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Wie Pharmaindustrie und Ärzteschaft Millionen von Kindern unter Drogen setzen

Es gibt Alternativen zu Ritalin!

„Beethoven, Einstein und Edison galten in ihrer Jugend als hoffnungslose Fälle, und auch Mozart und Churchill sollen hyperaktive Kinder mit labilem Gemüt und Neigung zu Wutanfällen gewesen sein.

Vielleicht hätte sich ihr Genie nie entfalten können, wenn sie, wie viele „schwierige“ Kinder heute, mit Psychopharmaka wie Ritalin ruhiggestellt worden wären. Haben wirklich alle diese Kinder Lern- störungen, oder sind sie gar „krank“, wie Ärzte es ihren Eltern weismachen wollen, oder ist eine Gesellschaft „krank“, die mit ihren Kindern, ihrer Zukunft, so umgeht?“

Barbara Simonsohn

Für die einen ist es ein Wundermittel, das nervende Kinder ruhig stellt, für die anderen ist es eine süchtig machende Psychodroge mit gefährlichen Nebenwirkungen. Kaum ein Medikament ist zur Zeit in Deutschland so umstritten wie Ritalin. Der Verbrauch des Wirkstoffs Methylphenidat des Baseler Pharmakonzerns Novartis explodierte in den letzten Jahren so stark, dass jetzt sogar eine Delegation von mehr als 120 Bundestagsabgeordneten dem Wildwuchs Einhalt gebieten will. Das Psychopharmakon für Zappler soll künftig verantwortungsbewusster eingesetzt werden. Unterdessen drängen immer mehr Alternativen zu der Kinder-Droge wie Algenpräparate und homöopathische Mittel auf den riesigen Markt.

Hyperaktive Kinder sind ein Thema, an dem die Gesellschaft längst nicht mehr vorbei sehen kann. Bei rund zehn bis zwölf Prozent aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland wird inzwischen die Diagnose „Aufmerksamkeitsdefizitssyndrom mit oder ohne Hyperaktivität AD(H)S“ gestellt. Das Problem ist aktueller denn je – auch aufgrund wachsender Gewaltbereitschaft in Schulen und häuslicher Umgebung. Und es werden täglich mehr. Rund 80 Prozent der Betroffenen sind Jungen.

Das Leben der Betroffenen ist hart: Die Kinder werden selten zu Geburtstagen eingeladen, von Spielgefährten gemieden, ihr Selbstwertgefühl ist aufgrund mangelnder sozialer Akzeptanz und schlechter schulischer Leistungen schwach ausgeprägt. „Und auch die Eltern“, so stellte die Hamburger Autorin Barbara Simonsohn fest, „leiden und fühlen sich oft als Versager, was ihre Erziehungsleistung betrifft.“

Die Wissenschaft geht davon aus, dass das AD(H)S psychophysiologische Ursachen hat und durch eine Störung in der Informationsverarbeitung des Gehirns, speziell des Dopaminstoffwechsels, verursacht wird. Um die Konzentration des Dopamins im Gehirn zu erhöhen bzw. zu stabilisieren, wird Methylphenidat zugeführt. Dieser Wirkstoff in Ritalin gehört zur Gruppe der Amphetamine und kann abhängig machen. Er fällt deshalb unter das Betäubungsmittelgesetz.

Weil das Psychopharmakon aber immer öfter verschrieben wird, fordern seit kurzem mehr als 120 Bundestagsabgeordnete in einem Schreiben an den Bundestag, eine rasche Änderung der übereifrigen Verschreibungspraxis in Deutschland. Das Mittel mit dem „prinzipiell hohen Abhängigkeitspotential scheint allzu leichtfertig verschrieben zu werden“, heißt es in der Petition.

Besonders besorgniserregend sei die Tatsache, dass ein großer Teil der Methylphenidat-Verordnungen nicht von Kinderärzten und -psychiatern vorgenom- men werde, sondern auch vor allem von Hausärzten, Laborärzten und sogar von Frauen- und Zahnärzten. Nicht selten komme es daher zu Fehldiagnosen in Abgrenzug zu anderen ähnlichen Störungsbildern, die nicht hirnorganische Ursachen haben. Die Abgeordneten monieren fehlende Langzeituntersuchungen und warnen gleichzeitig vor den immer augenscheinlicher werdenden Nebenwirkungen von Ritalin wie Angst, Schlaflosigkeit und Verfolgungswahn.

Kinder mit AD(H)S verhalten sich durchaus unterschiedlich. Das amerikanische Ärzte-Ehepaar Dr. Judyth Reichenberg-Ullman und Robert Ullman beschreibt dies in seinem im Michaels Verlag erschienenen Buch „Es geht auch ohne Ritalin“. Manche Kinder sind verträumt und abgeschweift, aber nicht hyperaktiv. Andere Kinder dagegen sind ständig in Bewegung, als wären sie motorisiert und prallen schier von den Wänden ab in ihrer Unruhe. Wieder andere können nichts erwarten, unterbrechen ständig, wollen immer der Erste sein und suchen immer nach etwas Neuem oder Reizvollem: „Dieses Verlangen wird oft genug befriedigt in unserer multimedia- dominierten Gesellschaft“.

Kinder mit AD(H)S tun sich schwer, sich zu konzentrieren und aufzupassen, besonders in Situationen, in denen sie dazu gezwungen werden sollen. Wenn sie eine Aktivität jedoch selbst ausgesucht haben, können sie stundenlang z.B. am Nintendo sitzen und Pokemon spielen oder die neuesten Abenteuer von Harry Potter verschlingen – und dabei durchaus „aufmerksam“ sein. Wenn sie sich allerdings die Zähne putzen, Hausaufgaben erledigen, den Müll hinaustragen oder sich für die Schule anziehen müssen, fällt es ihnen womöglich schwer, sich für mehr als einige Sekunden oder Minuten auf die Aufgabe zu konzentrieren, weil sie so viele andere, interessantere Reize wahrnehmen.

Viele Eltern verzweifeln schier an diesem Verhalten und sind oft all zu schnell bereit, ihre Verantwortung an ein Medikament abzugeben. Damit vermeiden sie aber vor allem, sich mit den überaus komplexen Zusammenhängen auseinanderzusetzen, die bei dieser multikausalen Aufmerksamkeitsstörung eine Rolle spielen können.

Ritalin- Kinder sind dabei nur allzuoft hochbegabte Energiebündel, die von ihrer Umgebung unterfordert werden und selber spezieller, individueller Aufmerksamkeit bedürfen.

Der vorschnelle Griff in die Medikamentenkiste wird inzwischen aber auch von vielen deutschen Kinderärzten unterstützt und gefördert. Trotz strenger Vorschriften ist es nämlich beileibe kein Einzelfall, dass „Götter in Weiß“ schon nach nur 20-minütiger Anamnese eine AD(H)S-Diagnose stellen und Psychopharmaka verschreiben – insbesondere das dem Kokain verwandte Ritalin.

„Fast jeder Kinder- oder Hausarzt kann in Deutschland ein Ritalin-Rezept ausstellen, obwohl das Medikament zu den Betäubungsmitteln zählt und nur von qualifizierten Kinder- und Jugendpsychiatern verordnet werden sollte“, kritisiert nicht nur der Professor für Neurobiologie an der psychiatrischen Klinik der Universität Göttingen, Gerald Hüther. Laut eines Berichts des TV-Magazins „Report“ werden hierzulande acht von zehn Zappel-Kindern fehldiagnostiziert. Und der Stuttgarter Kinderpsychiater Reinmar du Bois meinte im Magazin „Stern“ trocken: „Fast jede gängige Verhaltensstörung lässt sich mit ADHS beschreiben“.

Auch die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marion Caspers-Merk, weist darauf hin, dass ein „schädlicher Missbrauch“ nicht ausgeschlossen werden könne. Sie appelliert an Ärzte und Eltern, die Arzneimittel mit dem Wirkstoff Methylphenidat „nur nach sorgfältiger Diagnose und nur im Rahmen eines umfassenden medizinischen Behandlungskonzeptes anzuwenden“.

Dass die Kinder-Droge sich binnen kürzester Zeit solch sprunghaft steigender Beliebtheit er- freuen konnte, hat seine Ursache ganz klar in ihrer nicht abzustreitenden Wirksamkeit auf der Symptomebene: von schlagartigen Verbesserungen ist da die Rede, von den 180-Grad-Wendungen mancher Kinder, die nicht wieder zu erkennen seien – allerdings nur bis zu dem unabwendbaren Zeitpunkt, an dem die Wirkung des Mittels nachlässt und sich Gewöhnungs- oder Absetzphänomene bemerkbar machen, die längerfristig schlimmere Ausmaße annehmen können als die anfänglichen Beschwerden.

„Die Kinder werden wieder ansprechbar. Sie können sich besser konzentrieren und man kann wieder mit ihnen arbeiten“ sagt der Berliner Kinder- und Jugendpsychologe J. van Hoss (Name von der Redaktion geändert). „Sie können dann besser mit ihrer Impulsivität umgehen, das Gehirn kann die einströmenden Eindrücke besser filtern – aber die Kinder müssen genau richtig „eingestellt“ sein, also die richtige Dosis bekommen haben“.

Jenseits der Schwelle seien die Kinder „nicht mehr erreichbar“. Dennoch: nur im medizierten Zustand könnten die verhaltenstherapeutischen Maßnahmen greifen. Die Spezialität des Therapeuten sind dabei hypnotherapeutische Trancereisen: „AD(H)S-Kinder haben oft einen leichteren Zugang zu inneren Ebenen und können lernen, Probleme durch innere Arbeit im Geist zu lösen. Sie können zappeln und sich dabei trotzdem im Trancezustand befinden“, so der Therapeut.

Die erfundene Krankheit

Ritalin ist seit den fünfziger Jahren auf dem Markt. Es wurde als Appetitzügler und leichtes Anregungsmittel benutzt.

Man kann sagen, dass das dazugehörige Krankheitsbild AD(H)S erst im Jahr 1987 regelrecht „erfunden“ werden musste: auf einem Kongress der amerikanischen Psychiatrievereinigung wurden verschiedene „Verhaltensauffälligkeiten“ von Kindern, die auf Psychostimulanzien anzusprechen schienen, zu einem Krankheitssyndrom zusammengefasst, das die Bezeichnung AD(H)S erhielt – und zwar durch eine simple Abstimmung per Handzeichen. Auf die gleiche Art können auf solcherlei Kongressen Krankheiten auch wieder „abgewählt“ werden…

Die so erschaffene „Krankheit“ wurde im Folgejahr prompt eine halbe Million mal diagnostiziert und der Ritalinumsatz stieg rapide an. Ritalinfreundliche Psychiater- und Elternvereinigungen wurden von den Herstellern des Medikamentes mit erheblichen Finanzmitteln „gefördert“ und arbeiten heute eng mit diesen zusammen.

Auch in Deutschland wird nach Angaben der Autorin Barbara Simonsohn inzwischen versucht, über beträchtliche Summen Einfluss auf Eltern- und andere Interessenverbände zu nehmen. Nur durch solche und ähnliche Maßnahmen sei es den Herstellern innerhalb von rund 15 Jahren gelungen, den Umsatz von Ritalin mehr als zu verzehnfachen. Ritalin liegt heute auf Platz 20 in der Umsatzstatistik der Präparate des Pharamaherstellers Novartis.

In Deutschland ist laut Bundesopiumstelle der Verbrauch des Ritalin-Wirkstoffes Methylphenidat zwischen 1993 und 2000 um das 13,6-fache angestiegen. In den beiden letzten dieser Jahre haben sich die Verbrauchszahlen jeweils verdoppelt, Steigerungen in gleichem Ausmaß werden erwartet.

Ritalin und Scientology

Ritalin-Kritiker werden seit einiger Zeit von ihren Gegnern, vor allem aber von der Novartis-Konzernspitze gerne mit der Anschuldigung mundtot gemacht, mit der Scientology-Sekte zu sympathisieren. Eine Unterorganisation der Sekte, die „Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte e.V.“ (KVPM), nimmt sich seit einigen Jahren lautstark und vehement des Reiz-Themas an und unterstützt eine in den USA anhängige Millionenklage gegen das Unternehmen.

Verseuchte Algenprodukte?

Als ähnlich gesteuert muss man in diesem Zusammenhang wohl auch die aktuell durch die Medienlandschaft geis- ternden Kampagnen gegen angeblich schadstoffbelastete Algenprodukte sehen. Diese sind ganz offenkundig in den meisten Fällen von ritalinfreundlichen Personenkreisen initiiert und lanciert worden (so zum Beispiel der Praxis Stollhof in Hamburg und dem Autor und Verleger Roland Ziegler, beides bekennende Ritalinanhänger und u.a. verantwortlich für die beiden jüngsten Veröffentlichungen im „Stern“). Afa-Algen Produkte werden wegen ihrer speziellen Eigenschaften (hoher Nährstoff- und Mineraliengehalt in besonders ausgewogener und speziell für den Gehinstoffwechsel günstiger Zusammensetzung) von Ritalin-Gegnern gerne als sanfte Alternative zur Pharmakeule ins Feld geführt. Ausführlich begründet wird dies vor allem von der Hamburger Autorin Barbara Simonsohn in ihrem Buch „Hyperaktivität – warum Ritalin keine Lösung ist“.

„Es ist schon grotesk“, meint Frau Simonsohn in diesem Zusammenhang , „dass ein harmloses und gesundes Lebensmittel wie die AFA-Alge Eltern gegenüber verteufelt wird, während Ritalin, das nach neuen Berichten die Neuronen im Gehirn schädigt, von manchen Ärzten als völlig harmlos wie Aspirin dargestellt wird.“ Wobei selbst laut Beipackzettel von Ritalin noch gar nicht genau erforscht sei, wie diese Substanz eigentlich in den Gehirnstoffwechsel ein- greife und das, obwohl es seit 1956 auf dem Markt ist. Der Göttinger Psychiatrie-Professor Gerald Hüther warnte neuerdings in diesem Zusammenhang in einer kritischen Studie vor der möglichen Langzeitwirkung Parkinson.

Algenprodukte sind sicher!

Exkurs: wir möchten an dieser Stelle darauf hinweisen, dass die uns bekannten Berliner Algenanbieter jederzeit bereit und in der Lage sind, die Unbedenklichleit ihrer Produkte anhand eindeutiger Untersuchungsergebnisse zu belegen sowie die vom „Stern“ veröffentlichten Behauptungen zu widerlegen.

Die Ursachen der Aufmerksamkeitsstörung sind offenbar vielfältig und in dieser Vielfalt noch längst nicht alle verstanden. Untersuchungen an betroffenen Kindern und Erwachsenen zeigen z.B., dass deren Zuckerstoffwechsel verlangsamt ist und daher Teile des Gehirns, die für die Aufmerksamkeit zuständig sind, mit zu wenig Glukose versorgt werden. Einige Forscher machen hierfür genetische Ursachen verantwortlich, andere dagegen Belastungen mit Schwermetallen wie Blei oder Fehlernährung.

Für das US-Ärzte-Ehepaar Ullman besteht kein Zweifel daran, dass „das verrückte Tempo unserer Bit-pro-Minute- Gesellschaft zur dramatischen Zunahme von Kindern mit AD(H)S beigetragen hat. Wir sind Mitglieder der überstimuliertesten Gesellschaft auf der Erde.“

Homöopathie gegen AD(H)S

Die Ullmans praktizieren seit über 20 Jahren Homöopathie. Sie haben in dieser Zeit fast 3000 Kinder mit Verhaltens- und Lernstörungen erfolgreich therapiert und gelten als Experten in der Behandlung von Kindern mit AD(H)S.

„Wie wäre es,“ fragen sie in ihrem Buch, „wenn Sie von einer AD(H)S-Behandlungsmethode hören würden, die nicht nur das AD(H)S behandeln würde, sondern alle Probleme, die ihr Kind hat, einschließlich Kopfschmerzen und Asthma? Einer Methode, die das Besondere und Kreative an Ihrem Kind beibehalten würde und nur dort ansetzt, wo sich das Kind zum Besseren ändern könnte?“ Diese Methode – die Homöopathie – wird von den Autoren in 70 % aller Fälle erfolg-reich angewandt und ist damitgenau so wirksam wie das Medikament Ritalin.

Vorteile der homöopathischen AD(H)S- Behandlung sind: sie behandelt keine Symptome, sondern Ursachen (was dazu führen kann, dass bei 10 Patienten mit der gleichen „Störung“ 10 verschiedene Mittel verschrieben werden). Sie behandelt den Patienten ganzheitlich auf Wesensebene. Sie ist ungiftig, ungefährlich und preiswert. Im Gegensatz zu Psychopharmaka, die oft ein ganzes Leben lang genommen werden müssen, genügen bei der richtigen Wahl des homöopathischen Mittels oft wenige Gaben und die Wirkung kann über Jahre anhalten. All dies wird von den Autoren anhand einer Fülle von Fallbeispielen eindrucksvoll belegt. Sie weisen allerdings auch darauf hin, dass die Therapie durch einen Behandler mit langjähriger Erfahrung und entsprechender Ausbildung erfolgen muss. Von Selbstdiagnose und -behandlung ist in jedem Falle abzuraten.

AD(H)S und Ernährung

Immer deutlicher scheint sich abzuzeichnen, dass Ernährungsfaktoren beim Auftreten von AD(H)S-Symptomen eine maßgebliche Rolle spielen, weshalb Experten bei Zappel- Kindern auch zu einer radikalen Ernährungsumstellung raten. Ausschlaggebend hierbei scheint vor allem die heute weitverbreitete schwerwiegende Unterversorgung mit lebenswichtigen Mikronährstoffen zu sein, die oft schon in der Zeit der Schwangerschaft einsetzt. Unsere degenerierte Zivilisationskost kann diese Versorgung meist nicht mehr gewährleisten und bei Kindern macht sich dies am schnellsten bemerkbar. Wichtig ist deshalb, sein Kind vollwertig möglichst aus Bio-Anbau zu ernähren, mit mindestens 30% Frischkostanteil und das Ganze mit entsprechenden Ergänzungen aufzupeppen.

Was früher der Lebertran war, scheint heute am ehesten durch eine Kombination aus wildwachsender AFA-Alge und Leinöl repräsentiert zu werden. Beide enthalten genau die Stoffe – wie hochwertige Proteine und Omega-3-Fettsäuren – die zum Aufbau von Neurotransmittern notwendig sind.

„Je mehr Kinderärzte es gibt, desto mehr kranke Kinder gibt es auch!“

Barbara Simonsohn

 

Akzeptanz heilt!

Für die Berliner Heilpraktikerin Brigitte Henke, die seit Jahren mit AD(H)S-Kindern arbeitet und selbst betroffen ist, ist die Einfühlung das wirksamste Therapeutikum: „AD(H)S-ler sollten überhaupt nur von AD(H)S-lern behandelt werden“. Nur diese seien in der Lage, den assoziativen Denk-, Lebens- und Handlungsstil ihrer Klienten wirklich zu erfassen, der im Gegensatz zu den mehr rationellen Wahrnehmungs- und Problemlösungsstrategien stehe, die in unserer Gesellschaft bevorzugt würden.

Auch die Ebene der Hyperbegabungen wie Hellsichtigkeit und -fühligkeit, die sie den meisten ihrer Patienten attestiert, sei eigentlich nur quasi gleichgestrickten Persönlichkeiten zugänglich und somit kommunikativ zu nutzen. Verständnis, Zuwendung, Empathie und Wertschätzung sind die Grundpfeiler ihres therapeutischen Ansatzes: „Es gibt keine Patentrezepte“.

Die Botschaften des nichtrationalen Selbstes zu akzeptieren und dahinterstehende Ressourcen zu erkennen und zu fördern, sieht sie als eine ihrer Hauptaufgaben an. Sie spricht in diesem Zusammenhang gerne von der „AD(H)S-Begabung“, die auf ein „Resonanzangebot“ beim Therapeuten treffen müsse. Wichtig sei es, betroffenen Kindern „auf die Erde zu helfen“, ihr Körpergefühl zu stärken und ihnen Strukturen anzubieten – bei gleichzeitiger absoluter Entscheidungsfreiheit.

Die AD(H)S-Diagnose kann dabei bis zu einem gewissen Punkt sogar hilfreich sein, um dem Betroffenen – Kind oder Erwachsenem – einen Schutz zu bieten vor der Definitionsmacht einer einseitig rationell strukturierten Umgebung. „Es hilft alles oder nichts – entscheidend sind Authentizität und Liebe“, sagt Brigitte Henke.

„Hinter jeder Störung steckt eine Begabung“

 


Literatur:

Judyth Reichenberg-Ullmann/Robert Ullmann: „Es geht auch ohne Ritalin“, Michaels Verlag

 

 

 

Barbara Simonsohn: „Hyperaktivität – warum Ritalin keine Lösung ist. Gesunde Alternativen, die wirklich helfen“, Goldmann-TB

 

 

 

Dieselbe: „Das authentische Reiki“, Goldmann-TB,

Dieselbe: „Die Fünf Tibeter mit Kindern“, Integral-Verlag

Manfred Döpfner, Jan Frölich, Gerd Lehmkuhl: „Ratgeber Hyperkinetische Störungen; Informationen für Betroffene, Eltern, Lehrer und Erzieher“; Hogrefe Verlag

Manfred Döpfner, Stephanie Schürmann, Gerd Lehmkuhl: „Wackelpeter und Trotzkopf“; Psychologie Verlagsunion

Dr. Thomas Höhn: „Natürlich gesund; Die besten Gesundheitstipps fürs ganze Jahr“; Hampp Verlag

Friedrich Klammrodt: „Unkonzentriert, Aggressiv, Überaktiv; Ein Problem der Erziehung oder der Ernährung?“

 

2 Responses

  1. DerUnaufmerksame
    So ein Bullshit

    Ich habe selbst ADSH, festgestellt erst in einem Alter von über 30 Jahren. Klar hab ich auch bis dahin gelebt, aber mit umwegen, Depressionen, Ängsten und nicht zuletzt Abhängigkeiten. Nach der Diagnose habe ging mir endlich ein Licht auf, warum ich so bin, wie ich bin. Als ich das erste mal bei einem Psychater war, fragte er mich – ja aber sie sind doch schon über 30 Jahre ohne Medikamente ausgekommen. Darauf erwiederde ich, nicht ganz – ich kiffe schon seit bald 20 Jahren beinahe täglich. Nicht mal um mich abzudichten, sondern nur um innere Unruhe und Anspannungen zu beheben. Außerdem bin ich, wenn ich eine nicht übermäßige Dosis cannabis am Tag inhaliere (ca. 0,3g) auch tatsächlich aufmerksamer.
    So aber nun meine eigentliche Kritik „Die erfundene Krankheit“. Hmm…da könnte man ja sagen, im Mittelalter war das Bild der bekannten Krankheiten übersichtlich und gegen jede half Adlerlass (mit Blutegeln z.B.). Nun gut, sind seit dem nun alle Krankheiten erfunden???!!!!
    Die wirkliche Gefahr bei psychischen Erkrankungen liegt eher darin, wo wir die Norm sehen und die Geselltschafft die Freiheiten lässt, von dieser Norm abzuweichen. Und das gilt nicht nur für ADHS!
    Zugegebenermaßen, ich hab den mist nur überflogen. Dennoch, Ritalin sollte wie Herztabletten nur eingesetzt werden, wenn es nicht mehr anders geht!!!

    MFG

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    • DerUnaufmerksame
      Naja das Ende geht schon

      P.S.
      …naja die letzen 3 Abschnitte sind schon nicht schlecht, vor allem der letzte! Der Anfang des Artikels und vor allem der Abschnitt „Die erfundene Krankheit“ bringt einen aber eher dazu, das Lesen abzubrechen….

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