Vor 19 Jahren besuchte Susanne Ganns ihr erstes spirituelles Seminar – ohne Idee oder Vorstellung, was sie erwarten würde. Und das war gut so. Es war die beste Entscheidung ihres Lebens und ein absoluter Glückstreffer. Ihr bewusster Weg mit Madame Kundalini begann – den sie niemals mehr missen möchte.

Dieser Artikel ist eine Liebes-Erklärung an Madame Kundalini, denn nur durch SIE ist das Leben lebenswert. Sie ist auch kein exotisches Irgendetwas – das nur bestimmte Menschen mit bestimmten Erweckungs-Techniken erreichen –, sondern völlig natürlich und das wahre pure Leben. Meine Worte sind auch eine Hommage an Shin, jenen Lehrer, den ich vor 19 Jahren in diesem Seminar erleben durfte. Mit seinem grenzenlosen, alles umfassenden Wissen über die schöpferische Kraft der Kundalini bietet er eine rasche, jedoch keineswegs oberflächliche neue Lernweise an. Sein Unterricht ist einzigartig, lebendig und freudvoll und zeigt einen „Weg hinter den Wegen“. Shin sagt: „Im Grunde genommen muss ich euch nichts erzählen, denn ihr sitzt auf eurem Wissen.“ Und: „Kunda, das ist die Tiefe. Sie weiß alles, ist das essentielle Evolutionsgedächtnis für Mensch und Erde und wohnt in jedem Menschen.“

Madame Kundalini ist die hohe Herrin, die große MA und Mutter in allen Wesen. Sie ist die in allem wohnende Urenergie der Göttin, die auch Pflanzen, Tiere und das Wesen Erde belebt. Diese schöpferische Gestaltungskraft durchströmt stets bildend, organisierend und ordnend alle Geschöpfe im Innen und im Außen.

Madame Kundalini webt und spielt

Immer wieder mache ich die wunderbare Erfahrung, wie Madame Kundalini webt und spielt – zwischen den Menschen und im Menschen selbst. Wie sie da oder dort im Leben etwas zurechtrückt, manchmal heftig, manchmal sanft. Zu Beginn meiner bewussten Arbeit mit der Kundalini erwachte ich eines Morgens in meinem Bett, weil mein Körper intensiv zuckte und eine Art schlangenförmige Bewegung durch meine Wirbelsäule fuhr. Sofort erinnerte ich mich an mein erstes Seminar, in dem ich durch die vielen verschiedenen Phänomene etlicher Schüler sehr irritiert war. Es schüttelte und zuckte da und dort, manche Teilnehmer gaben auch Töne von sich. Ich habe immer wieder in die Runde geschaut und konnte das alles nicht zuordnen. Erst Wochen später erfuhr ich von einem Freund, was das alles bedeutete (siehe unten).

Und nun lag ich selbst in meinem Bett und es zuckte auch bei mir. Doch es war ein angenehmes und freudiges Gefühl und keineswegs beängstigend. Und nach einer halben Stunde war das Phänomen wieder verschwunden. Ich besuchte in der Folge ein weiteres Seminar, da ich all die Ausführungen zur Schöpfungsgeschichte und dem Leben an sich, die Shin vermittelte, sehr nährend und bereichernd empfand, und etwas in mir sich auf diese Ausbildung wirklich sehr freute. Neu war für mich, im Unterricht zu hören, dass in jedem Menschen die heilige Kundalini als weibliche Energie ihren Sitz im Becken hat. Dort, wie eine Kobra in Ringen aufgerollt, wartet sie auf ihren Wiederaufstieg und die Vereinigung oder Heilige Hochzeit mit dem männlichen Aspekt des ICH BIN, dem göttlichen Wesenskern oder dem Stern im Haupt. Shin betont in seiner Lehre immer wieder, dass im menschlichen Organismus die Kundalini in hoher Dichte gebündelt ist und somit dem Menschen ermöglicht, Unsterblichkeit und göttlichen Stand zu erreichen. Diese Verwirklichung kann jedoch nicht mit „Haben wollen“ erlangt werden, denn Gehorsamkeit und Gehör erweist Madame Kundalini nur dem wahren Wesenskern, dem göttlichen Samen.

Begegnungen mit Madame

Das Lebensspannungsfeld zwischen den beiden Polen Oberhaupt und Becken liefert von Geburt an Impulse für die Entwicklung des Menschen. Dieses Feld erhält den Körper in lebendiger Funktion und durchströmt und durchstrahlt so den menschlichen Organismus; gleichzeitig fördert es die höhere Entfaltung des Bewusstseins. In meinem zweiten Seminar spürte ich plötzlich zunehmend, wie die Energieströme sich in mir wieder – wie beim ersten Mal zu Hause – anfingen zu regen. O je, dachte ich, bitte nicht hier mitten im Seminar, wo alle es sehen können. Ich wollte kein Aufsehen erregen, unterdrückte es und bat meine Kundalini: bitte nicht hier und jetzt. Dabei verspannte ich mich total und es entstanden Schmerzen im Nacken und Rücken. Kurz darauf, als hätte Shin meine innere Bitte wahrgenommen, begann er ein Trommelspiel, wie ich es so noch nie gehört hatte. Es spielte im Außen und im Inneren, manchmal fühlte ich mich selbst als Trommel, doch es tat gut und war sehr befreiend.

Plötzlich durchfuhren mich wieder diese schlangenartigen Bewegungen und ein Schrei kam aus meinem Mund. Ich öffnete sofort meine Augen, um zu schauen, ob das jemand bemerkt hatte. Nein, Gott sei Dank, das Trommelspiel war so laut, dass mein Schrei darin verschwand. Und bald stellte sich in mir eine tiefe Entspannung ein.

Mit Vater-Mutter-Urgrund vereint

Es ist der Wunsch und das Ziel jeder Seele – und etwas, das der Mensch in der Anlage schon ist –, eine freie unsterbliche Gottheit zu sein, die in Glückseligkeit mit Vater-Mutter-Urgrund vereint ist und zum Wohl aller Wesen erschaffen kann. Alles andere sind falsche Identifikationen und Projektionen, die danach rufen, aufgelöst zu werden, um zur wahren Identität zu kommen.

Doch nur durch eine dynamisch-harmonische Arbeit kann sich die Kundalini erheben und die Seele des Menschen mit dem Wesenskern verschmelzen. Damit die Kundalini stärker ins Fließen kommen kann, müssen der Körper und die Seele entsprechend vorbereitet werden. Dynamische Harmonie möchte ich mit meinen Worten und aus eigener Erfahrung so beschreiben: Egal, wie hoch die Wellen im Leben schlagen, sollte der Mensch stets bemüht sein, in rascher und feiner Weise sein Gleichgewicht wiederzufinden, um in innere Harmonie zu kommen. Ein Ozean, egal ob er völlig ruhig ist oder tosend bewegt, ist immer harmonisch – er ist dynamisch-harmonisch. Das ist echte Harmonie und nicht zu vergleichen mit jener in der heutigen Zeit oft gewünschten Alles-ist-gut- Harmonie. In diesem Sinne darf ich immer wieder erleben, dass Madame Kundalini freudvoll ins Strömen kommt, wenn ich selbstlos lerne, dabei in mir forsche, Übungen, Gesang oder Tanz nach uralter Tradition pflege und die tiefen Geheimnisse des Wortes erkunde – denn auch das Wort ist stark geprägt durch die weiblich-göttliche Energie. Die Kundalini strömt auch stärker, wenn ich liebevoll für alle Wesen wirke, gerne mit und in der Natur arbeite und bei all diesen Taten – egal, was in meinem Leben auf mich zukommt – stets diese göttlich-weibliche heilige Energie in mir dankend anerkenne.

„Freundliche Übernahme“

Vielfach liest man Absurdes und Schreckliches über Kundalini-Phänomene. Lebt man jedoch nach schöpferischen Gesetzmäßigkeiten und eben in dynamischer Harmonie, wird sich die Energie stets so entfalten und so ströhmen, wie es zu dem jeweiligen Menschen, seiner Entwicklung und Entfaltung passt. Diese Arbeitsweise erwirkt meist schöne Erfahrungen und ist nichts, wovor man Angst haben muss. Madame Kundalini will wie ein lebendiger glänzender Fluss fließen. Sie weiß, was sie tut, und wird nie den körperlichen Organismus unkontrolliert beherrschen, sondern ihr einziges Ziel ist es, den Menschen zu seinem wahren Ziel, der inneren Hochzeit, zu führen. „Kundalini kann sich sehr freundlich, blitzartig, unmittelbar von einem Augenblick zum anderen entzünden oder sich auch – ebenfalls freundlich – nach und nach entfalten.“

Diese Aussage von Shin hat mich immer mit Freude und Mut erfüllt und mir sehr viel Vertrauen geschenkt. Meine Aufgabe sehe ich darin, mich innerlich und äußerlich auf die Begegnung mit Madame Kundalini vorzubereiten, jedoch wann und wie die Begegnung geschieht, liegt einzig und allein im Ermessen des Schöpfers. Wie eine solche Begegnung aussieht? Hier einige vorübergehende Kundalini-Merkmale: Erspüren elektrischer Ströme im Körper, große Freude im Basis-Chakra oder im gesamten Körper, prickelndes Gefühl wie Sekt, intensive Hitze oder Kälte, Zucken, unkontrollierte Körper- oder Kopfbewegungen, Hyperventilation, Lachen, Weinen, Schreien, Singen oder Sprechen von Mantren oder unverständlichen Sprachen, Wahrnehmen von Naturwesen, intuitive oder übersinnliche Wahrnehmungen, Visionen – oder die Kundalini tanzt den Menschen.

Kein Widerstand

Jahre später in einem Seminar von Shin an der spirituellen Hochschule Vidyamrtabdhi in Indien erlebte ich, dass auf einmal meine Hände heiß wie Herdplatten wurden, zu anderen Zeiten war mir kalt, trotz hoher Außentemperatur. Dabei wurde mir bewusst, dass die Hitze meist mit dem männlichen Energiefluss zu tun hat und bei Kälte der weibliche Strom stärker fließt. Schmerzhafte Phänomene weisen meist darauf hin, dass in Chakren oder im Organismus noch unerlöste Schattenseiten, Traumata, Blockaden oder Vorstellungen bestehen, die es aufzulösen gilt. So können innere Widerstände gegen Veränderungen zu schmerzhaften Erfahrungen im Organismus oder im seelischen Bereich führen. Wichtig ist dabei stets, bei all diesen Erscheinungen auf deren Richtigkeit zu vertrauen, nicht dagegen zu arbeiten oder sie immer wieder in Frage zu stellen, sondern alles fließen zu lassen und auch niemals an schönen oder unangenehmen Erscheinungen festzuhalten, sondern alles immer wieder freizugeben.

Shin erklärte es mal auf wunderbare Weise: „Die Kundalini fließt wie durch ein Flussbett. Zuerst kommen Geröll und große Steine, dann kleine Steine und dann nur nach Sand, bis sie völlig frei fließen kann.“ Und in der Tat ist das so. In all den Jahren lernte ich durch Madame Kundalini, sofort zu reagieren, wenn sich aufgrund einer Situation in meinem Leben Unstimmigkeiten im Organismus oder auf der Seelenebene zeigten. Dadurch wurde ich zunehmend bewusster, wacher, viel freier und, was sehr wichtig ist, meine Unterscheidungsfähigkeit steigerte sich enorm. Dies bedeutet, ich nehme jetzt sehr rasch das sogenannte „Kleingedruckte“ wahr, das sich oft hinter dem vorrangig Blendenden verbirgt und den Menschen vielfach von sich wegzieht. Dies ist gerade in der jetzigen Zeit des Wandels sehr wertvoll. Der Mensch ist durch die Kraft der Unterscheidungsfähigkeit nicht mehr manipulierbar. Er kann so den Weg der Weisheit oder der Liebe gehen anstelle eines Weges der Schmerzen.

Optimale Bedingungen

Madame Kundalini will in jedem Menschen in der jetzigen Zeit des Wandels gerne intensiver fließen, damit der neue Mensch für die neue Epoche erwachen kann. Dafür jedoch müssen die Menschen ihren inneren und äußeren Garten pflegen, mit edlen Dingen nähren und ein liebevolles und reines Umfeld erschaffen. Niemand wird im täglichen Leben auf die Idee kommen, Samen auf eine Asphalt-Fläche zu streuen, in der Hoffnung, dass dort Blumen wachsen. Jeder weiß, dass keine Pflanze schneller wächst, wenn an ihr gezogen wird. Und es ist bekannt, dass üppiges und gesundes Wachstum im Garten und großer Ertrag nur mit gutem Dung, Kompost und einem liebevoll bereiteten Boden möglich ist. Dies ist auch in der Spiritualität so. Die Kundalini braucht einen gut vorbereiteten Körper, eine wohl gepflegte Seele und das Beachten des für den jeweiligen Menschen passenden Zeitmaßes für seine Entwicklung.

An welchem Punkt wir hier als Menschheit stehen, spiegelt sich – wie vieles andere – auch in der Natur wider. Der Sommer 2018 brachte vielerorts eine große Dürre. Er erzählt dabei auch von der Dürre in den Herzen und Seelen der Menschen, die nach dem Wasser des Lebens dürsten. Zugleich zeigte sich eine Überfülle an Früchten, die einerseits oftmals achtlos auf dem Boden verfaulten und andererseits als unreife Früchte in den Supermarkten auslagen. Ebenso lassen viele Menschen ihre innere Fülle und ihre Schätze oft unerkannt verkommen, oder es werden Früchte zu früh vom Baum der Erkenntnis geholt. Beides – zu früh oder zu spät ernten – dient der Weiterentwicklung nicht.

Vom richtigen Zeitpunkt

Wird nun die Kundalini mit verschiedensten Techniken intensiv angeregt und aktiviert, um ihr damit den eigenen Willen aufzudiktieren, kann sich das – wie gesagt – in oftmals sehr schmerzhaften Prozessen oder starken Phänomen auswirken. Madame Kundalini zeigt damit aufgrund der intensiven Anregung exakt auf, wo Schattenseiten noch nicht aufgelöst sind oder wo Kräfte und Fähigkeiten erarbeitet werden müssen, damit die angeregte heilige Energie frei fließen kann. Des weiteren können Kundalini-Phänomene wie ständiges Schütteln oder Ausrufen verstärkt auftreten, wenn die Seele beispielsweise ein schönes Kundalini-Erlebnis immer wieder erreichen will oder der Mensch Aufmerksamkeit erhaschen möchte und sich damit brüstet, dass die Kundalini bei ihm schon fließt.

Diese Phänomene zeigen kein lebendiges Arbeiten mit der Kundalini an und entsprechen in keinster Weise den schöpferischen Gesetzmäßigkeiten, denn Spiritualität ist kein fremdbestimmtes Wettrennen oder ein Wettkampf. Kundalini gehorcht nur dem Wesenskern. Wird sie von außen manipuliert, richten sich die Auswirkungen und Phänomene gegen den Menschen, der dies selbst hervorgerufen hat. Wenn die Kundalini stärker ins Fließen kommt, kann aber auch sehr viel innere Freude entstehen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass dies nur dem Eigenbedarf dient. Es entspricht der Kundalini, dass ihre schöpferische Kraft zum Wohl aller Wesen und der Erde eingesetzt wird. Dies kann sich durch eine liebevolle, achtsam gestaltete Lebensweise sich selbst und allem anderen gegenüber ausdrücken.

Sich selbst näher kommen

Bei mir führte die Arbeit mit der Kundalini zu vielen Veränderungen. Wichtige Fähigkeiten und Kenntnisse für das Leben konnten sich in mir entfalten und ich bin mir Schritt für Schritt näher gekommen. Blockaden verschwanden, mein Bewusstsein steigerte sich, mehr Energie, Kraft und Klarheit stellten sich ein. Madame Kundalini liebt es und reagiert mit einem harmonischen belebenden Fluss, wenn mit Lust und Freude alles dem Leben Dienliche staunend erforscht wird. Seien es kosmische Gesetzmäßigkeiten, die Arbeit mit den Sinnen, Yoga-Übungen, Geheimnisse des Atems, des Wortes und der Sprache, Gesang, Tanz, Mudras, Mantren und Meditation. Kreative Tätigkeiten oder viel Bewegung in der Natur, mit denen das Basis-Chakra gestärkt wird, sind ebenfalls sehr hilfreich. Da sich alles in Shins Lehre zum Wesenskern des Menschen hinwendet und von allen Seiten auf das Ziel der inneren Hochzeit, der „Inneren Kernfusion“, hinführt, kann der Mensch die Welt ganz neu und viel umfassender wahrnehmen sowie erkennen, wer er wirklich ist und wo der wahre Sinn seines Lebens zu finden ist. Menschen mit einer weitgehend frei fließenden Kundalini haben zudem oftmals eine leuchtende Ausstrahlung und sind vielfach gerne von anderen gesehen.

„Durch die dynamisch-harmonische Arbeit mit der Kundalini erwacht ein neuer Mensch, der die neue Epoche verwirklichen kann!“

Zitat von
VAIŚHVIK MAHAŚHAKTĪŚVAR YOGIRAJ SHIN SHIVA SVAYAMBHU BHAIRAVANATH

Kundalini…

…bezeichnet eine in tantrischen Schriften beschriebene ätherische Kraft im Menschen. Im Tantrismus spricht man metaphorisch von einer schlafenden, zusammengerollten Schlange (Sanskrit: kundala „gerollt, gewunden'“), wie sie in jedem Menschen am unteren Ende der Wirbelsäule, im untersten Chakra, liegt. (…) Durch yogische Praktiken soll sie erweckt werden können und aufsteigen, wobei die transformierenden Hauptenergiezentren oder Chakren durchstoßen werden (Satchakrabedha „Sechschakrendurchstechen“). Erreicht sie das oberste Chakra, soll sie sich mit der kosmischen Seele vereinigen und der Mensch höchstes Glück erlangen. (aus: Wikipedia)

Author: Oliver Bartsch

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