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Der natürliche Fluss: Rückkehr in den Garten Eden

Die Natur ist perfekt. Auch wenn der Mensch meint, er könne sie durch seine vermeintlich überlegene Technik verbessern, stellt sich dies früher oder später meist als ein Irrtum heraus. Und je länger er diesem Weg folgen wird, desto katastrophaler die Folgen.

Es gibt einen natürlichen Lebens-Fluss, der die gesamte Schöpfung durchzieht. Ein Kreislauf des Lebens, ein geschlossenes System der optimalen Ausnutzung von Energie und perfekten Symbiose allen Lebens.

Wer auch immer gegen diesen natürlichen Fluss arbeitet, wird sich in Schwierigkeiten wiederfinden - er kämpft und ringt sinnlos gegen den ewigen Strom des Kosmos, gegen die Grundlage seines eigenen Lebens. In seinem Wahn errichtet er verzweifelt ein künstliches System nach dem anderen und sieht es wieder untergehen. Würde er doch auf diesen Fluss lauschen und mit ihm fließen - er hätte die Kraft und Unterstützung der gesamten Natur hinter sich.

Vielleicht hat sich der Mensch noch nie so weit aus dem natürlichen Fluss entfernt wie heute. Alles steht Kopf. Tatsächlich fast alles, was der Mensch tut, ist so hoffnungslos verkehrt herum, so bizarr verzerrt und entstellt, dass es eigentlich kaum zu fassen ist. Unsere Zivilisation ist eine synthetische Illusions-Blase, eine abstruse Lüge, die sich längst selbst enttarnt hat. Aber statt aufzuwachen, stützen wir das zusammenbrechende Gebilde in unserer Gier mit immer neueren, verzweifelteren Konstrukten.

Doch nichts, was sich gegen den natürlichen Fluss stellt, hat langfristig Bestand. Es kehrt entweder zurück, oder es wird untergehen.


Der Wahnsinn unserer Kultur

Die Natur ist perfekt, extrem effizient - und mühelos. Wann immer wir kämpfen, uns abmühen, Probleme sich über Probleme häufen, können wir uns fast sicher sein, dass wir den natürlichen Fluss verlassen haben.

Es gibt für unsere Zukunft ein einziges, einfaches Rezept: Von der Natur lernen. Wir müssen nur hinsehen und verstehen, erfühlen, wie das Leben Dinge tut - und es dann kopieren. Es werden langfristig keine zwei Systeme auf dieser Erde existieren. Es wird Zeit, dass wir der Natur wieder zuhören und in Einklang leben mit den Gesetzen des Lebens, deren Manifestation sie ist. Nur dann wird auch der Mensch endlich gedeihen können und das immense Potenzial leben, das wir nicht mal begonnen haben zu erkennen.

Wie verrückt ist es eigentlich, eingebettet in ein perfektes System zu leben und dann das genaue Gegenteil von dem zu tun, was sämtliche Lebewesen um einen herum tun? Wie blind muss man sein?

Heute wachsen wir in der Lüge auf und das menschliche System ist uns so nah, dass es einen langen Aufwach-Prozess braucht, um den blanken Wahnsinn zu erkennen, auf den es tatsächlich gegründet ist. So fällt es - um ein einfaches Beispiel zu nehmen - anscheinend fast niemandem mehr auf, dass es in der gesamten Natur keinen Müll gibt, nur bei uns. In der Natur ist alles Rohstoff, alles ist Teil eines einzigen großen Kreislaufs des Lebens. Das menschliche System hingegen produziert auf der einen Seite ausgelaugte Wüsten und auf der anderen Seite gigantische Müllberge. Es ist so armselig, wenn man tiefer darüber nachdenkt. Hätten wir noch irgendeinen Bezug zur Natur, müssten wir schon beim ersten Auftreten von Müll schockiert innehalten und erkennen: Hier stimmt etwas nicht, irgendetwas machen wir falsch!

Aber stattdessen versuchen wir, es irgendwie geradezubiegen. Das wird niemals klappen. Es gibt keine Lösung für Probleme, die gar nicht existieren dürften. Das ist überall der Fall - so kann beispielsweise auch das Problem unserer Wirtschaft nicht nachhaltig gelöst werden, bis wir erkennen, dass es in der Natur keinen Tausch gibt. Es ist an der Zeit, dass wir uns in den Kreislauf des Lebens integrieren. Unsere Technik wird nur dann hilfreich sein, wenn sie diese abbildet und unterstützt.


Rückkehr in den natürlichen Fluss

Aber noch zieht sich der Wahnsinn durch alle Bereiche, von der Geburt, über die Bildung, die Wirtschaft, die Landwirtschaft, Architektur, Energieerzeugung - einfach alles ist verkehrt herum, ganz hoffnungslos verkehrt herum. Wie sehr alles auf dem Kopf steht, lässt sich in Kürze gar nicht beschreiben. Als ich begann, es zu sehen, war es Schock und Offenbarung zugleich. Einerseits die Fassungslosigkeit über die eigene und die kollektive Blindheit, andererseits die Ehrfurcht, Begeisterung und das beglückte Verblüffen darüber, wie perfekt die Schöpfung eigentlich ist. Dass das Leben doch so sein könnte, wie ich es in meinem Herzen schon immer gefühlt hatte. Und ein Erahnen, was es bedeuten würde, was möglich wäre, könnte der Mensch zurückkehren in den natürlichen Fluss des Lebens.

Bei all den Prozessen, die derzeit in der Welt ablaufen, geht es für mich um diese eine Sache: Die Rückkehr in den natürlichen Fluss. Egal, welches menschliche Problem wir betrachten, die Lösung ist immer die gleiche: Wir müssen hinsehen, wie das Leben Dinge tut.

Dieser Schritt mag radikal erscheinen, vielleicht utopisch. Aber wirklich utopisch wäre zu glauben, dass das, was wir derzeit tun, irgendeinen Bestand haben kann. Eine Illusion mag einige Zeit halten, vielleicht viele tausende Jahre, aber sie bleibt eine Illusion und sie wird platzen.


Botschaft eines Gemüsegartens

Ich wünschte, jeder Mensch könnte einen Gemüsegarten haben, denn in diesem kleinen Abbild des Großen versteht man schneller die komplexe Einfachheit und Genialität des Lebens.

Unsere Landwirtschaft ist ein gutes Symbol für das menschliche System in all seinem Wahnsinn (siehe z.B. die Filmdokumentation Food Inc.). Unter großem Aufwand gräbt der Mensch das Land um, pflanzt gigantische Monokulturen, zerstört ganze Ökosysteme. Nach einiger Zeit sind die Böden ausgelaugt, tragen immer schlechter, das Gemüse verliert 60% seines Nährwerts. Die wichtigen oberen Humusschichten - das Fleisch unserer Erde, spülen weg, hinterlassen eine verfestigte, tote Sandwüste. Nur durch fortwährendes Pflügen und eine permanente Bewässerung und Düngung mit immer monströseren Maschinen kann immerhin noch Gemüse gedeihen, das noch entfernt an den Geschmack der Frucht erinnert, die es angeblich darstellen soll. Wenige hundert Meter weiter stehen Wald und Naturwiese in voller Blüte - ohne Umgraben, ohne Wässerung, ohne Dünger, ohne Arbeit. Aber der Mensch bemerkt es nicht.

Durch die Zerstörung der Ökosysteme tauchen bald Unkräuter und Schädlinge auf, die sich plötzlich vermehren wie verrückt. Entweder müssen die Unkräuter unter großem Aufwand beseitigt werden, oder sie werden chemisch getötet. Aber über kurz oder lang werden sie resistent und die Chemikalien müssen so stark dosiert werden, dass sie auch das Gemüse töten würden. Damit dass nicht passiert, entschließt der Mensch sich zu einer verzweifelten Tat: Er verändert das Erbgut der Pflanze so, dass sie als einzige den Angriff mit der Chemie-Keule überlebt, als genveränderte Zombie-Frucht. Doch schon bald mutieren die Unkräuter, danach die Insekten... und es hört nicht auf. Wie eine echte Tomate schmeckt, haben wir längst vergessen.

Die Lösung für alle diese Probleme lebt die Natur überall vor: Nirgendwo in der Welt gibt es freiliegende Erde - außer in Wüsten. Gaia lebt, der Erdboden ist ein komplexes Ökosystem aus tausenden Lebewesen, von denen kein einziges überflüssig ist. Nichts in der Natur ist überflüssig. Die schützende Erdbedeckung zu entfernen wäre, wie uns die Haut abzuziehen - es endet unweigerlich mit dem Tod. Jedes Feld der konventionellen Landwirtschaft ist eine Fleischwunde des Ökosystems.

Tausende Kleingärtner, Permakultur-Bauern und Selbstversorger haben dies seit vielen Jahren erkannt und bedecken ihre Beete - wie in der Natur - mit einer Schicht aus organischem Material. Sie bietet den wichtigen Kleinstlebewesen Schutz, lockert und düngt den Boden, speichert Wasser. Nicht nur tritt keines der konventionellen Probleme auf (Humusverlust, Erdverdichtung, Verwüstung, Vertrocknung, Düngung, Unkräuter, Schädlinge...), solche Gärten sind auch völlig mühelos. Es ist kein Umgraben nötig, kein Pflügen, kein Bewässern, kein Unkraut-jäten - all das erledigt die Natur von selbst.

Hat man es auf die alte Weise probiert, mit dem ganzen elenden rumgegrabe, dem Schweiß, den Rückenschmerzen, dem Stress mit den Unkräutern, der Angst vor Austrocknung, dann weiß man, was es bedeutet, aus dem natürlichen Fluss zu sein. Und wenn man es dann endlich begreift, kann man es nicht mehr fassen, was man so lange für normal gehalten hat. Der Garten Eden ist jederzeit möglich.


Es ist nicht normal

Was hat das mit unserer Welt zu tun? Alles. Es ist dasselbe, egal wohin wir sehen.

Jeder einzelne Bereich, jedes einzelne Detail unserer Zivilisation folgt dem gleichen Prinzip. Wir stellen die natürlichen Kreisläufe auf den Kopf und suchen dann nach einer Hi-Tech-Lösung für das entstehende Chaos, statt das System selbst zu hinterfragen. Aber innerhalb eines falschen Systems gibt es keine richtigen Lösungen. Immer größer wird die künstliche Illusion, so groß, dass wir völlig vergessen, was das Leben ist, gefangen in einem wahnwitzigen Albtraum.

Wir leben, als wäre das alles normal. Aber nichts davon ist normal. Der obdachlose Zeitungsverkäufer in der U-Bahn ist nicht normal, er ist eine Anklage an unsere gesamte Spezies. Die Kinder auf Ritalin sind nicht normal. Die zerstörten Regenwälder, die Milliarden von Tieren, die für unsere Hamburger getötet werden. Die Kriege. Die Edelmetall-Minen für unsere Smartphones. Die Antidepressiva. Die verhungernden Menschen. Konzerne die Pflanzen patentieren, 8-Stunden-Arbeitstage, Depressionen, Schulen, Armut, Müllberge, Ölteppiche, Großkonzerne, Hungertote, TV-Shows. Nichts daran ist normal. Und so lange wir so tun, als gäbe es irgendeine Zukunft für all das, so lange belügen wir uns.

Gerne würden wir glauben, eine neue grüne Technologie, ein neues Geld, irgendeine neue Idee könnte unsere Probleme lösen. Dass wir es irgendwie geradebiegen, einfach weitermachen könnten. Aber das wird niemals geschehen. Entweder, wir kehren zurück in den natürlichen Fluss, oder wir werden untergehen. Ich sage dass ohne Angst und Drohung, so nüchtern, wie ich kann. Denn ich glaube, es wird Zeit, dass wir dieser Realität ins Auge sehen.

Es gab eine Zeit, als ich Wut empfand, heute ist es vor allem Trauer. Und gleichzeitig habe ich Frieden damit. Denn auch wenn ich gezwungen sein mag, in diesem System zu leben, wird die Verbindung dazu in meinem Inneren mehr und mehr gekappt. Meine Seele wird frei.

Ich habe wieder gelernt, mit dem Wind zu sprechen, die Erde zu fühlen. Und es kümmert mich nicht, wenn man mich für verrückt hält. Denn der Spiegel der Realität zeigt uns allen klar und unmissverständlich, was der wirkliche Wahnsinn ist.


Der Garten Eden

Ich glaube, dass wir Menschen hier sind, um diese Lektion zu lernen: Was es bedeutet, wenn man den natürlichen Fluss verlässt. Es ist unsere Lektion und unser Karma. Im übertragenen Sinne sind wir die gefallenen Engel, die beschlossen haben, sich dem Willen des Schöpfers zu widersetzen.

Nun können wir erfahren, wie das ist. Es wird keine Lösung für unser Leid geben, wenn wir nicht in den natürlichen Fluss zurückkehren. Die Schöpfung folgt einem bestimmten Energiemuster, das selbst sein eigenes Gleichgewicht erhält und immer zu diesem Gleichgewicht zurückkehrt.

Der Garten Eden ist keine Utopie, er ist die einzige geistig gesunde Wahl, die wir Menschen treffen können. Der einzige Weg zu leben, der eine Zukunft hat.

 

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Autoren Info
David Rotter

David Rotter

ist Vater, Gärtner, Technik-Freak, Natur-Hippie, Träumer, Realist, Denker, Fühler, Tänzer, Meditierer, Kind, Mann, Mutmacher, Aufschreiber und viele andere Dinge. Seine persönliche Herausforderung und seine Botschaft ist die Rückkehr zu einer authentischen Natürlichkeit in allen Bereichen des Lebens.


http://www.den-weg-gehen.de



Leser Kommentare:


Am 16. Juli. 2012 geschrieben von Guido V.

Der Umgang menschlicher Bewusstseine mit der expansiven Unordnung, und damit den täglichen Möglichkeiten des Lebens, lässt sich anschaulich mit einem Keks vergleichen, denn je mehr besagter Keks zerbröselt wird, desto mehr regt sich die Menschheit über die ganzen Krümel auf, den Keks an sich mehr und mehr aus den Augen verlierend, je mehr Krümel entstehen. Im Zenit der Unordnung ist vom ursprünglichen keks nichts mehr zu sehen und die Geschichte wäre an dieser Stelle eigentlich zu Ende ... gäbe es nicht den einen oder anderen Menschen, der sich beim Probieren der Krümel fragt, ob es sich nicht lohnt, sich auf die Suche nach weiteren Keksen zu machen, anstatt fortwährend nach Staubsaugern, Handfegern und sonstigen Gerätschaften zu suchen, in der Absicht wieder alles ordentlich erscheinen zu lassen.

Krümelverwerter gab es schon immer und ihre Zahl nimmt stetig zu, fortwährend auf der Suche nach DEM Keks, nicht den mit den 52 ZÄhnen, sondern dem mit der idealen Rezeptur und den Goldenen Proportionen der Zutaten ...

Hier zeigt sich wieder einmal mehr der Unterschied zwischen dem natürlichen Fortschritt der Natur und dem künstlichen Fortschritt der Menschheit:

Die Natur kommt mit einem Minimum an Energie aus, um Benötigtes aus Vorhandenem zu erschaffen, vorausgesetzt der Mensch lässt sie in Ruhe gewähren.
Der Mensch dagegen geht den künstlichen Weg und benötigt immer mehr Energie, um Unnötiges aus Nichtvorhandenem zu erschaffen, auf Kosten der Natur und das auch noch immer schneller ...

Auch kommt die Natur mit einem Minimum an Informationen aus, um eine harmonische Ausgewogenheit des Kommens und Gehens zu erreichen, während der Mensch das menschenmögliche Maximum an Informationen benötigt, um das Gesamtbild der Realität zusammenhalten zu können.

Energie ist Information.

Gruß
http://www.gold-dna.de


Am 15. Juli. 2012 geschrieben von Katin Reger

Ein wirklich wunderbarer Artikel und er passt so hervorragend zu meiner Arbeit (bewusste-naturheilkude). Ich fühle mich sehr angesprochen, herzlichen Dank! Katin.


Am 12. Juli. 2012 geschrieben von Guido V.

Ein eindringlicher Artikel, der verdeutlicht, was es mit dem Fortschritt auf sich hat, denn es gibt den natürlichen und den künstlichen ... und beide braucht es:

http://faszinationmensch.wordpress.com/2012/07/11/endstation-fortschritt/#comment-8584

Gruß


Am 04. Juli. 2012 geschrieben von Kristina

Der Artikel von David Rotter ist definitiv keine Utopie sondern eine vernünftige Motivation um endlich von der Natur zu lernen und mit der Natur liebevoll zu fliessen.
Der Chemiker Dr. Michael Braungart hat längst intelligente Konzepte und Technologien dazu entwickelt wie wir komplett biologisch und ökologisch leben können, ohne jegliche Giftstoffe zu produzieren und dabei auf kein Luxus verzichten müssen. Ich habe gerade auf ArteTV mehrere Dokus darüber gesehen und möchte vor allem diese Videos allen herzlich empfehlen:

Leben ohne Schadstoffe?
http://www.youtube.com/watch?v=YRhuwBi1sCM
http://www.youtube.com/watch?v=efGGCPOFFBI&feature=relmfu
http://www.youtube.com/watch?v=8V_8U0rODqw&feature=relmfu

Nie mehr Müll - Leben ohne Abfall
http://www.youtube.com/watch?v=O7FGfI8Y-Fw&feature=related


Am 02. Juli. 2012 geschrieben von David (Autor)

@ Volker: Danke für deine fachkundigen Anmerkungen. Du hast recht: Dieser Artikel beruht eher auf meinem persönlichen Gefühl und meinen Erfahrungen als Gemüsegärtner, als auf intensiver Recherche. Alles was ich bisher zum Thema Böden gelesen habe, klang allerdings sehr, sehr alarmierend. Ich bleibe auch trotz deiner negativen Analyse der Permakultur fest überzeugt, dass eine "naturfreundliche" Landwirtschaft möglich ist und das die konventionelle Landwirtschaft unweigerlich in eine Katastrophe führen wird.

@ Oliver: Ich plädiere vor allem für eine Umkehr des Denkens dahingehend, dass wir von den natürlichen Kreisläufen und den Gegebenheiten des Ökosystems aus zu denken beginnen, nicht allein von menschlichen Interessen. Meine Hoffnung und Prophezeiung wäre, dass wir auf diesem Wege zu einer Lebensweise finden, welche die Bedürfnisse aller Beteiliten befriedigt. Die Hoffnung, dass dies möglich ist gründet sich auf der Beobachtung, dass es eine Eigenschaft der Natur zu sein scheint, optimale Lösungen zu erschaffen und das Ökosystem als Gesamtes zu erhalten.

Ich glaube, dass die nötigen Veränderungen tatsächlich ziemlich radikal sind. Aber ich bin auch überzeugt, dass sie sämtlich vollkommen in unserem Sinne sind. Der Mensch leidet in meinen Augen sehr unter dem Verlust der Naturnähe und dem Leben in Großstädten, sowie der insgesamt unnatürlichen Lebensweise.

Ich glaube, dass die Chance besteht, einen großen kulturellen Zyklus zu schließen, der modernes Wissen und Technik mit dem Lebensverständnis indigener Kulturen vereint.

Liebe Grüße
David




Am 02. Juli. 2012 geschrieben von Yvonne

Hallo David,

vielen Dank für diesen schönen Text. Das ist es, was die Menschen wirklich wissen müssen. Viel zu viele Menschen sind leider (noch) blind. Ich hoffe, dass dieser Text und das Wissen darum viele Menschen erreicht und ihre Augen und Herzen öffnet.

Danke.


Am 30. Juni. 2012 geschrieben von Oliver

Lieber David,

mit vielem bin ich ganz einverstanden. Wir müssen in der Tat viel naturnäher und naturverträglicher leben.

Mir ist aber noch nicht ganz klar, wie Du Dir das genau denkst. Ich nehme an, Du stimmst mir zu, dass es nicht ganz ohne (technische) Veränderung der Natur durch den Menschen geht: Auch die indigenen Völker, ja auch bestimmte anderer Lebewesen verändern ihre Umwelt planvoll und technisch. Schon der Bau einer Lehmhütte stellt eine solche Veränderung dar.
Und wollten wir wirklich auf Opernhäuser, Museen, Bibliotheken, weltweiten, kulturellen Austausch verzichten? Das alles geht nicht ganz ohne Technik, nicht ohne Straßen und Häuser, für die wir Bäume fällen müssen, nicht ohne Schiffe, für die wir Bergwerke brauchen, nicht ohne Produkte, für die wir hochkomplexe Produktionsprozesse brauchen etc.
Anders gesagt: Das Paradies, die völlige Harmonie kommt nicht mehr wieder - oder: es ist dem Menschen natürlich Kultur zu haben.

Vielleicht sollte man als Regel für ein naturnahes Leben aufstellen, dass wir unsere Umwelt wohl technisch verändern dürfen, dass wir aber keine unumkehrbaren Veränderungen vornehmen sollten. Damit fällt eine Menge weg, ohne dass wir die Gewinnen aufgeben müssten, die uns mehrere Jahrtausende Kulturentwicklung beschert haben.


Viele Grüße,

Oliver


Am 29. Juni. 2012 geschrieben von André Schudel

Bravo, jedes Wort stimmt und trifft den Nagel auf den Kopf.


Am 29. Juni. 2012 geschrieben von Volker Croy

Hallo David,

leider kann ich deine Sicht der Landwirtschaft nicht vorbehaltlos unterstützen. Die blühenden Wiesen und Ähnliches sind vielleicht schön und auch im Kreislauf, nur ist es damit kaum möglich Menschen zu ernähren. Irgendetwas müssen wir essen und das wächst leider nur auf Feldern, denn alle Nahrungspflanzen, außer Erbsen und einigen Beeren, stammen aus anderen Ländern und würden ohne Unterstützung hier nicht wachsen. Hier bliebe nur der Jäger und Sammler und das reicht nicht für unsere hohe Bevölkerungsdichte.
Das Humus dem Boden hilft, hast du richtig erkannt, aber er ist kein Allheilmittel, denn je nach Bodenart ist nur eine bestimmte Menge Humus natürlich zu erhalten. Auch auf unberührten Wiesen liegt der Anteil meist zwischen 3 und 8 % des gesamten Bodenvolumens. Auch kann er nicht unbegrenzt Wasser speichern, so ist in der Steppe - also auf Schwarzerde - eine Bewässerung sinnvoll, damit die Pflanzen nicht vertrocknen.
Mein Garten ist auf leichtem Sand, ohne Bewässerung (Gießen) vertrocknen mir die Erdbeeren an der Pflanze, trotz Humuswirtschaft und nicht wendender Bodenbearbeitung.
Die von dir beschriebene Zerstörung des Bodens mag für Entwicklungsländer gelten, in Deutschland sind Humusabbau und Erosion nur in wenigen Gebieten, vor allem beim Anbau für Biogasanlagen gängig.
Die Konservierende Bodenbearbeitung ohne Pflügen und tiefes Aufreißen der Ackerkrume ist momentan nur im konventionellen Landbau möglich, denn Pflügen ist zur Unkrautbekämpfung im ökologischen Landbau unerlässlich. Und selbst wenn es durch Grubbern ersetzt wird, wird es dadurch für den Boden nicht besser.
Ich würde mir wünschen, dass Anprangerungen und Verherrlichungen der Landwirtschaft nicht ohne gründliche Recherche (damit sind keine Youtube-Filme gemeint) stattfinden. Zum Beispiel hat noch keine von mir untersuchte Permakultur genügend Kalorien an Nahrung produziert, um ihre eigenen Arbeiter zu ernähren - zumindest in unseren Breiten, in Indien ist sie dagegen möglich, da es dort mehr Licht, Regen und weniger Kälte gibt. Das heißt, je mehr ich in In Nord- und Mitteleuropa Permakultur betreibe, desto mehr konventionelle Landwirtschaft ist nötig um die Menschen zu ernähren. Finanziell und sozial lohnt die Permakultur vielleicht, aber ernährungstechnisch nicht und das ist ja eigentlich der Sinn der Landwirtschaft...

Viele Grüße
Volker


Am 28. Juni. 2012 geschrieben von Andrea C. Feist-Nerowski

Das unterschreib ich von A bis Z. Die gemeinsame Wurzel aller Disharmonien ist die Idee von Menschen, dem natürlichen Lebensfluss ein künstliches Kontrollsystem überzuordnen, und zwar was das Außen betrifft (Bedingungen für Geben und Nehmen - Ausgleich verlangen, aber der Natur den Ausgleich zu verweigern = Profitwirtschaft) und was das Innen betrifft (was gut und was schlecht ist, also der Liebe Bedingungen zu stellen = Moral).

Wir Menschen unserer Kultur/Zivilisation neigen zu selektiver Ordnung, aber die Natur lehrt uns, dass es keine Einteilung gibt, was sein darf und was nicht sein darf. Die Natur lehrt uns, dass gut und schlecht im Auge des Betrachters liegt. So ist es für eine Gazellenmammi schlecht, wenn eine Löwin ein Kitz reißt, um ihre Jungen zu füttern. Für die Löwenmammi ist es jedoch gut. Da gibts nichts zu verurteilen, es ist der Lauf des Lebendigen.

Was wir aber zuerst auflösen müssen, ist das Profitsystem, das uns dazu zwingt, aus unserem Lebensraum ein Geschäft zu machen. Ich kann nicht Wilderer verurteilen, die Tiere an den Rand des Aussterbens und darüber hinaus bringt, wenn ich doch weiß, dass viele darinnen die einzige Möglichkeit finden, ihre Familien zu ernähren, weil sie Geld brauchen, um sich zu kaufen, was zur Verfügung steht.

Natürliche & nachhaltige Wirtschaftsregelung bedeutet, dass Beschaffung und Verteilung keine Frage von Bezahlbarkeit ist, sondern eine von Verfügbarkeit, Bedarf und Logistik.

1. Wie viel von was steht zur Verfügung, ohne das Erbe unserer Nachkommen zu schmälern?
Einteilung z.B. in
* selten: schwer zu beschaffen bzw. langsam zu regenerieren
* mittel
* ausreichend: leicht zu beschaffen bzw. schnell zu regenerieren
Für Güter, deren Beschaffung den Reichtum des Planeten langfristig schmälern, müssen umgehend Alternativen gesucht werden, Lebensraum ist nichts, was verbraucht werden darf.

2. Wem steht was davon zu?
Das ist abhängig von der (Lebens-)Zeit, die ein Mensch investiert, um dem Leben in welcher Form auch immer zu dienen. Denn eine Stunde des Lebens aller Menschen ist gleich viel wert. Gleichwohl, ob es sich um die Lebenszeit eines Politikers, eines Wirtschaftmächtigen, eines Künstlers, eines Arbeiters, einer Helferin, eines Kindes, eines alten Menschen, einer Mutter, eines Vaters oder auch eines Buschmanns handelt.

Das heißt:
Wieviel Lebenszeit Mensch dem Wohlergehen anderer widmet, ist ausschlaggebend dafür, was er erhält.
Wer keine Zeit investiert, um sich in irgendeiner Weise am Wohl des Lebens zu beteiligen, erhält, was er zum Leben braucht und was in ausreichender Weise zur Verfügung steht bzw. leicht beschaffbar und schnell regenerierbar ist.
Wer durchschnittlich viel Zeit investiert, hat Zugriff zu dem, was durchschnittlich viel zur Verfügung steht.
Wer viel Zeit investiert, kann sich seine Wünsche erfüllen und hat Zugriff zu allem, was er braucht, um ein erfülltes, glückliches Leben zu führen.


Das ist natürlich nur sehr grob erklärt, aber für mich ist das die einzig gangbare Weg in eine lebendige Zukunft befreiten Mensch-Seins im Einklang mit der Natur. Das zu verwirklichen, ist uns/mir Lebensinhalt geworden.

Danke für diesen Artikel!

Andrea C. Feist-Nerowski
& (Welt-)Bürgerinitiative IG Lieben


Am 28. Juni. 2012 geschrieben von Christian

Lieber David,
auch von mir ein riesiges Dankeschön für deinen wundervollen Artikel.
Es ist dieses schwer beschreibbare Gefühl das mich ergreift, wenn ich deinen Text lese. Ich nenne es die Wahrheit. Eine Wahrheit die ich in jeder Faser spüre, in der Seele, im Herzen. Alles ist Eins.
Nach über einem Jahrzehnt als engagierter "Arbeiter" voller Ideale in der Altenpflege, kam es bei mir vor 1,5 Jahren zu meinem persönlichen System-Crash. In den letzten Jahren meiner Berufstätigkeit häuften sich körperliche Symptome, welche sich kontinuierlich bis zu einem Totalausfall verschlimmerten. Manifestierte Hautausschläge, massive Magen-Darm- Störungen und schließlich kompletter Gehörverlust auf einem Ohr.
Ungezählte Besuche bei entsprechenden Fachärzten, keine Befunde bzw. hinsichtlich der Haut unterschiedlichste, kontroverse Aussagen, neue Cremes, Salben, am Schluss hochdosierte Antibiotika und der dringende ärztliche Rat, die Sonne strikt zu meiden. Die Situation verschlimmerte sich natürlich noch mehr. Emotional und gemütsmäßig bin ich nur noch wie der Schatten eines Wildfremden durch die Gegend gesteuert, mit dem Ziel, zu funktionieren. Intuitiv besuchte ich dann am Ende meiner Kräfte eine Heilpraktikerin, die nach kürzester Zeit erkannte, woher der Wind weht.
Alles ist Eins.
Das System in der Pflege war seit einigen Jahren (Pflegereform) selber zu einem Intensivpatienten geworden, pervertiert.
"Pflege mit Herz" auf der Fahne, sich kaputt schuftende Zombies im niemals endenden 3-Schicht-Dauer-Fließbandbetrieb an der Front um in den Bilanzen schwarze Zahlen schreiben zu können.
"Wenn Ihnen irgendetwas nicht passt können Sie jederzeit gehen, in der heutigen Zeit sollten Sie froh sein, einen Arbeitsplatz zu haben".
Manche halten es erstaunlich lange aus, ich musste schließlich kapitulieren.
Nach der Diagnose Burnout und mittelgradige Depression bin ich nun also raus aus dem Wahnsinn. Durch die vielen Therapien gelang es mir nach und nach wieder, immer weiter mit der eigenen Tiefe in Kontakt zu kommen. Und durch ebendiesen Kontakt habe ich dieses Bewusstsein wieder gefunden, wie Du, lieber David, es in deinem Text in Worte zu fassen vermagst.
Ich nutze, solange es meine Tagesform zulässt, jeden Moment in der Natur und freue mich wie ein kleiner Bub am Heiligabend kurz vor der Bescherung, einfach ein Teil dieser sensationellen Erde zu sein, fernab der "zivilisierten Gesellschaft".
Wie es mit mir weitergeht ist bislang ungewiss, allerdings bestärken mich Artikel wie dieser (und viele weitere hier), irgendwann meiner Sehnsucht nach einer natürlichen, friedlichen und liebevollen Welt, näher zu kommen und ein Leben zu führen, das derart natürlich ist, dass mich wahrscheinlich auch viele abgehetzte Mitmenschen als verrückt bezeichnen werden.
Vielen Dank noch mal und sonnige Grüße von
Christian


Am 28. Juni. 2012 geschrieben von Kamala

Hallo :)

kleine Anmerkung:
"Der Garten Eden ist keine Utopie,"

-> er ist eine Eutopie: "eine Idealgesellschaft, die alle positiven politischen Menschheitsträume verwirklicht hat."

-> Utopie ist nämlich: "Eine Utopie ist dem eigentlichen Wortsinn nach die Beschreibung eines „Nicht-Ortes“, d.h. eines Ortes, den es im realen Leben nicht gibt; es ist ein herbeigewünschtes Nirgendwo: die griechische Vorsilbe ου- („ou-“) ist verneinend wie das deutsche „un-“ im Sinne von „nicht-“."

(Wikipedia Quelle)

Herzliche Grüße
Kamala


Am 27. Juni. 2012 geschrieben von Jutta Welz

Lieber David,

ich danke dir für diesen Artikel, der mir aus der Seele spricht!

herzliche Grüße. Jutta



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