Tiefste Traumata aufdecken mit dem homöopathischen Spinnennetz…

von Werner Baumeister

Alles fing an mit einem explosiven Hautausschlag nach einer Blutegelbehandlung. Die Haut platzte förmlich auf am Bein und am Hintern. Ich bekam Panik. Zwar habe ich nicht zur Cortiosonsalbe gegriffen, sondern zu entgiftenden Heilerde-Wickeln im Wechsel mit Wasserstoffperoxid-Desinfektion. Dennoch war meine Intention nicht ganzheitlich, sondern einzig und allein davon getrieben, diesen abstoßenden Hautausschlag klein zu halten und möglichst schnell wegzukriegen. Unglaublich geholfen hat mir erst das Gespräch mit einem Freund, der meinte, dass da vielleicht etwas raus will, sich zeigen will, an die sichtbare Oberfläche drängt.

Meine Wegmachpanik wandelte sich augenblicklich in ein JA zum Symptom, egal wie lange und wie ausgeprägt es mich begleiten würde. An diesem Punkt nahm ich zum ersten Mal das homöopathische Spinnennetz – und zwar direkt abends vor dem Einschlafen. Was ich dann erlebte, war so intensiv, dass mir das Wort Traum eigentlich unpassend erscheint. Ich hatte mehr den Eindruck, ich erlebe das ganz real hier und jetzt. Die Situation war die, dass ich irgendwo übernachten musste, aber es nur ein Bett gab, so dass ich dieses mit einem Mann teilen musste.

So weit, so gut. Es ging halt nicht anders und wir waren beide erwachsen. Dann wachte ich mitten in der Nacht auf im Traum und zwar dadurch, dass sich der Mann in meinem Bett von hinten dicht an mich drängte. Jetzt war die Situation eine völlig andere. Ich war ein Kind und dieser Mann war ein Erwachsener. Ich versuchte mich zu befreien, aber er hielt mich fest, war mir körperlich hoffnungslos überlegen. Eine entsetzliche Angst packte mich und ich versuchte zu schreien, aber kein Laut kam aus meinem Mund. Ich fühlte, wie er seinen harten Schwanz gegen meinen Po presste.

In einem letzten Kraftakt entzog ich mich der Situation, indem ich aufwachte. Völlig fassungslos realisierte ich sofort den Zusammenhang zwischen der erlebten Missbrauchssituation und meinem Hautausschlag. Meine Haut am Po war exakt an der Stelle aufgebrochen, an der ich das steife Glied gespürt hatte. Wieder einmal wurde mir klar: Der Körper vergisst nichts, speichert alles und das homöopathische Spinnennetz hat meinen körperlichen Heilungsversuch in Bewusstsein übersetzt und mir geholfen, mich zu erinnern. Wenige Tage darauf verschwand der Hautausschlag spurlos, als wäre er nie da gewesen!

Das Spinnennetz – ein absoluter Aufdecker

Wenn die Schlange homöopathisch für all das steht, was nicht sein darf, was abgespalten wird in den Schatten, dann leuchten die homöopathischen Spinnenmittel unsere dunkelsten biographischen Ecken aus und befördern tiefste Traumata wieder an die Oberfläche. Das Spinnennetz ist ein absoluter Aufdecker. Die Spinne thematisiert unsere tiefstmögliche Angst vor Hingabe an das Leben. Sie steht für das tiefste Misstrauen dem Leben gegenüber, dem ich mich nicht anvertrauen darf. Und das passt natürlich super zur aktuellen Pandemie, die diese tiefsten Ängste bei vielen von uns triggert!

Eine Idee, wie tief das homöopathische Spinnennetz greift, gibt das folgende Feedback einer Klientin aus meiner Praxis: Traum von schmoddrig trübem Wasser. Nachdem ich den verstopften Badewannenabfluss gereinigt hatte, ist was abgeflossen bei mir heute nacht. Nach dem Aufwachen fühle ich mich von irgendwas befreit. Irgendwas hat das Spinnennetz da bei mir weggeräumt. Ich fühle mich wie gereinigt, befreit, erleichtert. Irgendwas Belastendes, Schweres, was über mir lag, ist von mir abgefallen. Ich kann gar nicht sagen, was es ist, aber es fühlt sich so an. Dieses Mittel arbeitet ganz tief.

Unsichtbare Netze werden sichtbar

Das Spinnennetz macht unsichtbare Netze sichtbar, in denen wir hängen, die wir vorher nicht einmal wahrgenommen haben. Dabei handelt es sich sowohl um fremde Netze, in die wir eingesponnen wurden, als auch um eigene Netze, in denen wir uns immer wieder verfangen. Dass es aber überhaupt zu gesellschaftlichen, familiären oder partnerschaftlichen Konstellationen kommt, in denen wir uns manipuliert fühlen, hat natürlich etwas zu tun mit den Kindheitsnetzen, in denen wir immer noch hängen und die wir uns ständig reinszenieren.

Auch wenn uns unsere Kindheitskonditionierungen oft schon bekannt sind, rasseln wir da doch immer wieder rein. Da braucht nur der geeignete Mensch kommen, der in der Partnerschaft etwa eine einem Elternteil ähnliche Energie repräsentiert – und auf einmal sind wir wieder das kleine unsichere Kind. Auch wenn wir vielleicht inzwischen nicht mehr gleich um uns schlagen müssen wie bei den ersten Malen, in denen eine andere Person unsere demtentsprechenden Knöpfe drückt, sind wir trotzdem noch in diesem Netz gefangen. Da, wo wir es nicht aushalten, uns unseren Ängsten oder den eigenen schrecklichen Strukturen, in denen wir uns gefesselt fühlen, zu stellen, projizieren wir diese.

Den Manipulator enttarnen

Das homöopathische Spinnennetz bewirkt dabei zweierlei. Es enttarnt den Manipulator im aktuellen Lebens-Setting und es schafft die Möglichkeit, einen selbstverantwortlichen Schritt zu machen, indem man erkennt, dass man eigentlich nur das Netz seiner Kindheit reinszeniert. Wir halten die Projektionsfiguren, vor denen wir Angst haben, auch selbst mit im Spiel, weil die ja gebraucht werden, um unsere Netze sichtbar zu machen, in denen wir hängen.

In dem Maße, wie sich Menschen auf den Weg dieser Bewusstheit machen, werden auch diese Projektionsfiguren ihrer Rolle enthoben. Dann braucht es keine „guten oder bösen Eltern“ mehr, die uns wahlweise retten oder manipulieren. Die Herausforderung ist es, das zu integrieren. Und das heißt nichts anderes als nach all unseren Kämpfen, nach Frust und Wut irgendwann zu sagen: So ist es, es nützt nichts, mich bei meiner Mutter oder meiner Partnerin/Partner zu beschweren, es geht darum, den dahinter stehenden Konflikt in mir zu lösen!

Zur Veranschaulichung hier das Feedback eines männlichen Klienten:

Nach Einnahme des homöopathischen Spinnennetzes zeigte sich in meinem Leben noch einmal auf einer ganz konkreten Ebene ein zentrales Thema, das ich bereits kenne, das ich aber bisher nicht lösen konnte. Während meiner Geburt bekam meine Mutter eine Rückenmarksanästhesie und ab dem Moment war sie für mich während der Geburt nicht mehr wahrnehmbar. Ich habe mich völlig verloren und allein gefühlt, in verschiedenen Rückführungen konnte ich sehen, dass die Geburt für mich nur eine einzige Hölle aus Angst, Schmerz und Verlassensein war.

Es bildete sich in mir eine Struktur heraus, die sagte, dass ich meiner Mutter nicht vertrauen kann. Im Alter von drei Jahren hatte ich einen Leistenbruch und kam ins Krankenhaus, wo ich zehn Tage blieb, ohne dass meine Eltern mich besuchen durften. Ich war in einem großen Saal und meine Eltern konnten mich nur durch eine riesige Glasscheibe betrachten. Während dieses Krankenhausaufenthaltes wurde ich, wie auch in Rückführungen zutage trat, brutal sexuell missbraucht. Horror ist ein nettes Wort dafür, ich lebe trotz vieler Selbsterfahrung und Therapie seitdem immer noch in einer heftigen Dissoziation von meinen Gefühlen.

Als ich aus dem Krankenhaus herauskam, habe ich zwei Wochen nur auf meine Mutter eingeschlagen, weil ich mich so verraten fühlte, indem sie mich dieser grauenhaften Situation ausgeliefert hatte. Dann irgendwann musste ich meine Wut und meinen Hass verdrängen, weil ich ja auf meine Mutter angewiesen war. Ab diesem Zeitpunkt lebte ich nur noch in einer Anpassungsschicht, war nett zu meiner Mutter, aber da war nicht mehr viel Echtes: Meine Mutter war spätestens ab diesem Zeitpunkt nur noch eine Verräterin für mich, aber auch das hatte ich bald verdrängt und führte nur noch ein Leben an der Oberfläche.

All das war irgendwann in die Tiefen des Unterbewusstseins verdrängt worden, es steuerte mich, aber es war mir nicht bewusst. Ich bin nun über 50 Jahre alt, finanziell immer noch von meiner Mutter abhängig und schaffe den Schritt in die Unabhängigkeit eines Erwachsenen einfach nicht. Nach Einnahme des Spinnennetzes rief mich meine Mutter an und teilte mir mit, dass sie sich entschlossen hat, mein Erbe zwischen mir und meiner Exfrau aufzuteilen. Wieder ein Verrat. Warum soll meine Exfrau, mit der sich meine Mutter sehr gut versteht, mehrere 100.000 Euro bekommen? Die Spinne hat mich wieder voll mit der Nase auf mein Mutterthema gestoßen und sagt mir: Schau, verlass dich nicht auf die Versorgung durch deine Mutter, sondern geh weiter den Weg in deine eigene Unabhängigkeit und lerne dabei auch, dem Leben selbst als höchste Instanz zu vertrauen.

Ungesunde Verstrickung und notwendige Abnabelung

Im Mythos der Indianer Nordamerikas symbolisiert die Weltenspinne als Sinnbild der Schöpferin die matriarchale Urgottheit. Sie spinnt uns alle ein in das Weltennetz und gibt so jedem von uns seinen Platz im Netz der Welt. Die Spinne spinnt den Lebensfaden aus ihrer eigenen Substanz. Sie bindet uns an sich wie über eine Nabelschnur, spinnt in drehenden Bewegungen das Netz der Welt, in das sie jeden von uns hineinwebt. Die Spinne ist das Prinzip der großen Mutter, die das Alte in sich hineinsaugt und es verschlingt, um das Neue zu gebären.

Analog hat die homöopathische Prüfung des Spinnennetzes folgende Themen hervorgebracht: (krankhafte) Mutterbindung, mütterliche Ahnen; ungesunde Verstrickung, Ausgeliefertsein und die Notwendigkeit der Abnabelung; Krieg mit dem mütterlichen Prinzip, das als bedrohlich, verschlingend und übermächtig empfunden wird; umklammernde mütterliche Fürsorge; Missbrauch, oft nicht vollzogen, aber als Gefühl im Raum; Übertretung sexueller Verbote oder Eifersucht, wenn der eigene Einfluss auf den anderen bedroht ist.

Mich persönlich hat das Spinnennetz noch einmal ganz besonders sensibilisiert für subtile Manipulation, die im Mäntelchen der Fürsorge daherkommt. Ich merke das in verschiedenen Lebensbereichen besonders bei Frauen, „ die mir helfen wollen“. Wenn jemand sich so um uns kümmert, ist das auf den ersten Blick ja etwas absolut Positives. Wir sind so darauf gepolt, dem auch nachzugeben, dass wir gar nicht merken, dass wir aus einem Schuldgefühl heraus reagieren.

Mit der Spinne sehe ich glasklar das übergriffige Eigeninteresse, das als Anteilnahme dargestellt wird. Sehen kann ich auch, wie sich da meine ungelösten Verstrickungen mit meiner Mutter nochmal inszenieren. Immer, wenn ich es nicht schaffe, zu solchen als Hilfsangebote verkleideten Kontaktversuchen nein zu sagen, bin ich wieder im Netz drin. Ich gebe diesem Schuldgefühl in mir nach, aber verliere an Kraft. Ich gebe meiner unbewussten Angst nach, (von meiner Mutter) verlassen zu werden. Denn das Kind in mir hält diese Spannung nur schwer aus und ist immer kurz davor, umzukippen. Das Spinnennetz macht mich authentischer und befreit mich von dem Druck, weibliche Erwartungen erfüllen zu müssen. Ich habe die Kraft, zu meiner Mutter oder ihrer aktuellen Stellverteterin zu sagen: „Ich mache das so, wie ich das für richtig halte – und wenn du mir die Liebe entziehst und mich verlässt, kann ich auch damit leben!“

Tiefenreinigung

Vor 25 Jahren hatte ich eine schicksalhafte Begegnung. Damals trat jemand in mein Leben, der, selbst in einer psychischen Ausnahmesituation, in mir den vermeintlichen Verursacher seiner aktuellen Lebensprobleme sah und mir ein Jahr lang mit dem Tode drohte. Erst ein schamanisches Ritual konnte diese lebensgefährliche Dynamik augenblicklich beenden.

Im Traum nach der Einahme von Spinnennetz sitzen wir nebeneinander, uns gegenüber zwei weitere Besucher, im Restaurant. In seinem Beisein erzähle ich, dass ich ihn ein Jahr als Vollstrecker an der Backe hatte und dass er für mich im Grunde das größte Geschenk meines Lebens war, weil er mir ein tiefes Schuldgefühl bewusst gemacht hat, mit dem ich die ganze Zeit rumlaufe. Ich betone weiterhin, dass er ja nicht nur als jemand von außen auf mich getroffen ist, sondern auch ein hässlicher angstmachender Teil von mir selbst ist, der sich mir immer wieder auch in Träumen zu dieser Zeit zeigte. Diesen verdeckten eigenen Anteil hat er im Außen manifestiert und sichtbar gemacht.

Damit hat er aber auch einen tiefen unbewussten Glaubenssatz aufgedeckt, dass ich eigentlich umgebracht gehöre für das, was ich getan habe, was auch immer das gewesen sein soll. Mein eigenes“ Schuld & Sühne Netz“, das ich mir selbst gesponnen habe und in dem ich mich verstrickt habe. Ich klopfe ihm auf die Schulter ohne Angst und voller Dankbarkeit dafür, dass er das in die Sichtbarkeit gebracht hat. Das Spinnennetz in Hochpotenz hat mir damit noch einmal eindringlich gezeigt, dass die gefährlichsten Netze, in denen wir hängen, unsere eigenen Glaubenssätze sind. Auch solche Netze werden jetzt sichtbar und das ist ein ganz wichtiger Aspekt dieser Arznei!

Einzeltermine nach Vereinbarung zum Thema „Gefangen im Netz der Angst – tiefste Traumata aufdecken mit dem homöopathischen Spinnennetz“.

 

Author: Lena

Über den Autor

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Werner Baumeister ist Arzt und bietet individuelle homöopathische Begleitung an.

25 Jahre Erfahrung in eigener Praxis in Berlin. Einzeltermine nach Vereinbarung

Die im SEIN regelmäßig veröffentlichte Fortsetzungsserie: „Homöopathische Arzneibilder von Werner Baumeister“ versteht sich auch als homöopathischer Spiegel aktuellen Zeitgeschehens.

0172 – 391 25 85

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