Anzeige

Das Interview mit Frank Fiess führte Ute Ebser

Das „Institut für Lebenskunst & Tantra“ ist eine Liebes- und Lebensschule zu den Themen Tantra, Sexualität, Liebe, Sinnlichkeit, Beziehungen, Spiritualität, Lebenskunst, Männer und Frauen. Es wurde 1991 in Berlin von Frank H. Fiess und Michaele V. Kuhn gegründet. Mehrere tausend Menschen haben in dieser Zeit die Seminare und Trainings der beiden besucht. Heute ist das Institut ein blühendes spirituelles Zentrum im Herzen Berlins. Im Rahmen eines neuen Buchprojekts hat die Heilpraktikerin Ute Ebser Frank Fiess zu den Inhalten der Arbeit am Institut befragt.

Worum geht’s in eurer Arbeit?
Um einen guten Selbst-Kontakt. Es geht darum, mit sich selbst in Kontakt, in Verbindung zu sein. Die Menschen, die zu uns kommen, werden auf vielfältige Weise darin unterstützt, sich zu zentrieren, zu erden, ins Lot zu kommen und den „eigenen Kreis der Kraft“ um sich zu ziehen. Es geht uns sehr stark um das verwurzelt und präsent sein im ICH BIN – präsent zu sein im eigenen Körper, im eigenen Atem und in den eigenen, wahrgenommenen Grenzen.

Was ist an Grenzen so wichtig?
Klare Grenzen haben eine grundlegende Bedeutung. Intakte und kommunizierte Grenzen sind die Voraussetzung für alle unsere Beziehung und jegliche Form von zwischenmenschlichem Kontakt. Mich selbst klar und deutlich zu spüren innerhalb meines eigenen Raums bedeutet Sicherheit. Es bedeutet, Zuhause zu sein in mir und das Fühlen von Heimat im ICH BIN. Ein authentisches „Ja“ und ein authentisches „Nein“ schenken uns und unseren Mitmenschen Wahrhaftigkeit und Freiheit für uns selbst.

Was heißt das genau: Heimat im ICH BIN?
Viele Menschen sind „innere Heimatvertriebene“. Ihre Wurzeln sind geschwächt. Das zeigt sich in den zahlreichen Süchten unserer Gesellschaft: Alkohol, Zigaretten, Tabletten, Essen, Fernsehen usw. – Sucht sucht! Wenn wir schwache Wurzeln haben und uns unserer wahren Natur nicht bewusst sind, suchen wir in erster Linie im Außen nach Sicherheit, Sinn und Bestätigung. Da das Außen aber eine Spiegelung des Inneren ist, erleben wir immer wieder Angst und Enttäuschung. „Heimat im Außen“ bedeutet für mich persönlich z.B. die Achtung und die Liebe für das schwäbische Dorf, aus dem ich komme und für die Menschen, die dort leben. „Heimat im Innern“ bedeutet für mich, in meinem Körper, in meinem SEIN präsent zu sein – d.h., in diesem Moment, in diesem Atemzug voll anwesend zu sein und durch tägliche spirituelle Praxis einen stabilen, konstanten, inneren Raum als Heimat zu erfahren.

Was können wir tun, um unsere Wurzeln zu stärken?
Wir arbeiten mit verschiedenen, kraftvollen Meditationen und Ritualen, wie z.B. die „Meditation der drei heiligen Wurzeln“. In dieser Meditation lernen die TeilnehmerInnen, sich vom negativen Erbe ihrer Ahnen zu reinigen und sich mit dem positiven Erbe ihrer Ahnen zu verbinden. Eine direkt spürbare Wirkung dieser Meditation ist die enorme Präsenz der eigenen Ahnen, die viele anschließend als Kraftquelle und Stärkung in ihrem Rücken wahrnehmen.

Also Wurzelarbeit als Kraftquelle?
Genau. Jeder Baum hat Wurzeln. Ohne Wurzeln gibt es keine Blüten, Blumen oder Früchte. Das lehrt uns die Natur bei jedem Spaziergang. Für uns Menschen gilt dasselbe. Um unsere Wurzeln zu stärken, arbeiten wir stark ressourcenorientiert. Durch verschiedene Erfahrungen wie z.B. dem Ressourcen-Szenario machen wir uns auch wieder bewusst, wieviel Unterstützung wir eigentlich auf unserem Lebensweg erfahren haben. Wir können wieder spüren, was uns alles als Kraftfeld zur Verfügung steht: unsere Ahnen, unsere Familie, geliebte Menschen, Freundinnen und Freunde, Lehrer und Mentoren, besondere Fähigkeiten unseres Körpers, Bewegung, Tanz, Sexualität, Klang, Orte der Kraft, Inspiration, Kreativität usw. Im „Hier und Jetzt“ können die TeilnehmerInnen wieder die Geschenke ihres Lebens spüren und die Kraftquellen fangen an, zu sprudeln. Das führt zu einer inneren und äußeren Haltung von Zuversicht, Kraft und Klarheit: „Ich schöpfe aus meinen inneren Kraftquellen und ich meistere mein Leben!“

Das hört sich nach Körperarbeit an.
Der Körper ist immer wieder der Ausgangspunkt. Wir führen die Menschen durch die verschiedensten Übungen aus dem Kopf in den Körper, vom Nachdenken und Grübeln in die körperliche fühlende Präsenz. Durch diese Körper-Präsenz ist es uns möglich, kraftvoller im ICH BIN zu sein. Die abertausenden Atemzüge, die wir jeden Tag unbewusst erfahren, geschehen mit mehr innerem Gewahrsein. Hinzu kommen intensive Körper-Bewegungs-Erfahrungen, Yoga, Tanz und andere Rituale und Übungen. Wir laden die TeilnehmerInnen ein, sich intensiv im Körper zu spüren. Sie erfahren, wie die Lebensenergie und die Pulsation des Lebendigen ihren ganzen Körper durchströmt und erfüllt.

Welchen Stellenwert haben Erotik, Sinnlichkeit und Sexualität in euren Seminaren?
Einen hohen Stellenwert. Sexualität ist ein wundervolles Geschenk der Existenz an uns Menschen. Sie kann uns soviel Freude, Genuss und Erfüllung schenken. Unsere Maxime ist: „Lust“ ist immer unsere eigene Lust, jenseits der Vorstellungen und Erwartungen anderer. Es geht uns um die Entwicklung der Lustfähigkeit – das „organisch-sein“ – des ganzen Körpers. Dazu gehören Ganz-Körper-Erfahrungen, die Erlaubnis der vollen Körper-Lebendigkeit und des sinnlichen, sexuellen Seins. Das bedeutet häufig für viele Menschen, bewusst Abschied zu nehmen von den lustfeindlichen Programmen ihrer Eltern und vorangegangenen Generationen, und das vollständige Bejahen ihres eigenen Körpers, ihrer Lust und Sexualität – sich zu spüren in den Genitalien, im Becken, im ganzen Körper. Die sexuelle Kraft, die ja immer auch pure Lebens- und Kreativ-Energie ist, zu kultivieren und ihr einen lebendigen und würdevollen Platz im Alltag zu schenken. Sexualität ist in unserer Kultur oftmals ein Ausdruck von Trennung und ein Jagen nach fremdbestimmten Vorstellungen. Deshalb bieten wir den Menschen in unseren Seminaren einen Raum von Freiwilligkeit, Achtsamkeit und Würde – ein sinnliches Feld, in dem sie sich ausprobieren können. So können sie ein neues sexuelles Selbstverständnis finden und ihren eigenen Ausdruck von Sinnlichkeit und Sexualität entwickeln.

Was bedeutet für euch Spiritualität?
Spiritualität ist die Basis unserer Arbeit und auch unseres ganzen Lebens. Für Michaele und mich ist das Verwurzelt-Sein in der „großen Kraft“ die Grundlage des Lebens. Jeder Lehrer, jede Lehrerin, jeder Therapeut, jede Therapeutin ist letztlich immer nur Kanal und Dienender der einen großen Liebe, der Existenz. Krankheit und Leiden von uns Menschen kommen vor allem durch die Trennung von unserem göttlichen SELBST und der göttlichen Kraft, die uns innerlich beseelt. Es macht den entscheidenden Unterschied, ob wir lernen, uns täglich auf die Liebe und das Eins-Sein der Schöpfung auszurichten oder ob wir unserem Ego erlauben, sich jeden Tag in wechselnden Illusionen, Projektionen, Urteilen und angstbesetzten Gedanken an Vergangenheit und Zukunft zu verlieren. Für mich persönlich ist meine eigene, tägliche spirituelle Praxis – Kriya-Yoga und Tantra-Yoga – die Grundlage meines Mensch-Seins, Vater-Seins, Mann-Seins, Geliebter-Seins und Lehrer-Seins. Vielen von uns fehlt eine stabile geistige Ausrichtung auf die Liebe: eine Geistes-Schulung der Liebe. Wenn wir wirklich real spirituell praktizieren, und nicht nur diskutieren und recht haben wollen, erfahren wir den einen heiligen Raum des göttlichen SEINS. Egal welcher Religion oder welchem spirituellen Pfad wir folgen – jeder Fluß führt zum Meer, jede integre spirituelle Praxis führt uns zur Quelle. Unsere Arbeit steht im Dienst der Einheit der Menschen im Herzen und im Bewusstsein. Es gibt nur eine Erde, eine Menschheit, eine Schöpfung. Es gibt eine heilige Kraft, die alles beseelt, jeden Stein, jedes Sandkorn, jeden Grashalm, jede Blume, jeden Baum, jedes Tier, jedes Kind, jeden Mann, jede Frau – alles eben.

Wie gelingt es, Spiritualität ins tägliche Leben zu integrieren?
Ich bin und war immer ein politischer und gesellschaftsinteressierter und -engagierter Mensch. Spiritualität, Esoterik darf keine Flucht vor der Welt und ihren Herausforderungen sein. Sie kann uns helfen, jede Herausforderung zu meistern. Eine engagierte, spirituelle Arbeit verbindet die Entwicklung und Reifung des individuellen Menschen mit seinem Teil-Sein der Gesellschaft. Spirituelles und gesellschaftliches Engagement gehören zusammen. Ich habe mich z.B. viele Jahre in der Friedensbewegung und anderen gesellschaftspolitischen Initiativen engagiert. Innere Stärke hilft uns, in der äußeren Welt zu handeln für in lebenswertes Leben aller Menschen. Unser Institut befindet sich mitten in Berlin, dort wo viele Menschen leben. Durch die Zentralität und gute Erreichbarkeit unseres Instituts ist es uns möglich, regelmäßige Abendveranstaltungen anzubieten, um die in den Seminaren erfahrenen Inhalte frisch und präsent zu halten, so dass die Integration in den Alltag unserer TeilnehmerInnen optimal unterstützt wird. Denn darum geht es letztlich. Was nützen mir die schönsten Erkenntnisse und Erfahrungen, wenn ich sie nicht in meinen Alltag integrieren kann? Genau das ermöglichen wir in unserem Institut.

Was sind das für Abendveranstaltungen?
Es gibt Meditations-Abende, Tantra-im-Alltag, Frauen-/Männer-Abende, den tantrischen Salon, Chanting und eine Dance-Party. Ein Angebot, was sich nach und nach aus den Anregungen, Bedürfnissen und Wünschen unserer TeilnehmerInnen entwickelt hat und von den von uns ausgebildeten MitarbeiterInnen geleitet wird. Es hat sich ein großes Netzwerk von Weggefährten, Assistenten, Helfern, Freunden und Interessierten gebildet, das ständig wächst und ein wichtiges Element unserer Arbeit für die Menschen dieser Stadt und dieses Landes darstellt. Durch diese Begegnungen – dem realen, authentischen Miteinander – entstehen Freundschaften, Liebesbeziehungen und gemeinsame Projekte. So kann tagtäglich menschliche Nähe, Lebensqualität und Verbundenheit gelebt werden.

Wie würdest du eure Arbeit in einem Satz beschreiben?
Wir gehen den „Weg der Liebe“ und freuen uns über alle Frauen und Männer, die mit uns gemeinsam diesen Weg gehen.

Teilnehmerstimmen – Wie bist du zu der Arbeit von Frank und Michaele gekommen, und was hat sich bei dir dadurch konkret verändert?

Rüdiger Stanke (Pädagoge und Erwachsenenbildner)
Vor 10 Jahren habe ich angefangen, mich für Tantra zu interessieren. Damals stand ich ziemlich am Anfang einer inneren Suche, nach vielen Jahren politischer Arbeit in Ost-Berliner Oppositionsgruppen. Die Wendezeit mit all den gesellschaftlichen Veränderungen und Ent-Täuschungen hatte ich einigermaßen verdaut. Ich hatte damals nach mehr Weite in der Sexualität gesucht, nach Verbundenheit in Freiheit, nach gelebter Spiritualität – über meinen christlichen Zugang hinaus. Ich war auch mit mir als Mann nicht im Frieden und wollte etwas für mich tun.
Gleich das erste Seminar hatte mich von der Atmosphäre her sehr berührt. Es war herzlich und achtsam, sehr energetisch und dicht. Es wurde nicht diskutiert, sondern körperlich gelebt, erlebt und gespürt. Es war die Tür in eine neue Welt.
Am Anfang war es wichtig für mich, dass die Welt, aus der ich kam, nicht abgewertet oder für falsch erklärt wurde. Viele Jahre hatte ich damit verbracht, einen Platz zu finden, an dem ich so sein könnte, wie ich bin, an dem ich mich frei und verbunden immer weiter entfalten könnte. Oder mir so einen Platz zu schaffen. Ich habe politische Bildungs-Projekte gegründet und meine Kraft in ihren Aufbau gegeben. Ich habe mich an Gruppen beteiligt, in denen ich den Geist der Veränderung spüren konnte. Nichts sollte so bleiben wie es war.
Nach meinem Auszug aus einer großen Lebensgemeinschaft, in der ich fast ein Jahr gelebt hatte, wusste ich plötzlich, dass ich das, was ich suchte, nur in mir finden konnte und nicht im Außen. Eine große Entspannung und Wärme ging durch meinen ganzen Körper, eine kaum gekannte Ruhe breitete sich in mir aus. Meine Suche im Außen war zu Ende, ich fühlte mich bei mir angekommen. Mir wurde klar, dass ich aus diesem Heimatgefühl, das nicht an äußere Umstände gebunden war, überall leben und Heimat finden konnte. Es war auf einmal nicht mehr wesentlich, wo und mit wem ich lebte, sondern wie es mir gelingen konnte, diese innere Verbundenheit zu nähren und damit nach außen in den Kontakt zu gehen. Das war kurz nach meinen vierzigsten Geburtstag.
Was hat sich seitdem bei mir verändert? Ich habe gelernt, wie ich immer wieder neu Verbindung aufnehmen kann zu meiner Wertschätzung für die kleinen Dinge, zu all‘ meinen Gefühlen, zu meiner Präsenz in jedem Moment, zu meiner Gestaltungskraft, zu meiner Liebe und zu meiner Lebensfreude, wenn sie mir im Alltag manchmal abhanden kommt. Und ich vertraue inzwischen wieder meiner inneren Stimme und jenen Kräften, die uns in allem, was dem Leben dient, unterstützen wollen, wenn wir sie nur darum bitten. Demut ist für mich nicht mehr mit Ohnmacht verknüpft wie früher, sondern mit Loslassen und Vertrauen. Ich fühle mich immer mehr getragen und geborgen. Meine Liebe für diese Welt wächst weiter und ich muss seltener gegen etwas ankämpfen. Das Leben wird intensiver, je älter ich werde. Ich habe keine Angst mehr, etwas Wesentliches zu verpassen. Meine Genussfähigkeit ist gewachsen – im Sex gelingt es mir manchmal, völlig aus dem Tun auszusteigen. Das Leben wird immer schöner und das Ende ist noch lange nicht erreicht. Aus dieser Kraft heraus ist alles möglich.
Seit Jahren ist das Institut für Lebenskunst und Tantra ein Heimatplatz für mich auf der langen Reise zu mir selbst. Frank und Vimalmani sind meine wichtigsten Lehrer. Ich bin ihnen sehr dankbar für ihre klare und liebevolle Begleitung, in der ich innerlich weiter werden und wachsen kann.

Paula Moreike (Fotografin)
Alles fing damit an, dass ich in der sogenannten Lebensmitte stand und feststellte, dass ich eigentlich „alles erreicht“ hatte, wovon meine Eltern für mich träumten: Einen gut bezahlten Job, eine solide Beziehung mit einem wunderbaren Mann, eine große Eigentumswohnung. Dazu noch äußerlich ganz knackig und gesund. Warum nur war ich innerlich so unzufrieden? Das konnte ich doch nicht laut sagen, wo mich alle beneideten! Ich verlor den Job, brach aus der Beziehung aus und stellte mir die Fragen: „Was ist der Sinn meines Lebens? War das wirklich alles? Wo ist meine Leichtigkeit, mein Feuer von einst, geblieben?“
Das Wort „Tantra“ schwirrte mir im Kopf. Was war das eigentlich? Keine Ahnung … irgendetwas mit Sex?! Nein, nein, das war mir zu gefährlich und auch zu platt. Und doch: Ich wollte dem inneren Ruf folgen und buchte die Seminar-Reise nach Korfu … „die innere Sonne erwecken“ … oh ja, gerne, wenn sie noch zu finden war!
Schon bei der Begrüßung fühlte ich mich wohl und geborgen. Ich wurde zu nichts gedrängt, ich durfte einfach nur „sein“, mich spüren, erleben. Die Mischung aus Gesang, Tanz, Meditation, Begegnung und später auch achtsamer Berührung ließen meinen inneren Panzer von Tag zu Tag abschmelzen. Ich habe ein Stück meines Selbst wiedergefunden.
Inzwischen sind einige Jahre vergangen und ich habe in dieser Zeit diverse „Celebrations“ im Institut besucht. Nun bin ich in der 3-jährigen Ausbildung „Der Weg der Liebe“, der inzwischen auch mein Weg geworden ist. Ich verspüre einen totalen Zuwachs an Lebensqualität in allen Bereichen! Ich lebe meine Wahrheit und achte und wertschätze meine Mitmenschen. Ich habe viel zwischen meinen Eltern und mir geheilt, mit meinem schon vor über 20 Jahren verstorbenen Vater genauso wie mit meiner noch lebenden Mutter. Ich habe endlich Verantwortung für mich und mein Leben übernommen und allen Groll hinter mir gelassen. Da ist einfach Frieden, Verständnis und Dankbarkeit, dass sie mir das Leben geschenkt haben.
In der Sexualität bin ich bewusster, achtsamer geworden und schaue genauer hin, was mir gut tut, wo ich besser Grenzen setze und wo ich grenzenlos schwinge. Ich habe sowohl den Geist der 68er miterlebt, als auch den der kämpferischen Frauenbewegung. Ich habe nun einen ganz neuen eigenen Bezug zu meiner Sinnlichkeit, meiner Lust und meinem Frau-sein gefunden. In meinen Beziehungen zu Freundinnen und Freunden sind die Gespräche persönlicher als früher und ich habe mehr Mitgefühl. Kontakte, die nicht mehr gestimmt haben, konnte ich liebevoll hinter mir lassen. Meine gesamte Form der Kommunikation hat sich verändert. Es geht nicht mehr darum, wer Recht und wer Unrecht hat, sondern darum, sich zu verstehen.
Anfangs habe ich nicht so recht die Bedeutung erfasst, was es heißt, „die Frau meines Lebens“ zu sein. Nun spüre ich, wie schön es ist, mit mir alleine zu sein und ein Stück freier von Urteil und Anerkennung anderer Menschen. Ich gehe bewusster in Kontakt und bin herzlicher, mutiger und authentischer geworden. Alte Glaubenssätze über mich und andere lasse ich nach und nach los. Das fühlt sich sehr befreiend an. Zu meinen Gefühlen, zu meiner Intuition, habe ich einen viel tieferen Zugang als früher gefunden und auch zu unserer Schöpferkraft. Liebe ist eben nicht nur ein Wort!

Romualda Michalik (Medizinisch-technische Assistentin)
Ich habe das „Institut für Lebenskunst und Tantra“ vor fünf Jahren kennengelernt, als einen Ort von Respekt und Liebe, von Angenommensein und Wertschätzung. Es ist für mich ein Ort des Aufatmens in dieser Gesellschaft, wo Orientierung fast nur im Außen stattfindet. Hier ist Rückbesinnung auf mich selbst möglich, auf meine Stärken, meine Kraft, meine Essenz, auf ursprüngliche Werte von Achtsamkeit, Liebe, gegenseitiger Wertschätzung, Rücksicht, Leben im Miteinander, in Gemeinschaft sein ohne Konkurrenz und Egoismus, ohne Ausgrenzung und Bewertung. Hier kann ich sein, wachsen, heil werden von Verletzungen und Defiziten, mich in meine Kraft entwickeln und dadurch auch meiner Berufung näher kommen und sie leben. Im „Institut für Lebenskunst und Tantra“ ist Raum für Entspannung, Vertrauen, Liebe, Verantwortung, Aufmerksamkeit, Sinnlichkeit, Erfahrungen mit meinen Gefühlen, Spiritualität, Göttlichkeit, Humor und Freude. Für mich ist dieser Ort eine wichtige Kraftquelle geworden, aus der ich Reichtum und Fülle erfahre.
In den verschiedenen Seminaren und auf dem „Weg der Liebe“ habe ich mich in dieser Zeit wieder mit mir selbst verbunden. Ich habe gelernt, mich tiefer wahrzunehmen, in meinem Körper, meinen Gefühlen, meiner Seele, mir Aufmerksamkeit zu schenken, mich zu verstehen und anzunehmen wie einen Liebsten. Ich konnte mich endlich als Mädchen und Frau, als Geliebte und Liebende kennen- und lieben lernen. Meine Sexualität ist frei von Angst und Abgrenzung geworden – meine Lust ist in meinem Leben angekommen! Meine Verbindung zu anderen Frauen ist tief und schwesterlich geworden. In meiner Beziehung zu Männern habe ich viele Verletzungen, Ängste und negative Erfahrungen heilen können. In mir ist ein tiefes Verständnis, Respekt und Liebe gegenüber Männern entstanden. Dabei sind Hingabe und Verantwortung für die eigenen Grenzen und die Grenzen des anderen gewachsen. Ich kann heute wirklich Nähe erfahren, ohne mich zu verlieren oder mich in Ängsten zu verfangen.
Außerdem ist hier ein kraftvoller Raum für spirituelle Entwicklung. Spiritualität, die Verbindung zu Gott, zum Großen/Ganzen ist mehr und mehr ein Anliegen meiner Seele. Für mich ist „der Weg der Liebe“ eine sehr wichtige Arbeit nicht nur für jeden Einzelnen, sondern auch für die Entwicklung einer würdevollen Gesellschaft. Sie ist ein Nährboden und Grundlage für Frieden, Miteinander und Liebe in der Welt. Ich habe hier meine wichtigsten Freunde und Wegbegleiter gefunden, ein Geschenk für mein Leben, das mich reicher und glücklicher macht, mir Vertrauen schenkt und mich unterstützt auf meinem Weg in meine Berufung, meinen Weg zu mir selbst.

Dieser Artikel ist Teil der Themenseite(n):

Über den Autor

Avatar of Frank H. Fiess

ist Diplom-Pädagoge, Heilpraktiker für Psychotherapie, Tantra-, Yoga-, Feuerlauf-Lehrer und Therapeut für integrative Körperpsychotherapie.

Er wurde 1958 geboren, ist verheiratet und Vater eines Sohnes. Gemeinsam mit Michaele V. Kuhn leitet er das 1991 gegründete Institut für Lebenskunst und Tantra in Berlin.

Seit über fünfzehn Jahren arbeitet er darüber hinaus im Rahmen des von ihm gegründeten Projekts „Im Kreis der Männer“. Seine praktische Art, seine leidenschaftliche und lebensbejahende Ansprache und Kompetenz lassen einen spüren und erleben, was es heißen kann, ein Mann zu sein.

Sein Buch ist ein lebensnahes, spirituelles Männerbuch, dessen Inhalte und Übungen mit mehr als eintausend Männern aus allen Schichten, Berufen und Altersgruppen praktiziert und weiterentwickeltwurden.

Eine Antwort

  1. Wilkening, Günter

    Vieles ist sehr wichtig und es kommt doch darauf an um vieles mit Liebe zu gestalten, auch auf die Verbundenheit in der Zweisamkeit was Menschen zusammen führt, dazu bitte ich um Gratiseintrag (Ratschlag).:
    Wie wichtig es doch ist, dass zwei Menschen in einer
    Beziehung/Partnerschaft folgende Regeln bzw. Grundsätze
    Unbedingt einhalten und beherzigen.:

    1.) Jeden Tag sollte man kreativ und positiv gestalten sowie
    neugierig sein und gemeinsam viel neues aus probieren,
    denn Langeweile ist nicht gut für die gemeinsame Zeit und
    die Liebe.

    2.)Die Freiheit sollte man immer bewahren, denn beide
    Partner müssen und sollten sich immer frei entfalten
    sowie können sich ruhig mal ein paar Tage getrennt
    voneinander verbringen und allein sein, denn es
    es tut immer gut sich nacheinander zu sehnen.

    3.) Zeit füreinander investieren, denn wenn keine Zeit
    für gemeinsame Gespräche und Unternehmungen
    vorhanden und möglich ist, dann bedeutet es, dass die
    Beziehung/Partnerschaft nicht von Bestand ist.

    4.) Verschiedene Interessen pflegen, denn Sie müssen
    nicht unbedingt dasselbe Hobby oder den identischen
    Freundeskreis haben, denn unterschiedliche Erfahrungen
    Bereichern die Beziehung/Partnerschaft sowie die Liebe.

    5.) Sehr wichtig ist auch der Austausch von Zärtlichkeiten,
    Gefühlen, Streicheleinheiten usw., denn das und vieles
    ist die Grundlage der Liebe/Zweisamkeit, was zwei bewegt
    um gemeinsam füreinander immer da zu sein sowie der
    Nektar des Lebens.

    Bitte um Kenntnisnahme und Beachtung.

    Günter Wilkening

    Antworten

Hinterlasse einen öffentlichen Kommentar

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.

*