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Die in die USA emigrierte Marion Rosen entwickelte dort eine Methode, bei der man über körperliche Berührungen Kontakt zur Seele aufnimmt. Unterdrückte Gefühle werden bewusst und damit zusammenhängende Verspannungen können sich auflösen. Doch Rosens Ansatz führt noch weiter: „Bei dieser Arbeit geht es darum, sich wiederzufinden – die Wandlung zu vollziehen von der Person, die wir meinen zu sein, zu der Person, die wir wirklich sind“.

 

Die Rosen-Methode ist eine Körperarbeit, bei der durch achtsame Berührung Verspannungen in verschiedenen Muskelregionen gelöst werden. Verspannungen in Muskeln sind meist nicht nur physischer Natur, sondern oft auch mit seelischen Anspannungen verbunden. Durch Berührung werden dem Klienten vorhandene Blockaden erst einmal bewusst. Die folgende Entspannung der Muskeln bewirkt, dass sich für ihn ein neuer Raum öffnen kann, um mit seinen unbewussten Gefühlen in Kontakt zu kommen.
Die Methode wurde von Marion Rosen entwickelt. Sie hat 40 Jahre als Physiotherapeutin gearbeitet und war um die 60 Jahre alt, als sie mit ihrer Methode an die Öffentlichkeit trat. Bei ihrer Arbeit entdeckte sie eine Verbindung zwischen Atem, verspannten Muskeln und Gefühlen. Durch das Bewusstwerden dieses Zusammenhanges entsteht die Möglichkeit, sich besser kennen zu lernen und die eigene, wahre Natur mehr zu leben. Die Energie, die wir vorher gebraucht haben, um uns zu schützen, können wir dann konstruktiv für unser Leben einsetzen.

 

Den Körper berühren, die Seele erreichen

Der Klient liegt im Verlauf der Sitzung teils auf dem Bauch, teils auf dem Rücken. Der Praktizierende beobachtet, wo der Körper sich zusammenzieht, sich klein macht und nicht das Potenzial entfaltet, das er von Natur aus hat. Er schaut, wo der Atem nicht frei fließt, wo er sich zurückhält. Am Ausdruck des Gesichts beispielsweise oder an den Proportionen der Körperteile zueinander kann er feststellen, welche unbewussten Prozesse sich in der Muskulatur manifestiert haben.

Die Berührung erfolgt dort, wo die Muskeln sichtbar fest und verhärtet sind. Die ganze Hand wird aufgelegt. Es sind neugierige und sanfte Hände, die erkunden, anhalten, wo eine Verspannung sich lösen möchte, und so lange innehalten, bis eine Veränderung am Klienten spürbar oder sichtbar wird. Die drückt sich vor allem in einem veränderten Atemfluss oder im Loslassen des Muskels aus.

Dabei kann sich ein Raum öffnen, um in Kontakt mit verborgenen Gefühlen zu kommen. Das kann sich durch Erinnerungen, Bilder oder Farben zeigen. Dabei wird Vergangenes wieder erlebt, diesmal jedoch verbunden mit dem Gefühl, das damals nicht gezeigt werden durfte oder konnte. Die Hände des Therapeuten schaffen Vertrauen und geben der inneren Stimme des Klienten Raum. Derart liebevoll angenommen zu sein, wie man ist, gibt eine Kraft, die weit über das hinausgeht, was die meisten Menschen bisher in sich wahrgenommen haben.

Die Atmosphäre, die zwischen Klient und Praktizierenden entsteht, macht es möglich, den an die Oberfläche tretenden Gefühlen Ausdruck zu verleihen, verbal und nonverbal. Jetzt können Tränen über längst Vergessenes fließen, Licht kann in das Dunkel, Luft in das Zusammengepresste gelangen.

 

Stimmungsbarometer Zwerchfell

Der Schlüssel dieser Arbeit ist der Atem, das Zwerchfell das Stimmungsbarometer. Über das Atemmuster erhalten wir Informationen: Wie und wo wird geatmet? Es wird aber kein künstlicher Atem inszeniert, der Rosen-Praktizierende lenkt die Aufmerksamkeit mehr auf den natürlichen Atem.

Die Rosen-Methode hat auch einen verbalen Teil. Was wir am Körper wahrnehmen, wird dem Klienten in Worten mitgeteilt. Es sind kurze Mitteilungen, zum Beispiel über das Festhalten in bestimmten Körperregionen. Es ist nicht unsere Aufgabe, die Klienten zu interpretieren oder ihnen Ratschläge zu geben. Im Gegenteil: Wir beschränken uns auf Aussagen über das, was wir im Körper sehen.

Wenn der Klient sich dann mitteilt, beobachten wir den Atem, achten auf die Stimme, geben Feedback, inwieweit der Körper das Gesagte bestätigt. Wir bleiben neutral. Wenn der Körper bei diesem Gespräch reagiert, fragen wir, was da ist, was gerade geschieht. Die Worte helfen dem Klienten zu spüren, was gerade in ihm vorgeht, was für ihn in dem Moment wahr und wichtig ist. Kommt der Klient mit seinen Gefühlen in Verbindung, schweigen wir. Die Hände werden still, bleiben präsent. Dem Klient wird Raum gegeben, mit dem zu sein, was gerade auftaucht.

Für was eignet sich die Rosen-Methode? Beispielsweise für Menschen, die eine Gesprächstherapie gemacht und das Gefühl haben, allein dadurch nicht weiterzukommen. Andere kommen auf Grund von körperlichen Schmerzen zu einer Behandlung. Wieder andere haben das Gefühl, im Leben festzustecken. Manche nehmen auch eine Sitzung, weil sie den Eindruck haben, dass ihnen etwas fehlt, obwohl sie „eigentlich“ alles zum Glücklichsein haben. Helfen kann diese Mathode bei chronischen Schmerzen, Stress und Verspannungen, sie unterstützt darüber hinaus aber auch, sich selbst kennen zu lernen, einen besseren Kontakt zum eigenen Körper zu entwickeln, die eigenen Potenziale zu entfalten oder in Lebenskrisen.


Abb.: © Claus Mikosch – Fotolia.com

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