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Mit einfachen Atemübungen Krankheiten heilen, Vitalität gewinnen und die eigene Ausstrahlung verbessern? Und dann auch noch Konzentrationsfähigkeit und Kreativität erhöhen? Geht das? Ein Blick auf den Zusammenhang von Atmung, Körper und Geist. Und eine Anregung, Pranayama einfach auszuprobieren.

 

„Ich kann nicht meditieren“ hört man viele Menschen sagen. „Ich kann mich nicht konzentrieren. Ich bin einfach zu unruhig.“ Pranayama-Atemübungen zur Lenkung der Energien (Prana) in Körper und Geist können eine Antwort sein. Oft wird gesagt, dass diese mächtigen Techniken gefährlich sein können und der Anleitung eines Lehrers bedürfen. Das stimmt für fortgeschrittene Praktiken. Doch Bewusstheit auf den Atem zu lenken und sanft innere Prozesse im Körper zu harmonisieren kann jeder lernen.

Denn: „Ist der Atem unruhig, wird auch der Geist unruhig“, sagt die Hatha Yoga Pradipika, eine alte indische Schrift und Grundlage vieler Yoga-Traditionen. Durch Atemübungen können wir den Geist zur Ruhe kommen lassen und auch Entspannung im Körper erfahren. In den Yoga-Sutras wird Pranayama zunächst global erklärt als Einatmung, Ausatmung und Anhalten des Atems, wobei die einzelnen Phasen reguliert und verfeinert werden. Die vertiefte Einatmung führt zu einer besseren Versorgung des Blutes mit Sauerstoff. Energie wird aufgenommen, freie Radikale können abgebaut werden. Die Phase des Anhaltens der Atmung ist ein Trainingsreiz für die Lungen und erhöht deren Vitalkapazität. In der Ausatmungsphase wird schließlich der Ausscheidungsprozess von Schlacken und Giftstoffen unterstützt.

 

Pranayama bringt alte Emotionen ans Licht

Populäre Übungen wie Bhastrika arbeiten mit forcierter Ein- und Ausatmung, um sehr starke energetische Prozesse anzuregen. Bei solchen Techniken sind bestimmte Grundregeln – wie zum Beispiel ausgeglichene Ernährung und sogar bestimmte Verhaltensregeln im Alltag, im Umgang mit anderen Menschen und mit sich selbst – einzuhalten. Denn neben den körperlichen Wirkungen dieser Praxis, auf die man vorbereitet sein sollte, bringt die Arbeit mit der Atmung auch versteckte Emotionen ans Licht, wenn alte Muster, versteckt unter oberflächlicher und flacher Atmung, aufgelöst werden. Ein Lehrer als Begleiter ist hier unerlässlich. Dann können solche Übungen bei verschiedenen Krankheitsbildern wie z.B. Asthma Heilung schaffen, oder beispielsweise Verdauungsbeschwerden und Depressionen beseitigen helfen.

Es gibt aber auch viele einfache und effektive  Grundtechniken, die man für sich selbst lernen und üben kann. Anuloma Viloma, die Wechselatmung, ist eine leicht nachvollziehbare Übung, um die vegetativen Vorgänge im Körper zu harmonisieren. Sie führt zu einem Ausgleich von rechter und linker Gehirn- und Körperhälfte. Aktivität und Passivität, Handlung und Entspannung werden gleichermaßen angesprochen, indem abwechselnd durch das linke und das rechte Nasenloch ein- und ausgeatmet wird. Medizinisch erklärt, werden abwechselnd das sympathische und parasympathische Nervensystem angeregt. Im Hatha-Yoga spricht man von der wärmenden Energie der Sonne (Ha) und der kühlenden Energie des Mondes (Tha). Auch das kurze Anhalten des Atems gehört hier dazu. Die entspannende Wirkung der Atemlenkung können Sie mit unserer Übung am Textende selbst ausprobieren.

 

Kraft tanken und entschlacken

Im modernen Feld der Yoga-Therapie bilden die Pranayama-Übungen das Fundament für den Heilerfolg. Die Vertiefung der Atmung hilft, Kraft zu tanken und Schlacken und Giftstoffe aus dem Körper auszuscheiden. Dann können die Selbstheilungsprozesse des Körpers einsetzen, die vorher blockiert waren. Die Bewusstheit auf den Atem fördert daraufhin die Wahrnehmung von Gefühlen im Körper und auf der Emotionsebene. Der Übende lernt sich selbst besser wahr zu nehmen.

Allgemein gilt auch für Pranayama die Grundregel: Jeder kann Yoga machen. Zu jeder Zeit und an jedem Ort. Und auch wenn wir gesund sind, ist es von Vorteil, sich regelmäßig etwas Gutes zu tun, und mit dem Atem „Lebensenergie“ aufzutanken. Denn: „Ein Mensch mit viel Prana ist ein großer Anziehungspunkt“ (Sukadev V. Bretz).

„Setze dich bequem auf einen Stuhl, Sofa oder Sessel. Zieh die Luft so lange, wie es angenehm ist, durch beide Nasenöffnungen ein. Halte die Luft an, so lange es bequem ist“, schreibt Swami Sivananda in „Die Wissenschaft des Pranayama“. Und dann empfiehlt er einfach, so lange auszuatmen, „wie es angenehm ist“. Wir wollen uns nicht unter Druck setzen. Pranayama kann uns einladen, uns selbst anzunehmen, wie wir sind. Und dann helfen, langsam über alte Grenzen hinaus zu wachsen. Viel Freude beim Atmen!

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