Wahrheit ist auf einer tiefen spirituellen Ebene kein Produkt unseres Denkens, sondern etwas, das wir fühlen können. Sie entsteht durch schrittweises Vertrauen in dieses Gefühl. Der Weg dahin ist allerdings manchmal einer, auf dem genau diese Gefühle und damit das Vertrauen auf dem Prüfstand stehen …

Von Ellen Hennicke-Weinert

Bevor ich mich den Informationen, die ich von meinen Freunden aus der geistigen Welt erhalten habe, hingeben und ihnen folgen konnte, war es ein langer Weg. Während dieser Zeit habe ich immer sehr bewundert, wie viel Langmut sie mit mir hatten und dass sie meine Fragen immer und immer wieder geduldig beantwortet haben. Sie waren nie beleidigt, wenn ich Zweifel hatte, und drängten mich nie, wenn ich zögerte, um meine inneren Gefühle zu erforschen, bevor ich den nächsten Schritt ging. Vor gefühlten Ewigkeiten (real vier Jahre) hatte ich meine erste Begegnung mit unseren plejadischen und arcturianischen Helfern.

Danach wurde ich lange Zeit von den Wesenheiten Eva und George begleitet, die mir viele energetische Heil-Anwendungen zeigten und mich Schritt für Schritt darin unterrichteten. Ihre Wahrheit über Heilung wurde für mich zur anwendbaren Gewissheit, weil ich erlebte, dass Gutes geschah. Dass ich mich darauf überhaupt einließ, sie an meinen Patienten mitwirken zu lassen und ihre Methoden zu übernehmen, entsprang dem Gefühl von Liebe, das ich in ihrer Gegenwart empfand.

Verunsicherung

Eines Tages kam zu mir eine Patientin nach einem Schlaganfall (plötzliche Durchblutungsstörung im Gehirn gefolgt von Lähmungserscheinungen). Sie hatte sich bereits gut rehabilitiert, aber die gesamte linke Körperhälfte war weniger empfindungsreich und auch langsamer als die rechte. Aus meinem Unterricht in Anatomie, Physiologie und Pathologie entstand in meinem Kopf ein Bild von den Grundzügen und Charakteristika eines Schlaganfalles. Dennoch leitete mich ein intensiver Impuls im Herzen dazu an, nicht die Schäden im Kopf der Patientin zu behandeln, sondern meine Hände auf ihren Herz-Bereich zu legen.

Eva und George waren an meiner Seite, griffen jedoch nicht ein. Ich spürte sie beobachtend hinter mir. Hmmm? Wenn sie mein Tun nicht korrigieren, sondern nur zuschauen – prüfen sie, ob ich es allein hinbekomme? *schluck* Kann ich das? Ich kann ja jetzt schlecht zur Patientin sagen „Äh… tut mir leid. Ich hör dann mal lieber wieder auf.“ Ich blieb beim eingeschlagenen Weg und begann viel Trauer zu fühlen, die unter meinen Händen den Herzbereich der Frau verließ. Sie hatte eine Träne im Augenwinkel, wirkte dabei aber insgesamt stabil. Nachdem alle Trauer-Energien abgeflossen waren, kam Wut zum Vorschein. Ihr gesamter Solarplexus schien voll damit zu sein. Ich las in ihrem Gesicht nichts außer etwas Anspannung und blieb auf Kurs. Es floss lange und viel aus ihr heraus.

Die Wut war offenbar so lange da gewesen, dass immer neue Schichten zutage traten, die sich weit über den Solarplexus hinaus in die rechte (nach dem Schlaganfall war es ihre intakte) Körperhälfte ausgedehnt hatten, ohne jemals ab geflossen zu sein.

Darf ich mein Kopfwissen mal ablegen?

In diesem Moment schlug die Frau die Augen auf und sagte mit einigermaßen panischer Stimme: „Ich fühle meine rechte Seite nicht mehr!“ Adrenalin schoss durch meine Adern und in Windeseile scannte ich ihre objektiven Vitalfunktionen, den energetischen Zustand ihres Hirns und die beteiligten Meridiane. Dabei konnte ich die Hände nicht von ihrer Leber wegnehmen – ich wusste instinktiv, wenn ich diese Wut-Energie jetzt loslasse, so dass sie sich frei ihren Weg suchen kann, dann bekomme ich sie nicht mehr unter Kontrolle. Ich brachte, so gut es ging, meine Mimik unter Kontrolle und versuchte die Frau mit Worten zu beruhigen. „Gib mir einen Moment Zeit – das geht gleich vorbei!“

Ich betete, dass sie sich nicht von mir verunsichert fühlte, und suchte Kontakt zu Eva und George. Die beiden schüttelten den Kopf, und eine Sekunde lang befürchtete ich, dass dieses Kopfschütteln bedeutete, sie könnten nichts mehr für mich und die Patientin tun. Ich riss innerlich die Augen auf: „WAAS?!“ Einen Herzschlag später nahm ich wahr, dass Eva eine Geste machte. Sie wies mit dem Kopf in Richtung der Energien über der Leber. Ich holte tief Luft und wappnete mich, trotz allen inneren Widerstreits, auf Kurs zu bleiben. Dabei verspannte sich mein Magen unwillkürlich immer mehr. Fragen jagten durch meinen Kopf: „Darf ich in einem solchen Moment meine schulmedizinisch angelegte Ausbildung vergessen und meinem Gefühl folgen? Darf ich meiner Wahrnehmung der beiden Plejadier und ihren Gesten vertrauen? Was ist, wenn die sich mit menschlichen Krankheiten nicht gut genug auskennen und die Mittel und Wege auf ihrem Planeten für uns Menschen nicht die richtigen sind? Was ist, wenn die beiden MICH überschätzen?  Vielleicht stimmt alles, was sie über uns Menschen wissen, aber ich bin noch gar nicht weit genug, um es korrekt umzusetzen?“

Auch der Verstand kann hilfreich sein

Bevor noch weitere wenig hilfreiche Fragen in meinem Kopf auftauchten, mahnte ich mich zur Ruhe. Mein Verstand produzierte einen Kompromiss, der mich innerlich zur Ruhe brachte. Erstes Argument: Eva und George haben mich noch nie fehlgeleitet. Wohlwollen ist ihre Natur. Sie lassen mich nicht wissentlich etwas Falsches tun. Zweites Argument: Die Körperfunktionen der Frau sind stabil und ihre Empfindungen müssen nicht zwangsweise eine körperliche Ursache haben. Drittes Argument: Ich gebe mir weitere sieben Minuten – drei sind wahrscheinlich durch meinen inneren Widerstreit bereits vergangen. Zehn Minuten ist das Maximum, was ich mir erlauben kann, ohne einen Notarzt zu rufen. Viertes Argument: OHNE die Wut-Energien stehen die Chancen der Patientin in allen Lebensbereichen wesentlich besser, als wenn die zerstörerischen Kräfte sich tiefer in sie reinfressen können, weil ich im falschen Moment loslasse…

Konzentriert stürzte ich mich in meine verbleibenden sieben Minuten und kanalisierte alle Liebes- und Heilenergie, die ich zu geben imstande war. Ich fokussierte mich auf das Licht in mir, brachte es zum Glühen und Leuchten und lenkte es weiter zu der Patientin. Ich schaffte es sogar, nebenbei noch ein paar beruhigende Sätze zu murmeln. Die Wut-Energien begannen, sich zu sortieren und zu formieren. In meiner Konzentration schloss ich die Augen und gab wirklich alles, was mir damals möglich war.

Plötzlich gab irgendetwas unter meinen Händen nach. Ich öffnete die Augen und sah mehrere Dinge gleichzeitig – die Wut-Energien hatten die Form und Anmutung einer fremden Präsenz angenommen und wurden gerade von dem Licht verdampft, das von mir ausging. Eva und George flankierten das Geschehen, als würden sie darüber wachen, dass nichts Fremdes zurückkehren kann. Die Patientin hatte die Augen weit aufgerissen und sagte tonlos: „Es ist weg!“ Sie sah meinen fragenden Blick und sprach weiter: „Das Gefühl, dass ich krank bin, ist weg! Ich hatte immer latent das Gefühl, dass irgendwas in mir nicht stimmt, sich irgendeine Krankheit in mir breit macht. Das ist weg!“

Ein paar Tränen rannen ihr über die Wangen. Ich gab ihr Halt und Trost und Taschentücher. Während ich ihre Wange streichelte, konnte ich spüren, dass in ihrem Kopf eine neue Freiheit und Leichtigkeit herrschte. Dennoch besorgt fragte ich sie, ob sie denn ihren Körper wieder spüren könnte. Überrascht sah sie mich an und horchte in sich hinein. „Es ist alles da! Alles!“ Sie bewegte nacheinander alle Gliedmaßen und berichtete, dass es kribbelte, als würde alles wieder aufwachen, was eingeschlafen war.

Wie stark kann ich der geistigen Welt schon vertrauen?

Ich sandte ein Stoßgebet des Dankes an Eva und George. Als die Patientin gegangen war, kamen mir die Tränen – alle Anspannung löste sich, und ich versuchte mit meinen beiden Lehrern Kontakt aufzunehmen. Behutsam spürte ich ihren Trost, aber auch ihre Anerkennung zu mir hinüberfließen. Nicht weil ich so grandios gehandelt hatte, sondern weil ich mein eigenes inneres Hindernis überwunden hatte. Die Frage ist immer wieder: Folge ich meinem Gefühl und meinen Wahrnehmungen, auch wenn es unlogisch oder sogar gefährlich erscheint? Und: WIE treffe ich meine Entscheidungen, und stehe ich dann zu ihnen?

Als ich begriff, wie tief die beiden in mich geschaut hatten, war ich plötzlich heilfroh, dass ich anfangs dachte, die vermeintliche Prüfungssituation drehe sich um die Techniken, die ich von ihnen gelernt hatte – und nicht darum, wie stark ich schon vertrauen kann. Außerdem wurde mir klar, dass jemand, der sich ehrlich und herzlich darüber freut, wenn ich mehr Selbst-Vertrauen gewinne, ein echter Freund sein muss. Einer, dem ich als Person und Seele am Herzen liege. Nicht jedes meiner Erlebnisse mit meinen geistigen Freunden war so dramatisch, jedoch wuchs von Mal zu Mal in mir die Erkenntnis, dass es sich um zuverlässige Wesen mit integren Absichten handelt.

Aus diesen positiven Erfahrungen wuchs Vertrauen und aus dem Vertrauen wurde das Anerkennen der größeren Wahrheit: Wir sind nicht allein. Uns wird geholfen, wenn wir es zulassen. Wenn wir unsere Selbstzweifel loslassen, können wir viel mehr bewegen, als wir bisher immer dachten. Nach und nach wurde diese Wahrheit zu einer tiefen Gewissheit. Mein Glaube wird nicht mehr so oft erschüttert und muss sich nicht immer wieder neu vor meinem Hirn rechtfertigen oder beweisen. Er ist einfach da. Tragfähig und hundertfach geprüft.

PS: Im Laufe von zwei weiteren Monaten verschwanden bei meiner Klientin alle Symptome der linken Körperhälfte.

Nächste Workshops:
„Heilige geheilte Weiblichkeit“ am 18. November 2017
„Glaubenssätze auflösen“ am 10. Januar 2018

 

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