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Wie nahe Europa in diesem Frühjahr durch eine mögliche Machtübernahme Marine Le Pens am Abgund stand, wurde von den Bürgern unseres Landes kaum wahrgenommen. Woher kommt diese Distanz? Europa scheint vielen Bürgern hierzulande gleichgültig, ja überflüssig, wird doch einiges an innerdeutschen Problemen in der Wahrnehmung vieler Bürger allzu leichtfertig der Bürokratie in Brüssel zugeschoben. Durch die Wahl Emmanuel Macrons werfen unsere französischen Nachbarn ein neues, positives Licht auf Europa. Gerade die junge Generation Frankreichs hat sich für Europa entschieden, denn sie haben erkannt, was sie angesichts der drohenden Machtübernahme durch Marine Le Pen zu verlieren haben. Auch wir sollten uns bewusst machen, welche Vorteile gerade die deutsche Wirtschaft und damit auch jeder einzelne Erwerbstätige, durch den europäischen Wirschaftsraum und durch unsere Gemeinschaftswährung geniesst. Europa retten heißt die Devise…

Von Aman

Sicher, Europa muss im Wesentlichen reformiert oder neu erfunden werden. Keine Frage. Mit Emmanuel Macron, dem neuen französischen Präsidenten als treibende Kraft, bietet sich jetzt die Chance, dies auch anzugehen. Er hat nicht viel Zeit. In fünf Jahren muss er der Spaltung der französischen Gesellschaft entgegenwirken. Er muß der Populistin Marine Le Pen den Wind aus den Segeln nehmen. Ihre Wähler, den Abgehängten und Frustrierten unter den Franzosen, nicht nur Hoffnung, sondern auch Arbeitsplätze und ausreichende Einkommen ermöglichen.

Sollte Macron versagen, droht Europa und dem Euro das Aus, mit verheerenden Folgen für die deutsche Wirtschaft. Der deutsche Leistungsbilanzüberschuss resultiert einerseits aus der hohen Wettbewerbsfähigkeit (gut ausgebildete Fachkräfte, niedrige Löhne, hoher Automatisierungsgrad) und dem niedrigen Wechselkurs des Euro, der deutsche Produkte auf dem Weltmarkt noch billiger macht. Haupthandelspartner der deutschen Exportwirtschaft sind nicht etwa die USA oder China, sondern die europäischen Mitgliedsstaaten. Unser Hauptabsatzgebiet liegt also direkt vor der Haustür.

Muss Frankreich nun seine Wirtschaft in dem Maße wettbewerbsfähiger aufstellen, um mit Deutschland konkurieren zu können? Unser Finanzminister Wolfgang Schäuble sieht dies so: „Wenn wir Europa stärker machen wollen, muss jedes Land zunächst einmal dafür sorgen, dass es selbst stärker wird.“ So Schäuble im Spiegel-Interview. Nur: Wohin wird das führen?

Endloser Konkurrenzkampf nicht nur mit den Billiglohnländern Asiens und ihren verheerenden Umweltstandards, sondern auch gnadenloser Wettbewerb unter den europäischen Partnern? Kann das die Antwort auf ein zu einendes Europa sein? Ein Beispiel einer bestimmten Branche soll verdeutlichen, wo wir hier bereits im negativen Sinne stehen.

Deutschland exportiert für 56 Mrd. Euro landwirtschaftliche Produkte in die europäischen Mitgliedsstaaten. Davon entfällt der Hauptanteil allein auf die Länder Niederlande und Frankreich. Was bedeutet dies für die französischen Landwirte, die bei der Wahl im Mai vor allem der Europagegnerin Marine Le Pen ihre Stimme gaben? Besteht die Chance wirtschaftlich zu überleben nun darin, Lebensmittel noch billiger als deutsche Landwirte zu produzieren? Oder vielleicht darin, auf Qualität zu setzen?

Wir dürfen uns daran erinnern, dass es die Franzosen waren, die sich gegen die Zulassung einer gentechnisch veränderten Maissorte aus dem Hause Monsanto gestemmt haben, um ihre Landwirschaft vor unabsehbaren Folgen zu schützen. Hingegen schaffen es deutsche Behörden noch nicht einmal, ein wirksames Mittel gegen die außer Kontrolle geratene Nitratbelastung unseres Grundwassers und unserer Trinkwasserbrunnen zu entwickeln. Um billiges Fleisch für den Export auch nach Frankreich zu produzieren, importieren Mastfabriken unbegrenzt genverändertes Soja aus Lateinamerika, um es hier zu verfüttern.

Dabei stört es scheinbar nur wenige, das die Kapazitäten an verfügbarer Landfläche nicht vorhanden sind, die gigantischen Mengen tierischer Gülle umweltgerecht aufzunehmen. Was ist fair unseren Nachbarn und unserer Natur gegenüber? Wie wollen wir in Europa in Zukunft leben? Unter dem Diktat einer zügellosen Marktwirtschaft, jeder gegen jeden? Es kann uns nicht gleichgültig sein, wie es unseren Nachbarn geht. Sich in seiner Lebensart gegenseitig zu respektieren, die sich durch Tradition und klimatische Gegebenheiten über die Jahrhunderte entwickelt hat, gehört zur europäischen Kultur. Oder wie war das noch mit dem „Leben wie Gott in Frankreich“?

 

3 Responses

  1. Jens
    Länder als solches sind absolut unwichtig

    Das Zusammenleben von Mensch, Tier und Natur sind wichtig, Länder oder Europa als solches nur Schubladen, mit denen polarisiert wird. Die Menschen sind alle gleich viel wert, und in Iran lernte ich viele Iraner kennen, die ich im Herzen als Freunde angenommen habe. Ich bin überzeugt, auch in Nordkorea wird man gut behandelt, denn auch dort möchte man keinen Krieg. Der Grund für das Hochrüsten hat einen Grund, der nur im nicht existierenden Friedensvertrag mit den USA und Südkorea zu finden ist.
    Ich wünsche allen Menschen in Nordkorea und auch im Iran sowie allen anderen Menschen nur das Beste!

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  2. Joerg
    Wir brauchen Freiheit und nicht Sicherheit

    Liest sich wie die gängige, plumpe Propaganda. Noch mehr vom alten. In solchen Zeiten entstehen natürlich Spannungen durch zunehmende Polarität. Und das ist gut so und lässt sich auch gar nicht verhindern. Das leben will fließen. Diese Runde ging an die Sozialisten, Kollektivisten. Aber verbessern wird sich dadurch nichts, im Gegenteil. So ein Superstaat Europa als Glucke kann nicht überleben. Er verfault von innen heraus. Marcon wird der Beweis.

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  3. Dreamriot
    Politik (Showbiz für hässliche Menschen)

    Politik (JEDE) = Andere dazu zwingen wollen, etwas zu tun, was sie freiwillig nicht tun würden = Unfreiheit = Nicht Liebe = ? = Thema erledigt würd ich sagen

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