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“Kampfkunstbauernhof” nennt sich ein Gemeinschaftsprojekt für junge Leute, die Lebenspraxis fern des Großstadtlebens erfahren wollen. Von östlichen Kampfsportarten bis zur Ferkelgeburt heißt´s: Eintauchen in ein Leben „back to the roots“.

50 Kilometer nordöstlich von Berlin bei Bad Freienwalde hat sich eine Gruppe von Menschen zusammengefunden, um Jugendlichen eine zukunftsfähige, lebensbejahende, praktische Lebensführung zu vermitteln. Der Name des Projektes: Kampfkunstbauernhof. Die Intention: visionäres Denken und Handeln fördern und der Abwanderung aus den ländlichen Gebieten Brandenburgs ein Gegenpol sein. Regionales Gemeinwesen beginnt für die Initiatoren mit Begegnungen, mit gegenseitiger Förderung und Unterstützung. Um nachfolgenden Generationen eine gesunde, gewachsene Landkultur zu hinterlassen und die aussterbenden Dörfer wieder zu beleben, setzen sie einen ersten Impuls.
Aber was ist eigentlich ein Kampfkunstbauernhof? Eine faszinierende Art des praktischen Lernens. Täglich mindestens zwei Mal werden Kampfsportarten wie Tai Chi Chuan oder Karate trainiert, und gleichzeitig lernen die Bewohner, wie das Bauern- und Gemeinschaftsleben funktioniert, ob nun rund ums Feld oder mit dem lieben Federvieh.

 

Rustikales Jahr

Hof_Ofen.jpgDie besondere Idee ist, dass junge Menschen ein praktisches, rustikales Jahr auf dem Land verbringen, um die Lücke zu schließen zwischen den 10-13 theorielastigen Jahren an der Schule und dem tatsächlichen Leben. Dieses Jahr soll sie unterstützen, ihr eigenes Potential zu leben, zu nutzen und zu erkennen, wie unglaublich einfach Leben schlichtweg ist. Und das alles in einer wunderschönen Umgebung. Auf einem Hektar Land finden sich ein Wohnhaus, Ställe, ein Obst-, Gemüse-, Kräuter- und Bauerngarten, ein Feld, eine Wiese für Weidevieh und Möglichkeiten der Schweinehaltung. Auf dem Hof steht ein alter Feldbackofen, (er sieht aus wie bei Frau Holle) etwa aus dem Jahre 1865 – und er funktioniert sogar.
Das Jahr wird auch ein Ausstieg aus dem städtischen Luxus mit Zentralheizung und U-Bahn. Dafür kann man die schlichte Freude wieder entdecken, dass die Küche und die Stube warm sind, wenn man im Winter von draußen kommt. Geheizt wird natürlich mit Holz. Da ist auch immer wieder Hacken angesagt. Im Winter, wenn sich die Dunkelheit schon früh über den Hof senkt, wird musiziert. Was spricht dagegen, vielleicht ein bisschen Flöte oder Gitarre zu lernen? Im Dezember oder Januar gibt´s dann eine Hausschlachtung – selbstgemachte Leberwurst, wer kann sich so was schon auf der Zunge zergehen lassen?

 

Wohnen in der Jurte

Hof_Schweine.jpgLerninhalte sind neben den Kampfkünsten Fertigkeiten wie beispielsweise kleine Lehmbacköfen und einfache Lehmhütten zu bauen. Auch gibt es natürlich Workshops und Seminare in verschiedenen Bereichen wie Kräuterkunde, vegetarisch Kochen, Malen usw.
Da der Hof so ziemlich überall sanierungsbedürftig ist und Unterkünfte knapp sind, wird mit zwei bis etwa sechs jungen Kampfkunstbauer-Schülern begonnen. Da kein ausreichender Wohnplatz im kleinem Bauernhof der Gemeinschaftsgründer besteht, wird wahrscheinlich eine größere Jurte, ein mongolisches Zelt, aufgebaut. Diese Zeltart bedarf keiner Baugenehmigung und ist winterfest. Sie kann sogar beheizt werden.
Und wie sieht es mit den Kosten des Projektes aus? Da sind die Kampfkünstler noch etwas überfragt. Finanzkräftige Förderer sind also gerne gesehen, es gibt aber auch schon Interes- senten. Wenn´s klappt, können die ersten Kampfkunstschüler bereits Ende des Sommers einziehen. Aber die Bauern mit Spirit vertrauen vor allem auf ihr Motto: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

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