Das Pendel wird gern von Heilern und Therapeuten benutzt. Wann und wie ist es sinnvoll, mit Hilfe eines Pendels Fragen an die geistige Welt zu stellen? Wie verlässlich können die so erhaltenen Antworten sein? Auf die Wahrheitssuche begibt sich Geomant Dr. Gregor Arzt

Nicht wenige Menschen nutzen privat oder als Therapeuten, Forscher und Heiler ein Pendel. Wann und wie ist es sinnvoll, mit Hilfe eines Pendels Fragen an die geistige Welt zu stellen? Wie verlässlich können die so erhaltenen Antworten sein? In diesem Beitrag möchte ich aus der Perspektive meines Arbeitsgebietes, der Geomantie, auf das sachgemäße Verhältnis von eigenverantwortlichem Handeln und Forschen und der bewussten Inanspruchnahme von Hilfe aus der geistigen Welt durch Pendeln eingehen und dazu einige orientierende Regeln nennen.

Einfache radiasthetische Pendelübung

Zum Pendeln reicht es, an einen üblichen Wohnungstürschlüssel ein Stück Bindfaden von 15-20 Zentimeter Länge zu knoten, das Fadenende zwischen Daumen und Zeigefinger zu nehmen und das so gefertigte Pendel anzuheben, dass es frei schwingen kann. Eine einfache erste Übung damit wäre: Man hält die Pendelspitze in ein bis drei Zentimeter Abstand über einen Bleistift, der auf dem Tisch oder dem Boden liegt. Wenn man dann beginnt, langsam die Spitze des Pendels entlang des Stiftes zu bewegen, wird man feststellen, dass das Pendel an den Enden des Stiftes jeweils in charakteristischer Weise „wie von allein“ in eine bestimmte Schwingung versetzt wird, auch an der Mitte des Stiftes.

Hier befindet man sich auf der Ebene der energetischen Eigenschaften des untersuchten Gegenstandes, des Stiftes. In diesem Fall macht man eine Erfahrung mit den polarisierten Enden des Stiftes – „männlich/ yang“ bzw. „weiblich/yin“ – und der neutralen Übergangszone in der Mitte. Diese Erfahrung kann man an jedem einigermaßen länglich geformten Gegenstand wiederholen. Von hier aus ist es nicht weit zum konventionellen Rutengehen, wo man stehende Energiefelder der Erde, wie etwa Wasseradern oder Gitternetze, durch Überschreiten systematisch erkundet.

Wer oder was bewegt das Pendel?

Wenn man beginnt, mit dem Pendel oder der Rute zu üben, hat man bald ein unwiderlegbares Evidenzerlebnis: Man spürt eindeutig, dass man selbst nicht der absichtsvolle, intentionale Urheber der entsprechenden Bewegung des Gerätes ist, das man in Händen hält. Diese Erfahrung muß man gemacht haben, wenn man irgend etwas Sinnvolles über das Pendeln bzw. Radiästhesie allgemein sagen möchte. Urteile ohne diesen Erfahrungsweg sind von vorneherein unsachgemäß. Doch wer oder was bewegt denn nun das Pendel, wenn ich es nicht selber mache? Diese Frage hat früher immer wieder zu Spekulationen geführt, ob es nicht einen letztlich naturwissenschaftlich erklärbaren Zusammenhang zwischen Materialeigenschaften des Pendels und seiner Umgebung geben könnte – etwa bei Stahlruten eine Reaktion auf das Erdmagnetfeld.

Aus der Praxis des Rutengehens können wir heute mit einiger Sicherheit sagen, dass das Material einer Rute, eines Schwingstabes (Biotensor) oder eines Pendels relativ unwichtig ist. Es sollte bei Ruten nur möglichst biegsam bzw. beim Pendeln zweckdienlich geformt sein. Diese Einsicht erspart teure Anschaffungen von Geräten, die einem durch aufwändige Materialien leichteres und genaueres Arbeiten suggerieren. Dank der Entwicklung und Verbreitung der Kinesiologie – dem gezielten therapeutischen Arbeiten mit dem Muskeltonus, der als Rückmeldung über den funktionellen Zustand des Körper-Seele- Geist-Systems interpretiert wird – können wir heute sagen, dass das Pendeln und Rutengehen eine Form der angewandten Kinesiologie ist.

Die Geräte werden auf der physischen Ebene durch minimale, kaum wahrnehmbare Muskeltonusschwankungen bewegt. Doch wer oder was verändert nun meinen Muskeltonus? Das kann nun nur noch übersinnlich beobachtet und nicht mehr physikalisch gemessen werden. Beim Rutengehen stärken oder schwächen die durchschrittenen stehenden Erdstrahlenfelder den Energiekörper des Rutengängers. Das überträgt sich auf den Muskeltonus. Wenn ich aber mit dem Pendel am Ort bleibe und Fragen an die geistige Welt sende, dann inkorporiert sich kurzzeitig ein Geistwesen ganz gezielt in die Muskelgruppe, die ich ihm für den Erhalt der Antwort zur Verfügung stelle.

Diese Form des Pendelns würde ich im Unterschied zum radiästhetischen Pendeln mentales Pendeln nennen: eine sehr einfache Dialogform zwischen mir und einem Geistwesen. Das kann ein Engel, ein Verstorbener, ein Naturgeist, vielleicht auch mein eigenes höheres Selbst sein. In meiner geomantischen Arbeit nutze ich diese Möglichkeit in vielfältiger Weise, sobald ich Hilfe und Führung aus der geistigen Welt brauche.

Klare Zeichen vereinbaren

Wer zum ersten Mal so mit dem Pendel üben möchte, frage zunächst in Richtung des eigenen Schutzengels: Welche Reaktion des Pendels bedeutet „ja“? – und beobachte, was geschieht. Man wiederhole die Anfrage für das „nein“. Die geistige Welt wird sich zukünftig dann dieser beiden Bewegungsweisen des Pendels bedienen, wenn sie eine Antwort signalisieren will – eine Art Klopfzeichencode.

Was konnen wir durch mentales Pendeln erfahren?

Man darf nicht zu viel vom mentalen Pendeln erwarten, denn dieser Code führt uns nicht zu einem ganzheitlichen Erleben der geistigen Welt, wie es sich aus dem Erüben der übersinnlichen Wahrnehmung etwa als Imagination (geistiges Bild), Inspiration (sprachähnliche Mitteilung) und Intuition (lebendiges Denken) über Jahrzehnte dann ergibt. Es kann einen auch auf Ab- und Holzwege führen, man kann sich beim „Auspendeln“ von Jahreszahlen und Inkarnationsfolgen in eine bedeutungslose Scheinpräzision versteigen, wo ein einfaches Verstehen eines Themas in seiner Relevanz für heute wichtiger gewesen wäre.

Dennoch ist gerade das Pendeln eine wunderbare Möglichkeit, das Geführtwerden durch die geistige Welt geradezu leiblich kennenzulernen und sich ihm immer erfolgreicher anzuvertrauen – wenn es sachgemäß angewendet wird, parallel zur Ausbildung der übersinnlichen Wahrnehmung.

Dazu einige Regeln und Erläuterungen:

1. Welches Geistwesen sich meldet und wie weise seine Antworten sind, hängt von der Qualität der gestellten Fragen und von der Reinheit der Motive des Fragenden ab. Eine gut gestellte Frage signalisiert der geistigen Welt, dass der Fragende bereit ist mitzudenken und sich aufrichtig Mühe gibt. Sie ist wie ein Mitarbeiterausweis, den man dem Pförtner zeigt. Der Pförtner kann dann jemanden aus der entsprechend sachkundigen Abteilung holen. Fragen aus reiner Neugierde werden an die Abteilung „bunte Visionen ohne Gehalt“ weitergeleitet.

Ernsthafte Wege in der Geistesforschung wie zum Beispiel in der Geomantie unterscheiden sich von konventioneller Forschung im Wesentlichen nur dadurch, dass man von vorneherein weiß, auf die Mithilfe der geistigen Welt angewiesen zu sein. Die Geistwesen sehen es gerne, wenn wir als ihr „Juniorpartner“ möglichst engagiert dabei sind, und brauchen auf lange Sicht auch unsere Hilfe. Doch was macht eine gute Frage an sie aus? Man stellt sie, wenn man in einem lebensförderlichen Arbeitszusammenhang weiterkommen möchte. Bevor man sie stellt, sollte man sich schon möglichst gut in das Thema eingearbeitet haben, damit man selbst und die geistige Welt den Kontext gut verstehen kann. Ich nehme dafür ein Beispiel aus meiner geomantischen Arbeit.

Wenn ich über einer Landkarte pendeln möchte mit der Frage, an welcher Stelle eine Heilungsarbeit nötig ist, muss ich die Landkarte zuvor möglichst sorgfältig studiert und besser noch die Gegend selbst intensiv erkundet haben, denn die geistige Welt kann sich im Physischen nur über das orientieren, was ich ihr über meine eigenen Tagsinne zukommen lassen kann. Ich muss dafür ein intensives inneres Abwägen und Erfühlen lernen, um zu erkennen, wann der Zeitpunkt für eine Anfrage an die geistige Welt mit dem Pendel überhaupt reif ist. Immer wieder sollte ich dabei meine Motive prüfen: Überwiegen egoistische Ziele? Will ich „groß rauskommen“ mit den Ergebnissen?

2. Eine vorurteilslose, gelassene, mutige und demütige Grundhaltung ist unerlässlich. Die erhaltenen Antworten sollen akzeptiert werden, auch wenn sie den eigenen Wünschen und Neigungen widersprechen. Wenn man unangenehme Antworten wieder in Frage stellt, ziehen sich auch die geeigneten Ratgeber nach und nach wieder zurück. Wir brauchen uns nur vorzustellen, wie es uns selbst gehen würde, wenn jemand uns oft um Rat bittet und sich dann nicht an die erteilten Ratschläge hält.

3. Immer, wenn es hauptsächlich um eine Entscheidung geht, die für den eigenen Lebensweg als einen Weg des Erübens von Freiheit bedeutsam ist, darf nicht gependelt werden. Diese Regel schützt das Entwicklungsziel des einzelnen Menschen wie auch das der Menschheit: Freiheit in Liebe. Sie ist besonders sensibel zu handhaben. Wer schon bei einer einfachen Frage wie „Soll ich mit dem Rad zur Arbeit fahren oder zu Fuß gehen“ zum Pendel greift, entmündigt sich selbst.

4. Es ist verboten, sich in die Privatsphäre anderer ungebeten einzumischen. In meinem Metier darf ich beispielsweise bei einem Nachbarschaftsstreit nichts über die Motive des Nachbarn erfragen. Ich kann meinen Klienten nur anbieten, mit ihnen zusammen vor der eigenen Türe zu kehren, denn das kann sich indirekt auch schon positiv aufs nachbarschaftliche Verhältnis auswirken. Hält man sich nicht an diese Regel, kann das negative Folgen haben, die auf den Urheber unweigerlich zurückfallen. Ich bin daher auch unsicher, ob man das Pendel zum Beispiel als Arbeitgeber in Personalfragen einsetzen dürfte.

5. Wenn es um Wissen geht, das ganz klar in der diesseitigen, weltlichen Sphäre entstanden und zugänglich ist über Bücher, Datenbanken oder hier lebende Menschen, die man befragen kann, darf nicht gependelt werden. So ist beispielsweise das „Auspendeln“ einer Liste von Homöopathika im Gegensatz zu einer fachgerechten Anamnese unverantwortlich und nur im Notfall als Akutverordnung vertretbar. Allgemein darf nicht gependelt werden, wenn Faulheit als Grundmotiv vorliegt. Man sollte, wie gesagt, seine Motive, warum man gerade pendelt, kennen und jederzeit vertreten können.

6. Das Kriterium für erfolgreiche Arbeit mit dem Pendel ist, ob die Ergebnisse der Arbeit der Förderung des Lebens in Freiheit und Liebe auf der Erde dienlich sind. Man wird jetzt vielleicht fragen, wo man das Pendel denn überhaupt guten Gewissens noch einsetzen darf. Ich selbst benutze es fast ausschließlich in geomantischen Arbeitszusammenhängen als ein Handwerkszeug in ganz gezielten Situationen. Wenn ich beispielsweise ein geistiges Bild erhalte, eine Imagination während der übersinnlichmeditativen Erforschung eines örtlichen Heilungsthemas, und nicht sicher bin, was das Bild bedeutet, biete ich der geistigen Welt eine mögliche Interpretation an und frage dann mit dem Pendel, ob sie richtig ist. Wenn ich eine gut gestellte Frage formuliert und „abgesendet“ habe, frage ich gerne mit dem Pendel nach, ob es noch eine bessere geben würde/gibt.

Ich verdanke der Erfindung des Pendels über die Jahre sehr viel, denn sein Gebrauch hält mich zu gedanklicher Klarheit an und vertieft mein Vertrauen in die geistige Welt. Privat nutze ich das Pendel, wenn ich beispielsweise jemandem eine Flasche Wein schenken möchte, denn ich bin kein Weinkenner und glaube auch nicht, dass mir ein Weinkenner bei der Auswahl helfen könnte. Ich stelle mich also vor das Regal im Laden, verbinde mich mit der Person, die ich beschenken möchte, pendele dann durch, ob und wenn ja, wie viele geeignete Flaschen vorhanden sind, und wenn es keine weiteren Kriterien gibt, muss ich unter den in Frage kommenden Flaschen dann wieder selber wählen.

In diesem Winter beginnt ein neuer Ausbildungszyklus mit Seminaren, die an wechselnden Orten zwischen Ostsee, Berlin und Sachsen stattfinden werden. Schnupperseminare Pendeln, Rutengehen und das leibliche Geführtwerden durch die geistige Welt: 1.-3.12.2017 in Lohmen/Sächsische Schweiz, 15.-17.12.2017 an der Ostsee bei Wismar.

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