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Forschungsreisen – die Kolumne von Jörg Wedereit

Wieder wandte sich mir ein an Krebs erkrankter Mensch zu, der sich in seinem Prozess begleiten lassen möchte. Im Satsang spreche ich davon, dass wir unsere Wirklichkeit sowie unsere Krankheiten selbst kreieren. Dass unsere Interpretation der Welt unseren Energiekörper prägt. Dieser prägt wiederum unsere Gene und aus ihnen werden Krankheiten geformt, die unsere Interpretation prägt. Ich spreche von Hingabe an alles, was in einem passiert und auch von der Möglichkeit, das Hingenommene dann so zu beeinflussen, dass es für uns stimmig werden kann.

Nun ist dieser Mensch durch seine Krankheit in einem Stadium höchst existenzieller Bedrohung und spürt für sich nicht mehr die Zeit sowie die Möglichkeit, diese Interpretation zu wandeln und erwartet eine schnelle Notfall-Lösung. Aber gibt es so eine Notfall-Lösung oder ist hier nur ein bewussteres und intensiveres Spüren der Wahrheit nötig?

Ich erinnere mich noch sehr bewusst an die Zeit, als mein Bewusstsein noch identifiziert war mit der Person Jörg. Die zahlreichen Operationen und die Tage auf den Intensivstationen wollten mir die Hingabe an ein mögliches Sterben nahebringen. Ich hatte Schmerzen, die in ihrer andauernden Intensität dem Verstand den totalen hoffnungslosen Kontrollverlust aufzeigten und ich versuchte im Kampf gegen das was ist, Auswege sowie Lösungen zu finden. Dass die Panik der ratlosen Ärzte nur ein Spiegel meiner Panik war, das war mir damals noch nicht bewusst. Auch war die Hingabe damals noch keine Option, weil der Verstand die Hingabe nur als Aufgeben verstand.

Kein Frieden ohne Hingabe. Kein Leben ohne Hingabe.

Oft erlebe ich, dass Hingabe – ähnlich wie damals bei mir – erst als Option bewusst wird, wenn die Welt keine Lösung mehr bietet.

Brauchen wir Menschen erst die Diagnose Krebs, um das Feld der Hingabe zu betreten?
Braucht der Verstand erst den dauerhaften Kontrollverlust, um sein Zepter der bewussten Seins-Wahrnehmung zu übergeben?
Ist in der größten Ohnmacht, Hoffnungslosigkeit und Schmerz auch die größte Möglichkeit, aus dem Traum zu erwachen?

Meiner Erfahrung nach ist aus der persönlich-identifizierten Sicht tatsächlich leichter, sich aus dem Traum zu verabschieden und wiederum ist es keine Regel und kein Konzept. Das Feld der Hingabe an Gott zu betreten, das Schwert niederzulegen und für den Widerstandskampf nicht mehr zur Verfügung zu stehen, ist in jedem Menschen, in jeden Moment, möglich.

Für Menschen in einer scheinbar hoffnungslosen Situation ist die Hingabe an das, was jetzt passiert, so unendlich schwer, weil es so ungerecht erscheint. Aber sie ist auch oft leichter, denn wenn in der Welt die illusionären Schleier der scheinbaren Lösung fallen, wird die Sicht auf die Hingabe oft erst wahrnehmbar. Dann ist es die Hingabe an alles, was in mir passiert.

Hingabe an das Nichtwissen ohne Lösung. Hingabe an den göttlichen Plan und auch an den körperlichen Tod, wenn er jetzt auf deinem Zettel steht. Dann bist du frei. In dieser Freiheit offenbart sich aus dem Nichts, dem unendlichen Möglichkeitsraum des Bewusstseins, das was jetzt für dein Dasein dran ist. Sei es zu sein, um in der Welt in Liebe und Frieden zu sein oder sei es zu sein und die verdichtete Energie, was wir als Körper wahrnehmen, ins umfassende Bewusstsein aufzulösen.

Der Begleiter –  im besten Fall größtmöglich frei von eigenem geistigen Willen und körperlichen Schatten –  stellt die tiefe energetische Präsenz zur Verfügung. Hier lässt sich der Teilnehmer einladen, ebenfalls in die energetische Wahrnehmung des Bewusstseins zu fallen, um zu sehen, was wirklich ist: Liebe, Frieden und Glückseligkeit. Wenn er das wahrnehmen kann, beginnt er seinen eigenen energetischen Prozess zum Fließen zu bringen. Das ist das, was wir Heilung nennen.

Wir sind – mit oder ohne Körper und Geist.
Was wir glauben, persönlich zu sein und zu besitzen, ist nur eine kurze, uns erscheinende Fata Morgana.
Was wir aber wirklich sind, ist eine überschäumende Fülle an Liebe, Glückseligkeit und Frieden.

Lass es uns wahrnehmen!

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