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Warum lebt jemand freiwillig ohne Geld in einer Gesellschaft, in der Geld auf der Skala der wichtigsten Dinge an erster Stelle steht? Will „Donna Quichotte“ einen Kampf gegen die Windmühlen aufnehmen, sich wichtig tun oder nur sich einen faulen Lenz machen und auf Kosten anderer leben?

 

Viele Menschen, die zu meinen Vorträgen kommen, können sich nicht vorstellen, wie ein Leben ohne Geld überhaupt möglich ist, und sind meist interessiert daran, wo Frau Schwermer nächtigt, was sie isst, was sie im Krankheitsfall macht etc. Fragen, die berechtigt sind, die jedoch nur die Peripherie streifen und eingangs beantwortet werden können, um dann Platz zu machen für das Eigentliche dahinter.

Das Eigentliche ist die Entdeckung einer neuen Lebensform: weg von der Tauschgesellschaft, in der wir uns zur Zeit befinden, hin zu einer Gesellschaft des Teilens. In einer Tauschgesellschaft steht hinter dem Tun meist eine Absicht nach dem Motto: Was erhalte ich, wenn ich dieses oder jenes tue? Lohnt sich der Aufwand für mich, gibt’s genug zurück, oder sollte ich mir nicht lieber etwas Lukrativeres suchen? Abwägen, Vergleichen, Feilschen, Konkurrieren steuern die Überlegungen für unser Tun.

Ganz anders der Umgang mit unseren Energien beim Teilen. Hier spielen Fragen wie „Was brauche ich wirklich?“, „Was macht mir Freude?“, „Wie kann ich andere unterstützen?“ die größere Rolle. Beim Teilen verlasse ich das Konkurrenzgehabe und tauche ein in ein wohlwollendes Miteinander. Die Welt und die Menschen darin als Ganzes, als Einheit zu sehen, verändert unser Weltbild und bringt uns vom Haben zum Sein.

Doch was hat das damit zu tun, dass wir auf Geld verzichten? Diese Sichtweise können wir schließlich auch im Umgang mit dem Geld erreichen – handelt es sich doch um eine Bewusstseinserweiterung. Das stimmt! „Das Leben ohne Geld“ ist im Moment mein ganz eigener Weg, der nicht übernommen werden soll – noch nicht! Mein „Leben ohne Geld“ soll zur Zeit zum Denken anregen, Mut machen, Hoffnung schüren, stärken!

 

Den Lebensfluss entdecken

Menschen mit wenig Geld könnten statt der Angst vor dem Ausgeliefertsein darüber nachdenken, welche Möglichkeiten sie haben, ihren Alltag zu bereichern. In der alternativen Szene gibt es unglaublich viele Angebote, angefangen bei den Bücherschränken auf dem Bürgersteig bis hin zu den Umsonst- oder Gib-und-Nimm-Läden, Car-sharing, die vielen Tauschringe etc. Auf der materiellen Ebene haben die Menschen sich schon viel ausgedacht, um das Leben leichter und durch ein echtes Miteinander erfüllender zu machen. Wollen wir diese Dinge in Anspruch nehmen, brauchen wir allerdings ein gutes Selbstbewusstsein, ein stabiles Selbstwertgefühl, um uns nicht als arme Bedürftige zu empfinden. Die „glücklichen Arbeitslosen“ in Berlin (www.diegluecklichenarbeitslosen.de) gehen hier mit gutem Beispiel voran. Sie wissen, dass eine bezahlte Erwerbsarbeit nicht das A und O unserer Lebensform sein muss, dass jeder Mensch eine Daseinsberechtigung hat und viele Talente!

Leben ohne Geld bedeutet, den Lebensfluss entdecken, sich treiben lassen im Strudel der Lebendigkeit, sich einlassen in eine neue Lebensqualität, die durch Aufmerksamkeit, Achtsamkeit und Wachsein entsteht. Wachsein für uns selber, für unser Gegenüber, für die Gesellschaft und das Ganze bedeutet eine neue Intensität, eine Hingabe an das Leben. Statt sorgenvoll hinter dem Mammon herzuhetzen, unseren Fokus auf das Materielle, Äußere zu legen, geht es um Geschehenlassen, darum, das Herz zu öffnen und aus ihm heraus zu handeln. Dadurch entsteht ein Wertewandel und ein Paradigmenwechsel, den wir heute unbedingt benötigen für die Heilung aller bislang angerichteten Schäden, die sich in gewaltigen Naturkatastrophen zeigen, aber auch in der Diskrepanz zwischen den Besitzenden und den Besitzlosen. So wie wir uns von der Natur abgewandt haben, uns über sie gestellt, sie missachtet und geschändet haben, können wir jetzt zurückkehren zu tragenden Werten unserer Ahnen – wie Kooperation, Hilfsbereitschaft und Achtung vor der Natur –, die über Jahrtausende unser Überleben gesichert haben. Zurückkehren zu alten Werten heißt nicht, Gepflogenheiten aus der Steinzeit zu übernehmen und unsere technischen Errungenschaften zu schmähen. Darum geht es absolut nicht bei einem „Leben ohne Geld“. Allerdings geht es darum, die Kompliziertheit zu erkennen, die durch die Regeln und Gesetze für den Umgang mit dem Geld entstanden sind.

 

Einfachheit und Vertrauen

Absicherungen, Versicherungen, Trennungen, Mauern, Misstrauen, Missgunst u.v.m. machen uns das heutige Leben schwer. Einfachheit und Vertrauen, gegenseitige Unterstützung aus einem Wohlwollen heraus, Miteinander statt Gegeneinander schaffen eine neue Kultur für uns alle.

Und wie soll das gehen bei den vielen Verpflichtungen, die wir zu erfüllen haben? In kleinen Schritten und für jeden in einer anderen Weise. Die Zeiten sind vorbei, wo jemand daherkommt, einen Plan entwirft für alle, der eingehalten werden muss, damit ein Ergebnis sichtbar wird. In der heutigen Zeit gibt es so viele unterschiedliche Ansätze und durchdachte Möglichkeiten für einen anderen Umgang mit unseren Aufgaben im Alltag. Das Ziel dieser Ideen ist dasselbe: eine bessere, gerechtere Welt für alle, Frieden und Harmonie in uns und um uns herum! Alle sehnen sich nach Gemeinsamkeiten, nach Anerkennung und Liebe!
„Gib und Nimm“ ist eines der vielen neuen Konzepte, von mir in jahrelangem Versuch erprobt mit wunderbaren Folgen. Der Name „Gib und Nimm“ ist zunächst für einen Tauschring entstanden als Hinweis fürs Tauschen nach dem Motto: Gibst du mir, gebe ich dir. So nach und nach entwickelte sich daraus ein Konzept, das über das Tauschen hinausging, in ein Teilen hinein. Die vier Farben auf dem Gib-und-Nimm-Aufkleber sollen das symbolisieren: Grün steht für den Weg nach Innen, Gelb für die Auseinandersetzung mit dem Du, Rot soll einen politischen Anteil andeuten und Blau steht für das Spirituelle. So steht das Konzept für eine umfassende Herangehensweise an das Sein.

Die eigenen Talente entdecken

Der Ausstieg aus dieser komplizierten Welt, in der sich die meisten Menschen befinden, ging schrittweise. Durch die Gründung des Tauschrings in Dortmund und meine Aktivitäten des Gebens und Nehmens bemerkte ich zunächst eine Reduzierung der Geldausgaben. Ich ließ mir über das Tauschen die Haare schneiden, kochte mit anderen zusammen, tauschte Kleidungsstücke aus und überlegte mir gemeinsame Freizeitbeschäftigungen. Dabei entdeckte ich immer mehr Talente an mir, die ich zu geben hatte, was mir ein Glücksgefühl bescherte. Nach zwei Jahren des Tauschens und Teilens entschloss ich mich, endlich mein lang ersehntes Experiment zu starten: den Alltag ganz ohne Geld zu gestalten! Ich gab meine Wohnung auf, trat aus der Krankenversicherung aus, verschenkte meinen Besitz und hütete in Dortmund für die Tauschringmitglieder deren Häuser und Wohnungen, wenn sie im Urlaub waren.

Natürlich war das nicht immer einfach, denn in den Häusern gibt es unterschiedliche Energien, die nicht immer den meinen entsprachen. Da jedoch dieses Experiment auch politischen Charakter hatte – schließlich wollte ich festgefahrene Strukturen auflösen –, hielt ich durch und fand sogar Freude daran, mich auf fremde Lebensformen einzustellen. Die Fremdheit meiner Mitmenschen löste sich so nach und nach auf und machte einem Gefühl der Vertrautheit Platz. So konnte ich nach zwei weiteren Jahren den Tauschring und Dortmund verlassen, um eine Aufgabe und einen Platz „in der Fremde“ zu finden. Ich hütete in der ganzen Bundesrepublik Häuser, reiste herum und dachte nach über neue Schritte in eine bessere Gesellschaft. Nach dem Verlassen des Tauschrings gab ich auch das Häuserhüten auf, kehrte nach Dortmund zurück, wo ich ein Jahr lang in einem Vereinshaus „unterschlüpfte“, dort kochte, putzte, Bürodienste übernahm und schließlich mein erstes Buch „Das Sterntalerexperiment“ schrieb. In dieser Zeit lernte ich, meinen Dünkel abzulegen und demütig zu sein, wenn es nötig war.

 

Abenteuer und Lebendigkeit

Ich entdeckte die „Wunder im Alltag“, die sich häuften und mir große Freude bescherten. Das, was ich als Wunder bezeichne, ist für viele „purer Zufall“. Ich jedoch behaupte, dass es keine Zufälle gibt, dass der Himmel uns Dinge zuspielt, um uns behilflich zu sein in unserer Weiterentwicklung. Diese Zeichen, die es für alle gibt, zu erkennen und einzubauen in den Alltag, verschafft uns Abenteuer und erzeugt Lebendigkeit. Das Leben fließt sozusagen, versorgt uns mit Überraschungen und schubst uns voran, wenn wir wachsam sind.

Im Laufe der Jahre lernte ich eine Menge. Das Wichtigste auf diesem Weg ist die Auflösung alter Ängste und störender Gefühle, die sich verwandelten in ein großes Vertrauen ins Leben, in Freude, Gelassenheit und Lebendigkeit. Und ich bin überzeugt, dass das auch bei anderen Menschen funktioniert. Ich stelle mir eine Welt ohne Geld vor, in der die Menschen ihr Herz in den Mittelpunkt stellen, aus dem heraus sie handeln. In Ruhe betrachten sie das Leben und ihre Aufgabe darin. Sie fühlen sich geachtet, geliebt und wertgeschätzt, weil sie selber achten, lieben und wertschätzen.


Abb: © Fantasista – Fotolia.com

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Über den Autor

Avatar of Heidemarie Schwemmer

wurde 1942 in Memel (heute Klaipeda, Litauen) geboren und musste schon als Kleinkind ihre Heimat verlassen. Das Erlebnis, als besitzloser Flüchtling im Westen anzukommen, hat ihr Weltbild geprägt. Schon früh in ihrem Leben begann sie sich über Ungleichheit und Ungerechtigkeit in der Welt den Kopf zu zerbrechen und nach neuen Wegen zu suchen. Sie arbeitete als Grund- und Hauptschullehrerin, wurde später Motopädin und Gestaltpsychotherapeutin und gründete 1994 die „Gib und Nimm Zentrale“ in Dortmund, einen der ersten Tauschringe in der Bundesrepublik. Seit 1996 lebt sie ohne Geld.

Das erste Buch „Das Sterntalerexperiment“ wurde in mehrere Sprachen übersetzt und erhielt im Dezember 2008 den Tiziano-Terzani-Preis, einen Friedenspreis in Italien. Das zweite Buch „In Fülle sein – ohne Geld“ ist auf ihrer Homepage www. heidemarieschwemmer.com kostenfrei herunterladbar. Am 26.11.2010 hat der norwegisch-italienische Dokumentarfilm über ihr Leben ohne Geld „Living without money“ in Oslo Premiere.

20 Responses

  1. Lutz Grubmüller

    Liebe Frau Schwermer,
    alles, was Sie bewegt, bewegt auch mich schon lange – ich meine damit weniger das praktizieren Ihres alternativen Lebenweges, als vielmehr die philosophisch-gedankliche Seite. Was Sie denken und leben wird eine gute, ja die einzi gute Zukunft der Menschheit sein,
    besonders das wieder Übereinkommen mit Natur und Umwelt.
    Je weniger materielle Dinge in unserem Leben eine Rolle spielen und ich meine damit je weniger ich brauche, um einfach zu leben, umso
    freier, wohler und mitmenschlicher und mitnatürlicher (Tiere und
    Pflanzen) lebe ich.
    Alles Gute weiterhin und viel Mitmenschlichkeit wünsche ich Ihnen,
    Lutz Grubmüller aus Thüringen!

    Antworten
  2. Ines-A. Sattler

    Sehr gut zu wissen, dass es auch noch jemanden gibt, der so denkt wie ich.Bin als 73Jaehrige noch voll aktiv, schreibe auch schon jahrelang.Verrate auch einen Tipp:Lebt vegan und viele Probleme verschwinden! Herzlichst: Ines

    Antworten
  3. Thomas

    Guten Tag,

    gut, dass es solche Alternativen gibt – aber Alternativen funktionieren nur, weil es das sog. Normale gibt.

    Autos können nur getauscht werden, weil sie einmal produziert und als Neuwagen verkauft oder geleast worden sind. Das gleiche gilt für Altkleider oder Gebrauchtläden, die ohne funktionierende Wirtschaft nicht geben würde.

    Nur wenige können sich leisten in einem solchen, selbstgeschaffenen, anderen Paradies zu leben.

    Sie haben aber eine wichtige Funktion, nämlich zu zeigen, dass wer alles Materielle nicht hat oder braucht auch glücklich leben kann.

    Ein Weg für die Mehrheit kann dies nicht sein, denn es würde die Wirtschaft und Staat letztlich zerstören den die Alternativen dennoch brauchen – nämlich eine funktionierende Infrastruktur.

    Aber gerade „Spinner“, „Exoten“, „Extravagente“, „Exorbitante“ brauchen wir als Gegenbild, um uns zu entwickeln.

    Ich werde mit Hartz IV derzeit so Askese gezwungen – auch unter der neuen Großen Koalition, denn obwohl ich arbeiten will unterstellt man politisch mir das Gegenteil und in einer so reichen Gesellschaft ist der relativ Arme genauso schlimm dran, wie in Bangla Desh der absolut Arme und muss mit gleichen Verdächtigungen und geschürten Vorurteilen fertig werden – nämlich an seiner Verliererposition selbst Schuld zu sein.

    Insofern ist der Weg zur Gesellschaft der Menschen mit wenig Geld – nämlich 25% der Arbeitenden + Hartz IV Bezieher politisch längst beschritten und ganz ohne Geld nur ein kleiner Schritt für mich aber keine Wunschvorstellung!

    Antworten
  4. Wini

    Bis jetzt ist früher oder später noch jedes System zerbrochen, das nicht der Allgemeinheit dient. Manchmal dauert es eben seine Zeit. Zum Glück gibt es immer mehr Alternativen! Siehe www.jofegx.com

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  5. Andi

    www.zeitgeistmovement.de

    Das ist die oben beschriebene Lösung! 🙂

    Wenn die Macht der Liebe die Liebe zur Macht übersteigt,
    wird die Welt endlich wissen was Frieden heißt!

    Antworten
  6. Alchemy

    Es gibt auch Moderne ansätze des gebens und nehmens:

    Linux Distributionen oder BSD Unix.
    Oder allgemein die Hacker Ethik.

    Mit der Linux Distribution Android und einen leistungsfähigen Tablet Spart man Strom.

    Mit Survival lernt man die Natur kennen.

    Mit Buddha lerrnt man sich selbst finden, um am ende in einklang mit sich selbst und mit der Natur zu sein.

    Das alles erfordert Zeit, das erfordert Lesen und begreifen, das ist Arbeit das viele nicht bereit sind zu investieren.

    Die Leute sind lieber bequem und wollen bemuttert werden.

    Antworten
  7. WellenbeobachterHH

    Selbstverständlich sind ein Leben und eine gesellschaftliche Reproduktion ohne Geld möglich. Da hab ich nicht den geringsten Zweifel. NUR – so wie Frau Schwemmer das heute lebt, muss das zunächst leider noch eine Illusion bleiben, denn es setzt ja die kapitalistische Produktionsweise (noch) voraus.

    Adorno hat das treffend beschrieben mit „Es gibt kein richtiges Leben im falschen.“

    Erst wenn wir alle zusammen rausgefunden haben bzw. uns dazu anfangen auf den Weg zu machen, wie man gesellschaftliche Reproduktion ohne Warenform, also ohne den Zwang des „Kaufen Müssens“ ganz generell, betreiben kann, wird Geld als antikes Gut in Museen verbannt, denn da gehört es hin. Die gigantischen Summen an Mrd. und Bill. an Krediten, die weltweit abgeschrieben werden mussten, sprechen Bände davon. Da hat der Kapitalismus, um heute noch seine Ressourcen verwerten zu können, schon ein großes Stück seiner eigenen Zukunft verbraucht. Diese Logik ist endlich, denn das Geld wird nicht mehr eingefahren werden können. Wetten dass???

    Um es mal konkret vor Augen zu führen. Das BIP Deutschlands liegt etwa bei 2,4 Bill. EUR. Der Staatshaushalt lag 2009 bei etwa 1,126 Bill. Er ist allerdings gleichzeitig schon 1,767 Bill. verschuldet, also in Sachen Mehrwertbildung ins Hintertreffen geraten, um wenigstens heute noch die öffentlichen Aufgaben, u.a. z.B. die Wirtschaft per Mehrwertproduktion am Laufen zu halten, wahrnehmen zu können. Das sind 73% des gesamten BIP…!!! Dieser Wert steckt also im BIP bereits mit drin. Wir werden also zunehmend nur noch von unseren Schulden getragen, und nicht mehr von realem Mehrwert. Und in dieser Gegenüberstellung sind die Verschuldung der Kommunen und Unternehmen sowie Privathaushalte noch nicht mal mit drin.

    Was bedeutet das? Ich denke, es ist eindeutig. Kapitalismus geht geschichtlich dem Ende entgegen. Dennoch gibt er sich gleichzeitig sehr lebendig, weil die Masse der Menschen noch in dieser Illusion lebt und sie auch will. Das ist in jeder Hinsicht fatal. Da hilft nur bewusstes Aufwachen, wenn es nicht eines Tages ein böses Erwachen geben soll. Zumindest das wird Frau Heidemarie Schwemmer nicht passieren…

    Antworten
  8. Horst Weyrich

    Heidemarie Schwermer wie sie richtig heißt, kann deshalb auch nur unter dem richtigen Link http://www.heidemarieschwermer.com/ anstatt
    http://www.heidemarieschwemmer.com/ gefunden werden.
    Ich hab das „ohne Geld“ nach Lektüre ihres Buches auch probiert. Doch leider hat das Gericht kein Verständnis dafür gehabt und mich aufgrund mangelnder Kindesunterhaltszahlungen an meine frühere mit 2500-Euro-netto-verdienende Frau zu 5 Monaten Knast auf Bewährung verurteilt. Inzwischen verdiene ich wieder und gebe 1/3 meines Nettogehalts ab. Ohne Geldverdienen müßte ich leider gesiebte Luft atmen.
    Horst

    Antworten
  9. 24h Trend

    Nun ja. Seit mehr als 20 Jahren wird das bedingungslose Grundeinkommen vermarktet. Bis heute haben wir nicht beachtet, dass die Verteilungs- und Bevormundungsbürokratie GELD kostet. Inzwischen sind wir am Ende der Sackgasse angelangt. Ein LEBEN ohne GELD ist in Deutschland unmöglich.

    Zum LEBEN brauche ich Wasser, das kostet GELD.
    Zum LEBEN brauche ich Nahrung, das kostet GELD.
    Zum LEBEN brauche ich ein Dach über dem Kopf und Wärme, das kostet GELD.

    Selbst wenn mir alles geschenkt wird, kostet es andere GELD.

    Ich bin wirklich glücklich, dass ab dem 21.12.2012 eine neue Zeitwende ist und bewiesen ist, dass bei jedem Neubeginn ALLE voller Ideale sind.

    Ich bin überzeugt, dass wir ab diesem Datum die Chance haben, die Natur bzw. die Erde als Teil des eigenen Lebens zu achten und sie nicht mehr als Gebrauchsgut auszubeuten. Damit wird sich auch das Thema GELD regeln, denn offensichtlich gibt es mehr GELD als kostenloses Trinkwasser, Nahrung und ein Dach.

    Antworten
  10. Prokopiuk Karin

    Wie muß ich mir 48 J., als Mutter einer fast Fünfjährigen und Hartz 4 Empfängerin das vorstellen ?
    Ich gehe also zur ARGE sage daß ich von ihnen kein Geld mehr will ,meine Bezüge werden gestrichen ,und dann ????????
    Werde ich nicht mehr behelligt ! Dann fliege ich aus der Wohnung und stehe mit Kind auf der Straße !!!!!!!!
    WIE kann es funktionieren ????????
    Ich fühle mich von der ARGE genötigt und vom Staat erpresst ! Oder war es anders herum ?

    Liebe Grüße

    Karin

    Antworten
  11. Tony

    Liebe Heidemarie!
    Ich finde den Ansatz wunderbar! Jedoch müsste man bei den Wertvorstellungen komplett umdenken! Nach einer langen Krankheit ist mir bewusst geworden, daß ein schönes Auto und ein Plasma Tv alles plötzlich nur noch Müll darstellt und schlimmer noch, Müll der die Apfelbäume auf der Wiese bedroht und vernichtet! Was nützt unseren Kindern eine Playstadion wenn sie nicht wissen wie man Kartoffeln anbaut und kocht! Geld wird mittlerweile als Ware(Produkt) gehandelt und nicht mehr Gutschein für Waren!
    Soziale Kontakte werden durch Scheinwelten(Computerspiele) ersetzt! Wer dem entfliehen will ist ein Aussenseiter(Assi)! Ansehen ist käuflich geworden!
    Solange da nichts passiert werden wir weiter Slkaven unserer eigenen Produkte sein! Schlimm ist für mich, das erst meine Krankheit mir die Augen geöffnet hat! Eine Krankheit die es in der Steinzeit nie gab!!
    Liebe Grüsse Tony

    Antworten
  12. Anonymous

    @Mercur:
    Es war einmal…
    ein kleiner, alter Pfarrer in irgendeinem Dorf. Er baute sich einen Piraten-Radiosender um damit jene alten Leute seiner Gemeinde zu
    erreichen, die nicht in seine Kirche kommen konnten. Natürlich meldete sich prompt die Polizei, beschlangnahmte den Sender, und beließen es bei einer Drohung. Der Pfarrer baute prompt einen neuen Sender, und diesmal bekam er eine Strafe. Das hielt ihn nicht ab es wieder zu tun. In einem Interview verriet er, wie er die Sache sah. Er fühlte sich einzig seiner Berufung verpflichtet. Und auf die Frage, ob er keine Angst vor dem Gesetz habe, antwortete er aufrichtig mutig: Meine Grenze ist der Tod.

    „Pflicht“ ist nicht etwas das fremdindiziert durch Gesetze durchgesetzt wird. Zumal Gesetze schon seid langer Zeit nicht mehr vom Volk, sondern von Geldkönigen gekauft werden.

    „Pflicht“ ist bestenfalls die Stimme des Herzens, der zu folgen ist.
    Diese Stimme sagt was richtig ist. Weder Polizei, noch Staat, noch Geld haben damit zu tun.

    Menschen wie Heidemarie Schwemmer sind die wahren Helden dieser modernen Welt. Auf dass ihr Vorbild ansteckt!

    Antworten
  13. Sabine

    Ich träume auch davon, das GEld abzuschaffen und wieder MITeinander statt GEGENeinander zu leben, die Idee von TEILEN statt TAUSCHEN finde cih genial, war mir nie so bewusst, dass wir alleinerziehenden Mütter in unserer Armut das ja längst getan haben. Bevor wir uns einen Kaffee gönnen, kippten wir die Portemannaies aus, um zu gucken, ob das, was wir gemeinsam hatten, für einen Kaffee für jede reichte.

    Des weiteren habe ich festgestellt, dass man nur Geld braucht, wenn man sesshaft ist. Als ich ein Jahr lang hier quasi als Nomadin gelebt habe, brauchte ich viel weniger geld, jedenfalls solange ich nicht in Hotel und pensionen übernachten musste.

    Alles Liebe von Sabine …. könnet noch Romane zu dem Thema schreiben 🙂

    Antworten
  14. felix

    sorry samvado aber gerade weil alle so denken wie du geht es nicht. würden alle den regierungen den rücken kehren wäre der spuk längst vorbei. und ja angstfreiheit gehört dazu und ist ebenso lernbar wie geldfreiheit

    Antworten
  15. Mercur

    Äh, nun ja. Glückwunsch.

    Mal ne ganz praktische Frage: Wie kann man in Deutschland ohne Krankenversicherung sein, da doch Vers.Pflicht besteht ?
    Und wo ist man „polizeilich“ gemeldet ? Was steht auf dem Ausweis als Adresse ?

    Ansonsten finde ich den Ansatz sehr lobenswert.

    Antworten
  16. samvado

    Eine wahre „Heldin der Arbeit“ – im besten Sinne 🙂
    Allerdings wäre heute längs ein Leben ohne „Arbeit“ (= fremdbestimmte Tätigkeit) für alle 7 Milliarden möglich wenn nicht die Mächtigen (Politiker / militärische Soziopathen) dieser Erde anderes mit ihren Schafen vorhätten. Und genau da liegt die Schwäche des Ansatzes, der die großen Zusammenhänge ausser Acht lässt.
    Einzelne alte Seelen können so einen Weg für sich selbst immer gehen – nur wer kann ihnen folgen? Angstfrei zu sein ist der wahre Schlüssel, und nicht etwa geldfrei.
    Trotzdem Glückwunsch aus tiefstem Herzen für diese mutige Vorreiterin.

    Antworten
  17. Maurice Morell

    Liebe Heidemarie,
    schön, von Dir hier zu lesen. Ich erinnere mich an Deine Tage in meinem Haus. An die Veranstaltungen mit Gästen, die statt Eintrittgeld zu Deinem Vortrag im Wintergarten Holz für meine Heizung mitbrachten.
    Ich kann noch nicht ohne Geld leben, das macht aber nichts. Bin ja unterwegs.

    herzlich
    Maurice

    Antworten

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