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Der Tanz um Nähe und Distanz in Beziehungen

Psychosomatik und Haut: Berührung und Geborgenheit zulassen, bei sich bleiben, sich selbst spüren und die eigenen Grenzen achten und vertreten.

Haut und Psychosomatik

Fühlen Sie sich wohl in Ihrer Haut, geborgen und sicher? Oder ist Ihr Leben „zum aus der Haut fahren“, fühlen Sie sich gebrandmarkt und vernarbt im Gesicht und am Körper? Fühlen Sie sich dünnhäutig und wären gerne ein bisschen dickhäutiger?
Kein anderes Organsystem ist so eng und so offensichtlich mit unserer Psyche verbunden wie die Haut.
Alle Beschwerden sind für andere sichtbar. In gewisser Weise stellen uns Hautkrankheiten vor anderen bloß, zeigen unsere Verletzlichkeit offensichtlich – ein Stück Fassade fällt.

Hautprobleme – Emotionen werden sichtbar

Emotionen sind am Gesicht und an der Haut gut ablesbar. Wir erröten beispielsweise, wenn uns etwas stark berührt – egal ob positiv oder negativ, wir sehen blass und müde aus oder fröstelig wenn wir Gänsehaut bekommen.

Schreck, Angst, Ekel und Neid sind im Gesicht ebenso abzulesen, wie Scham, Zorn, oder hektische Flecken bei Stress.
Angstschweiß verrät unserem Gegenüber mehr über unseren Gefühlszustand als uns lieb ist und Pilzinfektionen sind immer auch ein Hinweis auf ein geschwächtes Immunsystem. Es steht uns also ‚ins Gesicht geschrieben‘, wie es uns geht und wie wir leben.

Zusammenhänge zwischen Haut und Nervensystem

Das liegt daran, dass in der Embryonalen Entwicklung das Nervensystem und die Haut aus der selben Keimanlage, dem Exoderm, entwickelt werden.

Die Haut ist unser größtes Kontaktorgan. Den Körper bedecken ca. 2qm Haut mit 5.000.000 Rezeptoren. Sie erspüren Wärme, Kälte, Kontakt und Berührungen ebenso wie das Ausbleiben von Kontakt und Berührung!

Durch diese Informationen, die das Gehirn von der Haut erhält, wird zum Beispiel der Kreislauf und der Hormonhaushalt reguliert.
Die Haut grenzt den Körper aber auch gegenüber der Außenwelt ab und sorgt dafür, dass wir nicht austrocknen, zieht sich bei Kälte zusammen, um den Körper vor Wärmeverlust zu schützen und kühlt durchs Schwitzen die Körpertemperatur herunter.

Die Bedeutung von Berührung

Angenehme Berührungen erzeugen Gefühle von Geborgenheit und Entspannung und beeinflussen so das Zentrale Nervensystem, das sozusagen der ‚große Bruder‘ der Haut ist. Unangenehme Berührungen und besonders keine Berührungen (!) hingen verursachen negative Gefühle oder die Abwesenheit von Geborgenheit, was ebenfalls zu Reaktionen im ZNS führt.

Ein Mensch, der körperlich unberührt bleibt, fühlt sich dadurch oft allein und verlassen, zieht sich zusammen – auch muskulär. Er oder sie versucht alleine zurecht zu kommen, fühlt sich fremd in der Welt und bleibt oft auch innerlich unberührt.

Psychosomatische Auswirkungen von Kontaktlosigkeit

Einsame Menschen laufen deshalb eher Gefahr, den Kontakt und das Gefühl für sich und ihren Körper zu verlieren, sich selbst schlecht zu versorgen oder sogar zu vernachlässigen, als Menschen die körperliche Kontakte pflegen oder in stressigen Phasen wenigstens Sport machen, sich massieren lassen oder in die Sauna gehen, um sich immer wieder ganz zu spüren. Ganz meint dabei auch ganz im Sinne der inneren Vollständigkeit.

Womit wir mitten im Themenkomplex zum Thema Haut und Psychosomatik sind: Forschungen in den 60er Jahren haben schon ergeben, dass verwaiste Säuglinge, die zwar physisch versorgt wurden, aber keine weitere körperliche Geborgenheit erfuhren, eher starben als solche, die von ihren Ammen Fürsorge und liebevollen Kontakt erhielten.

Wir brauchen Kontakt und Berührung, um uns selbst spüren zu können, um ein Gefühl für unsere Körpergrenzen zu bekommen, für unsere Bedürfnisse und um Bewusstheit und ein Selbstgefühl zu entwickeln. Säuglinge, die das nicht ausreichend bekommen, entwickeln oft Krankheiten und insbesondere auch Hautprobleme – so kümmern sich die Eltern wenigstens um das Symptom und es entsteht Kontakt. Jucken und Kratzen sind auch Möglichkeiten, seine Körpergrenzen zu spüren, sich blutig zu kratzen ist dann schon ein Akt am Rande der Autoaggression. Deshalb sollte bei Hautkrankheiten sensibel und einfühlsam hinterfragt werden, welche Emotionen, Erfahrungen und Ereignisse der Krankheit zu Grunde liegen könnten.

Im erwachsenen Alter ist es für Menschen, die in den ersten Jahren zu wenig Hautkontakt und Geborgenheit bekommen haben besonders schwer, diesen später im Leben anzunehmen, wenn sie ihn endlich bekommen könnten.
Daran kann man gut ablesen, wie tief die ersten Prägungen gehen und wie groß die Herausforderung ist, diese zu heilen.

Praxisbeispiel psychosomatische Hautprobleme

Eine Patientin von mir mit einem bläschenartigen Hautausschlag, der sich sogar im Mund zeigte, hatte besonders deutlich mit diesem Thema zu kämpfen. Sie hatte eine abweisende und vorwurfsvolle Mutter, die ihr häufig zu verstehen gab, dass sie nicht willkommen war und dass sie als Kind Schuld hätte an der schwierigen Situation, in der die Mutter sich selbst sah. Sie hat selten liebevolle Zuwendung bekommen und kennt es eigentlich gar nicht, sich mal fallen zu lassen und in einer geborgenen Situation gehalten zu werden – mal nicht zu funktionieren!

Als wir anfingen, die Ursachen für ihre Krankheit zu ergründen, die phasenweise auch mit Cortisonsalbe gelindert werden musste, wurde schnell deutlich, dass die Beschwerden schlimmer wurden durch den Kontakt mit bestimmten Menschen.
Ebenso ihre Neigung, sich übertriebene Sorgen um andere zu machen.

Es war, als riefe ihre Haut sie immer zu sich selbst zurück, sie lernte besser auf ihre Gefühle zu achten und auf ihre Grenzen – im wahrsten Sinne des Wortes. Aber zu einem wichtigen Wendepunkt wurde eine Aufstellung zu dem Thema, in der sich deutlich zeigte, dass sie sich viel zu oft um andere kümmerte und darüber sich selbst und ihre eigene Bedürftigkeit bzw. ihre eigenen Bedürfnisse vergaß!

Jedes mal wenn sie sich wieder selbst verlor, kamen die Symptome zurück. Das Symptom war ein guter aber strenger Lehrer, der ihr nach und nach half, wirklich gesund zu werden und ihre Lebensgewohnheiten nachhaltig zu verändern.

Der gesamte Prozess wurde durch ein homöopatisches Mittel unterstützt und im Zuge der Therapie mit Körperorientierter Psychotherapie lernte sie, Unterstützung und Halt anzunehmen. Die unversorgten Anteile in ihr konnten „nachreifen“.
Sie konnte sich mehr und mehr auf ihre ihr bis dahin geradezu unbekannten Sehnsüchte und Bedürfnisse nach Halt und Geborgenheit einlassen. Trauer und Wut darüber bekamen ihren Platz, so dass sie diese nicht länger in ihrem Inneren festhalten/kontrollieren musste.

Dadurch wich der innere Druck und sie wurde frei für das Hier und Jetzt, ihre Selbstversorgung im Alltag wurde besser, wie z.B. Essen und Trinken, Bewegung und Ruhe und ihre Grenzen wurden klarer.  Ihre Art Kontakte zu pflegen hat sich deutlich verändert. Sie hat jetzt weniger „übergriffige Freundinnen“ und solche, die ihr stundenlang am Telefon ihr Herz ausschütten. Dafür mehr Freundinnen die sich für sie interessieren und auch mal gerne zuhören und etwas gemeinsam unternehmen.

Das Symptom ist inzwischen seit einigen Jahren nicht mehr aufgetaucht. Selbst wenn sie manchmal noch in „leichte Grenzgefechte“ mit Freundinnen verwickelt wird, ist ihre Haut „großzügig“, weil sie weiß, dass sie sich kümmert.

Haut – Grenze nach innen und außen

Es ist ja bekannt, das Krankheiten der Haut ein Grenzproblem aufzeigen, aber in diesem Falle fand ich die Klarheit der Körpersprache besonders interessant, weil es nicht nur um Grenzen im Sinne von Wut oder Abgrenzung ging, sondern besonders um die Komponente des „bleib hier“ bzw. „Geh nicht weg“!

Es ging nicht so sehr um die Abgrenzung nach außen, sondern um darum, nach innen zu kommen – ins Gefühl, vielleicht auch in Kontakt mit der inneren Ohnmacht, Sehnsucht, Einsamkeit – all das, was wir so ungern fühlen wollen, wo wir uns liebend gerne bei anderen drum kümmern, Trost spenden, helfen oder gar rettend eingreifen – wer kennt das nicht?

An diesem Beispiel wird die Weisheit des Körpers sehr deutlich. Die Weisheit und das „Wissen“ des Körpers um die eigentlichen Bedürfnisse, die sich hinter dem Symptom verborgen haben. Da meine Patientin die Bereitschaft hatte sich auf dieses Wissen einzulassen, wurde das Symptom für sie zu einem liebevollen Wegweiser auf dem Weg zur Heilung.


Coaching

Gerne begleite ich Sie bei Ihrem individuellen Heilungsprozes in 60- oder 90minütigen Einheiten. Neben der Körperorientierten Psychotherapie, Gesprächen und Klassischer Homöopathie biete ich auch Coaching beim Waldspaziergang an und mit Pferden. Die Behandlung wird von allen privaten Krankenkassen übernommen, Beihilfen und Zusatzversicherungen, die Heilpraktikerleistungen mit einschließen.

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Über den Autor

Avatar of Anette Dröge

ist Heilpraktikerin, Autorin und Dozentin für Psychotherapie und bietet körperorientierte Psychotherapie, Coaching, Gruppenarbeit, Klassische Homöopathie und Coaching mit Pferden an.

„Mir liegt die Verbindung von Mensch und Natur am Herzen. In meiner Arbeit verbinde ch deshalb die Welt des Denkens und Fühlens mit der inneren Weisheit des Körpers und der Schönheit der Natur. Ich arbeite seit 1998 in eigener Praxis mit Körperorientierter Psychotherapie und Coaching, Klassischer Homöopathie, Entspannungsverfahren und Coaching mit Pferden.“

Kontakt
Tel.: 0172-3004511

2 Responses

  1. Letizia
    Stressbedingt

    Ich hatte auch lange Zeit Probleme damit. Bei mir lag es letztlich am Stress. Als ich den reduzierte verschwanden auch die Hautprobleme. Meine Hautärztin hat aber damals gemeint, dass man sich die Haare mit Bier waschen solle. Was bei mir auch immer gut funktioniert hat sind Hautcremes aus Joghurt. Der kühlende Effekt reduziert den Juckreiz. Ganz schlimm hingegen ist Rotwein. Davon wurde alles schlimmer. Wer es mal mit Joghurt versuchen will, findet hier ein Rezept für eine Hautcreme selber zu machen: http://www.gesunde-abnehmtipps.de/joghurt-hautcremes-haarkuren-und-mehr-talent-joghurt/
    lg Leti

    Antworten
  2. B.S.

    Wunderschöner, wahrer Artikel, in dem ich mich absolut wiederfinde. Vorallem im Abschnitt „Bedeutung von Berührung!“

    Antworten

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