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China will den nationalen Elfenbeinhandel und dessen Verarbeitung bis Ende 2017 komplett verbieten.

Die chinesische Zentralregierung gab jetzt bekannt, dass sie bis Ende 2017 den Binnenmarkt für Elfenbeinhandel schließen will. Das berichtet die Artenschutz-Organisation „International Fund for Animal Welfare“ (IFAW). Bis März 2017 wurden 67 Genehmigungen für den Elfenbeinhandel und die Bearbeitung von Elfenbein widerrufen. In weiteren Stufen sollen die kommerziellen Elfenbein-Schnitz-Werkstätten auf andere Materialien umsteigen. Ab Ende 2017 soll der Verkauf von Elfenbeinprodukten in China verboten sein. Das betrifft insgesamt 172 Betriebe in China.

Bisher ist China der weltweit größte Markt für Elfenbein. Tierschützer begrüßten die Entscheidung: „Das Ende des Elfenbeinhandels in China erhöht die Überlebenschancen für Elefanten enorm“, sagte Daniela Freyer von der Artenschutzorganisation „Pro Wildlife“. Wilderer töten die Tiere wegen ihrer Stoßzähne, die auf dem Schwarzmarkt mehrere Zehntausend Euro einbringen. Laut der Tierschutzorganisation „WWF“ gehören Wilderei und Schmuggel zu den fünf einträglichsten Sparten der internationalen Kriminalität – „vergleichbar mit dem Handel mit Menschen, Waffen, Drogen und gefälschten Markenprodukten“.

Jährlich werden etwa 20.000 Elefanten allein in Afrika von Wilderern getötet. Seit 1990 ist der internationale Handel mit Elfenbein bereits verboten. Einige Länder, darunter auch die meisten Staaten der Europäischen Union (EU), erlauben jedoch den Verkauf von Elfenbein, das vor dem Verbot eingeführt wurde. Die EU gehört zu den größten Exporteuren dieser Altbestände. Von 2014 bis 2015 exportierte sie 20.000 Elfenbeinschnitzereien und fast 1.300 Stoßzähne, vor allem nach China, dem bislang weltweit größten Markt für Elfenbein.

Mit dem Verbot kommt China einer Aufforderung von Teilnehmern der Cites-Artenschutzkonferenz nach. Im Oktober 2016 hatten diese eine Resolution verabschiedet, die Länder zur Schließung ihrer nationalen Elfenbeinmärkte auffordert. Auch die USA und Hongkong, nach China die zwei größten Elfenbeinmärkte, leiteten ein entsprechendes Verbot ein.

Die EU-Kommission plant ab Juli 2017 die Ausfuhr von Stoßzähnen und anderem unverarbeiteten Elfenbein zu verbieten. Produkte aus vor 1990 eingeführtem Elfenbein sollen weiterhin verkauft werden dürfen.

Die IFAW schätzt, dass die Zahl der Afrikanischen Elefanten von etwa 1,2 Million im Jahre 1980 auf heute noch gut 450.000 Tiere zurückgegangen ist. In Asien leben nur noch 35.000 bis 40.000 Elefanten in freier Wildbahn. Trotz des strengen Schutzstatus der Tiere werden auch heute noch jährlich mindestens 20.000 Elefanten in Asien und Afrika wegen ihrer Stoßzähne getötet.

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