Holm Andree Jochmann über das Machen und Geschehenlassen…

In den ältesten Geschichten, die sich die Menschen erzählen, heißt es ungefähr: Am Anfang war der Geist. Dieser Geist hatte einen Traum, und aus diesem Traum erwuchs, wie durch ein Wunder, die materielle Welt. Der Geist spielte voller Liebe mit dem, was da nun war, die Materie wurde filigraner und gebar das Leben, zuerst die Tiere und die Pflanzen. Es dauerte noch einmal eine Weile, und dieses Leben begann seinerseits zu träumen und zu spielen. Es entstand unsere Intelligenz, der menschliche Geist. Der Geist hatte sich selbst erschaffen. In jedem Menschen leuchtet ein Körnchen der großen Seele, wir alle sind daher auch Geist und Schöpfer. Allerdings sind wir, was die Beherrschung dieser unglaublichen Schöpferkraft betrifft, wahrscheinlich noch im Kindergarten.

Wir haben einerseits den Verstand, der uns hilft, unsere Eindrücke zu ordnen und zu verstehen. Und wir haben auf der anderen Seite das Gefühl, das uns direkt mit der großen Seele verbinden kann. Im Gefühl liegt dabei die größere Schöpferkraft. Wir können uns in eine mögliche Zukunft einfühlen und sie anprobieren wie ein Kleidungsstück.

Das Gefühl überprüft dabei präzise: Passt meine Vorstellung von dieser Zukunft oder passt sie nicht? Das heißt: Bei wachem Gefühl wissen wir, ob das, was wir vorhaben, im Einklang steht mit dem, was zur größeren Bewegung in und um uns passt. Wenn es stimmt, rufen wir die erträumte Realität damit ins Leben. Wir schöpfen Realität. Wenn es nicht stimmt, verwerfen wir die Idee, jedenfalls, wenn wir gut im Kontakt mit uns sind (das, was stimmt, geht leicht und entwickelt sich von selbst). Das heißt, wir sind fähig, mit dem „großen Geist“ in Resonanz zu sein, auch etwas zurückzusenden und im Weltenplan selbst neue bunte Muster zu erzeugen: Wir sind Schöpfer!

Geduld ist natürliches Vertrauen

Die Seite unserer Intelligenz, die emotional mit der großen Seele verbunden ist, ist ganz selbstverständlich in einem Zustand der Geduld. Geduld ist in diesem Zusammenhang das natürliche Vertrauen darauf, dass sich das, was man innerlich auf den Weg gebracht hat, irgendwann auch im Außen zeigen wird. Nun gab es auf dem Weg der Menschheit viele Enttäuschungen und Ereignisse, die unsere Vorfahren wie eine Kränkung erlebt haben. Es gab Naturkatastrophen, Kälte, Kinder sind verhungert. Das hat unser Vertrauen in unser großes geistiges Spiegelbild erschüttert. So entstand eine Angst, sich vertrauensvoll mit dem Gefühl an die große Seele (Gott, Mutter Erde, wie immer man das nennen will) zu binden, weil sie manchmal auch unberechenbar und sogar strafend erschien. Wir zogen uns emotional zurück von der Verbindung zur Quelle. Der Verstand, eigentlich nur ein Werkzeug, wurde zur Zuflucht, zum Mittel der Abwehr von Unsicherheit und Angst.

Dabei erweist sich, dass der Verstand eine verführerische Eigenschaft hat: Er kann sich über das, was stimmt, hinwegsetzen. Er gaukelt uns vor, wir seien unabhängig und könnten tun, was wir wollen, und seien scheinbar frei und grenzenlos. Der Verstand ist fähig zu List, Täuschung und Manipulation. So war eine seiner ersten nutzlosen und grausamen Ideen, die unberechenbare „große Kraft“ mit Opfern, sogar Menschenopfern, zu bestechen. Bei ängstlichen Menschen oder ganzen Völkern, die sich auf die innere Verbindung mit der großen Seele nicht mehr einlassen wollen, verschiebt sich das Gleichgewicht zwischen emotionaler und rationaler Intelligenz hin zum rationalen Teil. Diese rationale Intelligenz ist nicht gebunden durch die harmonische Verbindung mit dem großen Ganzen. Sie kann irre Blüten treiben und gaukelt uns vor, wir hätten alles im Griff, wir hätten die Macht.

Dieses illusorische Gefühl der Macht ist wie eine Droge, die uns Angst, Unsicherheit und die Einsamkeit des Nicht-Verbunden-Seins vergessen lässt. Deshalb erlebte die ausschließlich rationale Wissenschaft eine stürmische Entwicklung – ihre Verfechter glaubten, sie könnten das gesamte Universum komplett über den Verstand erfassen und alles berechnen.

Geduld sagt ja zum Jetzt

Erst in der Quantenphysik stellt sich allmählich wieder eine gewisse Demut ein, denn mit Denken und Logik alleine kommt man in den Bereichen, mit denen sie sich auseinandersetzt, nicht mehr weiter. Es gibt hier eine verschämte Rückbesinnung zur Spiritualität (die man auch in der Medizin beobachten kann), denn die jüngere Geschichte der Menschheit zeigt sehr deutlich, dass die rationale, die unverbundene Seite unserer Intelligenz, Dinge und Zustände erschaffen kann, die nicht in Harmonie sind mit dem großen Ganzen. Die große Seele in ihrem ewigen Gleichgewicht ist aber gleichermaßen elastisch wie unerbittlich. Wir können für einen Moment Unordnung erzeugen und gegen den Strom schwimmen. Wir treffen aber früher oder später dabei auf einen Tsunami, der uns mit großer Kraft wieder zurückwirft. Das heißt, das unverbunden Erschaffene steht immer auf tönernen Füßen und ist nicht von Dauer.

Beispiele für solche Schöpfungen sind Monokultur, Gen-Food oder der exzessive Einsatz von Antibiotika, deren negative Nebeneffekte wir teilweise schon jetzt spüren und später noch in einem stärkeren Ausmaß zu spüren bekommen werden. Das kann man auch im Kleinen beobachten. Wenn der Kopf sich auf ein Ziel versteift, das nicht in Harmonie ist mit dem, was sowieso kommen würde, dann setzt sich das nur schwer um. Der Intellekt kann dann mit tausend Tricks dieses Ziel trotzdem erreichen. Vielleicht mit Lügen, Manipulation oder komplizierten Konstruktionen, die das warnende Gefühl überdecken sollen, das sonst sagen würde: „Vergiss es!“ Was am Ende bei dieser Anstrengung herauskommt, taugt allerdings nichts. Die Alternative dazu ist die Geduld: Mit dem Gefühl verbunden in aller Ruhe warten auf das, was stimmt, dabei aber weiter singen, arbeiten oder tanzen. Fehlt die Geduld, dann wird Warten zur alleinigen Tätigkeit, und das ist unerträglich, weil nichts anders mehr möglich ist. Der aktuelle Zustand wird abgelehnt und ein aktives Weiterleben ist scheinbar erst möglich, wenn der ersehnte Zustand eintritt.

Geduld ist eine spirituelle Leistung

Unglücklich Verliebte (Menschen, die an einem Wunsch festhalten, der offensichtlich nicht stimmig ist) wissen, was ich meine. Man ist handlungsunfähig, lauscht in Richtung Treppenhaus, jedes „Bing“ aus dem Handy erhöht den Puls und war dann doch wieder nur eine Mail von der Versicherung. Man läuft zum Fenster, schaut die Straße hinunter, läuft wieder zur Tür und lauscht ins Treppenhaus. Dass das, worauf man wartet, stimmig ist, könnte man daran erkennen, dass man unbeschwert weiter im Jetzt und Hier unterwegs wäre. Man würde tun, was man immer tut, und sich eher im Hintergrund und voller Freude und Zuversicht auf das freuen, was kommt. Verschiedene philosophische und spirituelle Schulen befassen sich mit diesem Thema seit tausenden von Jahren. Die Erkenntnis ist uralt, dass die Gedanken in unserem Kopf, auf die wir so stolz sind, meistens kein Ausdruck von Weisheit sind. Techniken wie Meditation entstanden, um das beschränkte Denken zu vergessen und sich stattdessen anzukoppeln an das große Wissen, das in der Stille, im großen Bewusstsein liegt.

In der Tradition dieser Weisheit würde man vielleicht zu hören bekommen: „Wenn du es willst, musst du es lassen!“ Geduld galt diesen Weisen als hohe Tugend, als spirituelle Leistung. Der Begriff Geduld bedeutet zweierlei. Zum einen die Fähigkeit, dem, was entstehen will (oder dem, was sich wandeln will), mit Gleichmut die Zeit zuzubilligen, die es dazu eben braucht. Zum anderen steckt in Geduld auch das Wort „dulden“, das heißt, sich nicht von Verdrießlichkeiten aus der Ruhe bringen zu lassen. Genau betrachtet bedeutet das, die Verbundenheit mit dem eigenen Herzen und damit die zur großen Seele nicht aufzugeben, auch wenn etwas schwierig wird.

Ungeduld legt sich mit der Realität an

Ich will für beide Aspekte ein Beispiel bringen. Für Geduld im Sinne der Fähigkeit, mit Freude zu warten, ist eine Schwangerschaft ein gutes Beispiel. Das, was zu einem gehört, wächst im Verborgenen und kommt, wenn es an der Zeit ist. Ginge es nach dem Zeitgeist, könnte man das Baby bei Amazon Prime bestellen: Zack, über Nacht geliefert! Doch das Einschwingen, Einfühlen, das Allmählich-hinein-Wachsen in die neue Situation würde fehlen. Mit der Geduld, die diesem heiligen Vorgang angemessen ist, kommen sich Eltern und Kind allmählich näher, obwohl sie sich nicht sehen. Normalerweise käme niemand auf die Idee, auf einen schwangeren Bauch zu klopfen und zu rufen: „Los, komm endlich raus da!“ Für Geduld im Sinne von „ein Hindernis oder eine Störung gleichmütig erdulden“ ist ein klassisches Beispiel der Stau oder eine Schlange an der Kasse. „Warum fährt der nicht, der Idiot! Ach, es ist Stau… Na trotzdem!“

Man kann an dieser Situation leicht erkennen, was hier schiefgeht: Der Kopf hatte seinen Plan. Es sollte schnell gehen und ich wollte doch schon längst woanders sein. Das heißt, die aktuelle Realität lehne ich ab, ich will eine andere. Das ist eigentlich Blasphemie, als ob man dem Universum sagen würde: „Ich weiß besser, was jetzt zu sein hat!“ Auf jeden FalI ist es eine eher kindliche Reaktion. Ich will, ich will! Wenn man mit dem Gefühl verbunden ist, im Zustand der Geduld, legt man sich nicht mit der Realität an, sondern schaut: Was ist jetzt? Wo bin ich? Was will das Geschehen mir sagen, was lässt sich daraus Gutes machen?

Die Situation ist ja nicht wirklich schlimm, es entsteht einfach nur eine Pause. Man könnte sie nutzen, um zum Beispiel Kontakt aufzunehmen zum Menschen vor oder hinter sich in der Schlange. Was daraus alles werden könnte! Womöglich würde das ganze Leben eine erstaunliche Wendung nehmen, wenn wir wach wären und wirklich aufmerksam für das, was uns gerade umgibt. Vielleicht steht genau hinter mir die zukünftige Liebe meines Lebens…

Kapitalismus: Ausdruck von Ungeduld

Man sieht, Geduld ist eine spirituelle Haltung. Man könnte fast sagen, eine zivilisatorische Leistung, die leider weitgehend noch aussteht. Wären wir mehr im Zustand der Geduld und damit sowohl mit unserem Herzen als auch mit der großen Seele verbunden, gäbe es keine Kriege mehr. Kriege verfolgen Ziele, die niemals einer Überprüfung im Sinne von „Stimmt das?“ standhalten. Wir würden nicht unseren Planeten zerstören, denn wir hätten die Zeit anzuhalten und zu überprüfen: Was brauchen wir eigentlich? – Auch die Konsumgesellschaft ist Ausdruck der Ungeduld. Bedürfnisse, die im Kopf entstehen, wollen wir möglichst schnell erfüllt sehen. Das ist die Droge, die uns die Verbundenheit mit dem Wesentlichen ersetzen soll. Wie das so ist mit Drogen, brauchen wir davon immer mehr und das immer schneller. Die amerikanische Online-Bestell- und Lieferplattform Uber-Eats und der Mega-Onlineversandhändler Amazon experimentieren schon mit Lieferung per Drohne. Wenn wir im Zustand der Geduld fragen würden: „Was brauche ich denn wirklich?“, würde das Bruttosozialprodukt kollabieren und für das Wort „Wirtschaftswachstum“ hätten wir keine Verwendung mehr. Kapitalismus ist Ausdruck von Ungeduld, was nichts anderes heißt als: Unverbundenheit mit dem Wesentlichen.

Ungeduld: Ausdruck einer zivilisatorischen Schieflage

Der Verstand sollte eigentlich der freundliche Berater des Gefühls sein. Die letzte Entscheidung steht eher dem Gefühl (der Intuition) zu, denn das verfügt über viel komplexere Informationen, weil es sich mit der Quelle aller Informationen verbinden kann. Die Verschiebung, die hier stattgefunden hat, spiegelt sich auch im Verhältnis von Mann und Frau. Die Quelle, das Leben, geht durch die Frauen direkt hindurch, sie haben den direkteren Zugang. Männer, wenn sie dem Leben dienen wollen, müssten sich da unterordnen. So war es vielleicht einmal im Matriarchat. Im Moment stehen die Männer noch auf dem Platz der Entscheider und tun das eher auf der Basis rationaler Erwägungen. Sie sind völlig überfordert, sterben früher und machen in ihrer Einsamkeit und Unverbundenheit sehr viel Unsinn. Die Frauen sind zutiefst verunsichert in ihrer eigentlichen Kraft, der emotionalen Verbundenheit, und lassen tendenziell lieber die Männer machen, weil das Sicherheit verspricht. Mutter Erde (Gefühl, Verbundenheit, Intuition) wurde irgendwann gleichgesetzt mit Angst und Unsicherheit. Wer an der Intuition festhielt, wurde als Gefahr empfunden und vielleicht als Hexe verbrannt. Vater Himmel (Geist, Verstand) versprach Sicherheit, aber ein Blick auf unseren geschundenen Planeten zeigt: Das war eine Illusion. Ich habe das Gefühl, in unserer Zeit stehen wir vor einer Entscheidung. Wir können weiter hektisch dem Denken vertrauen und das theoretisch Machbare tun – unverbunden und mit wahrscheinlich schrecklichen Konsequenzen.

Aber mehr und mehr zeigt sich auch das Andere, wir sind in einem großen Wandel. Die Männer gehen wieder das Wagnis emotionaler Verletzbarkeit ein und Frauen trauen sich zu führen, wobei eine Verbindung von Gefühl und rationalen Fähigkeiten gefordert ist. Mehr und mehr Menschen beschäftigen sich mit spirituellen Zusammenhängen und selbst bei denen, die das nicht tun, setzt sich die Erkenntnis durch: So geht es nicht weiter. Ein spiritueller Meister hat einmal gesagt: „Der Lohn der Geduld ist die Geduld.“ Das heißt, wenn wir Geduld üben, wenn wir bewusst immer wieder ins Gefühl gehen und uns vergewissern, dass das, was wir gerade erleben, auch das ist, was stimmt, kommt irgendwann die Geduld von selbst und wird eine eigene Qualität in uns, ohne dass wir etwas dafür machen müssen. Der glückliche Angler sitzt am Ufer und ist zufrieden mit der ganzen Situation, dem Glitzern des Wassers und dem Zwitschern der Vögel. Geduld ist in diesem Sinne nicht nur das Gegenteil von Ungeduld, sie ist auch das Gegenteil von Warten.

Warten und Ungeduld sind eher passiv. Ein Bild dafür ist Schneewittchen im Sarg: Das ist ein Warten, das nichts mit Geduld zu tun hat, auch wenn das Mädchen das sehr lange aushält. Vielleicht wartet Schneewittchen sogar sehr ungeduldig auf den Prinzen, dieser Zustand ist dennoch ohne eigene Macht und Verantwortung. Deshalb bringen Warten und Ungeduld tendenziell Unfrieden, der ersehnte Retter wird es uns nie recht machen können und wir sind mit ihm schon im Konflikt, bevor er da ist. Geduld dagegen bleibt aktiv, lebendig und im Gefühl. Man wünscht sich vielleicht etwas, weiß, es ist auf dem Weg, und in der Zwischenzeit freut man sich an dem, was schon ist, und macht was draus: Schneewittchen könnte den Glaskasten ja auch als Frühbeet nutzen. Hier liegt der Schlüssel für eine friedlichere Welt.

„Los, komm raus da!“

Ich hatte eine Schwangerschaft als Beispiel für natürliche Geduld erwähnt. Im Moment haben wir in Deutschland 30 Prozent Kaiserschnitte und die Hebammen dürfen eigentlich kaum noch ihr Gewerbe ausüben, das eigentlich Geduld heißen könnte. Das heißt, im Moment klopfen wir eben doch oft auf den Bauch und sagen: „Los, komm raus da!“ Im Stau oder in der Schlange an der Kasse verschwinden Mitgefühl und Verbundenheit innerhalb von Sekunden, vollkommen unnötig, denn es geht um nichts… Dabei brauchen wir uns einfach nur zu erinnern! Bei den Erwachsenen ist die Geduld seit langer Zeit verloren gegangen. Aber für uns als Kinder war Geduld ein natürlicher Zustand. Geduld heißt einfach nur verbunden sein mit dem Hier und Jetzt, und darin sind Kinder noch Meister. Sie versinken in dem, was sie tun. Spielen heißt, sich einzulassen und kein Ziel zu brauchen – das zum Tun passende Ziel findet sich von selbst und man sagt irgendwann erstaunt: „Donnerwetter, hätte ich nicht gedacht, dass ich es hierhin schaffe!“

Als ich darüber nachdachte, was ich für diesen Artikel schreiben könnte, fiel mir ein, wie es mir als Kind ging. Als kleiner Junge hatte ich mir lange eine Gitarre gewünscht. Es war erstmal keine aufzutreiben, denn ich bin im „Osten“ aufgewachsen. Also habe ich sehr lange gewartet. Irgendwann bekam ich eine uralte kleine Gitarre aus den 20er Jahren geschenkt. Die hatte nur noch zwei Saiten, und auch Saiten gab es natürlich erst einmal nicht zu kaufen. Mir war das völlig egal, ich war einfach nur glücklich. Ich wusste ohnehin nicht, wie man so ein Instrument stimmt. Ich wusste nur, ich will spielen. Also drehte ich an den Stimmwirbeln, bis ich fand, dass es schön klang. Plötzlich summten die beiden Saiten miteinander und es war für mich, als ob sich eine neue Welt öffnet. Ich habe tagelang unermüdlich diese beiden Töne gespielt und begeistert gelauscht und gefühlt, wie ein geheimnisvolles Summen und Brummen durch das Holz rollte. Heute weiß ich, ich hatte die Quarte gefunden. Was für ein Glück für mich, dass es noch kein YouTube-Tutorial gab. Eine lange Zeit hatte ich Freude an meinen zwei Saiten und entdeckte begeistert weitere Intervalle. Nach Kinderart war ich ganz im Moment und freute mich am Klang. So „geduldig“ war ich vielleicht nie wieder. Aber es ist für mich ein schönes Ziel, da wieder hinzukommen. Das Magische an Geduld ist, dass man sie gar nicht mehr braucht, wenn man sie hat!

Nächste Veranstaltungen:
Aufstellungswochenenden am 9.-11.8.2019 und 13.-15.12.2019 in 15324 Letschin, Wilhelmsauer  Dorfstraße 24. Aufstellungen und Übernachtung auf dem Mühlenhof. Außerdem offene Abende immer am jeweils dritten Donnerstag des Monats um 19 Uhr, Übernachtung möglich!

Author: Oliver Bartsch

3 Responses

  1. Beate Lerner
    Nonsense

    Selten so einen Quatsch gelesen. „Das Magische an Geduld ist, dass man sie gar nicht mehr braucht, wenn man sie hat.“ Aha. Was ist daran so magisch? Man braucht auch keine Kaffeesahne mehr, wenn man welche hat.

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    • Nadja
      Nochmal - ich liebe diesen Text

      Ich freue mich, dass jemand anders auch über diesen Text reden möchte. Den letzten Satz habe ich auch nicht so gut verstanden, ich glaube aber, dass es so gemeint ist: Wenn man ein geduldiger Mensch ist, dann braucht man sich in bestimmten Situationen nicht mehr anzustrengen, geduldig zu sein (wie im Stau zum Beispiel), weil es einem dann besser gelingt, das anzunehmen, was gerade da ist und etwas Konstruktives daraus zu machen.
      Ich gebe zu, der Text ist nicht so leicht zu verstehen, wenn man ihn ausschließlich mit dem Verstand liest. Es kann dann schnell passieren, dass „die unverbundene Seite unserer Intelligenz“, also der Verstand, ein Urteil ausspricht wie „Nonsese!“. Mit „unverbunden“ meint der Autor, wenn Herz und Kopf manchmal nicht verbunden sind, und dadurch auch die Verbindung zu Gott (oder wie man es für sich nennen will, zum Beispiel „große Seele“, wie er es sagt) oft unterbrochen ist.
      Ich kann es sehr empfehlen, diesen Text mit Verstand und Gefühl gleichzeitig zu lesen, das kann einem sehr viel Schönes bringen. Wenn man gar keine Empfindung dafür hat, was eine „große Seele“ sein könnte, dann ist es glaube ich auch schwierig, diesen Text nachzuvollziehen, weil das irgendwie die Grundidee, die Basis des Textes ist. Alles Gute für Sie – mit diesem Text, ohne diesen Text und auch sonst im Leben.

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  2. Nadja
    Danke für diesen wunderbaren Text

    Ich bin begeistert von diesem Text und möchte dem Autoren, Herrn Jochmann, dafür ganz megamäßig danken. Es ist wunderbar, dass jemand so ganz klar ausspricht, dass man viel mehr begreift von der Wahrheit, wenn man weniger auf den Kopf und mehr auf sein Herz hört. Viele Jahre lang habe ich es in der Schule andersherum gelernt, und auch von Erziehern und Eltern andersherum gesagt bekommen, obwohl etwas in mir immer wusste, dass das so nicht stimmig war. Und dann kommen da jetzt Sie, die derselben Generation wie meine Eltern angehören, und sagen wie es richtig rum ist. Und dann ist auch noch mein Herz mit der „großen Seele“ direkt in Verbindung und ich kann mich immer vertrauensvoll an diese wenden. Danke! Mir geht es jedenfalls mit diesem Text seit ein paar Tagen so, wie es Herrn Jochmann ging mit seinen zwei Gitarrensaiten. Ich lese den immer wieder und fühle, wie stimmig das alles ist. Woher weiß er das nur alles? Bitte denken Sie viele weiterer solcher Gedanken und schreiben Sie immer munter weiter solche Texte, und haben Sie viel Freude dabei!

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