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Was bedeutet es, wenn mit Bärbel Mohr eine der bekanntesten Protagonisten der „Bestellungen ans Universum“ an Burn-Out und Krebs verstirbt? Ein Einzelfall? Oder ist diese Philosophie vielleicht doch nur ein grandios gehypter Irrtum, der eine Menge Geld mit den Wunschträumen von Glückssuchern verdient? Was ist dran am Gesetz der Anziehung? Haben wir da was falsch verstanden?

Ein Tod mit Symbolcharakter?

Alle, die sie gekannt haben, sind sich einig: Bärbel Mohr war ein liebenswerter Mensch mit einem weit offenen Herzen. Sie wollte Liebe und Glück in der Welt verbreiten, Mut machen, dass wir alle das Leben unserer Träume leben können. Uns zeigen, dass wir alle unsere eigene Realität manifestieren. Und dann ist sie an Krebs gestorben. Und das wirft Fragen auf: Wie geht das zusammen? Ist es doch alles Unsinn? Und warum hat Bärbel Mohr ihre Krankheit der Öffentlichkeit verheimlicht?

In seinem Nachruf auf Spuren.ch schreibt Martin Frischknecht:

„Bärbel Mohr schwieg, weil Krankheit in ihrem System einem Versagen gleichkommt. Bist du krank? So bestell dir Gesundheit! Bist du immer noch krank? Dann hast du falsch bestellt.

Da die Propagandistin solchen Denkens mit dem eigenen Leben dafür einsteht, dass es auch funktioniert, hat sie vor den Leuten zu strahlen. […] Würden die eigenen Zweifel, das eigene Versagen, würden kleine und größere Gebrechen dem Publikum sichtbar gemacht […] Es würde den Wert der eigenen Botschaft in Frage stellen und die Vermessenheit des umfassenden Anspruchs enthüllen, und das wäre schlecht für den Absatz. Habe ich damit gesagt, ‚Bestellungen beim Universum‘, ‚The Secret‘ und all die vielen Propagandaschriften zum Resonanzgesetz seien unmenschlich? Allerdings.“

Ein Kommentator zum selben Artikel schüttelt ebenfalls den Kopf über die „schräge Allmachtsfantasie, die hinter dieser shopping-Philosophie steckt.“ Und stellt abschließend fest: „Der Tod ist die größte narzisstische Kränkung, die wir erfahren können, hat Freud einmal gesagt. Gerade im Hinblick auf die Illusion, man könne sich alles einfach bestellen, zeigt sich, an was der universellen Shopping-Philosophie mangelt: Demut.“

Also alles Unsinn? Der belächelswerte Versuch des menschlichen Egos, Gott spielen zu wollen?

The Secret: Wer wünscht da eigentlich?

Tatsächlich darf man sich die Frage stellen: Wer wünscht da eigentlich? Wer will die Super-Villa am Strand, den Ferrari und die heiße tantrische Liebesbeziehung? Wessen Hunger soll da eigentlich gestillt werden? Ist es nicht genau das, was in alten spirituellen Traditionen das Ego genannt wird? Ist es nicht eine ganz andere Sehnsucht, die uns eigentlich im Herzen liegt? Ist es nicht der Mind, der hier mit esoterischem Helium aufgeblasen wird, bis wir mit einem super-Ego auf den Schultern und einer golden Rolex am Arm durch unseren herbeimanifestierten Marmor-Palast torkeln? Die Realität manipulieren, dass hätten wir wohl gerne! Könnte uns denn überhaupt was Schlimmeres passieren, als dass was dran wäre an der ganzen Sache und lauter verkorkste Egos sich einfach wer-weiß-was herbeimanifestieren?

ich glaube: Ja und nein. Für mich ist durchaus was dran an der ganzen Sache. Nur anders, als uns das verkauft wird. Aber ich glaube, dazu müssen wir womöglich etwas tiefer eintauchen in das Gesetz der Anziehung und die Erkenntnis, dass die äußere Realität nur ein Spiegel der Inneren ist.

Realität als Spiegel

Auch in meiner Erfahrung stimmt es: Die äußere Realität ist ein Spiegel meines Inneren. Meine Lebenssituation ist in Resonanz mit meinem Bewusstsein. Aber ich würde nicht auf den Gedanken kommen, diese manipulieren zu wollen. Der Vorgang läuft für mich exakt andersherum!

Ich beobachte mein Leben, um zu sehen, wo meine Blockaden sind, wo ich feststecke, wo ich wachsen kann. Ich versuche nicht, das Leben zu ändern, sondern frei zu werden. Das Leben, mit all seinen Situationen, Aufgaben und Beziehungen ist für mich der Spiegel, in den ich schaue, um mein wahres Gesicht zu sehen.

Es geht für mich nicht darum, die Realität solange zu manipulieren, bis ich in einem glitzernden Plastik-Wunderland Schaumbäder nehme, sondern darum, innerlich zu wachsen. Das Leben ist mein Guru. Statt einen Ferrari zu visualisieren, frage ich das Leben jeden Tag: „Zeig mir, wo ich noch verkrampfe, mein Zentrum verlasse, die Präsenz verliere. Zeig mir alle Verzerrungen, die dem klaren Ausdruck meiner Seele noch im Wege stehen. Zeig mir, wo ich mich belüge, zeig mir, wo ich unauthentisch werde, in alte Muster verfalle. Und zeig mir auch meine eigene innere Schönheit in all den wunderbaren Dingen und der Liebe, die in meinem Leben auftaucht.“

Ich glaube: Wenn wir es lassen, führt uns das Leben in all diese Situationen, wieder und wieder, lädt uns ein, frei zu werden und Unbewusstes bewusst werden zu lassen. Die Seele ist hier, um sich durch die menschliche Erfahrung und das Leben in dieser Welt selbst als reines Gewahrsein zu erkennen und sich durch unsere groben und feinstofflichen Körper auszudrücken. Und dafür inkarniert sie sich nach dem Gesetz der Resonanz ein Leben, dass uns all die Lernaufgaben bietet, die wir für unsere Reise brauchen. Ich glaube fest, dass keine Sekunde, dass nichts in meinem Leben Zufall ist.

Das Gesetz von Resonanz und Anziehung funktioniert tatsächlich, ich habe es tausende Male erlebt. Trotzdem glaube ich auch, dass all die Wunsch-Gurus sich schrecklich irren. Es sind die Wünsche unserer Seele, die das Leben formen – ihre Träume und Lernaufgaben, nicht unsere Gier. Es ist unser Herz, nicht unser Wollen.

Demut: Nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe.

Ich glaube: Wir Menschen als Seele sind göttliche Wesen. Unsere Kraft ist weit größer, als alles, was wir glauben mögen. Wir als Seele manifestieren unser Leben tatsächlich in jeder Sekunde – in alten Traditionen wurde das Karma genannt. Aber unsere wahre Freiheit liegt in der Hingabe.

Wenn wir als Person transparent werden, so dass die Seele sich frei und ohne Verzerrungen durch den Körper-Geist ausdrücken kann, wenn wir unseren kleinen Ego-Willen diesem Strom von Energie hingeben, diesem Traum Gottes, der sich durch uns ausdrücken will – dann zeigt sich das wirkliche Wunder der menschlichen Existenz. Und das hat viel mehr mit Loslassen, Akzeptanz, Hingabe und bedingungsloser Liebe zu tun als mit Wollen, Wünschen, Manifestieren und Visualisieren.

Bisher alle meine Herzenswünsche haben sich erfüllt. Immer. Sehr schnell. Und ich habe noch nie etwas visualisiert oder bestellt. Ganz im Gegenteil: Oftmals wurden meine Wünsche auf eine Weise wahr, die ich mir im Traum nicht hätte denken können. Oft waren es richtiggehende Wunder. Die geistige Welt hat mir immer wieder gesagt: „Wir erfüllen dir jeden Wunsch, der von Herzen kommt. Jeden. Aber versuche nicht uns vorzuschreiben wie!“ Meine Wünsche halte ich sanft im Herzen, spüre die Schönen Gefühle und die Energie dieser Seelen-Träume – dann lasse ich sie los und vertraue in Hingabe, lasse alles offen.

Die besseren der „Wünsch-dir-was-Bücher“ haben das zumindest zum Teil erkannt. Dort geht es viel um das Auflösen alter Muster, die Entfernung von Programmierungen und Traumata, Vergebung, Dankbarkeit und Liebe – kurz: um persönliches Wachstum. Wirklicher Erfolg heißt dort ein innerlich freier Mensch zu sein – und das ist schön, aber warum vergessen wir das mit dem manifestieren dann nicht mal? Es gibt kein größeres Glück, als ein freier Mensch zu sein, und der Rest ergibt sich automatisch. Was soll das ganze? Um zu verstehen, warum diese Philosophie so groß geworden ist, lohnt es ich vielleicht, einen Blick auf die geistige Evolution der Menschheit zu werfen.

Das gesunde Ego – der Schritt in die Verantwortung

Ich glaube, dass wir auf unserem Weg zuerst einmal zu geistig gesunden und zu erwachsenen Menschen werden, bevor so etwas wie vollständige Hingabe an die Präsenz in einer gesunden Weise geschehen kann. Den Keller aufräumen, alte Traumata bewältigen, Verhaltensmuster transformieren, uns unseren Schatten stellen und als Mensch ganz werden, ist vielleicht eine Stufe, die einem ganzheitlichen spirituellen Erwachen zuträglich ist.

In der Chakren-Lehre befindet sich dieser Punkt im Solarplexus-Chakra. Und ich glaube, dass dies der Punkt ist, an dem wir gerade als Menschheit stehen: Wir sind dabei, erwachsen zu werden. Aus dem Schlafzustand und dem Opfer-Bewusstsein der vergangenen Jahrhunderte gelangen wir nun zu einem neuen Gefühl für Verantwortung und unsere Individualität.

Und an diesem Punkt unserer Reise, kam „The Secret“ tatsächlich wie beim Universum bestellt. Denn für viele Aspekte spiritueller Weisheit scheint ein Großteil der Menschen kaum empfänglich, aber wenn ein roter Porsche gut sichtbar im Blickfeld geparkt wird, lässt sich der ein oder andere dann doch mal darauf ein, ein Buch mit spirituellen Ideen zu lesen oder sich mit seinen unterbewussten Programmierungen auseinanderzusetzen. Eine Einstiegsdroge sozusagen. Und manch einer hat tatsächlich aufgehört, sich fortwährend nur als „armes Ich“ in Selbstbemitleidung zu wälzen und seinen eigenen Mist auf andere zu projizieren und statt dessen begonnen, für Gedanken, Emotionen, Beziehungen und das Leben Verantwortung zu übernehmen.

Ich glaube: The Secret und überhaupt die ganze Literatur über persönliches Wachstum und „Glücklichsein“ hilft uns in dieser Zeit, einen ganz wesentlichen Schritt zu tun: Vom Opfer zum verantwortlichen erwachsenen Menschen.

… kann aber leider auch genau zum Gegenteil führen.

Über das Ziel hinaus

Denn was für absurde Ausmaße das Ganze angenommen hat, und wie sehr die darin enthaltene Wahrheit verschüttet wurde, könnte einen mitunter betrüblich stimmen. Wiedermal wurde die Konsum-Mentalität unserer Gesellschaft einfach ins metaphysische projiziert und das hatte für viele Menschen sicher einen unglücklichen Effekt. Statt mal einen tiefen Blick in die Realität ihres Lebens zu werfen, wurde sich in eine Wunsch-Scheinwelt geflüchtet, in der versucht wurde, Minderwertigkeitskomplexe, tiefe Wunden und ehrliche Sehnsucht durch positive Affirmationen und materiellen Erfolg zu überdecken. Das unvermeidliche Scheitern dürfte die persönliche Krise eher noch verstärkt haben.

Dennoch glaube ich, dass diesen Theorien eine spirituelle Wahrheit zugrunde liegt. Dass Resonanz tatsächlich eines der grundlegenden Gesetze des Universums ist – gerade in unserer Zeit. Ich habe tausende Male erlebt, wie sich die äußere Realität nach inneren Durchbrüchen innerhalb kürzester Zeit radikal verändert hat. Wie durch das Begreifen bestimmter Lernaufgaben manche Situationen, (die sich vorher wie ein roter Faden durch mein Leben zogen) einfach nicht wieder aufgetaucht sind. Wie durch kleine Verschiebungen in meinem Inneren wahre Wunder im Äußeren passiert sind. Ich würde trotzdem niemals versuchen, solche Veränderungen mit meinem Willen „herbeizuführen“.

Und vielleicht ist es für viele von uns an der Zeit, bereits den nächsten Schritt zu tun: Vom gesunden Ego des Solarplexus ins Herz. Von der reifen Persönlichkeit zur Hingabe und Vertrauen an das höhere Selbst.

 

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Bilder

Universum: NASA

Bären: © René Lutz /aboutpixel.de

 

24 Responses

  1. Bernd

    Mal ein anderer Denkansatz: laut Jane Roberts bzw. Seth stirbt niemand, der nicht (bewußt oder unbewußt) dazu bereit ist. Oder um es esoterischer zu formulieren: möglicherweise wurde Bärbels Wissen dringend in einer anderen Dimension/Zeitebene/Wahrscheinlichkeit gebraucht und sie entschloß sich deshalb, weiterzuziehen. Generell stimme ich den Kritikern der Realitätsmanipulation ‚auf Biegen und Brechen‘ jedoch zu: wer sich im Inneren weiterentwickelt und die entsprechenden Glaubenssätze transformiert, die Tag für Tag für Unbill aller Art mitverantwortlich sind, der kommt seinen Wünschen automatisch immer näher. Die Erfüllung meiner Wünsche trat meist dann ein, wenn ich längst aufgehört hatte, sie zu äußern bzw. mit dem zufrieden war, was ich gerade hatte.

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  2. Hubert

    Ich habe Bärbel immer so verstanden: Mit der gleichen Energie, mit der ich mir Sachen vorstelle die ich NICHT WILL, kann ich mir auch Sachen vorstellen die ich WILL. Und da jeder Mensch durch den Gedanken der Schöpfer seiner eigenen Realität ist, schöpft er etwas was er WILL und nicht was er NICHT WILL. Das Gegenteilige wird sowieso auftauchen und muss zugelassen werden.

    PS: Durch diesen Artikel habe ich erst heute von ihren Tod erfahren. R.I.P

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  3. Werner Hofmann

    Hallo Anja Camiaris,

    vielen herzlichen Dank für Ihre Antwort, die so feinsinnig und einfühlsam ist.
    Es ist schön, daß es Menschen wie Sie gibt und es gibt viele viele davon in unserer Welt. Es werden auch immer mehr.

    Liebe Grüße,
    Werner Hofmann

    Antworten
  4. Ronald

    Das Bärbel Mohr an Krebs verstorben ist, zeigt auf sehr deutliche Art und Weise, daß das Leben sehr viel mehr ist – als ein „Wunschkonzert“, welches jeder nach belieben einfach so manipulieren kann, ohne sich allumfassend um alle wichtigen Aspekte seines Lebens zu kümmern.

    Ich selbst mußte mir nach schmerzvollem Prozeß mit schweren Depressionen, Sinnlosigkeits- und Minderwertigkeitsgefühlen, Haß auf die „böse Welt“ da draußen usw. eingestehen, das ich nur dann im Leben vorwärts komme, wenn ich auch die vermeintlich „negativen“ Facetten meiner Persönlichkeit hinterfrage, anerkenne und respektiere und nicht einfach nur versuche meine eigenen Mißstände, Unpäßlichkeiten, Ängste, Sorgen, mein Unvermögen, meine Bequemlichkeit, meine Ignoranz, meine Scheuklappenmentalität, meine Minderwertigkeiten, meine Verletztheit usw. mit unrealistischen Wunschvorstellungen zu „übertünchen“ anstatt nach den Ursachen zu fragen.

    Ich habe gelernt meine „negativen Gefühle“ zu hinterfragen: Was ist der Grund dafür, das ich mich minderwertig, nicht geliebt, arm, hilflos, depressiv, ängstlich, wütend usw. fühle ??? Die Antworten welche ich bekam hatten immer das selbe Ergebnis: Es sind meine eigenen „Schwächen“, meine eigenen „Illusionen“, die ich in die äußere Welt „projiziert“ habe und welche immer solange zu mir zurückkommen, bis ich sie entweder annehme oder loslasse.

    Ich habe erkannt, das es darum geht (Lebens-) Energien (wieder) zum fließen zu bringen und dabei sind die beiden unscheinbaren Worte „Annehmen“ und „Loslassen“ entscheidende „Schlüsselwörter“ in meinem Leben geworden.

    Alle Probleme „in meiner Welt“ haben immer ihren Ursprung in Dingen welche ich entweder nicht annehmen/akzeptieren/respektieren oder welche ich nicht loslassen kann und das auf allen Ebenen (Körperlich/Physisch/Geistig/Seelisch/Emotional/Gesellschaftlich/Zwischenmenschlich). Jegliche Anhaftung führt zum Energiestau, welcher je nach Stärke/Zeitdauer zur energetischen Auszehrung und in letzter konsequenz zum Tod (unseres physischen Körpers) führen muß.

    Die Schlüsselfragen, zur Lösung von Problemen und Krankheiten (auch von Krebs) lauten: Was kann ich nicht annehmen/akzeptieren in meinem Leben und warum kann ich es nicht annehmen/akzeptieren? Was lehne ich ab und warum lehne ich es ab? Wogegen wehre ich mich und warum? Was kann ich nicht loslassen und warum? Woran halte ich fest – warum? Was belastet mich und warum belastet mich dies?

    Die ehrliche und umfassende beantwortung dieser Fragen ist unerläßlich um zu sich selbst zu finden. Dies bedeutet sich intensiv mit sich selbst auseinanderzusetzen, was für viele Menschen mit der Erkenntnis gleich kommt: Ich soll selbst Schuld haben an dieser ganzen Misere (mein besch… Leben)? Das kann ja wohl nicht sein!

    Und so wird fleißig der „schwarze Peter“ auf die „böse Welt“, den „bösen Nachbarn“ , den „bösen Chef“, den „doofen Doktor“, der „bösen Pharmaindustrie“, den „bösen Ausländer“, den „bösen Bankern“, den „bösen Politikern“ usw. projiziert, ohne auch nur im geringsten danach zu fragen: Was ist mein Anteil am „Bösen“. Was hat dazu geführt, das sich „Das Böse“ in meinem Leben manifestieren konnte?

    Wie naiv war ich? Welcher (falsche) Glaube hat zu dem Desaster geführt? Wo habe ich meine Macht/mein Schicksal/meine Entscheidungen/meine Verantwortung an andere abgeben? Wo erniedrige ich mich selbst? Wo habe ich gedankenlos gehandelt? Denke/hinterfrage ich noch selbst oder werde ich gedacht?

    Es lebt sich sehr viel besser, seit dem ich mir erlaube (annehme) auch mal schlecht drauf zu sein, wütend, schlechtaussehend, arm, unwissend, unvermögend, schwach, faul, unglücklich, frustriert, depressiv, gierig, neidisch, schadenfroh usw… Die Schattenseiten des Lebens gehören genauso dazu wie die Sonnenseiten.

    Es ist befreiend auch mal unvollkommen, unbedeutend, furchsam, erfolglos, nichtgeliebt, wütend oder deprimiert zu sein, ohne sich gleich selbst zu erniedrigen (eine Form der Ablehnung) nur weil man menschliche Regungen und Gefühle in sich verspürt.

    „Die Negativität“ ist dein Freund, der Dir zeigt, das du auf dem falschen Weg bist. Wer die „Negativität“ übertüncht/wegdrückt und/oder diese gänzlich ablehnt/verteufelt, der kann so enden wie Bärbel Mohr.

    Antworten
  5. Anja Treumann

    Ein wunderbarer Artikel, DANKE dafür!
    Besonders
    Zitat „Statt einen Ferrari zu visualisieren, frage ich das Leben jeden Tag: „Zeig mir, wo ich noch verkrampfe, mein Zentrum verlasse, die Präsenz verliere. Zeig mir alle Verzerrungen, die dem klaren Ausdruck meiner Seele noch im Wege stehen. Zeig mir, wo ich mich belüge, zeig mir, wo ich unauthentisch werde, in alte Muster verfalle. Und zeig mir auch meine eigene innere Schönheit in all den wunderbaren Dingen und der Liebe, die in meinem Leben auftaucht.“ Zitat Ende

    Denn ich weiß ja gar nicht WAS mich glücklich macht. Ich hätte mir mein Leben gar nicht so wie jetzt wünschen können, ich wusste nicht, dass es das so gibt! Ich BITTE täglich um das Göttliche Geleit, Liebe, Kraft, Schutz, um Glück, Gesundheit usw. das WIE überlasse ich Gott. Ich treffe die Wahl, WAS ich will.
    Und DEIN Wille geschehe, statt Dein Wille geschehe, so lange er auch meinem entspricht….
    Das alles finde ich sehr wichtig und spreche immer wieder auch mit meinen Klienten darüber!
    Gott ist kein Selbstbedienungsladen, es ist an uns in Demut (die eigene Göttlichkeit in sich Selbst anerkennend) und Dankbarkeit voller Liebe zu Sein!
    Das geht, freudig liebevoll und frei! Als fühlendes Erdenwesen mit allem drum und dran! Jeder auf seien eigene ganz persönliche individuelle Art udn Weise, denn wer weiß schon, was richtig ist, falls es ein richtig – außer unser Herz – überhaupt gäbe.
    In Liebe
    Anja Camiaris
    http://www.bewusstseiniminntal.de/

    Antworten
  6. Annett Lüllepop

    Danke für den schönen Artikel und die immer wieder spannende und faszinierende Frage: „Woher kommen wir? Wer sind wir? Wohin gehen wir?“…welche schon Gauguin stellte. Ich glaube die kosmische Materie ist die Magie, welche uns umgibt. Würden wir Alles verstehen, alles wissenschaftlich erklären können, würde das unser Sein entzaubern. So bleibt das Geheimnis des Lebens und jedem selbst die Entscheidung zu entschlüsseln…

    Antworten
  7. WH

    Wenn jemand von sich behauptet, daß er seine Lebenssituation nicht beeinflussen oder manipulieren möchte, dann stimmt da etwas überhaupt nicht. Außerdem würde ich solch eine Aussage keinem einzigen Menschen auf der Welt abnehmen.

    Daß Bärbel Mohr an Krebs gestorben ist, ist zwar traurig, aber auch mehr oder weniger völlig natürlich. Warum sollte man von der Art des Todes eines Menschen auf den Erfolg seiner Spiritualität zurückschließen?

    Jesus Christus ist bespuckt, gefoltert und gekreuzigt worden. Papst Johannes Paul II ist im hohen Alter mit Morbus Parkinson gestorben.
    Viele Verbrecher sterben völlig gesund friedlich unter weichen Daunen.

    Es ist völlig abstrus von der Art der Erkrankung oder Tod auf das Seelenleben eines Menschen zu schließen, bzw. die Gültigkeit seiner Lebensphilosophie zu beurteilen.
    Vielleicht war Bärbel von einem parasitären Dämon besessen, der ihr Erfolg und Wohlstand geschenkt hat und im Gegenzug dafür von Ihr Lebensenergie absaugte, was in der Folge ein Ausbrennen und Erkrankung an Krebs bedeutet hat.
    Vielleicht werde ich jetzt ausgelacht, doch allzu laut würde ich wirklich nicht lachen wollen.

    Wir könnten uns auch darauf einigen, daß Bärbel Mohr eine extrem neugierige und quirlige Frau war. Sie wollte einfach alles mögliche machen und tun und erleben und weitergeben und erfahren. Doch der Mensch hat nur begrenzte Energie. Der Tag hat nur 24 Stunden. Und wir brauchen stets auch genug Erholung für unsere Lebenskraft. Ich kenne viele Menschen, die sich ihre Grenzen aus welchen Gründen auch immer nicht eingestehen wollen. Wenn Du sie darauf aufmerksam machen möchtest, dann erntet man meistens ein „JaJa ich weiß schon“ oder „das geht Dich doch gar nichts an“. Doch irgendwann steht bei jedem Menschen die Tanknadel auf 0.

    Bärbel wollte wahrscheinlich genauso leben und sterben wie sie es getan hat. Ihren Willen sollten wir respektieren. Wenn sie wirklich so viele Menschen durch ihre Bücher erreicht hat, dann hat sich ihr Leben doch gelohnt.

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  8. rolf

    Lieber David,
    mit Deinem Artikel sprichst Du mir aus dem Herzen und ich kann Deine Worte nur unterstreichen.
    All dies hat nicht im Ansatz etwas damit zu tun über Bärbel Mohr zu richten, sondern die Botschaft dahinter zu erkennen.
    Ich persönlich habe schon immer einen Bogen um das sogenannte positive Denken/Affirmationen oder die Bestellungen ans Universum gemacht und ich durfte vor kurzem erkennen warum. Es geht darum sich den eigenen Ängsten, sich dem Dunklen zu stellen und mit dem uns innewohnenden Geist zu transformieren. Sabine Wolf bringt das auf den Punkt in dem sie sagt: zuerst die negative Affirmation und dann die Positive. Im verdrängen der dunklen Wirkkräfte (überwiegend unbewußt), die kollektiven kommen hinzu, funktioniert dies meist so nicht.

    Loslassen und sich dem Geiste hinzugeben, aus dem Herzen zu leben um aufzusteigen zum Mit-Schöpfer werden, ist eine Aus-richtung die jenseits von materiellen Wünschen liegt und ich denke dazu ist seit längerem ein Weckruf an uns alle ergangen auch im Hinblick auf „2012“, dem möglichen Aufstieg in die 5. Dimension.

    In Lak ech
    Rolf

    Antworten
  9. Henrik

    Smile or Die | Was steckt hinter dem positivem Denken

    Acclaimed journalist, author and political activist Barbara Ehrenreich explores the darker side of positive thinking.
    http://www.youtube.com/watch?v=u5um8QWWRvo

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  10. Sven

    Man sollte das Problem auf der Ebene betrachten, auf der es auftritt. So sollte man den Krebs auf biologischer/körperlicher Ebene betrachten und dabei nicht die spirituell-psychologische Brille aufsetzen. Schließlich gibt es unzählige Yogis und Gurus, die am Ende doch an ganz menschlich-körperlichen Prozessen gestorben sind. Das Stichwort heißt hier wohl: Multidimensionales Bewusstsein und NICHT die fokussieren auf nur ein oder zwei Ebenen und vermischen sollte man diese schon gar nicht. Sonst kommt dann wieder sowas zu stande, dass man meditiert und dabei hofft, dass der Traumjob angeflogen kommt. Ich kann affirmieren und positiv denken und fühlen, aber wenn ich mich nicht um die Signale meines Körpers kümmere oder nicht um meinen eigenen Biorhythmus und Energiehaushalt (inkl. Ernährung und Medienkonsum) oder nicht um einen nachhaltigen Berufsweg oder nicht um ein passendes soziales Umfeld, dann kann ich positiv denken und affirmieren und trotzdem an Burn-Out leiden und an Krebs sterben.

    Antworten
  11. Thomas Wirth

    Ein schöner Artikel. Und eine gute Erklärung. Ich habe mir auch lange überlegt, warum ich beim Schauen von „The Secret“ irgendwie ein ungutes Gefühl hatte – obwohl ich andererseits doch überzeugt bin, dass wir unsere Realität kreieren. Ich kam dann zu folgendem Schluss: das Universum ist präzise. D.h.: Ich kann zwar auf einer sprachlichen Ebene Dinge sagen wie „ich wünsche mir eine Traumvilla“. Entscheidend ist aber, weshalb ich zu diesem Wunsch komme. Wenn mein Wunsch etwa einem Minderwertigkeitsgefühl entspringt, dann hört das Universum eben genau das. Ich sage zwar „ich will eine Traumvilla“, das Universum jedoch hört mich sagen: „Ich fühle mich nicht gut genug und glaube, dass Dinge von aussen dies verändern könnten.“ Und es antwortet prompt: „Sorry, falscher Glaubenssatz, mein Junge. Hier, nimm diese Herausforderung anstatt der Traumvilla! Sie soll dich dazu inspirieren, deinen Glaubenssatz aufzudecken und aufzulösen.“ Je nach „Sturheit“ des Wünschers kann das also statt in einer Trauvilla in einer Katastophe enden. Fazit: entscheidend ist, WARUM ich mir etwas wünsche. Und da das Universum präzise ist und nicht die „sprachliche“ Ego-Ebene wahrnimmt, sondern die energetische, (einfach, das, was wirklich ist) sollten wir uns selbst entsprechend präzise selbst reflektieren – auf allen Ebenen. Dann kommt der Geschenkesegen auch ganz von alleine.

    Antworten
  12. Jacqueline

    „Wir nähren die Weltenseele und die Welt wird edler oder schlechter, je nach dem ob wir edler oder schlechter werden. Hier kommt die Kraft der Liebe ins Spiel, den wen wir lieben wollen wir stets edler werden als wir sind.“

    Zitat aus ‚der Alchimist‘ von Paulo Coelho

    Ich finde dieses Zitat bringt die Wirklichkeit näher an den Menschen als alle ‚Gesetz der Anziehung‘-Bücher zusammen.

    Antworten
  13. Amanda

    Jeder Wunsch erfüllt sich nur über unser Herz. Zeigt er sich im aussen haben sind wir unserm Herzen einen Schritt näher gekommen. Näher an die Eigenliebe, näher ans Bewusstsein, näher ans Vertrauen. Darum funktioniert es auch.
    Bärbels Tod zeigt uns einfach, zum einen dass Sie den Reiseführer in und auswendig kannte, und trotzdem nicht mehr weiter kam.
    Vielleicht hatte sie nicht das Glück jemanden zu finden der ihr den Weg sich zu verbinden zeigen konnte. Vielleicht wollte sie niemanden der ihr hilft, weil das, wie richtig beschrieben, ihre Bücher in Frage gestellt hätte. „Das Ego ist in jedem Moment bereit uns zu schaden“.

    Auf jeden Fall und davon bin ich überzeugt. Um die Menschen in Ihren eigenen Herzen aufzurütteln, braucht es jemanden der so bekannt ist wie sie, der stirbt. Nur so wird ein tiefes Beben verursacht. Was es ja scheinbar auch hat, wenn so viele Menschen sich darüber Gedanken machen !!

    Antworten
  14. sadhu

    ich freu mich das die sicht immer klarer wird … das das was man wahrheit nennen könnte eine verstehbare form bekommt ohne in ein mäntelchen gehüllt zu werden … bärbel war eine stufe der leiter die sie benutzt hat …. es gibt kein gut … kein schlecht … wir sind und das ist so viel das es nur auf eine ganz bestimmte art und weise erfahren werden kann … das was du da beschreibst david ist für mich Tantra … Yoga … Liebe oder auch Gott …. es bedarf im grunde keiner beschreibung … und doch ist sie hilfreich wie für ein kind der rockzipfel der mutter …
    mein lieblings sloka der Gita ist vom Kapitel 4 #18

    wer handeln in nichthandeln erkennt
    und nichthandeln in handeln
    ist weise unter den menschen

    haste schön geschrieben ich freu mich mit deinen worten mein weltbild beschrieben zu sehn …
    Jay SitaRam

    Antworten
  15. felix

    wenn man den parkplatz voer der tür nicht bekommt und die kisten schleppen muss, dann hat das vielleicht einen lerneffekt der gewünscht ist – dieser würde durch dauerndes parkplatz reservieren verschoben. ich sage verschoben, weil aktio= reaktio. man verändert etwas dadurch. und zwar wie im artikel gut herausgearbeitet durch ego-denken. vielleicht würde man den parkplatz ohne nebenwirkungen tatsächlich immer bekommen, aber nur wenn man voll in Hingabe ist, alles Karma schon aufgelöst hat. dauerndes „bestellen“ kann also als verzettelung gesehen werden, als über all Wünschen, überall Dependancen aufmachen – nichts anderes macht Krebs. Nächstes Mal schafft sie es sicher die Bärbel, da bin ich mir sicher und außerdem wird sie trotzdem ein schönes Leben führen. immerhin hat sie unsere Aufmerksamkeit etwas in die richtige Richtung fokussiert. Irgendwelche die ihre Krankheit nun als Gegenbeweis sehen werden gibt es immer – doch das stört einen großen ruhigen Geist nicht

    Antworten
  16. Luisa

    Zitat: „Ich würde trotzdem niemals versuchen, solche Veränderungen mit meinem Willen „herbeizuführen“…

    Sag niemals nie… 🙂

    Alles Liebe.
    Luisa

    Antworten
  17. pedro bergerac

    viellecht wurde sie einfach „entrückt“?
    oder
    vielleicht hat ihre „bestellung“ ihren tod beinhaltet?
    nach den motto:
    hüte dich vor deinen wünschen, sie könnten in erfüllung gehen.
    ich bin mir ziemlich sicher. alles passiert genauso wie es geschehen muss.
    ohne wenn und aber.

    Antworten
  18. David (Autor)

    @Sonja: Es liegt mir fern, über Bärbel zu „richten“! Sie hat unzählige Menschen aufgeweckt und einen großen Job für diese Welt getan. Aber ihr Tod hat für viele Menschen Fragen aufgeworfen. Ich habe hier versucht, meine Antworten dazu in Worte zu fassen und dabei immer klar zum Ausdruck zu bringen, das alles Geschriebene mein persönlicher „Glaube“ ist, nicht mehr.

    Antworten
  19. Azmuto

    Oh,hinzufügen möcht ich noch zu dem eben getätigten Kommentar, das es natürlich nicht um das erfüllen Materieller Wünsche geht, also nicht um die Wünsche des Körpers sondern die Wünsche der Seele !

    Antworten
  20. Azmuto

    Das fand ich sehr hilfreich und passen 😀

    Welche Kompromisse muss ich im Spirituellen eingehen, in bezug auf Wünsche und das Ego ?

    http://www.youtube.com/watch?v=2WLyLPPCqoU&feature=player_profilepage

    Antworten
  21. Enno

    Lieber David Rotter,
    bravo, danke, wunderbar.
    Sehr hilfreich, sehr wohltuend.
    Ich spüre ganz viel Herz. Und das ist schön.
    Herzlich,
    Enno

    Antworten
  22. Sonja

    Ein spannender Artikel, lieber David. Vielen Dank. Er zeigt mir auf, wo auch ich mit all dem Gewünsche überfordert war. Es gilt eben nicht, lauter materielle Wünsche über das kleine, schwache Opfer-Ego zu häufen, um das elende Dasein vermeintlich zu optimieren. Sondern hinein zu schauen, wie aus einem Opfer-Dasein ein glückliches, innerlich friedliches Einfach-SEiN entstehen kann. Dazu gibt es großartige Anregungen von tollen Menschen. Auch Bärbel Mohr hat viele wichtige Impulse gegeben, den eigenen inneren Wert zu entdecken. Es ist nicht an uns, über sie zu richten oder ihr Dasein und ihre Aktionen zu bewerten. Möge Ihre Seele nun glücklich sein – und jeder lebende Mensch sein eigenes Glück auf seinem ganz eigenen Weg entdecken!

    Antworten

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