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Erleuchtungserfahrungen sind nicht das Ende des ­spirituellen Weges, sondern oft Türöffner zu tieferen Schichten unserer Psyche, die nun an die Oberfläche kommen, um von alten Traumata und Mustern gereinigt zu werden. Ludmilla Rudat ­beschreibt, wie sie diesen Prozess des immer tieferen Fühlens alten Schmerzes ­erlebt hat.

 

Ich werde hier über die mir widerfahrene eineinhalb Jahre dauernde dunkle Nacht der Seele berichten, weil es eine große Hilfe sein kann, in dieser Phase die Geschehnisse einordnen zu können und dadurch Zuversicht und Kraft zu schöpfen. Ich war immer sehr dankbar, wenn ich jemanden traf, der diese Prozesse selber durchlaufen hatte und mir lediglich mit seinem Mitgefühl und Verständnis eine große Hilfe bot. Denn dort durchgehen können wir nur selber, das kann uns niemand abnehmen.

Nachdem ich dreieinhalb Jahre, seit einer verwandelnden Erleuchtungserfahrung, das Leben erforscht hatte, kam ich zu dem Punkt: „Wenn alle Unwissenheiten beseitigt sind, bist du frei von Wissen, jetzt lebe!“ und meinte damit, dass es auf einer bestimmten Ebene für mich jetzt nichts mehr zu tun gäbe. Es hatten sich etliche Erkenntnisse über die Welt eröffnet und zahlreiche mentale und emotionale Strukturen aufgelöst. Ich fühlte mich frei. Ich hatte den Eindruck, dass ich nun irgendwo angekommen war, wo diese Art von Forschung, wie sie bisher stattgefunden hatte, ein Ende hatte. Ich hörte auf, Bücher zu lesen, da mich das nicht mehr interessierte, und war doch recht gespannt, was jetzt kommen würde.

Dies war der Anfang der „dunklen Nacht“, in der es hauptsächlich darum gehen sollte, die verbliebenen emotionalen Wunden, das Ur-Wertlosigkeitsgefühl, das Ur-Verlassenheitsgefühl und letztendlich die Urwunde des „Sich-getrennt-Erlebens“ zu heilen. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich bereits, wer ich bin bzw. wer ich nicht bin. Ich konnte  dieses Wissen aber erst vollständig in mir verlebendigen und mich daran erfreuen, nachdem ich die Urwunden, die jeden von uns über viele Inkarnationen begleitet haben, geheilt hatte.

 

Pure Ausweglosigkeit

So kam es, dass mein Leben auf jeder Ebene ins Wanken geriet. Die Beziehung zu meinem Ehemann stellte sich in Frage und wollte gelöst werden, meine bisherige Jobsituation verlangte eine Veränderung und warf unbeantwortbare Fragen auf, die finanzielle Situation war stets unsicher, die gewünschte schulische Betreuung meiner Tochter ließ sich nicht realisieren und eine unglückliche Liebe verursachte enormen emotionalen Schmerz, der ungefiltert auf den Grund meines Herzens fiel und dort gefühlt werden wollte. Auf allen Ebenen des Lebens schien Stagnation eingetreten zu sein, nichts klappte, nichts rührte sich, pure Ausweglosigkeit, mein Selbst-Wert-Gefühl war am Boden. Tiefes Erschüttertsein, Ur-Verlassenheitsgefühle und Todessehnsucht machten sich breit. „Gott“ zeigte sich nicht. Ich bemühte mich, nicht zu interpretieren, bemühte mich, stillzuhalten. Es gelang nicht. Ich kämpfte für meine Wünsche im Außen und bekam eine „Absage“ nach der nächsten.

Die äußeren Begebenheiten an sich sind hier nicht so sehr von Bedeutung, sondern vielmehr meine inneren Reaktionen und Interpretationen, die mich in tiefe Verzweiflung stürzten. Mir wurden in dieser Zeit sehr viele subtile Anhaftungen gezeigt, die ich sofort loslassen konnte. Zum Beispiel die Anhaftung daran, dass das Leben einen Sinn haben muss. Wir suchen nur so lange nach einem Sinn, wie wir die Vollständigkeit in uns selbst noch nicht realisiert haben. Aber es gab auch Anhaftung an Hoffnung, Anhaftung an ein Wunschziel, Anhaftung an den Weltschmerz und daran, etwas Gutes tun zu wollen, die Last der Welt zu tragen, Anhaftung an einen Wunschpartner, Anhaftung, sich entwickeln zu wollen und deshalb ungeduldig zu sein, Anhaftung an Manipulation und Kontrolle, Anhaftung an die Freuden des irdischen Daseins, Anhaftung an das Loslassen-Wollen usw. Das Lösen dieser Anhaftungen waren kleine und große Abschiede von der Welt, und sie hinterlassen eine große Leere, die wiederum neue tieferliegende Gefühle zum Vorschein bringt, da es im Außen nichts gibt, was die Leere füllen könnte. Es war klar: Solange mein Selbst-Wert-Gefühl abhängig war von einer bestimmten äußeren Begebenheit, einem bestimmten Job oder einer bestimmten Person usw., würde die Welt mir dies schmerzlich zeigen.

 

Den Schmerz annehmen

Immer wieder kehrte ich aber auch zur Ruhe zurück und wartete ab. Nichts geschah. „Gott“ zeigte sich nicht, so mein Empfinden, denn ein Zeichen dafür wäre gewesen, dass der Schmerz von mir genommen werden würde. Ich hatte die Vorstellung, dass „Gottes“ Hilfe sich in mir als Freude und die Abwesenheit von Schmerz zeigen sollte. Ich sah in dem Moment nicht, dass das, was mir widerfuhr, gleichsam Ausdruck „Gottes“ war, der mir mit schmerzlichen Situationen zu Hilfe kam, um daran zu erwachen und zu heilen. Wenn wir sehen können, dass alles ein Ausdruck des „Göttlichen“ ist, und immer für uns da ist, um daran zu wachsen, dann können wir schmerzliche Erfahrungen besser annehmen.

Ich fing jedoch immer wieder an zu kämpfen, um dem Schmerz zu entkommen, und holte mir wieder und wieder den doppelten Schmerz ab, bis ich mir ganz sicher war: „Du kannst dich im Außen nicht vervollständigen. Jeder Kampf, etwas anderes zu wollen als das, was sich jetzt zeigt, ist sinnlos. Erkenne die Vollständigkeit in dir selber. Sei, was du bist.“

Dies war der Zeitpunkt, an dem ich tatsächlich aufhörte zu kämpfen. Doch bleibt der Schmerz der Sehnsucht, der Schmerz des Gefühls, allein zu sein. Auch wenn viele Menschen da sind, die Hilfe anbieten – sie geben keinen Halt. Unweigerlich muss die Leere und Einsamkeit gefühlt werden, und wir müssen durch sie hindurchgehen. Wir sind gezwungen, sie zu fühlen, denn wir wissen, dass jegliches Dagegenhalten im Außen keine Abhilfe schafft. Ich habe es oft genug versucht, mit dem Resultat, dass sich der Schmerz noch verschlimmerte. Jedes Tun begleitete die Hoffnung, dass die Dinge sich im Außen doch ändern würden, dass ich dem Schmerz entfliehen könne. Jede Hoffnung wurde jedoch zunichte gemacht, indem entweder nichts geschah oder aber sogar das Gegenteil von dem geschah, was ich mir eigentlich erhofft hatte. Jegliches Tun, um dem Schmerz zu entgehen, erzeugt mehr Schmerz – bis wir diese Erkenntnis in unseren Zellen verkörpert haben und wir dann endlich nicht-tuend im Schmerz verweilen können.

 

Du hast keine Kontrolle

So tat ich einfach nur noch die Dinge, die getan werden mussten, und wurde erfüllt mit viel Unruhe und Schmerz. Meine Familie löste sich auf und lebt jetzt in einer anderen Form. Ich durfte erleben, wie es sich anfühlt, tatsächlich bedingungslos zu lieben, freizugeben, nichts für die Liebe bekommen zu wollen, keinen Groll zu hegen und dem Anderen von Herzen das Beste zu wünschen und dankbar zu sein – auch wenn dieser keineswegs tat, was ich einst erhofft hatte.

Es war ein großes Auf und Ab in dieser Zeit. Mit jedem Erkennen war ich erfüllt und hocherfreut und meinte, es nun „geschafft“ zu haben. Doch kurze Zeit später brach es wieder über mich herein mit neuen Anliegen. Ich betete viel. Wenn Unruhe in mir aufkam, hatte ich den gewohnheitsmäßigen Wunsch zu handeln, das Äußere ändern zu wollen und damit dieser Unruhe zu entfliehen. Das zeigte, dass ich den Geschehnissen immer noch wahrhaftige Existenz zusprach, dass etwas in mir immer noch glaubte, dass die Dinge wirklich passieren würden. Doch das Leben wehrte sich, sich gemäß meiner Wünsche zu formen. Es zeigte immer wieder: „Du hast keine Kontrolle über das, was passiert, sei, was du bist.“

Auf dem Weg durch die dunkle Nacht der Seele gehen wir Schicht um Schicht immer tiefer in und durch unseren Emotionalkörper und heilen Urwunde um Urwunde. Das erfordert sehr viel Ehrlichkeit sich selbst gegenüber, denn es verstecken sich sehr subtile Motivationen hinter unserem Handeln oder Nichthandeln. Für mich war es eine große Herausforderung, die Unruhe auszuhalten und nicht zu agieren. Ich begriff die Aufgabe, tatsächlich danach zu leben, was ich doch ohne Zweifel wusste: „Die Welt der Formen ist eine Illusion, nur dazu da, um an ihr aufzuwachen und zu heilen.“ Nach und nach gelang es mir, meine Aufmerksamkeit von den schmerzerzeugenden Inhalten abzuziehen und mich auf das Wesentliche auszurichten, was nur möglich war, weil meine inneren Strukturen mir mehr und mehr diese Freiheit ließen, denn ich hatte viele Wunden gefühlt und geheilt. Ich hielt der Versuchung zu handeln stand, blieb dennoch in Liebe und Öffnung und übte mich im Vertrauen zum Leben.

 

Das Leben auf sich zukommen lassen

Mit jeder Welle, die mich erfasste, bekam ich eine neue Betrachtungweise gezeigt, die mir half weiterzugehen. Eines Tages, als ich wieder sehr in Unruhe war, bekam ich beim Abholen meiner Tochter aus dem Kindergarten plötzlich einen harten Schlag auf den Kopf, mitten auf das Kronenchakra. Es muss wohl eine Kastanie oder Ähnliches gewesen sein, obwohl sie nirgends zu sehen war. Verwundert war mir klar: „Ach, das ist das, was sich zeigt“ – und jeder Blick erzählte mir nun einfach das, was zu sehen war. „Das, was sich zeigen will, zeigt sich, das, was gehen will, geht – und ich betrachte es.“  Das heißt, ich hole mir nichts vom Außen, sondern lasse es auf mich zukommen. Ruhe.

Gelingt es uns, in dieser „Passivität“ zu bleiben, kann das „Göttliche“ ungehindert durch uns zum Ausdruck kommen, in der Art und Weise, wie wir geeignet sind. Das heißt: Es gibt Individualität in dem Sinne, dass durch jeden und jedes das „Göttliche“ in seiner „eigenen“ Weise zum Ausdruck kommt. Dieses Göttliche zeigte sich bei mir dadurch, dass mein Leben lange Zeit ein Tanz war zwischen Kampf und Nichtkampf, zwischen Identifiziert-Sein und Nicht-Identifiziert-Sein. Ich fühlte mich zu Handlungen gezwungen, wider besseres Wissen. Ohne Wahl. Es floss durch mich hindurch…

Doch irgendwann war ich aus dem tiefsten Tal der „dunklen Nacht“ heraus. Glückselige Momente, tiefste Dankbarkeit und Freude oder einfach „nichts“ waren in der Überzahl, doch wechselten sie sich ab mit Zeiten, in denen ich wieder verstrickt war. Ich sah und spürte die Verstrickung, unternahm jedoch nichts dagegen. Und immer wieder schien es zu sagen: Ja, auch die Verstrickung ist ein Ausdruck des „Göttlichen“, und wir können nur hindurchgehen und alles, was damit zusammenhängt, spüren und verschmerzen.

In diesen Unruhezuständen erlebte ich mich als passiven, manchmal aktiven Beobachter des Geschehens. In friedlichen Zuständen verschwand der Beobachter und wurde zu dem, was geschah. Die Verschmelzung des Beobachters mit dem, was ist, ist erlebtes Eins-Sein, erfahrbar durch Frieden. Nur findet dann über dieses Gefühl keine begriffliche Definierung oder Interpretation der Situation statt. Es ist.

Dies sind die Momente, in denen sich die Welt für uns frei und neu ordnen kann, weil nichts mehr festgehalten wird durch unsere Muster und Strukturen. Wenn wir irgendwann völlig frei sind von unseren Strukturen, darf sich das Leben in jedem Moment frei und neu ordnen, und zwar so, wie es sich durch uns ausdrücken soll. Darüber, wie das genau aussieht, haben wir keine Wahl.

 

Erkenntnisse als Abwehrstrategie

Beunruhigende Gedanken kamen jetzt gar nicht mehr auf oder brachen einfach mittendrin ab, sodass sie nirgends ankamen, wo sie hätten Unruhe erzeugen können. Es wurde zudem immer deutlicher, dass jeder Mensch in seiner Inkarnation bestimmte herausfordernde Dinge zu erledigen hat. Egal, welche Dinge gereinigt werden müssen, alle Aufgaben sind gleichermaßen Ausdruck des „Göttlichen“ und gleichberechtigt. Niemand ist besser oder schlechter als jemand anderes.

In den Zeiten des Auf und Ab kamen viele Erkenntnisse, die mich vorübergehend von dem zu fühlenden Schmerz erlösten. Und jedes Mal dachte ich: „So, jetzt bin ich aber durch.“ Weit gefehlt. Wenn auch diese Erkenntnisse zu dieser Zeit von gefühlter Wichtigkeit waren, ist mir jetzt jedoch klar, dass sie lediglich sehr subtile mentale Strategien waren, um den Schmerz nicht mehr  fühlen zu müssen, um eine kurze Auszeit zu haben. Der Widerstand gegen den Schmerz in mir veranlasste mich, nach Erkenntnissen zu suchen, denn ich dachte, dass diese Erkenntnisse die Erlösung bringen würden. Doch gerade damit verursachte ich das Auf und Ab, denn jede Erkenntnis brachte Licht ins Dunkel und damit weitere Schatten hervor. Natürlich suchte ich mir das nicht aus. Es war einfach der Ablauf. Irgendwann wurde meine Haltung diesen Erkenntnissen gegenüber eher skeptisch, denn jede Hochstimmung, diese Erkenntnisse begleitend, war ein Zeichen für den bald darauf folgenden Abgrund. Der Ausgleich musste zwangsläufig stattfinden. Mir war jetzt klar: Das Suchen nach Erkenntnis verhindert das Fühlen und zeigt uns unsere Widerstände gegen das, was ist, und doch gehören die Erkenntnisse und Einsichten zu dem Weg und haben ihren Platz.

 

Die Erlösung: alles zwecklos

Am Morgen meines 41. Geburtstages eröffnete sich mir ein neues Sein. Ich wachte auf und fühlte tiefe Machtlosigkeit. Im Gegensatz zu dem Auf und Ab vorher, das jeweils durch „gegenpolerzeugende“ Erkenntnisse ins Leben gerufen wurde, gab es hier keine Erkenntnis, lediglich ein tiefes Gefühl von Zwecklosigkeit, nicht im negativen Sinne, sondern vielmehr erlösend wörtlich genommen. Sehr unspektakulär war es morgens einfach da, und ich hatte keinerlei Gedanken und Impulse, für die Dinge, die mir vorher noch wichtig erschienen, irgendetwas zu tun oder dafür zu kämpfen. Für mich war jetzt klar, dass ich mein Sein ganz in „Gottes“ Hände legen würde. Es war weder Resignation noch Frust noch sonst ein beschreibbares Gefühl vorhanden, sondern lediglich ein ganz friedfertiges, einverstandenes, nicht hinterfragendes, unspektakuläres Sein. Leere. Nichts.

Alle vorherigen Worte und Gedanken über „Aufgeben“ schienen mir plötzlich viel zu viel Aktionismus. Überhaupt irgendetwas zu sagen, schien mir zu viel und eher störend. Ich schwieg jetzt lieber und erfuhr dieses „einverleibte“ Sein von Machtlosigkeit. Die Erlösung von einem sinnlosen Kampf. Große Erschöpfung war zu spüren. Wünsche, die als Gedanken in mir umherzogen, inter­essierten mich nicht mehr, ich folgte ihnen nicht. Eine große Leere, die bald von Trauer über einen weiteren Abschied von der gewohnten Welt erfüllt wurde, bald von großer Freude über die Ergebenheit an „Gott“ und das Leben und die bald wieder „nichts“ war.

Es kamen keine Erkenntnisse mehr, bis auf die Erkenntnis, dass es nichts zu erkennen gibt. Mit diesem Wissen gelangte ich tiefer in die Hingabe an das, was ist. Die Gewohnheit, Erkenntnisse zu suchen, und damit der „Erlösung“ näher kommen zu wollen, war erkannt und konnte sich jetzt aufgeben. Wenn alle Unwissenheiten beseitigt sind, bist du frei von Wissen. Der Weg ist jetzt frei für das Leben in Hingabe an das, was ist. Das, was zu fühlen ist, ist nicht immer angenehm, es verwandelt sich jedoch dadurch, dass es den Raum in mir bekommt, da sein zu dürfen und gefühlt zu werden. Eine neue Phase beginnt.

 


Dieser Text ist Teil ­eines Buchprojektes.


Abb: © Anja Walter
Abb 2: © jcfotografo – Fotolia.com

Über den Autor

Avatar of Ludmilla Rudat

bietet Prozessbegleitung für Menschen auf dem Weg zur SELBSTverwirklichung, eine Form von „Satsang“, die das Leben als den besten Lehrer zu betrachten lehrt. Als Heilpraktikerin für Psychotherapie lässt sie in Einzelbegegnungen Elemente der Quantenheilung
und der Transformationskinesiologie einfließen.

Offene Gruppe:
„Leben ist ­Erleuchtung/­Selbsterforschung“
Samstags 10.30 bis 12.30 Uhr

Kontemplation
Mi-Fr 9 bis 10 Uhr

11 Responses

  1. ralf Josef

    danke für’s auftauchen und die klarheit des erinnerns die es mitbrachte. eine hilfe die gerade lichtbringend wundervoll erscheint _/\_

    Antworten
  2. Michael
    Nachdenklich

    Dank Dir für die sensible Schilderung Deines angefangenen Weges aus der Polarität – dem Baum der Erkenntnis – in Richtung des unpolaren Baum des Lebens. Was mich nachdenklich stimmt, sind Deine Kurse, welche Du als Fazit gibst. Vielleicht helfen Dir die Gedanken unseres Begleiters, manchen Schmerz auf Deinem weiteren Weg umgehen zu können 🙂 :

    …. Wer nicht das leise Klingeln voll Freude vernimmt, dem ist das laute Läuten erst recht keine Freude bereiten und wer nicht von zarten Tönen geweckt werden will, der erwacht gewiss nicht lieber, wenn Ihr ihn lärmend aus dem Schlaf zu reißen versucht.

    Gebt Eure Gedanken darum auch nur denjenigen, die Euch darum bitten, denn nur sie werden sie als wertvolles Geschenk erkennen und sich bereichert fühlen, weil sie es von Euch erhalten durften – nur dann können Eure Worte Samen sein, die auf fruchtbare Erde fallen und dort keimen und blühen werden.

    Sät ihr aber die Saat Eurer Erkenntnis auf steinigem Boden aus, der zu verhärtet ist, sie aufzunehmen, wird sie dort vertrocknen müssen.

    Wisst aber stets, dass Ihr Bote seid und niemals Gönner, niemals Händler, denn was Ihr weitergebt, macht Euch nicht arm, weil ihr es nicht verliert, macht Euch aber auch nicht reich, weil ihr nicht Geld, nicht Ruhm erwarten sollt für Eure Gabe, die einst auch Euch geschenkt wurde, ohne dass Ihr einen Preis dafür entrichten musstet.

    Seid nicht Lehrer, nicht Prediger, nicht Führer, weil nicht ihr den Weg bestimmen sollt und diejenigen darauf lenken, die Euch zu folgen bereit wären, denn solange Ihr nicht sicher seid, dass Ihr den rechten Weg kennt, kann auch Eure Richtung die Falsche sein.
    Verkündet auch nicht Eure Wahrheit als einzig wahrhafte, weil auch Ihr nur das kleine Stück der Wahrheit kennt, das Ihr Euch zu sehen erlaubt, denn auch Euer Blick auf die Wahrheit ist nicht klar und Ihr findet nur den Teil der Wahrheit, den Ihr durch die trübe Scheibe Eures Fensters seht, vor das Ihr so oft den Vorhang der Vernunft hängt, der Eure Sicht verschleiert und dessen Glas Ihr meist in einen engen Rahmen zwingt, den Ihr aus dem Holz Euerer Ängste schnitztet, damit ihr Euch nicht fürchten müsst vor dem, was es zu entdecken gäbe, wäre Euer Fenster weit genug, das große Ganze zu schauen.

    Ihr habt den ersten Schritt eines neuen Weges getan, der in eine Veränderung führt, wenn Ihr nicht mehr in die Richtung weitergeht, die Euch lange Zeit richtig schien, weil viele sich für sie entschieden, sondern in die Richtung strebt, für die Ihr Euch selbst entschieden habt, weil sie Euch zu Eurem Ziel führt, für das Ihr Euch entschieden habt.

    Mit sonnigen Grüssen
    Michael

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  3. Lilli

    Ich hab gegoogelt „Die dunkle Nacht der Seele“ und sofort deinen Bericht gefunden. Vielen lieben Dank das du ihn geschrieben hast.

    Antworten
  4. Anja

    „Entsagung ist nicht die Entscheidung,
    sich dem Handeln zu verweigern.
    Entsagung ist eine Entscheidung, sich dem Bedürfnis
    nach einem bestimmten Resultat zu verweigern.“

    (Neale Donald Walsch: Gespräche mit Gott, Band 1, Seite159)

    Danke für Deine Schilderung, liebe Ludmilla.
    Ich habe mich in Vielem wiedererkannt.

    Herzliche Grüße und alles Gute,

    Anja

    Antworten
  5. karin behne

    Liebe Ludmilla,

    Was Du in diesem wunderbar ausgedrückten Text beschreibst, kenne ich und ist mir völlig vertraut. Das ist das , was sich mir inzwischen zeigt. Mein bisher 18 Jahre langer Weg war zuerst völlig unbewusst, voller Widerstände, nicht wissend, dass es Widerstände waren, die mir soviel Angst und Leid zeigten. Ich war verwirrt, in Panik, weil ich mich nicht mehr kannte und mein Innerstes immer wieder wie in einem Kaleidoskop durcheinander geschüttelt wurde. Alle Teile setzten sich irgendwo wieder nieder, doch nicht an der alten Stelle.
    All das kann ich aus heutiger Sicht so darstellen, doch früher war ich gezwungen, in diesem Zustand zu verweilen, ja ihn auszuhalten und später anzunehmen.
    Heute sehe ich diese Entwicklung aber nicht als einen linearen Prozess, sondern als einen, der nebeneinander läuft. Denn auch mein altes „Programm “ existiert ja noch in meinem Gehirn, genau wie auf einer Festplatte im Computer.
    Und manchmal erweist sich das alte Muster in mir noch sehr präsent und stark.
    Der Unterschied zu früher ist der, dass es mir sofort bewusst wird. Aber es dauert dann schon eine bestimmte Zeit, mich davon loszulösen.
    Und so komme ich mir vor, wie eine Seiltänzerin, die ,um in der Mitte zu bleiben, sich auf das Hier und Jetzt konzentrieren muss, ohne das alte Muster und das neue Erkennen zu bewerten. Denn dann schliesse ich die eine auch in mir vorhandene Seite aus und schicke sie wieder in die Dunkelheit, ins Unbewusste.

    Dieses Leben bedeutet dauerndes Bewusstsein, im Hier und Jetzt, einschliesslich allem, was sich in mir zeigt und was gefühlt werden will.Und alles ist gleichzeitig da. Durch dieses Bewusstsein habe ich aber eine Wahlmöglichkeit, die ich früher nicht sehen konnte, so dass ich mich lange Jahrzehnte als Opfer gefühlt habe.
    Das ist jetzt vorbei, denn die Verantwortung über mein Sein habe ich nun selbst übernommen.
    Ja und ich weiss genau, das was ich gerade geschrieben habe, beschreibt nur das Jetzt sein, nicht das künftige.
    Letztendlich geht es wohl um das Einverstanden sein von allem, ohne Bewertung.
    Ich denke, dass das nur der Weg sein kann und wir erst am Ende unseres irdischen Lebens wissen werden, wo wir dann stehen. In dem Punkt habe ich immer wieder Vertrauen durch die Erfahrung von 12 Jahren Sterbebegleitung in einem Hosiz.

    Danke für Deinen wunderbaren Text und alles Liebe
    Karin

    Antworten
  6. heidrun

    Ich danke dir sehr für diesen Text,auch mich hat er zu tränen gerührt und hilft mir sehr auf meinenm Weg.

    Nochmals ein herzliches dankeschön

    Antworten
  7. yv

    Was für ein Weg.
    Ich glaube man muss es selbst erleben, um zu verstehen. Danke für die Schilderung dieses Pfades…

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  8. Mia

    liest sich wie abgeschrieben, aber nicht wie selbst erlebt. Der Text ist voller toter Worte. Der Verfasser ist nach wie vor stark verhaftet und lebt „im Kopf“. Der Text ist nicht berührend, er ist plastik. Osho kann hier mit Sicherheit helfen. Man sollte sich nichts vormachen, das hält fern von der dunklen Nacht der Seele.

    Antworten
  9. Marike

    Liebe Ludmilla,

    einen herzlichen Dank für diesen wundervollen Beitrag und deiner persönlichen Beschreibung.

    Ich war beim Lesen sehr überrascht, wie ähnlich Prozesse erlebt werden können.
    Ich fühlte mich dir sehr nah. Schön von dir klarer vor Augen geführt bekommen zu haben, dass alle unseren zugelassenen Schmerzen uns und der Welt helfen und erst dadurch Heilung möglich wird.
    Du hast es wundervoll beschrieben.

    Alles Liebe für dich
    Marike

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