oder äußerlich bzw. lenke mich nicht mehr ab.

Dafür brauche ich die Erfahrung, was Verbindung mit mir selbst bedeutet. Und dazu braucht es eine behutsame Unterstützung, denn wir sind vielleicht gar nicht gewöhnt, uns selbst in der Tiefe mitzubekommen:

  • Kann ich mich in Hilflosigkeit, Angst oder Wut akzeptieren und auch noch damit wertschätzen – oder lenke ich mich vorher schon im Außen ab und vermeide damit, die tieferen Ebenen zu erfahren?
  • Bekommt meine zarteste Seite von mir selbst Anerkennung oder wird sie abgewürgt?
  • Bin ich wirklich liebevoll und großzügig mit mir selbst?
  • Habe ich überhaupt das Gefühl, genug Raum zu bekommen?

Genau diese Tiefe oder Nähe mit mir selbst bewirkt aber erst die Nähe und das Vertrauen zu anderen – authentisch und verbunden zu sein. Und wenn ich mir selbst Raum geben kann, weiß ich erst, wo meine Grenzen sind. Ich kann auch wahrnehmen, wo Frauen und Männer unterschiedliche Bedürfnisse haben und wo die inneren Kinder von beiden sich einfach nur geliebt fühlen möchten. Der dadurch wachsende Respekt gibt Verbundenheit und Freiheit gleichzeitig.

Eine Antwort

  1. Andreas V.
    Friede auf Euren Weg!

    Hallo liebe Alle!
    Ich habe in den letzten Jahren in Bezug auf der Beziehungsebene zu Frauen und Männern viele Erfahrungen hinsichtlich der eigenen Wahrnehmung und Reflexion machen dürfen…sich selbst annehmen so wie ich bin…Yoga hat mir da sehr geholfen und ich bin froh aus dem Hamsterrad raus zu sein und mich den wirklich wichtigen Dingen im Leben zu widmen! Friede auf Euren Weg! Holido Andi

    Antworten

Hinterlasse einen öffentlichen Kommentar

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.

*