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Die Ursachen von Gelenk- und Rückenschmerzen

Alle Welt glaubt, dass Störungen -und vor allem Schmerzen- des Bewegungsapparates in erster Linie eine Folge von strukturellen Schäden sind. Wie also zum Beispiel Bandscheibenschäden, Verengung des Spinalkanals, Arthrose der Gelenke, Einklemmung von Nerven und ähnliches. Abgesehen davon, dass bezüglich der anatomischen und physiologischen Fakten- selbst aus klassisch medizinischer Sicht- die meisten diesbezüglichen Erklärungen vollkommen unlogisch sind, handelt es sich zudem bei der derzeit gebräuchlichen Schmerztheorie um ein großes Missverständnis.

 

Schmerzen im Rücken und in Gelenken – oft ohne Befund

Eine Reihe von klinischen Studien der letzten Jahrzehnte1 konnte eindeutig folgendes aufzeigen: Bei medizintechnischen Untersuchungen der Wirbelsäule (Röntgen, Myelographie, CT, Kernspin) rückengesunder, also schmerzfreier Patienten, die aus anderen diagnostischen Gründen durchgeführt werden, ist die Wahrscheinlichkeit, einen pathologischen Befund zu erheben wie z.B. Bandscheibenvorfall, Spinalkanalstenose und weiteres, genau so hoch (25-30%) wie bei Patienten, die an akuten oder chronischen Rückenschmerzen tatsächlich leiden. Diese Zahlen passen hervorragend zu den Angaben der medizinischen Fachliteratur , nachdem etwa 75% aller Rückenschmerzen unspezifischer Natur sind, also der gängigen Theorie nach keiner solchen konkreten strukturellen Ursache (s.o.) zuzuordnen sind.

Dies bedeutet im Klartext: Die angebliche Beziehung von Ursache und Auswirkung ist aus medizinwissenschaftlicher Sicht -zumindest in diesem Kontext- definitiv nicht gegeben. Die Bandscheibe macht ebenso wenig die Schmerzen, wie ein enger Spinalkanal, eine Knorpelschädigung (Arthrose), ein „eingeklemmter“ Nerv oder Meniskus dies ebenfalls nicht tun. Dr. Martin Marianovicz, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Wirbelsäulenendoskopie sagt hierzu folgendes: „ 90 Prozent der Diagnosen, die anhand von Bildern gemacht werden, sind falsch…“ und „80 Prozent aller Bandscheiben-Operationen sind überflüssig“2. Ich stelle fest, dass die Zahlen sogar noch höher sind.

Heilung nach Operationen sind oft Placebo-Effekt

Eine inzwischen recht bekannte medizinische Studie über den Effekt einer Scheinoperation am Knie, die vom US-amerikanischen Orthopäden und Chirurgen J. B. Moseley geleitet und 2002 von der Massachusetts Medical Society veröffentlicht wurde3, zeigte folgendes „erstaunliches“ (für mich allerdings logisches) Ergebnis:

Zwei verschiedene Operationstechniken bei Patienten mit medizinisch diagnostizierter Arthrose des Knies, zeigten keinerlei therapeutischen positiven Effekt bei den Operierten während einem Beobachtungszeitraum von 2 Jahren nach dem Eingriff, im Vergleich zu einer Scheinoperation. Bei dieser wurde nur ein Hautschnitt gemacht und den Patienten eine OP quasi vorgegaukelt. Betrachten wir das nun ganz nüchtern, so bestätigt sich der Verdacht, dass bei einer Vielzahl echter orthopädischer und auch anderer Operationen die heilende Wirkung zu 100% der Placeboeffekt ist. Diesen Zusammenhang und Bewusstseins-Effekt haben z.B. die philippinischen „Wunderheiler“ übrigens schon lange erkannt und genutzt. In wieweit die westlichen Chirurgen das tun- bewusst oder unbewusst- sei zunächst einmal offen gelassen.

 

Was ist Schmerz?

Die so genannte Spezifitätstheorie, die aktuell als die gültige Schmerztheorie anerkannt wird, sagt aus, dass Schmerz eine spezifische Sinnesempfindung sei, wie etwa das Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten. Dies würde allerdings bedeuten, dass es auch spezifische Sinneszellen im Sinne von Rezeptoren geben müsste. Nachdem die Wissenschaft jahrzehntelang nach solchen gesucht hatte und allerdings nicht gefunden, so hat man in den siebziger Jahren einfach die im Gewebe frei mündenden Nervenendigungen, die keinerlei besondere Eigenschaften haben, als solche Sinneszellen deklariert. Mehr nicht.
Diese Theorie wurde im Jahre 1856 von Moritz Schiff erstmals formuliert.

Knapp 20 Jahre später wurde die so genannte Summationstheorie von Wilhelm Heinrich Erb entwickelt. Diese besagt, dass jeder Reiz als Schmerz empfunden werden kann, sofern er nur entsprechend intensiv ist.  Diese Theorie ist viel vernünftiger und entspricht auch prinzipiell meinen über 20 jährigen Forschungsergebnissen in diesem Bereich, welche ich durch ausgiebige therapeutische Praxis verifizieren konnte.

Wirkprinzipien von Schmerz

Schmerz entsteht im Bewusstsein und wird via Gehirn in den Körper respektive in die entsprechenden Körperregionen projiziert- und dies auf der Basis der vielfältigen Informationen, die aus dem Körper in das Bewusstsein gelangen. Das was wir als Körperschmerz empfinden, ist also das Erleben einer Projektion. Und diese, wie ich später noch etwas ausführlicher erklären werde, macht im biologischen Kontext absolut Sinn. Der Verstand aber sieht das in der Regel verständlicherweise nicht so. Er erkennt im Schmerz einen lästigen, gar bedrohlichen „Feind“ . Im Sinne der Biologie kann man ihn aber wertungsfrei betrachtet als echten Freund erkennen, welcher sich nicht nur als Warnsignal zeigt, um unsere zum Teil dringend nötige Aufmerksamkeit zu wecken, sondern er kann im Falle auch Lebensretter sein.

Oft macht es biologischen Sinn, dass sich der Schmerz in Körperbereichen zeigt, die gar nicht Ort der anatomischen oder physiologischen Störung sind. Die folgenden Ausführungen zu noch wenig bekannten körperlichen Wirkprinzipien mögen dies exemplarisch noch etwas besser veranschaulichen.

 

Schmerzinduzierte Antagonistenhemmung

Folgendes Wirkprinzip bezeichne ich als schmerzinduzierende Antagonistenhemmung.
Prinzipiell jeder Muskel A, der bei Anspannung in eine bestimmte Richtung zieht, hat einen sogenannten Gegenspieler (Antagonist), den Muskel B, der bei Anspannung in die entgegengesetzte Richtung zieht. Dies bedeutet, dass wenn A anspannt, um einen Körperteil in seine Richtung zu ziehen, muss gleichzeitig B entspannt sein, um diese Bewegung zulassen zu können. Im Falle aber, dass Muskel B verkrampft ist-und dabei reicht es schon, wenn nur einige seiner Muskelfasern verkrampft sind-und er also nur bis zu einem bestimmten Maße entspannen und damit die Bewegung zulassen kann, muss die Aktivität von Muskel A ab einem gewissen Punkt verhindert werden, damit Muskel B keine Schädigung erfährt. Und dies macht diejenige Bewusstseinsebene, die ich als Körpergewissen bezeichne, in dem sie in die Region A ein Warnsignal induziert, den das Erfahrungsbewusstsein inklusive des Verstandes dann als Schmerz erfährt.

Es gibt verschiedene körperliche Gründe, die dazu führen, dass Muskulatur sich verspannt oder verkrampft. An dieser Stelle möchte ich aber betonen, dass jegliche, eben auch jegliche nichtwillentliche Muskelspannung vom Gehirn reguliert bzw. veranlasst wird und damit also vom Bewusstsein respektive vom Unterbewusstsein.

 

Rücken- und Wirbelsäulenschmerzen

Praktisch erklärt dieses Wirkprinzip die wenig bekannte Tatsache, dass u.a. der Großteil aller Rücken- und „Wirbelsäulen“-Schmerzen ihre anatomisch-physiologische Ursache darin haben, dass die vordere Rumpf- , Becken- und Bauchmuskulatur funktionell verkürzt, also verkrampft ist.

Schmerzprojektion in ein Gelenk

Ein weiteres Prinzip formuliere ich als das Prinzip der Schmerzprojektion in ein Gelenk. Es veranschaulicht zum Beispiel den Zusammenhang von verkrampfter Muskulatur des Oberschenkels mit relativ genau zuzuordnenden Schmerzreaktionen im Kniegelenk. Dies ist auch der Grund dafür, weshalb die eingangs beschriebene Scheinoperation am Knie ihre Wirkung zeigte: Im Laufe der Zeit hat sich nämlich einfach die Muskelsituation reguliert. Und dieses Phänomen gilt natürlich für alle anderen Gelenke auch.

Es gibt noch eine Reihe weiterer sehr spannender Wirkprinzipien dieser Art, die von mir und anderen Menschen entdeckt wurden und formuliert sind, deren detaillierte Ausführungen den Rahmen dieses Beitrages allerdings sprengen würden.

 

Der Körper: Ausdruck deines Seins

Der Körper ist nicht nur deine Heimstatt, sondern vor allem auch ein Ausdruck deines Seins. In Bezug auf die Körperebene können wir also zusammenfassen, dass es sich bei den echten Ursachen der Schmerzen des Bewegungsapparates immer um ein Zuviel oder einer Disharmonie der Grundpannung der Muskulatur sowie des Bindegewebes handelt, welche natürlich parallel auch dazu führt oder führen kann, dass es zu strukturellen Schädigungen, Abnutzungen usw. kommt. Die Spannung deiner Muskulatur wird aber stets von deinem (Unter-)Bewusstsein via Gehirn gesteuert und reguliert.
Der Mangel an natürlicher Körperpräsenz, also einer gestörten Körper-Geist-Verbindung ist hier der Hauptgrund. Die Menschen spüren sich nicht mehr, sind nicht in echtem Kontakt mit sich und ihrem Körper und diesbezüglich äußerst unbewusst. Und so drückt der Körper des Menschen seine Ängste, seine Selbstablehnung, seinen stetigen Leistungsdruck, seine mentale Starre und vieles mehr in der Überspannung der Muskulatur und des Gewebes aus. Der Schmerz ist hierbei also nicht das wirkliche Problem, sondern rein die logische Konsequenz.

 

Schmerz ist Folge eines verspannten Bewusstseins

Die Lösung des Schmerzes geschieht also über die Lösung der verkrampften Spannung, die sich der Mensch unbewusst erschaffen hat und auch gegenwärtig unbewusst kreiert.

Und wie entsteht nun eine solche Lösung? In einem ersten Schritt geht es darum, den Widerstand gegen das was ist wegzulassen, denn Widerstand erhält genau diese Spannung aufrecht, er fixiert sie. Nun geht es darum, wieder in eine echte, wertfreie Verbindung zu kommen mit sich und seinem Körper. Und dies nicht über den Verstand , sondern über das Fühlen bis hin zu einem Verschmelzen, einem puren Sein. Ich nenne das in Berührung sein.

Hilfreich hierfür ist folgendes:

  • Die Unterstützung durch einen erfahrenen Therapeuten oder Übungspartner mit Hilfe manueller Stimulation (z.B. Muskel-Meridian-Therapie nach Daub).

  • Bewegungskunst oder Körpertraining im Sinne einer Muskelkräftigung und Öffnung in die „funktionale Länge“ (z.B. PEIoga®-Training )
  • Körperlich-geistiges berührt werden und berührt sein durch die fühlende absichtslose „stille Berührung“, wie ich sie in silent•touch® beschreibe und vermittle.

    Silent Touch

  • Das widerstandslose, freie Fühlen und Sein des eigenen Körpers und sich selbst, sowohl in der Stille als auch in der Bewegung und Aktivität.

Spaß und Freude im Leben zu haben, ein gesunder und glücklicher Mensch zu sein, sich selbst und den eigenen Körper zu genießen, zu erforschen und immer weiter zu ent-wickeln, bedeutet nicht, den Schmerz zu vermeiden. Aber natürlich genau so wenig, ihn zu suchen.

Wenn er aber da ist, so hat er einen Sinn. Und es macht für dich Sinn, anstatt ihn zu bekämpfen, ihn zu nehmen. Ihn zu fühlen und dadurch zu transzendieren. Aus Schmerz entsteht Liebe, und wo Liebe ist braucht es den Schmerz nicht mehr, er hat bereits seine Aufgabe erfüllt.

 

Mehr Artikel zum Thema

BMR – Die Erlösung des Körper-Gedächtnisses

 

Buch

silent touch
Die Heilkraft der stillen Berührung

Harald Daub

 

272 Seiten,
ISBN: 978-3-442-34111-5

€ 16,99 [D]
Arkana

 

 

 

Über den Autor

Avatar of Dr.med. Harald Daub

ist Arzt, Heiler, Seminarleiter und Buchautor. Seit über 20 Jahren beschäftigt er sich mit ganzheitlicher Medizin. Sein Spezialgebiet ist das Thema „Schmerz des Bewegungsapparates“. Im Laufe der Jahre hat er mehrere Behandlungsmethoden entwickelt, die für jeden Menschen geeignet und in Form von Selbsthilfe leicht umsetzbar sind. Mit großer Freude gibt er hierzu Seminare für den ganz normalen Menschen.

„Mein Weg führte über die Schulmedizin, verschiedene Sparten der ganzheitlichen Medizin, Osteopathie, Bewusstseinstrainings u.v.m. zur: Heilung durch Berührung.“

Kontakt: http://www.harald-daub.de
und

2 Responses

  1. steve
    plagiat

    da kopiert einer die Erkenntnisse aus der Biokinematik nach Dr. Packi und tut so als hätte er irgendwas selbst kreiert, ohne in einem Wort den „Erfinder“ zu erwähnen. Das ist WÜRDELOS !!

    Antworten
  2. Martina Tinney

    schönen tag, harald, ihr geschriebenes leuchtet mir total ein, anspannung und entspannung im gleichgewicht zu halten, ob bei täglicher herausforderung oder eigener praxis. ich spreche hier von meiner jahrelangen yoga-praxis. rücken-stärkung und vorderseite bauchmuskeln trainieren.
    dennoch ich komme nicht umhin festzustellen, dass ich nach 6 std. ununterbrochenen stehens, laufens am vortag morgens mit einem schmerzhaften festen block im lws/ileosakral aus dem bett komme. kann mich kaum aufrichten. ich nehme also wahr, dass da überlastung mitspielt. einmal in der woche habe ich genau diese 6-stündige arbeit. ich halte meinen körper für trainiert bzw. habe gute muskel-ausbildung vorn wie hinten, aber vielleicht doch nicht genug ? ist das die antwort ?
    auch die sog. ischialgie, lumbalgie hatte mich schmerzvoll „umgehauen“ vor jahren. ich verstand die „äussere belastung“ und liess sie sein, gab die arbeit auf. ergo ist die jetzige arbeit wieder nichts für mich, obwohl sie mir auch freude bereitet ? so ganz komme ich nicht damit klar …
    schmerzen sind ausdruck von überlastung in irgend einem bereich unseres lebens, ein warnsignal eben. die psych. überforderungen schlagen sich genau so nieder, und mein unterer rücken ist dann meine sog. leinwand, auf der die „last“ spielt, also nicht immer der antagonist ?
    allerdings nach morgendlichen yoga-übungen kriege ich wieder bewegung in den block, sobald ich auf den beinen bin, stellt sich da überwiegend frieden ein – oder liegts nur an meiner matratze, das ist meine nächste frage, die ich mir stelle … es ist nie nur das eine, ist vieles zu einem, naja !
    super-artikel, einleuchtend !
    wünsche noch entspannte sommer-nächte – aloha martina tinney

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