Nun ist die Wandelzeit da, im Jahre 2018. Eine Zeit der Ganzheit, in der Freiheit nun auf allen möglichen Ebenen gleichzeitig gelebt werden kann. Sie ist bereits geboren und dehnt sich schon aus. Die ersten verkörpern es. Dies sind keine Einzelkämpfer mehr, sondern sie leben das gelebte Ganzheitsbewusstsein inmitten ihrer Mitmenschen. So ist der Mensch wie ein Baum, und zugleich erkennt er, dass er auch wesentlicher Teil des Waldes ist. Was für eine unglaubliche Zeit, in der das Liebesfeuer alles durchströmt.

Von Kerstin Landwehr

Seit dem Jahr 2000 habe ich als Suchende viele Satsangs und ähnliche Angebote ausprobiert. Ich wollte den Weg des Herzens gehen. Oshos Vision „Zorbas the Buddha“, die Einheit von Mensch und Bewusstsein, war meiner inneren Vision sehr ähnlich. Osho bezeichnete es als den neuen Menschen, ich nenne es inzwischen den freien Menschen. Schon immer interessierte ich mich dafür – auch als Sozialpädagogin –, was Menschen wirklich unterstützt und befreit. Für das gab ich all mein Herzblut auf dieser Reise ins Innere. Denn es wurde schnell klar, dass das Himmelreich innen vorhanden ist, und zwar immer jetzt und jenseits von allen Äußerlichkeiten. In einem formlosen Raum, der ungetrennt ist, unberührbar und unzerstörbar. Es trieb mich total um, endlich mit dem Göttlichen zu verschmelzen. Ich spürte damals allerdings, dass zwischen mir und dem Göttlichen so etwas wie eine subtile Wand war. Besonders interessierte mich, wie jemand das lebte, was er lehrte. Und ob sich neben dem Gesprochenen und Geschriebenen auch ein gelebtes Sein direkt zwischen den Menschen entfalten kann.

Ich sprach darüber mit spirituellen Lehrern, wenn sie für ein Teilen offen waren. Dabei wurde mir immer mehr bewusst, wie schwer es wohl sein muss, das, worüber man spricht, in Fleisch und Blut mitten im Leben zu verkörpern. Ich erkannte aber auch, dass sich dieses Sein tatsächlich verwirklichen kann in das tiefe Herz, ins Becken, in die Erde. Und auch in den weiten Raum ausdehnen, in alle Richtungen, als allumfassender Raum selbst. Dimensionslos und in allen Dimensionen. Dass es neben dem Sprechen aus dem Mentalfeld ein Herzfeld gibt, in dem alles verbunden und direkt erlebt wird. In dem jede Trennung endet. Das Menschen hilft, in ihre eigene Größe zu kommen und in ihr Potenzial.

Nach der Suche das Finden in sich

In diesen Jahren widmete ich mich komplett dem Finden der Quelle in mir. Der Weg führte durch den Ur-Trennungsschmerz und es fühlte sich zeitweilig eher nach Hölle als nach Himmel an.

Es ging durch verzweifelte Phasen mit starken körperlichen Schmerzen – ohne zu wissen, ob die Richtung wirklich stimmt, da leider damals keine wirkliche Begleitung da war in Form eines Lehrers. Es gab natürlich Orientierung aus Büchern durch Jesus, Ramana Maharshi und Shankara. Und wundervolle energetische Hilfe von französischen Ärzten, die wussten, was den Körper in einem solchen Transformationsumbruch wirklich unterstützen kann. Dafür bin ich sehr dankbar – auch für die Hilfe meines Mannes Marcus, der das alles parallel ebenfalls erlebte. Als ich innerlich irgendwann wie am Kreuze hing und die letzten Zweifel verbrannten, konnte Hingabe geschehen. Der Kopf fiel immer wieder ins tiefe Herz und wurde eins mit der Quelle. Mehr und mehr wurden alle Kämpfe gegen das eigene Herz aufgegeben. Die Befreiung geschah vor allem durch totales Inden- Körper-Kommen und ein Einverstandensein mit allem.

Kurz danach wurde erkannt, was „Ich“ wirklich bin (ohne „bin“ und ohne „Ich“). Zuletzt waren da nur noch eine Frau und Marcus in einer sehr direkten Begegnung, in der sich der Prozess abrunden durfte. Absolute Freiheit offenbarte sich, nachdem die Energie wie eine gewaltige Welle durch den Körper strömte. Es war unbenennbar, einfach unendliche Freiheit – und das ist weiterhin so. Was blieb, erkannte sich als nichts und später noch in einer Herzvertiefung als alles. Nichts und alles zugleich. Es war nicht nur die Auflösung der Ego-Ich-Illusion, der Trennung vom Göttlichen und der Wegfall der Suche. Es war vor allem eine Geburt. Das Leben in Freiheit begann. Es durfte dann im ganzheitlichen Erleuchtungsprozess noch in unpersönliche Freiheit münden. Mentales Erwachen ist zwar auch absolut, zugleich darf das Erwachen sich auch in der menschlichen Erscheinung vollziehen, ins tiefe Herz hinein, im erscheinenden Körper und mitten unter den Menschen. Nichts wird mehr negiert, sondern alles umfasst. Ein absolutes Wunder – und für alle möglich…

Ein paar Jahre später kam der innerliche Auftrag: „Gib es weiter!“ – und seit zwei Jahren begleite ich viele Menschen in diese Freiheit. Ich nenne es Lebenssatsang oder Frei- Sein-Treffen, wo Menschen willkommen sind zu entdecken, was sie wirklich sind.

Höhere Geschwindigkeit

Es gibt eine gute Nachricht: Die Transformation geht heute oft schneller und einfacher als früher. Man lässt das zu, was gerade da ist – ob Selbstablehnung, Wut, Liebe, Freude, Ekstase, Nüchternheit, Nichtwissen, Ohnmacht. Auf diese Weise wandelt es sich enorm. Kommen Fragen aus dem Verstand (Wie geht das?), greift man nicht darauf zu, denn alles im Körper und Herzen weiß doch schon. Die direkte Resonanz in den Treffen (Satsangs) ist das Wirkungsvollste. Das geschieht durch Worte oder ohne jedes Wort. Einfach von Herz zu Herz. Auch wenn man diese Zeilen liest, schwingt es hindurch. Denn das, was alle suchen, ist in ihnen, wenn auch oft unbemerkt. Der Macher, Denker, Richter, all das löst sich mehr und mehr auf in Freiheit. Die immer hier ist und jenseits von Zeit und Raum. Das wird verstanden werden, denn alles in uns weiß es sowieso. Es ist nur überlagert mit Glaubensvorstellungen. Diese Zweifel legt man im Lebenssatsang frei und wird begleitet auch bei energetischen Blockaden, bei Ängsten, sich ins eigene Herz fallen zu lassen und die gewohnte Kontrolle wegzulassen.

Fließendes Sein in Freiheit

Das neue Erwachen bietet die Möglichkeit, das fließende Sein in sich zu leben, bei dem wir nichts mehr machen und erzeugen, nichts mehr erreichen oder Zustände suchen müssen. In der Liebe von Herz zu Herz entfacht sich das Feuer auch beim anderen wie von alleine. Es kommt das ins Bewusstseinslicht, was sich befreien möchte, und kann gehen. Ausdehnung geschieht und es bleibt Ur-Liebe, Freiheit. Wie ein freier Himmel, und alles darin kommt und geht. In diesen Zeilen geht es nicht darum, etwas zu bewerten, es fließt einfach im Lebensfluss heraus aus Urfreude und Teilen. Bewertungsschleifen sind auch umarmt, führen aber etwas weg von der ursprünglichen Resonanzwirkung. Denn vieles, was hier steht, spricht von Herz zu Herz, und unsere Verstehens-Mechanismen können ganzheitlich aufnehmen. Ein umfassender „Mind“, der nicht mehr nur in „entweder- oder“ denkt.

Es wirkt mehr wie eine Musik der Liebe, der Poesie. Ein Schmecken, Duftenlassen, Wirken-lassen zwischen oder hinter den Worten. Oftmals zeigt sich dann die Urkraft, die ganz von alleine da ist, unbedrohlich und angstfrei. Ich teilte hier etwas aus meiner persönlichen Geschichte. Aus der Zeit, bis sich Persönliches auflöste. Die menschliche Erscheinung lebt weiter, ganz natürlich. Ur-Liebe und Freiheit vergehen sozusagen nie. Es ist unglaublich, wie viele Menschen es gibt, die das schon zu leben beginnen. Menschen, die eine enorme göttliche Entschlossenheit in sich tragen, wie sich das auch bei einem Retreat im April 2018 zeigte. Wir saßen in einem Raum und es wurde still. Davor sprach ich die göttliche Entschlossenheit an. Freiheitsresonanz verströmte sich raum- und zeitlos. Dann brachen Dämme bei einigen, Hingabe erfolgte und es wurde aus der Wahrheit geteilt von vielen.

Mehrere erkannten in diesen Tagen. Es wirkt noch weiter bis heute. Es ging so schnell und direkt, da einfach die Ganzheit wirkte. Göttliches ist verkörpert im Menschlichen und als Urliebe. So kann es von Herz zu Herz direkt wirken – ohne Wirkenden. Die Verstandeskontrolle kann sich leicht und direkt hingeben, wenn ein Raum des Vertrauens und der Begleitung da ist.

Gelebtes Ganzheitsbewusstsein

So wandelt es sich nun vom Trennungs – bewusstsein, in dem mehr aus Mentalfeldern gelebt wird, ins gelebte Ganzheitsbewusstsein, in dem das Wesen des Einzelnen geehrt ist und gleichzeitig das Zusammenwirken. Zum Wohle des Ganzen ist alles leichter als nur für sich allein. Wie in der Natur, in der man all das auch sehen kann. In einem offenen Raum kann man wieder atmen, sich entfalten, und jeder hat bestimmte Gaben, Fähigkeiten. Das muss nichts Besonderes sein. Man ist einfach, wie man ist, im Moment, der im Zeitlosen erscheint. Und so kann ES ganz natürlich unter Menschen gelebt werden und braucht keine besonders klugen Worte und Sprüche mehr, kein Sezieren des anderen dahingehend, was bei ihm noch unkorrekt sein könnte. Aber auch das darf alles sein, ist wiederum umarmt. In Freiheit ist alles enthalten und sie gibt allen Raum, auch den leisen und feinen Tönen.

So enden all die trennenden Schuld- und Schamthemen, all die Versuche, jemanden als Objekt in Schubladen zu stecken oder zu steinigen. Das haben wir Jahrtausende gemacht und lernen, dass es befreiender für das Ganze ist, wenn man alles innerlich stattdessen zulässt. Damit endet all dieser menschliche Zorn. Unglaublicher Frieden und Liebe können sich ausbreiten. Nichts ist mehr besser oder schlechter, es ist allumfassend eins im Einen. Es darf lebendig fließen in Ur-Stille. Auch ein lauter oder überstülpender Spruch kann diese allumfassende Liebe, die aus der Formlosigkeit kommt, nicht mehr zerstören. Das ist unmöglich. Alle Über-Zeugungen enden da. Die Ur-Harmonie ist immer da, und das Liebesfeuer löst alles auf, was sich dazwischenstellt. Löst all das auf, was sich selbst stresst und sich selbst Schmerz zufügt. Man gibt alle Kreuze ab. Überlässt alles dem Leben, wie es sowieso immer geschah. Der Herzschlag pocht von alleine. Lassen wir den Weltherzschlag lebendig pochen. Immer mehr Menschen werden es erkennen, ganz direkt. Die gelebte Urliebe ist nicht mehr aufzuhalten.

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