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Um ein Zeichen für mehr Klimaschutz zu setzen, schalten Millionen Menschen in der Earth Hour am 25. März von 20.30 bis 21.30 Uhr das Licht aus.

Alles begann 2007 in der australischen Stadt Sydney. Da nahmen mehr als 2,2 Millionen australische Haushalte am 31. März 2007 an der ersten Earth Hour teil und schalteten bei sich zu Hause für eine Stunde das Licht aus, um ein Zeichen für mehr Klimaschutz zu setzen. Ein Jahr später erreichte die von dem australischen WWF (World Wide Fund For Nature) ins Leben gerufene Earth Hour 370 Städte in 35 Ländern verteilt über 18 Zeitzonen. Earth Hour wurde zur globalen Bewegung. An der diesjährigen Aktion am 25. März, die um 20.30 Uhr startet, nehmen über 7000 Städte in 178 Ländern teil und werden bekannte Bauwerke und Denkmäler in Dunkelheit hüllen. Auch unzählige Privatpersonen werden sich an der Aktion beteiligen. In Deutschland sind rund 240 Städte und Gemeinden dabei.

Weltbekannte Bauwerke wie die Oper in Sydney, das Empire State Building in New York, der Pariser Eiffelturm oder die Akropolis von Athen werden zur Earth Hour in Dunkelheit getaucht. In Deutschland werden zur Earth Hour 2017 unter anderem der Kölner Dom, das Brandenburger Tor in Berlin und die Frauenkirche in München ihre Beleuchtung ausschalten. Mit der Earth Hour ruft der WWF dazu auf, sich global 60 Minuten Zeit zu nehmen, um sich der drohenden Klima-Katastrophe bewusst zu werden, um zu diskutieren und sich auszutauschen über das, was wir gerade in den Städten tun können, um die Umwelt und das Klima unserer Erde zu schützen.

Silke Hahn vom WWF Deutschland: „Mit einem einmaligen Licht-Aus ist die Welt nicht gerettet. Es kommt darauf an, dass wir auch den Rest des Jahres etwas für die Umwelt tun. Das ist der Aufruf, der von der Earth Hour ausgeht.“ Jeder Einzelne könne seinen Teil im Alltag beitragen, wie zum Beispiel bei der Ernährung auf regionale Produkte zu achten, weniger Fleisch zu essen oder statt Auto und Flugzeug auf Bus und Bahn umzusteigen. Gleichzeitig müssten aber auch Politik und Wirtschaft ihren Teil beitragen, etwa durch ambitionierte Klimaschutzmaßnahmen oder umweltschonendere Produkte.

Die Aktion ist wegen ihrer Symbolwirkung unter Umweltschutzgruppen umstritten. Eine Initiative von Attac, klimaretter.info, dem NABU und der taz sowie weiterer Umweltorganisationen rief stattdessen zur Verwendung von Energiesparlampen und Ökostrom auf. Sie stand unter dem Motto „Licht an – aber richtig“. Eine Berechnung des Öko-Instituts im Auftrag der taz ergab 2007, dass deutschlandweit etwa 343 Tonnen CO2 gespart würden, falls 50 Prozent der deutschen Haushalte für fünf Minuten das Licht ausschalten, Falls aber 50 Prozent der Haushalte Glühbirnen gegen Energiesparlampen tauschten, würden in einem Jahr 2,5 Millionen Tonnen CO2 weniger verbraucht, was im Effekt einem Vielfachen der „Earth Hour“-Aktion entspräche.

Erst vor kurzem wurde durch ein von den Grünen in Auftrag gegebenes Gutachten bekannt, dass Deutschland seine Klimaziele für die Jahre 2020 und sehr wahrscheinlich auch 2030 nicht erreichen wird. Demnach lag der CO2-Ausstoß 2016 bei 906 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent (bei diesem Konzept werden die Emissionen an Kohlendioxid, aber auch Methan oder Lachgas zu einem Wert zusammengefasst). Seit dem Jahr 2009 (907 Millionen Tonnen) hat es damit so gut wie keine Reduktion mehr gegeben. Insgesamt entspricht das laut Gutachten einer Minderung von 27,6 Prozent im Vergleich zum Jahr 1990. Eigentlich wollte die Bundesregierung bis zum Jahr 2020 aber 40 Prozent weniger Treibhausgase emittieren.

Infos unter www.wwf.de/earthhour

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