Anzeige

„Tantra beginnt im Supermarkt, in der U-Bahn, womöglich sogar bei der Steuererklärung und bei einer Begegnung auf der Straße …“

Wir leben in bewegten Zeiten. Die gewaltigen Umbrüche der letzten Jahre sind nicht spurlos an unserem Wertesystem und an dem Rollenverständnis, das wir von uns selbst haben, vorübergegangen. Wer sind wir, auf welchem Grund bewegen wir uns und vor allem: wie? Eigentlich keine neuen Fragen auf dieser Reise mit einem uralten Körper in einer sich immer rasanter entwickelnden Geisteswelt, die sich zunehmend und weltweit in unglaublichen technischen Meta-Systemen manifestiert. Einer globalen Logistik, die unser soziales System und unsere Rolle darin umdefiniert, deren Warenbegriff bis in die zellulären Ebenen des Lebens alles zu erfassen droht. Designvorlagen für Umwelt, Körper, Lebensentwürfe. Marktplätze. Kultur der Trennung. Persönliche Entwicklung als One-Man-Show im rasanten Abwärts-Slalom der Egotrips. Kämpfen und Loslassen. Wir mittendrin, getrieben in Aktion und Reaktion. Das fortwährende Orakel Alltag ist aktueller Weltenlauf und Manifestation im Moment wirkender Energien.

Wie ist in einem solchen Szenario persönliche Entwicklung in Verbundenheit zu sich selbst und dem anderen möglich? Auch hier ist Slalom, ist Herausforderung und Selbstverantwortung. Ein Aufwärts-Slalom? Tantra als Konzept ist für uns ein Navigationssystem, das, sich immer wieder dem Moment stellend, unser Leben spiegeln und klären kann. Im Körper, im Herzen, in den Etagen des Geistes.

 

Tantra – Werkzeug zum Weben

Entstanden im vorzeitlichen Nordindien ist Tantra eine der wenigen spirituellen Lehren, die Spirit nicht nur im Geist, sondern auch auf allen Ebenen des Körperseins anerkennt. Wissen, wurzelnd in der Verschmelzung von körperlicher und geistiger Erfahrung, unter Anerkennung der grundsätzlichen Polarität dieses Universums, Tanz und Einheit der Gegensätze. SHAKTI, reine Energie, und SHIVA, reine Bewusstheit. Die Sexualität ist in diesem Tanz die bindende Urkraft. Das ist sie im höheren Sinne wie auch in unserer täglich gelebten Erfahrung. Deshalb hat Sexualität im Tantra diesen hohen Stellenwert, der allerdings – in Verkennung der Weite des tantrischen Konzepts – besonders in unserer westlichen Kultur oft auf eine bloße Kultur des Sex eingedampft wird. Eine Sexualität, die sich auf die körperliche Begegnung ausgebauter Egos auf den Oberflächen der körperlichen Anatomien reduziert. Spirituelle Folklore, Wellspirit und Kamasutra-Clubbing.

 

Heilkraft Sexualität

Tantra ist sexuell, weil die Akzeptanz lebendiger Sexualität eine natürliche Voraussetzung unserer persönlichen Befreiung ist. Weil sich in diesem Feld die höchsten Grenzzäune, Illusionen und Energien manifestieren. Ein eingeklemmter Körper erzeugt ein eingeklemmtes Herz und eine gezähmte geistige Flamme.

In den 1970er Aufbruchsjahren war Befeiung ein großes Thema. Suchende, die sich auf östliche Wahrheitslehren einließen, brachten Tantra und befreite Sexualität in das westliche Wahrnehmungssystem. In Verbindung mit den Erfahrungen westlicher Psychologie entwickelten sie Systeme, die für Menschen unseres Kulturkreises erfahrbar sind und, mit unterschiedlichen Ansätzen, unter dem Begriff „Neotantra“ bekannt wurden. So entstand z.B. im Umfeld des indischen Mystikers OSHO durch Margot Anand Naslednikov das „SkyDancing Tantra“ als eine Methode aus intensiver Körperarbeit, Meditation und bewusster Begegnung. Lebensweisheit, Liebesweisheit, Körperweisheit.

 

Seminar im Leben

Tantra kann in Seminarräumen beginnen, zielt aber in der Ausrichtung auf Integration ins Leben. Ein Seminar ist ein Experimentierfeld, ein geschützter Raum, der Aktionsfläche und Spiegel bietet, dich deinen Aspekten in Liebe und Akzeptanz zu dir selbst zu stellen. Dieses Labor entführt dich erst einmal aus deinen Tagesroutinen und bietet die Möglichkeit, dich selbst zu schenken und dich dir selbst auszusetzen – wem denn zuerst sonst? Tief im Herzen. Die Welt wohnt an diesem Platz. An den Grenzen von KÖRPER, ICH, WIR, WELT, GEIST ist Veränderung erfahrbar. So sind Freiheit, Begegnung, Sexualität in einem völlig neuen Kontext möglich. Tantra ist ein Konzept, das Lehrpfade ins Leben anbietet, Lehrpfade, die du selbst schreibst in deiner momentanen Wahrheit und unverhüllten Bewusstheit.

Sei die totale Abenteuerreise. Klarheit leben in diesem bunten und herausfordernden Karussell. Mit kleinen Blickverschiebungen öffnet sich oft das Universum der Möglichkeiten. Alles, was vor dir steht – und das meint wirklich alles – ist es wert, gesehen zu werden. Ein Geschenk des Moments. Überraschung!

Tantra beginnt im Supermarkt, in der U-Bahn, bei einer Begegnung auf der Straße. Mit einem Lächeln und dem Erkennen einer Verbindung. Mit Bewusstheit in diesem Augenblick, der dein momentaner und wirklich wahrer Alltag ist. Der Atem wird weit, das Herz riecht Freude. Ohne Hintersinn, ohne Plan, ohne Ziel. Einfach jetzt und aus vollem Herzen. Darunter das Leben. Immer wieder neu. Es funktioniert. Probier das mal.


Abb.: © mixedmindarea_matthias grimm

Dieser Artikel ist Teil der Themenseite(n):

Hinterlasse einen öffentlichen Kommentar

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.

*