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IMpuls-Körper-Gestalt-Coaching ist eine ganzheitliche Behandlungsmethode für Körper, Psyche und besonders herausfordernde Lebenssituationen. Dafür werden Osteopathie, Gestaltpsychotherapie und Coaching kombiniert. Wie und bei welchen Anliegen das funktioniert, erklärt die Berliner Therapeutin Anna F. Rohrbeck im Gespräch mit SEIN.

SEIN: Warum arbeitest du mit IMpuls?

Anna F. Rohrbeck: Beruflich wie privat habe ich immer wieder erlebt, wie eng Körper und Psyche zusammengehören. So entstand mein Wunsch nach einer ergänzenden Ausbildung, die diese Verbindung anerkennt und mich befähigt, Menschen ganzheitlich zu unterstützen. Ich habe dann Bernhard Voss und Jörg Petersen kennengelernt. Sie haben mit IMpuls vor etwa acht Jahren eine Ausbildung geschaffen, die direkt trainiert, was gute Therapeuten ausmacht: ihre Resonanzfähigkeit. Denn Anatomie, Physiologie oder therapeutische Theorien heilen nicht. Was heilt, ist der unmittelbare Eins-zu-eins-Kontakt von Therapeut und Klient.

Wer als Therapeut in der Lage ist, sich selbst wahrzunehmen, kann auch das Gegenüber und den Raum wahrnehmen. Selbstwahrnehmung, Fremdwahrnehmung und Raumwahrnehmung zu schulen, ist der Kern von IMpuls, um dann diese innere Wahrnehmung in ein Handeln zu übersetzen. Therapeut und Klient folgen ihren instinktiven Impulsen, seien sie körperlich, geistig oder emotional, und daraus entsteht eine Art Tanz zwischen Therapeut und Patient. Für mich war klar: Das ist es, was ich machen will – und ich bin bis heute begeistert.

Weshalb kombiniert IMpuls Osteopathie, Gestaltpsychotherapie und Coaching?

Es geht nie einfach um ein Symptom, sondern um einen ganzen Menschen, und dieser Mensch hat eine Geschichte. Aufgrund dieser Geschichte entstehen bestimmte Muster oder auch Probleme. Man muss nicht einen Körpertherapeuten für körperliche Symptome, einen Psychotherapeuten für psychische Probleme und dann noch einen Coach für allgemeine Lebensfragen aufsuchen, sondern hat mit IMpuls alles in einem. Jeder Impuls, jede Situation wird genutzt. So werden Spannungen im Körper und in der Psyche gelöst und Ziele schneller formuliert und erreicht.

Körper, Psyche und Geist stehen immer zugleich im Fokus. Wird die Psyche behandelt, verändern sich automatisch auch Prozesse im Körper. Sobald man den Körper behandelt, berührt man auch die Psyche des Menschen. Dabei können auch Spannungen oder Schmerzen auftreten. Wird zum Beispiel die Leber mobilisiert, die stark assoziiert ist mit nach außen gerichteten Gefühlen wie zum Beispiel Wut, dann kommen auch solche Gefühle und Erinnerungen wieder ins Bewusstsein.

Schon die Osteopathie sieht ja den Körper im Gegensatz etwa zur Physiotherapie in seiner gesamten Struktur. Sie behandelt ein körperliches Symptom nicht isoliert, sondern über die mögliche Ursache, die oft nicht an derselben Stelle liegt. Wenn sich Schmerzen im Knie zum Beispiel strukturell bis hin zur Niere zurückverfolgen lassen und der Osteopath diese Spannung erspürt und behebt, dann wird nicht nur das Knie freier, sondern auch die organische Ursache behoben.

Die Gestaltpsychotherapie oder generell die Psychotherapie kümmert sich um den psychodynamischen Hintergrund eines Menschen und schafft eine Gelegenheit, die damit zusammenhängenden Aspekte aufzuarbeiten. Dazu setzt die Gestalttherapie in der Situation des Klienten hier und jetzt Lösungsprozesse in Gang und macht sie unmittelbar erfahrbar, und zwar über kreative Experimente, Stimme und Bewegung. Coaching schließlich bietet eine Begleitung auf Zeit, um bestimmte berufliche oder private Ziele besser zu erreichen. Das Coaching hilft dem Klienten, seine eigenen Potenziale zu erkennen und sie zielorientiert zu entfalten. IMpuls kombiniert nun Osteopathie, Gestalttherapie und Coaching, um dem ganzen Menschen mit seiner individuellen Geschichte unmittelbar gerecht zu werden.

Alle Themen, die in der Behandlung aufkommen, alle Erlebnisse, alle Erinnerungen, alle Bilder können mit IMpuls unmittelbar aufgegriffen und integriert werden. Wo auch immer die Behandlung mit IMpuls ansetzt, ob auf körperlicher, psychischer oder lebenspraktischer Ebene: Es geht darum, eine Spannung im System aufzulösen und Entspannung zu erreichen. Das Ziel ist Bewusst-Sein.

In welchen Situationen kann IMpuls helfen?

IMpuls kann in drei großen Bereichen von Nutzen sein: bei körperlichen Beschwerden, bei psychischen Problemen und bei Herausforderungen im beruflichen oder privaten Leben. Solche körperlichen Beschwerden können zum Beispiel Schmerzen, Blockaden, Folgen von Unfällen oder Operationen oder Verdauungsprobleme sein. Andere Menschen finden mit IMpuls Unterstützung bei der Lösung psychischer Probleme wie Stresssymptomen, Ängsten, Panikattacken, Burnout oder auch Depressionen. Als IMpuls-Körper-Gestalt-Coach kann ich Menschen aber auch bei den ganz alltäglichen Herausforderungen des Lebens begleiten und unterstützen, wie familiären Veränderungen, einem Neubeginn im Job oder einem Umzug.

Angenommen, ich komme mit Rückenschmerzen in deine Praxis: Wie würdest du vorgehen?

Ich erfrage zuerst deine aktuelle Symptomatik, seit wann sie besteht, körperliche frühere Beschwerden, Unfälle oder Operationen, organische Erkrankungen, Medikamente, die du einnimmst, deine private Lebenssituation, Beziehungsstand, Beruf und so weiter. Anschließend beginne ich mit einer osteopathischen Untersuchung und Behandlung auf der Bank. Du legst dich hin und ich schaue, wo in deinem Körper Spannungen bestehen.

Währenddessen stellst du dir zum Beispiel den Rückenschmerz vor und beschreibst ihn mir als Bild. Wie sieht der Schmerz aus? Durch diesen Austausch finden wir gemeinsam heraus, welche Informationen in dem Rückenschmerz stecken. Wir arbeiten sozusagen als Team, ich am Körper und du im Geiste. Wahrscheinlich stoßen wir im Rahmen der Behandlung auf eine zurückgehaltene Emotion wie Wut oder Trauer, oder auf ein tabuisiertes Instinktthema wie Aggressio oder Libido. Dies sind die Grundbausteine unserer Psyche. Aus dem ursprünglichen Rückenschmerz wird so plötzlich vielleicht ein Wutthema. Um die Wut zu verstehen, blicken wir kurz zurück, wie sie entstanden ist. Vielleicht unternehmen wir ein kreatives Experiment, um sie zu integrieren. Es kann aber auch sein, dass ich einfach weiter auf der Bank behandle und du das Thema weiter in deinem Bewusstsein bearbeitest.

Die Emotion findet in einem schuldund wertfreien Raum ihren Ausdruck durch Stimme und Bewegung. Die Zurückhaltung, die über lange Zeit bestanden und sich als Spannung manifestiert hat, wird Stück für Stück aufgelöst. Je mehr freier Ausdruck, desto freier wird das System, desto freier wird der Mensch.

Wie würde es umgekehrt aussehen, wenn jemand mit einem psychischen Problem zu dir kommt?

Kommt ein Patient zum Beispiel mit Ängsten und Panikattacken zu mir in die Praxis, erkläre ich nach der eingehenden Anamnese zunächst das Modell der „Anatomie der Angst“. Das besagt: Angst ist kein Gefühl, obwohl wir sie meist so wahrnehmen. Angst ist ein Erregungszustand unseres Nervensystems. Im Grunde ist Angst nur die Unterdrückung von ganz natürlich vorhandenen Impulsen. Wenn wir Angst empfinden, verbirgt sich dahinter der geblockte Ausdruck von Emotionen und Instinkten. Je mehr Ängste ein Mensch hat, desto mehr hält er sich zurück – und umgekehrt. Panikattacken sind so betrachtet ein verwirrter Versuch des Systems, die aus der ständigen Zurückhaltung erwachsende Spannung zu lösen.

Wir alle haben unsere Prägung zwischen unserer Zeugung und dem siebten Lebensjahr erfahren. Damals haben wir sozusagen unser Lebensdrehbuch geschrieben, das wir seitdem immer wieder in unterschiedlicher Form und Besetzung abspielen. Ich befrage also meinen Patienten, welche Impulse er am meisten zurückhält, und wir erforschen schrittweise, woher diese Zurückhaltung rührt. Die entsprechenden Impulse lassen wir durch Stimme und Bewegung zum Ausdruck kommen, um nach und nach eine Entspannung zu erreichen. Körperarbeit kann parallel dabei unterstützen, zum Beispiel das Zwerchfell oder den Hals freizumachen, um den Weg für den Ausdruck zu öffnen.

Meist bekommt der Patient dazu eine Hausaufgabe, um die Entspannung aufrechtzuerhalten und weitere Ängste abzubauen. So kann er seine Emotionen und Instinkte als Ausdruck der eigenen Lebendigkeit annehmen und integrieren.

Wie funktioniert IMpuls, wenn jemand zum Beispiel eine Veränderung im Berufs- oder auch Privatleben anstrebt?

Nehmen wir an, jemand strebt eine berufliche Veränderung an, weil er Schwierigkeiten mit dem Chef hat. Im Rahmen von IMpuls-Körper-Gestalt- Coaching wird genau geschaut, was das tatsächliche Ziel des Klienten ist und was der Chef für ihn symbolisiert. Was ist das nahe Ziel, was ist das Fernziel? Möchte ich den Job wechseln oder einfach wieder mehr Freude an meiner jetzigen Tätigkeit entfalten? Worin genau besteht die mögliche Veränderung und zu welcher Eigeninitiative bin ich bereit, um dieses Ziel zu erreichen?

Auch im Coaching greift das Modell der „Anatomie der Angst“. Was immer uns hemmt, einen nächsten Schritt zu gehen, deutet darauf, dass wir irgendeinen Teil von uns nicht ganz mitnehmen. Unterdrücken wir zum Beispiel unsere Aggressio, leidet unsere Fähigkeit, ganz konkret „ja“ oder „nein“ zu sagen, also wirklich Entscheidungen zu treffen. Es entstehen Spannungen, die uns unfrei machen. Wir schauen also, welche Anteile der Klient in sich noch nicht erlebt und sich dadurch gewissermaßen selbst ein Bein stellt.

Falls im Zuge des Coachings weitere Themen hochkommen, können auch diese unmittelbar bearbeitet werden. Es stellt also kein Hindernis dar, wenn sich herausstellt, dass die aktuellen Schwierigkeiten auf eine frühere Problematik zurückgehen, die eigentlich mit dem jetzigen Chef gar nichts zu tun hat. Das gleiche gilt für körperliche Spannungszustände, die den Klienten hindern, voll in seine Kraft zu kommen: Sie können zum Beispiel mit osteopathischen Techniken aufgelöst werden. Körper- und Gestalttherapie sowie Coaching arbeiten Hand in Hand. Der Klient entspannt, wird freier, erkennt seine Ziele noch direkter und setzt sie schneller um.

Wie lange dauert eine IMpuls-Behandlung und wie viele Sitzungen benötigt man?

Eine Behandlung dauert in der Regel rund 60 Minuten. Je nach Anliegen des Klienten können mehr oder weniger Sitzungen notwendig sein. Manchmal bringen bereits ein bis zwei Termine dem Klienten genug Erkenntnisse und Klarheit. In solchen Fällen genügt ein kurzer Moment der Unterstützung, um von außen einen Impuls zu setzen. Wenn eine tieferliegende Problematik behutsam freigelegt und behoben werden soll, die vielleicht schon über viele Jahre hinweg Probleme verursacht hat, kann es auch eine längere therapeutische Verbindung über ein oder zwei Jahre geben. Das ist ganz individuell vom jeweiligen Klienten, seinem Wunsch und seiner Situation abhängig. Auch die Abstände zwischen den Sitzungen können variieren. Möglicherweise braucht ein Klient für eine gewisse Zeit wöchentliche oder zweiwöchentliche Termine. In der Regel genügt aber eine Behandlung pro Monat, weil daraus bereits ausreichend Impulse erwachsen, die in zusätzlichen Hausaufgaben vertieft werden. Das können Ausdrucks- und Entspannungsübungen mit Stimme und Bewegung sein oder mentale Aufgaben zur Bewusstseinsentwicklung.

Letztlich zielt IMpuls auf Heilung im Sinne von Bewusst-Sein, sei es im Rahmen von ein, zwei Sitzungen oder über einen längeren Zeitraum. Die Hausaufgaben zwischen den einzelnen Behandlungen bringen den Klienten der Lösung näher, indem sie die erreichte Entspannung aufrechterhalten. Sie schärfen zudem die tägliche Wahrnehmung, helfen Ressourcen zu mobilisieren, Potenziale zu entfalten und den Klienten in die innere Selbständigkeit zu führen.

 


IMpuls-Wut-tut-gut-BuchcoveSam Jolig und Bernhard Voss
Wut tut gut – Ein starkes Gefühl verstehen und konstruktiv nutzen
Wilhelm Goldmann Verlag, 2015

Das VOSS-INSTITUT unter Leitung von IMpuls®-Begründer Bernhard Voss versteht sich als Zentrum für integrative Bewusstseinsentwicklung und bietet Ausbildung, Seminare und Supervision.

www.voss-institut.de

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