Anzeige

Einen neuen Weg zu anerkannten Bachelor- und Master-Abschlüssen beschreitet die jüngst gegründete, internationale Gaia-Universität nun auch in Deutschland. Neu ist das spezielle Themenprofil der Hochschule: Ökologie und Nachhaltigkeit, Gesundheit, Kultur und Soziales sind die erklärten Schwerpunkte. Der erste akkreditierte Master-Studiengang “Integrative-Öko-Soziale-Gestaltung” startet in Deutschland am 18. August im niedersächsischen Steyerberg.

Die Idee

“Umfassendes Lernen und Verlernen sind die Schlüssel für den Übergang von der aktuellen ökologisch-destruktiven Kultur zu einer frischen, ökologisch-konstruktiven und sozial gerechten Kultur” – mit diesen Worten leiten die Initiatoren der Gaia-Universität die Vorstellung ihrer neuen Hochschul-Vision ein (siehe www.gaiauniversity.org).
Es wird immer klarer: Mit dem herkömmlichen Verständnis von Wissen und der traditionellen Organisation des Lernens können wir keine zukunftsfähigen Gesellschaften mehr heranbilden. Und dass dieser kulturelle Wandel jetzt vollzogen werden muss, dass wir nicht mehr unabsehbar viel Zeit zum Überlegen haben, bevor das globale Ökosystem irreparabel Schaden nimmt, gibt den Ausschlag, nun mit einer ganz eigenen Art “Bildungsoffensive” die globale Gemeinschaft der Zukunftsarbeiter anzusprechen. Dem neuen Lernkonzept liegen folgende Überlegungen zu Grunde:
Zahlreiche Menschen haben sich zu dieser endlosen Reise des Wandels bereits aufgemacht, und dieses weltweite Netz von Pionieren birgt ein enormes Repertoire an nützlichen Erfahrungen für künftige Lernende.
Unsere Beobachtung ist, dass Übergangswege von dieser Bedeutung am tiefgreifendsten, effektivsten und vergnüglichsten sind, wenn man sie in Gesellschaft geht – und dass “Gelände-kundige”, die einen Teil ihres Weges bereits gegangen sind, wertvolle Mentorendienste leisten können.
Die vitalen Zeichen für ein Erwachen der Energie des Wandels unter den Völkern der Welt mehren sich. Wir haben die Gaia-Universität gegründet, um diese kühnen Weltveränderer und die zukünftigen Generationen von “Erd-Fürsorgern” nach besten Kräften zu unterstützen.

Das Bildungskonzept

Das daraus abgeleitete Bildungskonzept ist einfach:
Die Studierenden – Associates – bilden sich sozusagen an ihren eigenen Wandlungsprozessen, an mitgebrachten Projekten. Sie genießen ein Höchstmaß an Freiheit in der Gestaltung ihres Studienweges (was allerdings entsprechende Selbstverantwortung und Bereitschaft zur Selbstorganisation fordert). Durch diese Freiheit begleiten sie Tutoren bzw. Mentoren. In regelmäßigen Meetings haben sie die Möglichkeit zum Austausch mit ihren Kommilitoninnen und Kommilitonen.
Hier bestimmen also nicht, wie im klassischen Bildungssystem, Lehrpläne und Lektürelisten den Studienalltag. Vielmehr bekommen die Associates Methoden an die Hand, sich selbstbestimmt zu organisieren und ihre eigenen Lernprozesse zu begreifen. Das Herzstück dieser befreienden Didaktik bildet das Konzept des Action Learning – Lernen durch Praxis.

Das Studium

Die Gaia-Universität legt bei der Zulassung zum Studium weniger Wert auf formale Qualifikationen wie Abitur. Sie setzt statt dessen schon im Vorfeld auf Selbstverantwortung und Engagement für “das Ganze”: Ein Drittel der Punkte, die Studierende für einen der offiziellen Abschlüsse sammeln müssen, können für “Lebenserfahrung” und nachgewiesene vorherige Lern-Projekte vergeben werden.
“Bist du bereit, dich auf ein herausforderndes Abenteuer einzulassen, bei dem Verlernen vielleicht genau so wichtig ist wie Lernen? Bist du bereit, deine Leidenschaft, deine Weitsicht, deine Träume aktiv und produktiv sowohl für deine persönlichen Ziele als auch für die Bedürfnisse der Erde einzusetzen? Wenn dein Herz singt, sobald du dir eine nachhaltigere, gerechtere, friedlichere Welt vorstellst; wenn du bereit bist, jetzt aufzubrechen, um dein “Körnchen Sand” zur Verwirklichung dieser Vision beizutragen – dann kann die Gaia-Universität dir die Unterstützung geben, die du zur Manifestierung deiner Träume brauchst.”
Wer dieser Einladung folgen und sein Engagement für eine bessere Welt mit einer anerkannten Ausbildung verbinden will, dem begegnen im Verlauf eines typischen Gaia-Studienprogramms folgende Organisationsprinzipien und Module:
– Integration in ein “Action Learning Set” von 15-30 Studierenden
– Mitgliedschaft in einer festen “Lern-Gilde”, die während des gesamten Studiums die Bezugsgruppe bleibt (3-5 Personen)
– Anbindung an eines der nationalen/ regionalen oder inhaltlich profilierten Zentren bzw. an einen “International Advisor”
– Selbstlernprogramme per PC/Internet
– Regelmäßige Präsenz-Seminare in den nationalen/regionalen Gaia-Universitäten
– das Entwickeln und Umsetzen von Projekten
– unterstützende Tutorials unter der Leitung von Mitgliedern des weltweiten Netzes von Mentoren und Tutoren
– die Entwicklung eines umfassenden Action Learning-Projekts, das einem Komitee interner und externer Prüfer als Abschlussarbeit präsentiert wird.
In der Organisation des Studiums herrscht höchste Flexibilität. Die Studierenden können ihr Lernen weitgehend individuell und eigenständig gestalten, was einen “maximalen persönlichen Ausdruck” ermöglichen soll. So kann die Studienabschluss-Arbeit beispielsweise als Video, Kunstwerk, Hörspiel, in Schriftform oder als Kombination aus allem eingereicht werden – je nachdem, wo der Prüfling seine Stärken sieht und was seine Vision am besten darstellt.
Die Studienprogramme der Gaia-Universität sind von vornherein international ausgelegt und können via Internet bzw. in den jeweiligen nationalen oder regionalen Zentren absolviert werden. Ein Ortswechsel während des Studiums ist also bei weitem nicht so kompliziert wie noch in unserem jetzigen Bildungssystem (wo es heute zum Teil noch immer erhebliche Probleme macht, von einem Bundesland in ein anderes zu wechseln). Im Gegenteil: Das weltweite Netz der Gaia-Universität, das laufend weiter wächst, steht allen Studierenden offen – der globale Blick wird begrüßt und strukturell gefördert.
Ein Studium an der Gaia-Universität soll sich im Prinzip jede und jeder leisten können – deshalb bemühen sich die Anbieter um tragbare Gebühren. Sie liegen in den jetzt anlaufenden Studiengängen zwischen 13.200 US-Dollar für eine dreijährige Bachelor-Ausbildung und 6.900 für den eineinhalbjährigen Master-Abschluss. Die Kosten werden je nach Anbieter-Land variieren; Vergleichsdaten werden aktuell erhoben.

Die Abschlüsse – Bachelor, Master oder Zertifikat

Was die Gaia-Universität von den vielen Fortbildungsangeboten im ökologisch-alternativen Themenspektrum abhebt, ist der qualitative Sprung in der Kombination von neuem Lernen (Form wie Inhalt) und “alten” Notwendigkeiten: Trotz der völlig anderen Studienorganisation können hier “credits”, also Nachweise gesammelt werden, die zu staatlich anerkannten Bachelor- oder sogar Master-Abschlüssen führen. Einer der Knotenpunkten der Gaia-Universität in Colorado, USA, kooperiert dabei mit der benachbarten Revans University.
Die Gaia-Universität kann also einen ganz offiziellen, formal einwandfreien Weg zu einem akademischen Grad anbieten. Das könnte der Durchbruch für diese Art von Wissen sein, das im traditionellen Fächerkanon von Hochschulen bisher keinen Platz hat und jenseits staatlicher Anerkennung bisher ein Nischen-Dasein geführt hat. (Wer es nicht auf einen solchen offiziellen Abschluss anlegt, geht den sogenannten informellen Weg und schließt mit einem einfachen Zertifikat oder Diplom ab). Alle Abschlüsse sollen international gelten.

Der aktuelle Stand in Deutschland

Seit in Großbritannien und den USA die ersten formalen Abschlüsse nach einem Studium an der Gaia-Universität möglich sind, werden weltweit “Filialen” nach demselben Konzept aufgebaut; Ende 2005 waren bereits 15 Zentren gegründet. Öko-Dörfer und Permakultur-Siedlungen, Gesundheitszentren und Institute für regenerative Energien oder nachhaltige Technologien bieten sich als Standorte für die regionalen Knotenpunkte an. Grundsätzlich sind aber alle Kollegs, Akademien und Hochschulen potentielle Partner.
Für den deutschen Zweig hat Declan Kennedy, Architekt, Permakultur-Experte und Gründer des globalen Ökodorf-Netzwerks (GEN) sowie dessen Sekretariate in Europa, die Federführung übernommen. Vor zwanzig Jahren hat der ehemalige Vizepräsident der FU Berlin den Lebensgarten Steyerberg – ein Dorfprojekt in Niedersachsen mit Expo-Projekt-Status – maßgeblich mit aufgebaut und nach ökologischen Gesichtspunkten gestaltet. Hier könnte der deutsche Knotenpunkt der Gaia-Universität entstehen. Bei der Vorbereitung kooperiert der Lebensgarten mit dem Öko-Dorf Sieben Linden in Poppau, der Zentralen Einrichtung für Gesellschaftsgestaltung (ZEGG) in Belzig sowie der Permakultur-Akademie in Huntlosen.
Die ersten Studienprogramme – “Permakultur-Design” und “Ökodorf-Design” – laufen in Tennessee/USA bereits seit November 2005. In Steyerberg/Deutschland geht es im August 2006 los.

Alle Neuanfänge kosten Geld
Es werden circa 500000 Euro an Spenden benötigt, um die Gesamtkosten für die Neueinrichtung der Gaia- Universität für 2007 zu decken. 5000 Euro sind von der Monika-Bonnen-Stiftung bewilligt worden.

Spendenkonto:
„Freunde der Gaia Universität“
Konto Nr.: 9509500,
Volkbank Steyerberg,
BLZ 256 625 40.

Die Gaia-Universität ist anerkannt als Programm der UNO Weltdekade: ‚Bildung für nachhaltige Entwicklung‘.

Hinterlasse einen öffentlichen Kommentar

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.

*