…und der Hoffnung, dass die gegenwärtige Zeit vielleicht der Anfang vom Ende der sinnlosen Kämpfe zwischen Homöopathie und Schulmedizin ist…

von Werner Baumeister

Seit 200 Jahren gibt es eine tiefe unüberbrückbare Kluft zwischen Homöopathie und Schulmedizin. Können wir uns das angesichts einer weltweiten kollektiven, so noch nie da gewesenen existentiellen Bedrohung durch das Corona- Virus eigentlich noch leisten? Müssten wir nicht gerade jetzt, wie die Wolfsmeute, die als Kollektiv von vielen Seiten angreift, alle an einem Strang ziehen? Um sämtliche Informationen über das Virus und das damit zusammenhängende Geschehen zusammenzutragen und so ein Bild zu erhalten, das so vollständig wie möglich ist? Uns vernetzen und komplett neu denken? Und zum Beispiel überlegen: Wenn beispielsweise ein Virus kein Lebewesen, sondern eine verpackte Information ist, was könnte dann die Botschaft des Corona- Virus für uns Menschen sein? Und wo ist der Ausweg aus zunehmender Isolierung und Freiheitseinschränkung? Auch die Impfung, das zeigen die schnellen Virusmutationen, wird nicht der alleinige Schlüssel sein. Eine Lösung werden wir nur zusammen und nicht im Kampf gegeneinander finden. Ich glaube: Die Stunde der integrativen Medizin hat geschlagen. Das ist für mich das eigentliche Geschenk des Corona-Virus an uns.

Das Virus ist nichts, das Milieu ist alles….

Hier mal ein ganz radikaler Gedanke: Vielleicht entscheiden wir ja unbewusst selbst, ob wir eine solche virale Information brauchen, um dann durch Symptome etwas darzustellen, was für einen nächsten Entwicklungsschritt in unserem Leben nötig ist. So wie das Coronavirus ja auch nur von bestimmten Menschen aufgegriffen und dann eben auch mehr oder weniger massiv über eine Symptomatik dargestellt wird. Solche Gedanken müssen erlaubt sein, denn wir verstehen die Unberechenbarkeit dieses Virus nicht und wir wissen bis heute nicht wirklich, warum Ansteckung und Krankheit bestimmte Menschen treffen und andere nicht. Diese Fragen, die sich die medizinische Forschung aktuell stellt, sind eigentlich auch homöopathische Fragen. Warum trifft es wen wie hart? Gibt es einen individuellen Konstitutionstyp, der besonders disponiert ist für das Coronavirus? Welches Milieu zeigt eine erhöhte Bereitschaft, schwere Verläufe zu entwickeln, und wie kann man dieses Milieu präventiv sanieren? Genau das sind auch die Ansatzpunkte der Homöopathie! „Der Erreger (Viren/Bakterien) ist nichts, das Milieu (der Wirt) ist alles!“ sagten Robert Koch und Louis Pasteur, beide Vorreiter der naturwissenschaftlichen Medizin.

1892 trank der Umweltmediziner Pettenkofer öffentlich eine Flüssigkeit voller Cholerabazillen und blieb gesund. Er wollte zeigen, dass die Lebenswelt der Menschen für die Cholerakrankheit entscheidend sei. So gesehen, ist ein Virus auch Informationsmedizin. So wie ja auch Homöopathie eine Information ist, die, wenn sie individuell zu einem Menschen passt, genutzt wird, um eine Situation zu erzeugen, die es ermöglicht, sich etwas bewusst zu machen, was bisher in Symptomen verschlüsselt und unbewusst dargestellt werden musste. Um danach diese Symptome nicht mehr zu brauchen….

Meine erste Begegnung mit Homöopathie

Als ich 30 Jahre alt war, kam ich gewissermaßen an einen Endpunkt. Mein Leben, wie ich es bis dahin gelebt hatte, hing an einem seidenen Faden. Ich wäre sonst wohl nie im Leben mit Homöopathie in Kontakt gekommen, aber ich war an einem Punkt, da hätte ich alles ausprobiert. Ich war verzweifelt. Meine in der Pubertät beginnende Neigung, schnell rot zu werden und zu schwitzen, hatte sich zu einer kompletten vegetativen Entgleisung zugespitzt. Mit einem dauerrotem Kopf wie ein Streichholz wurde ich von einer Berliner Arztpraxis in die nächste überwiesen. Ich bekam Kalziumspritzen, Eigenbluttherapie, man vermutete eine Allergie und ich wurde ans EEG angeschlossen. Aber keiner wusste Rat, niemand konnte helfen. Dann meinte ein Freund, ich solle doch mal zu einer Frau nach München fahren, die hätte gerade ihre homöopathische Ausbildung abgeschlossen. Ich antwortete: Okay, ich probiere alles. Ich bekam homöopathischen Schwefel (Sulfur), woraufhin sich alle Symptome noch einmal zuspitzten. Zwei Wochen später, von einem Moment zum anderen, als hätte man einen Lichtschalter betätigt, war das gesamte Beschwerdebild gelöscht. Das war meine erste Begegnung mit Homöopathie. Und da war weit und breit keinerlei spirituelle Motivation nach dem Motto „ich habe gehört, mit Homöopathie kann man sich entwickeln“. Insofern verstehe ich jeden, der der Homöopathie skeptisch oder gelangweilt gegenübersteht und sagt: „Homöopathie, wozu brauch´ ich das? Funktioniert doch alles ganz gut in meinem Leben. Und wenn was ist, mein Gott, dann nehm´ ich eben eine Kopfschmerztablette.“

Genauso war ich drauf und genauso würde ich auch heute noch denken. Und das wäre auch völlig in Ordnung. Aber ich war einfach an einem Punkt totaler Verzweiflung, auf der Suche nach einer Lösung und musste mich bewegen. Wenn unser System – wie auch immer – am Entgleisen ist, dann ist einfach notgedrungen eine Offenheit da. So wie im Moment unser gesamtes globales System am Entgleisen zu sein scheint und das bei vielen gerade eine Offenheit für neue Ideen erzeugt.

Das Ähnlichkeitsgesetz

Der Arzt und Begründer der Homöopathie, Samuel Hahnemann, fand heraus, dass eine Arznei bei einem Kranken genau die Krankheitssymptome heilt, die sie bei einem Gesunden zu erzeugen in der Lage ist. Um das Arzneibild zu ermitteln, prüft also die homöopathische Forschung die „Krankheits- Erzeugungskraft“ einer Substanz – es gibt mittlerweile rund 2500 geprüfte Substanzen – beim Gesunden. Wir suchen in der homöopathischen Anamnese daher immer nach genau der Arznei, die bei vielen Prüfungen an Gesunden dem Zustand des Kranken, der vor uns sitzt, am ähnlichsten ist. Dieser ähnliche Arzneireiz muss etwas stärker sein als die zu behandelnde Krankheit, um sie auszulöschen. Das Ähnlichkeitsgesetz entdeckte Hahnemann durch einen Selbstversuch. Nach regelmäßiger Einnahme von Chinarinde, einem damals gängigen Malariamittel, entwickelte er, der Gesunde und nicht an Malaria Erkrankte, Krankheitssymptome, wie sie auch bei Malariakranken auftraten. Er schlussfolgerte, dass Chinarinde also nicht nur bestimmte Malariasymptome bessern konnte, sondern bei zu starker Dosierung ganz ähnliche Symptome am Gesunden hervorruft. Er veröffentlichte dies erstmalig im Jahre 1796.

Spannend ist, dass 1796 auch das Geburtsjahr der modernen Impfung ist – und damit dieses Zusammentreffen ein weiteres Beispiel für das Ähnlichkeitsprinzip (denn das ist nicht etwa eine Erfindung Hahnemanns, sondern ein universelles Gesetz – siehe Kasten). Was heißt das? Edward Jenner, der Urvater der Impfung, kam durch Beobachtung auf die Idee, dass durch eine künstlich herbeigeführte Infektion mit abgeschwächten Kuhpocken ein Schutz, eine Immunisierung gegen die weitaus gefährlichere Pockenkrankheit am Menschen bestand. Homöopathie und Impfen scheinen ganz offensichtlich auf ein und demselben Wirkprinzip zu beruhen! Beide Methoden verwenden – auf verschiedene Art – abgeschwächte Ausgangsstoffe, um den Organismus zu einer „Antwort“ zu stimulieren, dabei aber gefährliche Reaktionen zu vermeiden. Hahnemann jedoch definiert Krankheit, anders als die Schulmedizin, als die Gesamtheit von Symptomen und Zeichen, die die „verstimmte Lebenskraft“ eines Individuums auf unverwechselbare Art und Weise nach außen sichtbar werden lässt. Ich nenne das die Signatur, mit der ein Klient in meiner Praxis eine intelligente Frage stellt, die auf eine intelligente Antwort wartet. Eine Antwort, die, so Hahnemann, „die verstimmte Lebenskraft wieder harmonisiert“. Diese Antwort ist die homöopathische potenzierte Arznei, die das System wieder harmonisiert, so dass das Symptom überflüssig wird. Ein gutes Beispiel dafür ist die strukturierende Kraft des Diamanten, die uns homöopathisch immer wieder neu auf unser höheres Lebensziel ausrichten kann. Unter gewaltigem Druck tief im Erdinnern wandelt sich in blitzschneller Metamorphose Graphit in Diamant. Entsprechend ruft homöopathisch eine Situation immer dann zu einem Einsatz des Diamanten, wenn wir Angst haben, unter dem Druck aktueller Anforderungen zu zerbrechen und unsere Kernstruktur zu verlieren.

Autoimmunerkrankungen

Die größte Herausforderung unserer Zeit und ein weiteres Beispiel für individuell verstimmte Lebenskraft sind für mich die Autoimmunerkrankungen. Die Geburtsstunde einer solchen Selbstaggression ist die unbewusste Entscheidung, sich mit Hilfe seines eigenen Immunsystems selbst zu zerstören. Häufig kann man dabei sogar spezifische Auto-Antikörper, die eigene Körperstrukturen bekämpfen, nachweisen. Homöopathie fungiert hier als hocheffektive Spurensuche, um den selbstzerstörerischen Mechanismus aufzudecken und das biographische Trauma bewusst zu machen, damit es zu einer Versöhnung mit uns selbst kommen kann. In diesem Sinne erlebe ich Homöopathie im wahrsten Sinne des Wortes als Bombenentschärfung. Sie ist für mich in allererster Linie präventiv.

So stellt man aktuell fest, dass gerade Frauen im Alter zwischen 25 und 50 Jahren nach einer Coronaerkrankung (Long-Covid) oft mit einem CFS, einem chronischen Erschöpfungs-Syndrom, reagieren – und das über Monate hinweg. Dieses Phänomen ist nicht neu und wurde auch schon nach anderen Viruserkrankungen beobachtet. Auch das CFS ist bekannt und mir schon in etlichen homöopathischen Arzneibeschreibungen begegnet. Da hier auch eine Autoimmunthematik vermutet wird, wäre Homöopathie eine Möglichkeit, das Long-Covid, welches betroffene Frauen da mitten im Leben ausbremst, ein Stück weit als Geschenk zu sehen: Mit der geeigneten homöopathischen Information könnte man Bewusstsein in die jeweilige Situation bringen für einen „not-wendigen“ Entwicklungsschritt. Damit könnte man dem Virus und seinen Folgen seinen Schrecken nehmen, weil durch den Entwicklungsschritt die Symptomatik überflüssig wird und verschwinden kann

Meine homöopathische Initiation

Auch mich hat das Leben kurze Zeit nach meiner ersten Begegnung mit der Homöopathie komplett ausgebremst. Es riss mich damals aus meiner Ausbildung zum Kriegsberichterstatter. Ich jobbte nebenbei als Flugbegleiter, dem die ganze Welt offen stand, und fand mich plötzlich angstgeschüttelt in meiner Kreuzberger Wohnung wieder, die ich ein halbes Jahr lang nicht verlassen konnte, aus Furcht, mich aufzulösen. Ich konnte kaum noch essen und war nur noch ein Skelett. Mein damaliger Behandler, ein erfahrener Homöopath, verordnete mir aufgrund dieses bedrohlichen Zustandes Merkur, die feinstoffliche Information des Quecksilbers. Ein Trauma besitzt die Macht, uns jeglicher Vitalität zu berauben. Merkur wirkt hier wie ein homöopathisches Zielfernrohr mit der Kraft, das sich auflösende Ich wieder zu integrieren, indem es unser Erleben und Verstehen auf den (wunden) Punkt bringt und hilft, dem einst abgespaltenen Schmerz nicht mehr auszuweichen und die ausgestoßene Wahrheit wieder zu integrieren.

Merkur öffnete die Kellerluke zu meiner Psyche, und tief Verdrängtes stieg über eine Lawine von Träumen an die Oberfläche. Dadurch konnte ich das versunkene Trauma bearbeiten und dessen Energie für eine gewaltige Selbsterneuerung nutzen. Das Thema der homöopathischen Arznei Merkur ist: Wahrheit oder Tod. Wir alle kommen irgendwann biographisch an diesen Punkt, an dem uns etwas tief Verdrängtes einholt, einholen muss als schicksalhafte Lebenskrise, oft begleitet von einer existentiell bedrohlichen Symptomatik. Denn wir alle haben traumatische Erlebnisse abgespalten, um zu überleben. Irgendwann aber will all das aufgearbeitet und integriert werden. Die dazu erforderliche lebensnotwendige Berührung mit dem eigenen Kern vermittelt Merkur. Durch diese Sollbruchstelle, damals gefühlt eine Katastrophe, aber rückblickend ein Geschenk, wurde ich auf ein komplett neues Gleis gesetzt und wurde genau das, was ich nach meinem Abitur als Einziges komplett ausgeschlossen hatte: nämlich Arzt. Meine Initiation war radikal merkurial – ich gehe für nichts anderes mehr als für meine Wahrheit –, und insofern kann ich auch nicht anders, als merkuriale Homöopathie zu machen.

Ich übersetze den Notruf der Seele homöopathisch und helfe Menschen, den Schmerz zu spüren, den keiner noch mal spüren will. Diesen verdrängten Schmerz, ohne den wir anscheinend nicht wirklich in unser wahres Leben kommen. So begleite ich seit 30 Jahren Menschen dabei, vom Überleben ins wirkliche Leben (zurück) zu finden. Ich glaube, die Coronakrise ist so eine Sollbruchstelle, eine Merkurkrise, die das ganze Weltkollektiv destabilisiert. Coronazeit ist Merkurzeit, die uns erschüttert, aber auch die Chance bietet, zu einer tieferen Wahrheit in uns vorzudringen.

Wirkung und Wirksamkeit der Homöopathie

Homöopathie unterstützt uns, wenn wir uns diesem inneren Ruf nach Wahrheit stellen wollen oder stellen müssen. Ich vermute deshalb, dass überall da, wo Homöopathie vehement bekämpft wird, auch viel Angst im Spiel ist. Denn je mehr sich die Wirksamkeit der Homöopathie bestätigt, umso mehr verengt sich die Gegenargumentation der Skeptiker auf die Frage, was genau da wirkt, also wie überhaupt Homöopathie wirken kann, wenn doch kein einziges Molekül mehr nachweisbar ist, also nichts mehr drin ist in der Arznei. Ein Kritiker, der auf diesem Argument beharrt, ist letztlich durch keine noch so beeindruckende Heilung zu überzeugen und muss sich daher auch nicht auf gefährliches Neuland bewegen, das seine bisherige Sicht der Dinge in Frage stellt und bedroht. Exemplarisch für die Unversöhnlichkeit und das Fehlen jeglicher Bereitschaft, sich auf die Argumente eines erfahrenen homöopathischen Arztes einzulassen, dem systematisch auch noch vom Moderator das Wort abgeschnitten wurde, ist der „Talk im Hangar 7 – Glaubenskrieg um Globuli“ (zu finden unter diesen Suchworten auf www.spaactor.com) mit Dr. Michael Frass, einem anerkannten Intensivmediziner, Universitätsprofessor und Arzt für Homöopathie. Was nutzen inzwischen etliche solide und anerkannte Studien über homöopathische Wirksamkeit, wenn dann in nahezu jeder Fernsehsendung doch jede Wirkung als Placebo abgetan wird und einem homöopathisch tätigen Therapeuten mit absolut bestem Leumund und hoher beruflicher Reputation sogar kriminelle Absichten (wie in der obigen Talksendung) unterstellt werden?

Der Fokus verengt sich bei diesem Krieg auf den wissenschaftlichen Nachweis durch die sogenannte randomisierte kontrollierte Studie (RCT – randomised controlled trial). Dabei wird die Versuchsperson einer Studiengruppe dem Zufallsprinzip nach zugeteilt (engl.: random = Zufall). Die Studiengruppe erhält das wahre Medikament, eine Kontrollgruppe ein Placebo (kontrolliert) und weder Versuchsleiter noch Versuchsperson wissen, wer zu welcher Gruppe gehört (doppelblind). Um dieses Studienformat wird eine verzweifelte Schlacht geschlagen. Allein daraus wird abgeleitet, homöopathische Medizin sei nicht evidenzbasiert, also nach bestimmten Kriterien nicht beweisbar. Doch das ist letztendlich der Versuch, eine rein energetische, nicht materielle und streng auf ein bestimmtes Individuum zugeschnittene Medizin in ein Studienformat zu zwingen, das ursprünglich gedacht ist für den Wirksamkeitsnachweis einer einzigen grobstofflichen Arznei, die allen Teilnehmern (außer der Placebo-Gruppe) verabreicht wird – also nicht individuell zugeschnitten ist – , um so deren jeweilige Wirkung zu beurteilen.

Homöopathie und Schulmedizin – da vergleicht man letztlich etwas, was gar nicht wirklich verglichen werden kann. Im Jahr 2005 hat der Kinderarzt und Kinderonkologe an der Uni Bern, Dr. Heiner Frei versucht, dieses Dilemma zu lösen. Er führte eine randomisierte Doppelblindstudie mit 83 ADHS-Kindern durch. Von den elf leitenden Ärzten waren lediglich drei Ärzte von der Homöopathie überzeugt. Die Studie sollte ursprünglich zeigen, dass Homöopathie nichts nützt. Es konnten jedoch ein signifikanter Effekt der Homöopathie bei ADHS sowie hochsignifikante neuropsychologische Verbesserungen nachgewiesen werden, die auch in einer jahrelangen Nachbeobachtung stabil blieben (veröffentlicht im European Journal of Pediatrics). Um das Kriterium der klassischen Homöopathie, nämlich individuelle Arzneiwahl, zu erfüllen, wurde der RCT eine Beobachtungsstudie vorgeschaltet, in der zunächst das individuell richtige homöopathische Mittel für jedes Kind gefunden wurde, bevor es in die randomisierte Doppelblindstudie aufgenommen wurde.

Homöopathie und Schulmedizin – Unsinnige Wahl der Methoden?

Trotz all dieser Anstrengungen, die Homöopathie als echte Heilweise zu beweisen und zu etablieren, sehe ich in der Auswahl der wissenschaftlichen Beweisführungen einen Haken. Natürlich existiert der nachvollziehbare Wunsch vieler Homöopathinnen und Homöopathen, von der Schulmedizin über RCTs anerkannt zu werden. Angesichts des aktuellen Diskurses (wenn man die oftmals begleitenden Beleidigungen und Verleumdungen noch so nennen kann) frage ich mich ernsthaft, ob diese Studien wirklich das sind, was es für die Glaubwürdigkeit der Homöopathie braucht. Ich möchte hier erinnern an die genaue Definition der EbM, der Evidenzbasierten Medizin durch ihren Begründer, David Sackett. Danach ruht die EbM eben nicht nur auf einer, sondern auf drei Säulen – auf wissenschaftlichen Studien, auf den therapeutischen Erfahrungen der Ärzte aus der Praxis und auf den Werten und Wünschen der Patienten. Sackett sagte zur EbM bereits 1996: „Ohne klinische Erfahrung riskiert die ärztliche Praxis, durch den bloßen Rückgriff auf Evidenz tyrannisiert zu werden, da selbst exzellente Forschungsergebnisse für den individuellen Patienten nicht anwendbar oder unpassend sein können.“

Gerade die Krankenkassen beanstanden in der Forschung die Schwächen randomisierter Studien, die in der Praxis oft nicht funktionieren. Daher schauen die Krankenkassen vermehrt auf große Versorgungsstudien, in denen nicht über die Frage der biochemischen Wirksamkeit von Globuli unter Laborbedingungen spekuliert wird, sondern anhand dokumentierter Versichertendaten über mehrere Jahre die Behandlung durch homöopathische Vertragsärzte ausgewertet wird. Eine großangelegte Securvita-Versorgungsstudie (9/2020) erwies sich als starker Beleg für die Wirksamkeit der ärztlichen homöopathischen Behandlung und liefert viele Argumente für das Miteinander von Schulmedizin und Homöopathie! Eine Forsa-Umfrage von 2017 zeigt zudem: 60 Prozent der deutschen Bevölkerung vertrauen der Homöopathie! In der Schweiz ist Homöopathie gesetzlich verankert und auf Augenhöhe mit der Schulmedizin. In einer Prüfung von 1999 bis 2005 (PEK-Studie) wurden mit Schweizer Gründlichkeit zwanzig systematische Übersichtsarbeiten von Vertretern aller Lager begutachtet, als positiv für die Wirksamkeit der Homöopathie bewertet und dieses Ergebnis auch mit einem anschließenden Volksentscheid von den Schweizer Bürgern bestätigt (Eidgenössische Volksinitiative „Ja zur Komplementärmedizin“ 2009). In der Schweiz hat seitdem jeder Bürger einen gesetzlichen Anspruch auf homöopathische Behandlung.

Homöopathie und Schulmedizin – Zwei Weltbilder

Das Herstellen einer homöopathischen Arznei beruht auf dem homöopathischen Potenzieren (Dynamisieren), also dem schrittweisen Verdünnen und Verschütteln (= Aufbringen von kinetischer Energie) einer Ausgangssubstanz. Ab der 24. Dezimalpotenz ist dabei chemisch kein Molekül der Ausgangssubstanz mehr nachweisbar. Die Homöopathie arbeitet also naturwissenschaftlich gesehen ab der D 24 mit nichts. Wenn wir uns also nur auf das beziehen dürfen, was wir mit den naturwissenschaftlichen Untersuchungsmethoden messen können, helfen alle Erfolgsmeldungen nichts. Denn wo nichts drin ist, da kann auch nichts sein, das hilft – so die Argumentation der Homöopathiegegner. Ab der D 24 verlässt die Homöopathie den wissenschaftlich gesicherten Boden und Erkenntnisstand und damit den Boden des materialistischen Weltbildes. Ein Messproblem allein reicht also aus, die Homöopathie zur Pseudowissenschaft zu machen, die über den Placebo- Effekt nicht hinausgeht. Deshalb geht es hier eigentlich nicht mehr nur um die Homöopathie, sondern um zwei grundlegend verschiedene Weltbilder. Samuel Hahnemann selbst sagte, dass gerade die Entmaterialisierung mittels Potenzieren (Verdünnen und Schütteln/Reiben) die eigentliche Kraft der Substanzen erst freisetzt und „die Materie mittels solcher Dynamisationen (Entwicklung ihres wahren inneren arzneilichen Wesens) sich zuletzt gänzlich in ihr individuelles, geistartiges Wesen auflöse….“

Ich frage mich, ob die Homöopathie, die als ganzheitliche und immaterielle Behandlungsmethode einem anderen Weltbild unterliegt als die naturwissenschaftlich-mechanistische Medizin, überhaupt nach deren Evidenz-Maßstäben untersucht und beurteilt werden kann. Wenn ich der Meinung bin, dass alles in der Welt auf materielle Vorgänge zurückgeführt werden kann, die Wirklichkeit durch Experimente sicher definierbar ist, Bewusstsein eine Illusion ist und der Mensch kein sinnhaftes Lebensziel hat, sondern wie eine defekte Maschine zu betrachten ist, dann kann ich mich nur schwerlich öffnen dafür, dass das Geistige primär ist, die materielle Welt nur die äußere Erscheinungsform des Bewusstseins und dass alles sinnvoll zusammenhängt und miteinander in Resonanz steht. Zudem sind wir darauf konditioniert, das Symptom als Gefahr, nicht als hilfreichen Wegweiser zu sehen und Krankheit als Feind zu bekämpfen, statt Kranksein als regulierenden Weg zu begreifen. Die zunehmende Verhärtung der Fronten könnte demnach ein Hinweis darauf sein, dass sich hier ein Paradigmenwechsel vollzieht. Denn bevor so etwas passiert – das hat die Historie immer wieder gezeigt –, fährt das untergehende Weltbild noch mal alles auf, was im Waffenarsenal vorhanden ist…

Homöopathie und Schulmedizin – Integrative Medizin ist die Zukunft

Ich bin mit der Schulmedizin aufgewachsen. Meine Mutter hat nach dem frühen Tod ihres zweiten Sohnes (meines Bruders) durch einen Herzfehler die Autoimmunerkrankung PcP (primär chronische Polyarthritis) entwickelt – und zwar die schlimme Form mit akuten, die Gelenke zerstörenden Schüben. Unbehandelt endet das unweigerlich im Rollstuhl. Sie hatte damals einen sehr erfahrenen Arzt, der als Professor eine medizinische Universitätsklinik leitete und sie mit immunsuppressiven Medikamenten behandelte. Dabei gelang es diesem Arzt über zwei Jahrzehnte hinweg, einerseits durch Minimaldosis die starken Nebenwirkungen zu minimieren, andererseits genug zu geben, um die unbewusste Autoaggression meiner Mutter in Zaum zu halten. Bis 1988, dem Jahr, in dem ich der Homöopathie begegnete, hat dieser Professor mit Schulmedizin dafür gesorgt, dass sich meine Mutter nicht selbst zerstört, und sie vor irreversiblen Schäden und dem Rollstuhl bewahrt.

Vier Wochen, nachdem ich zur Homöopathie kam, hat sich meine Mutter in der Küche den Arm mit kochend heißem Wasser verbrüht. In einem homöopathischen Notfallbüchlein habe ich damals Causticum als die Arznei für Verbrennungen gefunden und ihr gegeben. Dieses Mittel hat nicht nur ihre Verbrennung, sondern auch ihr Rheuma geheilt. Das Leitsymptom von Causticum lautet: „Fühlt sich schuldig am Tod eines geliebten Menschen.“ Und mein Gefühl – auch schon als Jugendlicher – war immer, dass sich meine Mutter mit diesen furchtbaren rheumatischen Schmerzen selbst bestraft für die vermeintliche Schuld am frühen Tod ihres Kindes. Sie hatte sich im Grunde also mit der Verbrennung und der damit zusammenhängenden homöopathischen Behandlung ihr Heilmittel selbst geholt. Sie brauchte danach erstmals nach Jahrzehnten keine Medikamente mehr und konnte sich wieder auf eine Art frei bewegen, wie ich es meine ganze Jugend bei ihr nie erlebt habe. Ohne die Schulmedizin, die sie daran gehindert hat, sich selbst zu zerstören, indem sie ihr Immunsystem unterdrückt hat, wäre meine Mutter im Rollstuhl gelandet.

Dafür bin ich der Schulmedizin ewig dankbar, denn sie hat es ihr ermöglicht, bis 1988 ohne Gelenkzerstörung diese schwere Autoaggressionserkrankung einigermaßen im Griff zu behalten. Doch eine echte Heilung konnte sie nicht ermöglichen, denn das Problem war ja letztlich nicht ein körperliches, sondern lag im Bewusstsein. Als meine Mutter innerlich bereit für den heilenden Bewusstseinsschritt war, bekam sie mit Causticum die punktgenaue homöopathische Information, die sie brauchte, um endlich diesen furchtbaren Irrtum loszulassen, dass sie schuldig am Tod ihres Kindes ist. Ihr Unbewusstes hat damals keine Sekunde gezögert. Bereits vier Wochen, nachdem ich zur Homöopathie gekommen war, hat ihre Seele nach der heilenden Information gerufen. Das ist meine Geschichte, und deshalb gibt es für mich auch kein Entweder – Oder, keine Feindschaft zwischen Schulmedizin und Homöopathie, sondern nur eine integrative Medizin. Ich möchte mit diesem Artikel neugierig darauf machen, selbst eine Erfahrung zu machen mit Homöopathie und dann von innen heraus aufgrund dieser eigenen Erfahrung den Weg weiterzugehen. Denn nur diese eigene Erfahrung kann letztendlich zu einem eigenen Urteil führen und wirklich überzeugen.

Das Ähnlichkeitsgesetz

Ähnliches heilt Ähnliches (Similia similibus curentur). Diese von Hahnemann 1790 formulierte Gesetzmäßigkeit ist ein uraltes Pinzip der Medizin, das schon Hippokrates 460 v. Chr. beschrieb. Heilung durch Ähnlichkeit passiert ständig und hört selbstverständlich bei Kügelchen und Tropfen nicht auf. Durch das Prinzip der Analogie oder Ähnlichkeit stehen nicht nur verschiedene Teile oder Objekte der Welt, sondern auch Lebewesen in einer sinnhaften Verbindung. Heute würde man von Resonanz oder von morphischen Feldern sprechen. Auch die Begegnung zweier Menschen, die „ähnlich leiden (übersetzt: homöopathein)“, kann in diesem Sinne heilsam sein. Ich erlebe und lebe dieses Ähnlichkeitsprinzip seit 30 Jahren ständig in meiner Praxis. Ich nehme eine homöopathische Arznei, schreibe einen Artikel darüber, befinde mich während dessen in einem ganz bestimmten energetischen Heilungsprozess – und dann kommen genau die Menschen in meine Praxis, die ähnlich leiden wie ich (mit meinem Feld in Resonanz gehen) und ebenso von diesen Arzneien profitieren wie mein Körper- Seele-Geist-System.

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