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Der Saatgutbunker auf Spitzbergen


Der Svalbard Global Seed Vault, so heißt ein Saatenbunker, der von der Norwegischen Regierung der Bill und Melinda Gates Stiftung, der Rockefeller Stiftung und der Global Crop Diversity Trust (GCDT) im nördlichsten Zipfel Norwegens auf Spitzbergen errichtet wurde.

Der Zweck des Unternehmens ist die Sicherstellung der biologischen Vielfalt, indem für schlechte Zeiten bzw. den Fall von Katastrophen vorgesorgt und Saatgutproben aus aller Welt unter idealen Lagerungsbedingungen für zukünftige Generationen sichergestellt werden.

Das tief in den Fels hineingebaute Gebäude besteht aus drei seperaten Kammern, die nach Angaben des norwegischen Landwirtschaftsministeriums eine maximale Lagerkapazität von 2,25 Milliarden Samen haben. Wenn der Bunker in voller Funktion ist, soll er die weltweit größte Sammlung von Samen beherbergen. Die Gesamtkosten des Projektes belaufen sich auf umgerechnet rund 30 Millionen Euro; 25 Mio Euro (37,5 Mio Dollar) stammen allein von der Bill & Melinda Gates Foundation. Weitere Geldgeber sind die Rockefeller-Stiftung, Monsanto, Syngenta, DuPont Pioneer Hi-Breed, Consultative Group on International Agricultural Research (CGIAR) und die norwegischen Regierung.

Interessant ist die Eigentumsfrage, denn formal gesehen gehört Norwegen die Anlage, doch der Global Crop Diversity Trust (GCDT) ( www.croptrust.org) ist ein aktiver, finanzieller Partner und hat ebenso Zugriff. Als eine von der UN gegründete Organisation, soll sie sich um die Bewahrung der biologischen Vielfalt kümmern. Ein nobles Vorhaben, doch schaut man sich die Namen einiger Vorstandmitglieder an, sieht man Seltsames. Zwei Beispiele: Dr. Mangala Rai, der ebenfalls Vorstandsmitglied des Internationalen Reisforschungsinstituts ist, leitete das weltweit erste große GMO-Experiment (Genetic manipulated Organism) der viel gepriesene „Golden Rice“, der sich jedoch als Fehlschlag erwies. – Lewis Coleman ist leitendes Vorstandsmitglied der „Northrop Grumman Corporation“, einem der größten amerikanischen Rüstungskonzerne, die das Pentagon beliefern. Ein Schelm wer böses dabei denkt…

Einen wirklich düsteren Beigeschmack erhält das ganze Projekt, wenn man sich die momentane Geschäftspraxis der Agrochemiekonzerne, speziell Monsantos vor Augen führt, Patente auf Gensequenzen auch solcher Pflanzen anzumelden, an denen die Konzerne keine gentechnischen Veränderungen durchgeführt haben. Also Leben patentieren. Warum sonst finanzieren die großen Agrarfirmen solch ein Unterfangen? Der Horror wäre, wenn der Zugriff auf die größte Pflanzensamenbank der Erde dazu führen würde, den Konzernen zu erlauben, den größten Teil der weltweit wichtigsten Nutzpflanzen zu patentieren und somit die Kontrolle über die Nahrungsmittel der Welt zu erlangen. Ist das das Ziel von Monsanto und Co.?

http://de.wikipedia.org/wiki/Svalbard_Global_Seed_Vault

Bild: Global Crop Diversity Trust

 

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