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David Müller: Wie kamst du zum Gongspielen?
Nanak Dev Singh: Es begann mit meiner spirituellen Reise im Jahr 1969 mit meinem ersten Lehrer, einem Cherokee-Indianer. Während der folgenden drei Jahre erforschten wir das Bewusstsein mit Hilfe psychedelischer Pflanzen. Später dachte ich, dass es möglich sein muss, das Bewusstsein auch ohne Hilfe dieser Pflanzen zu erforschen. Zu diesem Zeitpunkt empfahl mir mein Lehrer, mit Kundalini-Yoga zu beginnen. Ich erfuhr von Yogi Bhajans Ashram in Los Angeles und entschloss mich, mein Leben dem yogischen Weg zu widmen. Dort hörte ich eines Morgens zufällig meinem Lehrer beim Gongspielen zu und erlebte eine völlig neue Qualität von Trance und Meditation. Da war mir klar: Der Gong ist mein Instrument. Es brauchte aber noch mehrere Jahre intensiven Lernens, bis Yogi Bhajan mir erlaubte, den Gong für andere zu spielen.
 
David Müller: Wie funktioniert der Gong und was passiert bei einer Gong-Meditation?
Nanak Dev Singh: Dazu muss man Folgendes verstehen: Alles, was wir erleben, existiert in Wirklichkeit auf bestimmten Ebenen des Bewusstseins. Alles, was wir während der Meditation erleben, sei es der Geruch des Raumes, deine momentanen Sorgen oder ein Kiesel, auf dem du liegst, existiert auf einer bestimmten Ebene, zu einem bestimmten Zeitpunkt als Frequenzen. Und als Gongspieler musst du verstehen, dass das, was auch immer dir begegnet, auch wenn es negative oder niedrige Energien/Kräfte sind, letztendlich durch den Input der richtigen Frequenz aufgelöst und geöffnet wird.
Es gibt den Energiefluss der Gruppe, und den Energiefluss, der vom Gong ausgeht, der das Feld der Gruppe beeinflusst. Du als Gongspieler existierst dabei nur als hauchdünnes Papier, du selbst reagierst nicht. Durch dieses hauchdünne Medium nimmt dein Bewusstsein Information auf, die genutzt werden, um die Meditation zu führen. Je reiner dein Filter (dein Bewusstsein) ist, desto genauer ist die Information, die durch dein Nervensystem, dein Unterbewusstsein geht und sich im Gong manifestiert. Diese Reinheit ist essentiell, um sich auf die Schwingungen der energetischen Blockaden – alte Muster, Krankheiten oder Verletzungen – einzustimmen und sie zu neutralisieren.
 
David Müller: Das heißt, du existierst während der Meditation nur als Medium?
Nanak Dev Singh: Nicht nur. Zu Beginn jeder Meditation spiele ich sehr egozentrisch, wie ein Künstler. Ein Künstler spielt für das Publikum, wobei das Spielchen darin besteht, dass das Publikum-Ego dem Künstler-Ego sagt, dass das Publikum-Ego mag, was das Künstler-Ego mag – typisches Entertainment. Ich möchte, dass die Leute es mögen und schön finden. Aber das ist nur der halbe Weg, denn auf dieser Ebene hat der Gong die Trance noch nicht erreicht. Du darfst dort nicht stehen bleiben. Es ist wie ein Gang durch einen Rosengarten: Erfreue dich an dem Duft, aber bleibe nicht an den Dornen hängen, denn dann erreichst du eine Ebene, auf der die Trance sehr stark zu dir kommt und du nicht im Ego sein kannst. In Trance ist kein Raum für Ego. Wenn ich in Trance gehe, geht die Gruppe in Trance.

David Müller: Und in der Trance kannst du Blockaden oder Krankheiten einzelner Personen wahrnehmen?
Nanak Dev Singh: Ja, du bemerkst eine Verweigerung der Energie im System der Gong-Spieler-Gruppe. Der normale Energiefluss ist blockiert. Du bemerkst: „Oh, an diesem Punkt der Meditation sollte die Resonanz viel höher sein, als sie ist, und du fragst dich, woran das liegt.” Du gehst noch einmal über diesen Punkt, diesmal viel sensitiver und tiefer in Trance, und findest so Stück für Stück die energetischen Blockaden. Punkte,  an denen eine bestimmte Person, oder mehrere nicht fähig waren, sich mit der Trance, dem Gong zu harmonisieren.

David Müller: Gibt es auch zu starke Blockaden?
Nanak Dev Singh: Ich habe keinen Zweifel, dass es möglich ist, jede Blockade, jede Krankheit – Krebs, Diabetes, Traumata – durch die richtige Schwingung, die richtige Frequenz zu harmonisieren, zu neutralisieren. Aber es kommt auf die Umstände an.
Ich spiele meist für 30 Personen oder mehr. Gibt es darunter eine Person mit einer sehr tiefen Blockade, dann befindet sie sich in diesem Moment auf keiner ausreichend hohen Ebene der Erleuchtung, die es erlauben würde, dass sich ihr Nervensystem der Meditation hingibt. Dann musst du sofort den Druck der Meditation zurücknehmen und die Meditation abbrechen. So eine Blockade kann nicht sofort gelöst werden, wenn es das Karma dieses Menschen nicht zulässt. Die Person ist dem verhaftet und nicht bereit, es zu lösen. Eine Person zu einer Erfahrung zu zwingen, für die sie nicht reif ist, ist ein Akt gegen Gott! Das entscheidest nicht du.

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