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Nicht nur in der alltäglichen Oberflächlichkeit unserer Gesellschaft, auch in vielen nach Freude, Liebe und Harmonie strebenden spirituellen Kreisen hat Wut keinen Platz. Nach Möglichkeit geht es uns blendend, lächeln wir durchgehend und wir haben für alles Nachsicht und Gelassenheit.

Selbst wenn Schmerz, Angst und Trauer als Zeichen eines „tiefen Prozesses“ akzeptiert sind – für Wut existiert selten ein bewusster Raum. Vor allem wohl deshalb, weil sie häufig mit Aggression verwechselt wird – selbst von vielen Therapien. Auf Kissen einzuschlagen lehrt uns zwar mit Aggressionen umzugehen, aber nicht, eine bewusste Wut zu kultivieren. Was ist bewusste Wut?

Wut ist nicht Aggression

Wut, das ist für viele so ungefähr das niedrigste Niveau, auf das ein Mensch sinken kann. Dabei ist sie zusammen mit Freude, Angst und Trauer eine der grundlegenden Emotionen des Menschen und erfüllt einen wichtigen Zweck: Wut ist die Energie, die ein sensibles Herz beschützt, die einen sicheren Raum für Verletzlichkeit bereitet.

Ich habe Jahre gebraucht, um Wut in mir zuzulassen. Meine Masche war die des „netten Typen“, immer verständnisvoll, nett, zuvorkommend. Ich verabscheute Wut, dabei war ich voll davon. Ich schluckte sie und sie brach sich irgendwann entweder als Depression, hinterhältige Gemeinheit oder blinde Aggression ihren Weg. Bis zum Schluss erzählte ich mir selbst, ich hätte keine Wut in mir – auch wenn andere sie längst sahen.

Dass die Wut bei mir einen so schlechten Namen hatte, lag wohl vor allem daran, dass ich sie schon gedanklich kaum von Aggression und Gewalt zu trennen vermochte. Ich habe auch selten davon gehört, dass diese Unterscheidung in aller Klarheit gemacht wird. Wohl am deutlichsten spricht der amerikanische Therapeut Robert August Masters davon, der mich auch zu diesem Artikel inspiriert hat:

„Die meisten von uns verwechseln Wut mit Aggression, das ist schonmal das Erste. Aber Wut, in ihrer reinen Form, ist eine verletzliche Emotion. Sie ist eine Art zu zeigen, dass einem etwas wichtig ist und dies energetisch zu betonen. Das ist keine Scham und keine Beschuldigung, nur Feuer. Es ist eine Energie, die eine Beziehung vertieft, wenn sie gut aufgenommen wird. Aggression sieht in manchen Fällen ähnlich aus wie Wut. Aber da ist keine Verletzlichkeit und sie möchte den anderen verletzen. Und wenn wir das bis zum extrem ausreizen, sind wir bei Gewalt. Die muss nicht physisch sein, sondern kann auch emotional ablaufen. Und wegen all dem hat Wut einen schlechten Ruf.“

 

Herz-Wut

Masters Theorie ist, dass Wut als natürliche Emotion in allen spirituellen Entwicklungsstadien auftritt, und verweist auf die Überlieferung von Jesus und anderen spirituellen Personen, die durchaus auch mal wütend wurden. Masters meint:Wut verschwindet nicht, aber die Art, wie wir mit ihr umgehen und sie ausdrücken, wird immer feiner, ihre Abgrenzung gegen die angreifende Energie der Aggression immer offensichtlicher.

Während Aggression immer eine angreifende Energie hat, kann Wut, gleichgültig wie feurig sie hervorgebracht wird eine Qualität von Mitgefühl, Verletzlichkeit und Sensibilität in sich tragen, in welcher die Liebe für das Gegenüber nicht verloren geht. Tatsächlich sieht Masters Aggression als eine Form der Vermeidung von Wut an, da Wut immer ein Eingeständnis der eigenen Verletzlichkeit ist und diese dem Gegenüber offenbart. Diese Form der Wut nennt Masters „Herz-Wut“.

„Es ist wirklich wichtig zu verstehen, dass es eine Möglichkeit gibt, wütend zu sein mit einem offenen Herz. Wir können Mitgefühl für die Person haben, mit der wir wütend sind und Mitgefühl mit uns selbst, während wir wütend sind.“

Reinheit und Grenzen

Wut ist tatsächlich alles andere als eine primitive Emotion, vor allem, weil sie sich so sehr mit anderen Gefühlen mischt: Verletztheit, Schmerz, Ohnmacht, Frustration, Verwirrung, Angst – all das und viel mehr kann in Wut enthalten sein.

Und sie könnte von ganz verschiedenen Orten in uns aufsteigen. Es könnte unser erwachsenes Selbst sein, das sein Herz und seine Grenzen beschützt und verletzendem Verhalten Einhalt gebietet. Oder gar ein „heiliger Zorn“, der unsere Leidenschaft für Gerechtigkeit und Wahrheit zum Ausdruck bringt. Sie könnte aber auch aus unseren tiefsten Verletzungen kommen, von unserem Inneren Kind und so wichtiger Hinweis auf unsere Wunden sein – sowohl für uns selbst, als auch für andere.

Meine eigenen Grenzen zu kennen und zu ihnen zu stehen, „nein“ und „stop“ sagen zu können, war für mich ein wichtiger Schritt zur Ganzheit. Wut in ihrer Reinheit, ist kein Angriff, sondern ein Ausdruck von Selbstliebe und Integrität mit mir selbst. Es ist eine beschützende Energie voller Kraft und warmen Feuer, eine sehr reine Form von purem, leidenschaftlichem Willen zu leben und sich zu zeigen. Als verletzlicher Mensch war es gut für mich, diesen Teil kennenzulernen und mich auf ihn verlassen zu können – die Alternative war nicht selten, das Opfer zu spielen, mich für Liebe zu verbiegen oder in Beziehungen zu verbleiben, die mir nicht gut taten.

Klarheit und Kraft

Je weniger Wut ich schluckte, je deutlicher ich meine Grenzen wahrnahm und achtete, desto weniger hatte meine Wut etwas explosionsartiges an sich, desto mehr wurde sie einfache Klarheit und Kraft. Und je klarer ich wurde, desto weniger Anlass gab es wütend zu sein, desto seltener achteten auch andere nicht auf meine Gefühle.

Am deutlichsten spiegelte mir dies das Kind meiner Lebensgefährtin. Es war offensichtlich, wie unkompliziert und dankbar sie klare Zeichen aufnahm und wie sehr sich ein „stop“ von einem „Stop!“ unterschied. Alles, was ich nicht energetisch unterstrich und mit meinem ganzen Wesen auch so meinte, wurde einfach ignoriert. Und das bedeutete nicht, zu schreien, sondern klar zu sein und ein „nein“ durch mein ganzes Feld auszudrücken – bis zu einem Punkt, wo es nicht mal mehr eines Wortes bedurfte.

Ich bin mir sicher, dass es die Energie transformierter Wut ist, die Stärke und natürliche Autorität vermittelt, während unterdrückte Wut einen so jämmerlichen und schwächlichen Eindruck macht, dass man sich schon anstrengen muss, nicht der Versuchung nachzugeben, den anderen ein bisschen zu pieksen, bis der Ballon platzt. An der Wut hängt ein ganzes Reservoir an Lebenskraft, an „Saft“, solange ich sie unterdrückte, solange fehlte mir ein Teil meiner Kraft.

Wenn Aggression der Schatten der Wut ist, sind Klarheit, Kraft. Leidenschaft und Mut die verborgenen Geschenke, die sich zeigen, wenn diese Energie in ihrer reinen Form fließen darf.

Jenseits der Wut

Nicht immer ist es angebracht, Wut auszudrücken, aber niemals ist es angebracht, Wut zu unterdrücken. Manchmal ist es gut, die Stimme zu erheben, laut und feurig zu werden, manchmal ist es wichtig, das zu lernen, was Masters „achtsam gehaltene Wut“ nennt. Dabei nehmen wir Wut bewusst war und lassen sie frei in unserem System zirkulieren, aber agieren sie nicht im Äußeren aus. Durch ein solches bewusstes wahrnehmen und ergründen von Wut, gelangen wir zu einem Mitgefühl mit unserer eigenen Wut, der Wut anderer Menschen und den vielen verschiedenen vielleicht verletzten „Ichs“, die in uns wütend sein mögen.

Erst dann öffnet sich der Raum für die „Herz-Wut“, eine Wut voller Leidenschaft, Mitgefühl und Achtsamkeit. Masters sieht dies als Stufen an: Wut unterdrücken, Wut ausdrücken, achtsam gehaltene Wut und Herz-Wut, wobei Letztere, die besten Aspekte aller vorhergehenden Stufen in sich vereint. Herz-Wut ist nicht ein Zeichen von Distanzierung, sondern von Engagement mit dem anderen, die nur trennt, um zu tieferer Intimität zu gelangen.

Ich glaube, es gibt es durchaus auch ein „jenseits der Wut“. Einen Zustand, in dem ich so klar mit mir, mit anderen und in meinem Feld bin, dass mir das Leben kaum Anlass dazu gibt, wütend zu sein. Dann steht Wut in Form reiner Kraft und Leidenschaft zur kreativen Verfügung. Und vielleicht liegt gerade in einer spirituellen Arbeit mit Wut einer der Schlüssel zum Frieden, wie auch Masters meint:

„Die Wut in unser Herz zu bringen ist nicht nur ein Akt der Liebe für uns selbst, sondern für alle Lebewesen, da eine solche Praxis die Chancen erhöht, dass wir nicht zulassen, dass unsere Wut zu Aggressivität, Feindseligkeit und Hass mutiert, sondern vielmehr in eine in Mitgefühl zentrierte Aktivität. Indem wir unsere Wut weder verbannen, noch destruktiv nutzen, bewegen wir uns ein wenig näher dazu, die Liebe zu sein, die wir uns so sehr von anderen wünschen. Wut kann Liebe sein – lassen wir zu, dass es so sei.“

 

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27 Responses

  1. Lisa
    Wut ist nicht gleich Agression ? Das macht Sinn!!!

    Hallo und vielen Dank für diese Aspekte zum Thema Wut, ich habe mich in vielen Dingen wiedergefunden und es hat mir eine neue Sichtweise dazu eröffnet.

    Antworten
  2. TinziBlue
    Danke für´s Augen öffnen!

    Herzlichen Dank an den Autor für diese augenöffnenden und klaren Worte!!!!!!!!!!!
    Beim Lesen hat sich innerlich ein ganzer Berg bewegt.
    Jetzt kann ich mir meine bisher verdrängte Emotion endlich eingestehen, annehmen und integrieren 🙂 1000000000x Danke hoch 10

    Antworten
  3. Laura
    Meine Wut

    Vielen Dank für diesen wunderbaren Artikel , es tat mir richtig gut zu lesen das meine leidenschaftliche Wut über gesellschaftliche Ungerechtigkeit , oder auch über persönliche Erfahrungen in Ordnung und sogar gut ist. Das habe ich aber auch immer selber gedacht, etwas was so tief aus mir kommt kann nicht falsch sein (das Gleiche hat man mir früher über Mastubation erzählt es wäre gefährlich und vom Satan, so ein Mist). Für mich gehört die Wut ganz einfach zu den Grund Emotionen Angst, Trauer und Freude. Daran ist überhaupt nichts Dämonisches. Ich rede jetzt nicht von Aggression und Gewalt. Ich war die letzten Jahre einigen heftigen Ungerechtigkeiten ausgesetzt durch Behörden und ich glaube manchmal ohne meine Wut würde ich gar nicht mehr leben. Sie hat mich kämpfen lassen, Sie hat mich wehrhaft gemacht und Sie hat mir auch feurigen verbalen Ausdruck verliehen und ich glaube nicht das man sich damit lächerlich macht wenn es von Herzen kommt und ehrlich ist. Natürlich gibt es Situationen in denen man vorher überlegen muss ob es jetzt angebracht ist ehrlich und leidenschaftlich zu sein.
    Ich habe eine schwere Schmerzerkrankung und diese hat mich auf das Thema Wut gebracht. Meine Schmerzen machen mich oft wütend und ich habe das leider auch manchmal an anderen Menschen ausgelassen. Leider ist daran auch meine Beziehung zerbrochen. Trotzdem gebe ich mir nicht die Schuld denn wenn man täglich starke Schmerzen erlebt kann man manchmal einfach nicht mehr. Es hat mir aber auch einiges über meinen Partner gesagt der nie Wut gezeigt hat und diese anscheinend die ganze Zeit in sich trug denn er war von heute auf morgen weg nach acht Jahren. Er war immer nur sanft. Wir hatten durch die schwierige Situation ein paar Streits die ich aber niemals als so schlimm empfunden habe er anscheinend schon das ist mir hinterher klar geworden ich weiß bis heute nicht was so schlimm an meiner Wut war. Es waren vielleicht 2 3 Streits für mich absolut normal und nicht beziehungsgefährdend.
    Nun ja das Leben geht weiter ich schätze auf jeden Fall Menschen die leidenschaftlich sind und die auch mal wütend und laut sein dürfen solange das nicht in Gewalt eskaliert.
    Auch denke ich es gibt in unserer Gesellschaft schon genug JA-Sager und Angepasste es wird wieder Zeit für Rebellen, Querdenker und Menschen die Dinge hinterfragen und Menschen mit Zivilcourage.
    Ich schätze zum Beispiel den Dalai Lama sehr nur hat mich immer gestört was er über die Wut sagt das er sie nur als schlecht darstellt so habe ich das zumindest verstanden.
    Für mich hat Wut etwas klärendes reinigendes und es verbindet mich mit mir selbst und auch mit Gott wenn es den gibt (ich bin eigentlich nicht gläubig)
    oder mit einer Quelle der Kraft vielleicht ist das besser ausgedrückt.
    Außerdem habe ich schon Situationen erlebt die unglaublich lustig waren wenn einfach mal offen jemand die Wahrheit gesagt hat so frei heraus eben auch wütend das kann so herrlich befreiend sein. Klar wenn man es übertreibt dann kann der Schuss auch nach hinten losgehen das habe ich auch erlebt aber wer macht keine Fehler. Das waren so meine Gedanken zur Wut

    Antworten
  4. Silvana
    Wut tut gut

    Ein Beispiel mal von mir. Es gab mal vor einiger Zeit Nachbarn, die haben mir irgendwas vorgeworfen und ich habe diese übelst angebrüllt. Ich war soo wütend. Und sie haben ebenfalls rumgebrüllt. Das ging hin und her. Solange, bis wir darüber lachen mussten und uns auf einmal super verstanden haben. Irgendwie tat diese Wut richtig gut. 🙂 Dann war wieder Luft im Herzen.

    Anders ist es, die Wut ständig zu unterdrücken, wenn mir bei meinem Freund das Verhalten nicht gefällt, oder wenn Leute kommen, die Tiere erschießen wollen oder oder oder. Hier unterdrücke ich meine Wut. Und das tut überhaupt nicht gut. Davon werde ich träge und die Energie kann nicht raus. Das Herz kümmert.

    Danke für diesen Text.

    Antworten
    • Sofonisba
      Wut hilft gegen Hilflosigkeit

      Sehr guter Artikel ! Wut tut gut. Wut befreit.
      Ich werde hilflos, wenn ich mich gegen Aggressionen nicht wehren darf, beziehungsweise erfahren habe, ich kann machen was ich will, es bringt alles nichts.
      „Wenn ich nicht handle werde ich behandelt.“ Also ran an die WUT!

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  5. Yasemin Büyüktepe
    Wut - Liebe

    Vielen Dank für diesen wunderbaren Text!! Auch bei mir war die Wut immerschon versteckt bzw unterdrückt, denn ich durfte sie auch leider schon als Kind nie richtig ausleben und somit war sie verbannt. Doch nun mit steigendem Bewusstsein darf sie sein. Ich liebe meine Wut und habe ganz konkret zur Liebe durch die Wut gefunden! Denn auch Allah teilt seine Wut im Kuran mit. Wut ist göttlich und schützt genauso wie Sie beschrieben haben das Herz die Liebe. Alles was die Liebe misshandelt, respektlos behandelt und verletzt wird mit Wut abgegrenzt bzw deutlich gemacht usw.
    Alles Liebe an alle mit Wut :)))

    Antworten
    • Yasemin Büyüktepe

      Ach und endlich draufgekommen bin ich auf meine Wut nach jahrelanger Migräne und schlimmen Kopfschmerzen und alle möglichen Therapiearten schlussendlich mt „cranio sacral“ und Bioresonanz. Während cranio sacral therapie habe ich sie erst kennengelernt die Wut der ich nie bewusst war ubd die mir Migräne und Verspannungen bereitete. Nun arbeite ich daran zu verzeihen und um in die tiefste Ebene der Liebe überhaupt zu gelangen…
      ♥ ♥ ♥

      Antworten
  6. Kendra Gettel
    Wut authentisch zeigen wirkt Wunder

    Hallo David,

    ich danke dir ganz herzlich für diesen Artikel, den ich nun schon mehrfach weiterempfohlen und geteilt habe. In meinem Blog schreibe ich viel darüber, wie man Wut innerhalb einer Partnerschaft ausdrücken kann und welche transformierende Wirkung das hat. Leider haben so viele Menschen immer noch Angst davor, ihre Wut wahrzunehmen, geschweige denn, zu ihr zu stehen und sie auszudrücken. Doch gewusst wie, kann es riesige Beziehungswunder bewirken.
    Ich finde hier in diesem Artikel den positiven Aspekt der Wut auf sehr berührende Weise beschrieben und bin dankbar dafür, dass du den Menschen Mut machst, sich mit diesem Gefühl zu befassen!

    Herzliche Grüße, Kendra Gettel

    Antworten
  7. Sonja
    Aggression anders verstanden, andere Definition

    Lieber David Rotter,

    ich finde den Artikel wunderbar, weil ich mich so danach sehne, dass die reine Aggression Anerkennung findet- auch gesellschaftlich. Denn sie ist der Motor für Veränderung. Ja und richtig gelesen, ich verwende das Wort Aggression, denn ich mache keinen Unterschied zum Wort Wut.
    Als ich eben den Artikel laß, habe ich mich an Ihrer negativen Konnotation von Aggression gestört, die ich dem Wort nicht gebe. Eines meiner Hobbies ist es, Wörter im Herkunftswörterbuch auf ihren semantischen Gehalt hin zu prüfen und sie ihrem Ursprung entsprechend zu verwenden. Denn die kollektiven Bedeutungsebenen sind oft falsch und verquer (Und wie bereits so oft gesagt und darüber geschrieben, hat das Wort Kraft). Aggression ist aus dem Lateinischen aggressio entlehnt und bedeutet heranschreiten. Um den Willen zur Veränderung einer Situation mitzubringen, benötigen wir die heilige Aggression, um an die Sache heranzugehen und voranzuschreiten- Grenzen zu überwinden, Grenzen aufzuzeigen und für die Bedürfnisse wie z.B. Schutz, den wir benötigen, einzustehen. Dagegen ist das Wort Wut aus dem Althochdeutschen wuot abstammend, was so viel wie unsinnig bedeutet oder wütend, besessen. Es hat aber auch mit dem altenglischen Substantiv wod zu tun, was Stimme, Ton bedeutet und mit dem Götternamen Wotan (Odin) zusammenhängt, der als rasender Dämon bekannt war. Mir scheint hier eher das Unbeherrschte im Vordergrund zu stehen, das auch wie ein reinigendes Gewitter wirken kann. Mir ist es wichtig hervorzuheben, dass im Wort Aggression schon in seiner Bildung wichtige Merkmale einer gesunden Auslebung dieses Gefühles verankert sind. Es bezeichnet das bewusste „an die ungute Sache“ Heranzugehen, um es in die Veränderung zu bringen und somit ins Lot und in eine friedliche Ordnung zurück zu führen. Ich plädiere also für die Anerkennung der in dem Wort innewohnenden Weisheit. 🙂
    Ich bin so dankbar, wenn Menschen offen ihre Wut offenbaren, aggressiv sind. Mir macht es selten Angst, ich kann dann die Person um so deutlicher spüren. Sicher, es ist wichtig niemanden damit zu verletzen, doch es ist schwierig in die Auslebung reiner Aggression zu gehen, wenn im Vorhinein die Angst steht zu verletzen. Durch die gesellschaftliche Inakzeptanz, verletzt angeblich schon jeglicher aggressiver Ton. Da befinden wir uns in einer Abhängigkeitsspirale. Dennoch: ich gehe nur in die Wut, wenn mir der Mensch etwas bedeutet. Denn somit ist es mir ein Anliegen eine wirklich harmonische Beziehung zu leben, getragen von einem ehrlichen Miteinander, das beide Bedürfnisse mit einbezieht. Ansonsten ist es mir doch gleichgültig. Im Grunde ist der Ursprung Liebe. In wütenden Situationen können wir uns das ins Bewusstsein holen. Und wenn jemand tatsächlich verletzt, ist er in großer Not. Das ist gewiss. Auch wenn es nicht bedeutet, dass er sich seiner Verantwortung der Tat entziehen könnte.

    Danke für Ihren Beitrag.

    Liebe Grüße Sonja

    Antworten
  8. noch eine Lydia
    reines Gefühl

    Eines der stärksten Gefühle so verständlich rüber gebracht.

    Antworten
  9. lydia

    Vielen , vielen Dank für diesen wunderbaren Artikel!

    Ich selber wusste/fühlte es immer, dass meine innere Wut nichts schlechtes- nicht das wofür sie immer diffamiert wird – ist.

    Gerade wegen diesem Missverständnis und ständigen verletzenden Belehrungen tat es noch mehr weh und erzeugte noch mehr Wut.

    Beim Lesen dieses Artikels flossen bei mir die Tränen. Endlich jemand der versteht was inner Wut ist.

    Zusammgefasst zeigt es (für mich) das Zitat am besten:

    „Es ist wirklich wichtig zu verstehen, dass es eine Möglichkeit gibt, wütend zu sein mit einem offenen Herz. Wir können Mitgefühl für die Person haben, mit der wir wütend sind und Mitgefühl mit uns selbst, während wir wütend sind.“
    Liebe grüsse lydia

    Antworten
  10. Banita

    Vielen Dank für diesen Artikel ,Er kommt gerade zur rechten Zeit.Ich bin sehr mit meiner Wut beschäftigt. Man hat mir in meinem Hauskreis Dinge gesagt die mich sehr verletzt haben, und ich heule und heule und bin depressiv . dann aber merke ich dass ich wütend werde, aber ich darf ja als Christ nicht wütend sein !! Aber wurde Jesus und andere Leute nicht wütend? Ist Gott nicht auch ein wütender Gott ? Ich habe dieses verletzte wütende Kind in mir aber als Mädchen durfte ich nicht nicht wütend sein , obwohl ich soviel Gründe dazu hatte, alo wurde ich depressiv ,agressiv und eßsüchtig .Jetzt bin ich so alt geworden um die Zusammenhänge zu erkennen . Ich weiß ,dass ich viel Bewegung brauche und Engagement für die zu kurz gekommenen, und viel Liebe. Danke

    Antworten
  11. Nadine

    dieser Artikel ist eine echte Bereicherung. Die Unterscheidung von Wut, Aggression und Leidenschaft ist eine Sache die in meiner Beziehung eine wichtige Sache spielt. Vorweg ich empfinde meine Beziehung die meiste Zeit als harmonisch aber es gitb wie überall Bereiche wo es mal kracht. Was ich hier beschreibe ist so ein Bereich. Ich bin leidenschaftlich und leider auch nicht mit einer leisen Stimme ausgestattet. Ich muss bewusst leise reden, laut kann ich von alleine, besonders wenn ich Feuer und Flamme für was bin oder ich meine der andere redet gerade Bullshit und seine Zuhörer scheinen ihm auch noch zu glauben oder wenn ich eine Ungerechtigkeit sehe. Mein Freund verwechselt allein dieses leidenschaftliche zugegeben zu laut Seite an mir mit Aggression. Nun kann man sich vorstellen wie Wut auf ihn wirkt. Ich versuche nun schon nach aussen ruhig zu bleiben, während innerlich die Wut fließt. Ich sage in normaler Lautstärke was nicht passt, trotzdem habe ich dabei na klar kein Pokerface. Meine Mimik verrät das mir gerade was nicht passt. Seine Reaktion ist dann immer die gleiche. Er wieder holt wie eine Platte mit Sprung immer wieder Sätze wie „Sei nicht immer so aggressiv“ und „Keep cool“. Ich bin in den Momenten aber nicht aggressiv sondern entweder wütend oder leidenschaftlich für ein Thema begeistert. Daher verletzt mich diese Unterstellung. Sie verletzt mich so sehr, das ich dann erst recht wütend werde. Leider wiederholt diese Sätze die folgenden Minuten immer und immer wieder egal was ich sage oder wie ich reagiere. Trotzdem suche ich Wege ruhig zu bleiben, wenn er mir das unterstellt. aber er macht es mir da nicht leicht. Wenn ich nach der Bahauptung schlicht (in ein anderes Zimmer) gehe , kommt er hinterher und macht weiter oder sieht allein das gehen als Beweis an, das er recht hat. Wenn ich ihm sag nun ist mal gut und das stimmt nicht, macht er weiter weil er mir nicht glaubt. Ein Pokerface habe ich wie gesagt nicht und als leidenschaftlicher Mensch, lässt mich so eine Unterstellung nun mal nicht wirklich kalt. Wenn er doch nur verstehen könnte, das Wut und Aggression sich unterscheiden. Endet tut es daher dann leider damit das ich wirklich schreie, Türen zu schlage, mich im Klo einschließe und heule oder ich spazieren gehe, weil ich daran verzweifele das er mir nicht geglaubt hat, das ich unfähig war gelassener zu bleiben. Komischerweise habe ich diese Probleme so noch nie mit einem anderen gehabt. Die meisten die mit mir schon diskutiert oder gestritten haben, würde mich als stur bezeichen, besserwisserisch (besonders dann, wenn denen die Argumenten ausgingen und sie beleidigend und persönlich wurden), einige haben es auch geschafft mich so wütend zu machen das mir die Tränen kamen. Aber als aggressiv bezeichnet nur er mich. dabei muss ich zu geben das seine zwar leise aber immer wieder stichelnde Art mir beinahe aggressiv vorkommt. und zwar hinterfotzig aggressiv. zufällige Zeugen würde ihm nämlich als ruhig beschreiben während ich es angreifend erlebe und die Zeugen würden somit meine Reaktion eher als überzogen beschreiben. Das ist mir sehr wohl bewusst.

    Antworten
  12. Anonymous

    … lustiger freud‘ scher (?) Schreibfehler im vorletzten Absatz: „(…) hat auch die Mut ihren Zeck erfüllt und wird zu einem anderen Zustand. (…)
    Ist Wut = Mut, sich und seine Standpunkte preis zu geben?
    Viel Kraft und Erfolg! Schön inspirierender Artikel!
    Danke!

    Antworten
  13. Oliver Büttner

    Hallo zusammen,

    sehr sehr schöner Artikel, wichtiges Thema UND auf einer für den Mitteleuropäer sehr verständlichen Ebene erklärt! Mit einem „jenseits der Wut“ meinst du wohl einen erleuchteten Geist, der die Nachstufe des befreiten Geistes ist. Meiner bescheidenen Meinung nach, wenn man schon nach etwas strebt, das Einzige wonach man im Leben streben sollte. Wünsche allen viel Kraft (Wut :)), aber auch Geduld, Einsicht und Erbarmen auf eurem Weg. Dazu noch das passende Glück.

    Danke für diesen wundervollen Artikel!

    Antworten
  14. Flummi

    Hallo David,

    ich bin fast 50 (weiblich) und meiner Wut erst vor wenigen Jahren hautnah begegnet. Bis dahin hatte ich sie unterdrückt. Nachdem ich mir erlaube, dass sie ein wichtiger Gefühlsanteil von mir ist, steigt kontinuierlich mein positiver Energielevel, meine Lebensenergie. Das voherige Unterdrücken hatte sehr destruktive Auswirkungen auf denn Umgang mit mir selbst uund hätte mir fast das Leben gekostet.
    Ich vermute, Wut ist in der Gesellschaft , der Kirchen und in der kleinsten Systemform Familie unerwünscht, gerade weil die individuelle Lebensenergie und damit Autonomie und das Selbstwertgefühl unterdrückt werden soll. Dabei geht es um Kontrolle und Macht, denn die meisten Menschen scheuen Menschen, die sich selbst auch mit all ihren Gefühlen im offenen Kontakt sind. Diese können regelrecht gefährlich werden, weil sie durch ihr Offensein auch die Herzen des Gegenübers brühren. Und wo viel eingekapselter Schmerz sitzt, ist eine emotionale Schutzmauer überlebensnotwendig. Diese Mauer muss dann verteidigt werden, wobei wir wieder bei Macht und Kontrolle wären, die sich auch als unkanalisierte (!), Wut = Gewalt ausdrückt.
    Von daher fühle ich mich durch Deinen Beitrag sehr angesprochen, David, und möchte dem nichts mehr hinzu fügen. Du hast den Kern sehr gut und verständlich auf den Punkt gebracht. Wer das nicht verstehen kann, war bislang nocht nicht mutig genug, sich selbst zu fühlen und anzunehmen mit allem, was da ist.
    Danke sehr, dass Du diesen Artikel veröffentlicht hast!

    Liebe Grüße
    „Flummi“

    Antworten
  15. Eva Meier

    Hallo David

    Nur schon, dass so viele gegen die Wut sprechen in ihren Kommentaren, zeigt, dass es ein zentrales Thema ist, das total verdrängt wird.

    Ich bin heute erneut darauf gestossen als ich mein Enneagramm endlich richtig las. Es ist mir wie Schuppen von den Augen gefallen und ich habe erkannt, dass mich die jahrelang unterdrückte Wut (ein liebenswerter Mensch hat das ja nicht!!) in die Schwermütigkeit getrieben hat. Nun, auf der Suche nach Berichten dazu, bin ich auf deinen Beitrag gestossen. Ich kann darin alles bejahen und ich danke dir für die Zeilen – den Mut, mit deiner Wahrnehmung an die Öffentlichkeit zu treten!

    Bei mir geht es nun darum, die Wut ganz klar wahr zu nehmen und ihr Raum zu geben. Und dadurch gebe ich ihr die Chance, sich zu verändern, zu tatsächlicher Liebe zu werden.

    Herzlich
    eva

    Antworten
  16. Roni

    Hier scheint jeder zu wissen wovon hier geschrieben steht, nur ich nicht so recht. Probleme bereiten mir bereits die Worte Wut, Emotion und primitiv. Was ist denn das? Weiß hier wirklich jeder von was hier die Rede ist und weiß es der Autor? Dann weiß er sicher auch wer und wie bestimmt wurde oder herausgekommen ist, dass Wut eine der vier natürlichen Emotionen sind? Bitte machce sich doch der einzelne auf die Suche nach den „vier natürlichen Emotionen“, wo wird das denn stehen?

    Natürlich könnten wir alle nach der Definition solcher Worte bei Wikipedia und Co nachsehen, doch viel einfacher ist es doch konsequent davon zu schreiben um was es wirklich geht, was wirklich passiert ist, was der Autor wirlklich erfahren, erlebt und gesehen hat.

    Tschuldigung, du kannst es nicht wissen, weißt es eben noch nicht, doch schreibe und sprich von dem ws du wirklich gesehen, erlebt hat, auch wovon du gehört hast, doch dann muss du auch angeben, dass du es gehört hast. Der Anfang deines Artikels „Nicht nur in der alltäglichen Oberflächlichkeit unserer Gesellschaft“ ist irreführend, sowohl inhaltlich als auch thematisch, allenfalls manipulierend.

    hab mich echt kurz gefasst, grüsse sendet
    Roni

    Antworten
  17. RS

    Wut ist nicht Aggression
    —————————–

    Es ist nicht notwendig Gefühle zu unterscheiden. Das was immer wieder den Nebel hervorruft sind unsere Bewertung. Gefühle sind einfach Gefühle und sie dienen uns in der vollen Akzeptanz als Gefährt in die Klarheit, Stille, Sein. Dann sehe ich was jetzt ansteht

    Antworten
  18. Vigor Calma

    Zunächst ist Wut in ihrer Basis HILFLOSIGKEIT.
    Es wird nach wie vor in dieser Gesellchaft viel zu selten gelehrt, wie mit Hilflosigkeit umzugehen ist.
    Basis aller Hilflosigkeit ist ein „so soll es sein“ Konstrukt. Sei es von von innen oder von außen angetragen.
    Welche Schule lehrt ein „das ist AUCH in Ordnung“? Wo wird Umgang mit Hilflosigkeit unterrichtet?
    Dass Wut soviel Raum hat, liegt vor allem daran, dass Wut in einer Männergesellschaft idealisiert wird. Es gilt als „normal“.
    Selbst die mächtigsten Politiker dieser Welt dürfen noch heute ungetadelt von ihrer „Wut“ über bestimmte Ereignisse sprechen – doch welcher Politker spräche jemals über das Verzeihen?

    Wer in dieser Wut-Gesellschaft lebt, wird über lange Zeit vielleicht garnicht erkennen, dass er/sie wütend IST.

    Anders als in dem Text beschieben, sehe ich null (0)Verbindung zwischen Wut und Kreativität. Kreativität ist in ihrer Urform grundsätzlich in Harmonie mit der Natur, wogegen Wut eine höchst menschliche Ertfindung ist. Da gibt es herzlich wenig zu idealisieren.

    Wut ist der sicherste Hinweis, dass im eigenen Sysstem, oder im System des/der Wütendenden etwas aus der Balance ist. Dass was „quer liegt“. Es macht null Sinn Wut zu romantisieren, oder zu intellektualisieren. Wut lässt sich auch null durch Wut „bekämpfen“ – also ist das oben beschriebene „ausleben“ wenig sinnvoll. Ich spreche aus Erfahrung: Ausgelebte Wut hinterlässt IMMER eine Trümmerruine und den Wütenden traurig und allein.

    Das einzige mir bekannte Heilmittel:
    Lernen, dass ALLES in dieser Welt Platz hat und Berechtigung hat. Dadurch löst sich Wut auf. Das größere Bild erkennen, und einsehen, dass alles in Hamonie ist – auch wenn oft scher zu verstehen ist.
    Wut braucht auch stets einen „Schuldigen“, und es ist wichtig die Schuldidee endgültig zu begraben.
    Die TOLERANZ pflegen und ausweiten ist sehr viel hilfreicher.

    Antworten
  19. lionheart

    wut ist in tantrischen/magischen systemen einfach die energie feuer. das ist neutral. man kann diese energie jetzt durch die brille der destruktion sehen, oder eben durch die brille des heilsamen.
    es geht eben darum, diese energie anders wahrzunehmen, als man es für gewöhnlich tut, und sie damit auch für transformierende prozesse benutzen kann.

    man kann eben auch wütend sein, weil man auf ungerechtigkeit trifft z.B. und trotzdem innerlich im gleichgewicht.

    ich muss z.B. manchmal mit meiner freundin schimpfen, obwohl ich innerlich kein bisschen zornig auf sie bin. das verursacht dann auch kein unheilsames karma. es hat halt seine kommunikative wirkung 😉

    Antworten
  20. Anonymer Paul

    Hallo,

    vielen Dank für diesen Artikel. Es ist ja kaum mehr verwunderlich für mich, dass viele der hier erscheinenden Artikel genau zu meinen Lebenssituationen passen und mir reichlich helfen.
    Danke an das gesamte Team von Sein.de und auch an Dich David, denn von Dir lese is auffallend viel 🙂

    Christian-Dieter, ohne Dir zu nahe treten zu wollen, aber besteht der Dualismus nicht in uns allen? Deine Zeilen sprechen mehr aus der Wut heraus, als Du dir vielleicht eingestehen möchtest.

    Paul

    Antworten
  21. Marion

    In Bewusstheit kann Wut nicht existieren. Nur in Unbewusstheit ist der Mind in der Lage mit Emotionen zu arbeiten. Wir vergessen nur allzuoft, dass wir nicht unsere Emotionen sind, genausowenig wie wir unser Körper sind. Kommt Wut auf, ist das lediglich ein Zeichen, dass es in uns noch versteckte Muster gibt, die wir noch nicht angesehen haben oder nicht ansehen wollen. Aufmerksam sollte man werden, wenn immer gleiche Situationen uns wütig machen. Es gibt eine wunderbare Methode, die Wunder wirkt. Setz dich morgens in dein Zimmer, nimm ein Kissen und werde wütig, schlage dein Kissen, es darf in deiner Phantasie auch eine Person sein, mach das 20 min. Du wirst merken, wenn du dieser Emotion täglich einen Kanal gibst, wird sie verschwinden. Und langsam wirst du dir bewusst, dass du Wut nicht brauchst.

    Antworten
  22. Heike Hussmann

    Hallo David,
    vielen Dank für Deinen Text, genau mein Thema zur Zeit…

    Schon seit geraumer Zeit ist mir klar das ich (wohl begründet) mein ganzes Leben voller Wut war. Diese, u. das ich zur Kriegerin mutierte, hat mich überleben lassen…

    In der Vergangenheit habe ich automatisch mit aggresiven Angriffen reagiert wenn jemand meine inneren Wunden berührte. Die „wilde Frau“ in mir war sofort kampfbereit u. bis auf die Zähne bewaffnet.
    Um so älter ich wurde, um so schlechter ging es mir dabei…

    Seit letztem Jahr hat wieder eine Zeit der Prüfung begonnen, in Form von permanent provozierenden Nachbarn. Sie benutzen dabei auch den Vermieter für sich, indem sie mich denunzieren, veranlassen sie ihn zu regelmäßigen Angriffen auf meine Person.

    Meine ersten Reaktionen war ihnen zu zeigen WEN sie da eigentlich heraus fordern u. es wurde alles nur noch schlimmer. Mir wurde schnell klar das „die wilde Frau“ komplett unbrauchbar geworden ist…

    Doch was jetzt, mache ich mich klein u. kleiner oder gibt es einen anderen Weg?
    Das ist meine persönliche Gradwanderung zur Zeit…stark, bestimmt, ruhig und sachlich meine Interessen vertreten.

    Es geht gar nicht darum was die anderen tun, sondern nur darum wie ich damit umgehe…Wut, Zorn ist eine aktive gelebte Emotion bei Ungerechtigkeiten. Aggression dagegen nur destruktiv.

    Das habe ich jetzt begriffen u. übe mich in neuen Wegen…

    Wünsch mir bitte Erfolg dabei… 🙂

    Alles Liebe,

    Heike

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  23. Christian-Dieter Wilm

    Ich habe dies durch beyond mainstream gelesen. Wut ist nichts natürliches es ist schwarz, Satan ist der Zorn. Es schützt uns nicht, Wut ist der grund für Herz Kreislauferkrankungen, Stress. Frust,Trotz,Wut gegen alles was ungerecht ist ist auch Satan. der Zorn, mit Luzifer sich damit stark zu fühlen. Ich ärgere mich über etwas böses und fühle mich mit dem Gefühl für das leidende leben damit stark und haue dem Täter eine rein oder schlage den mit was anderem Kaosmagie mit Gewalt.

    Antworten

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