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Ganzheitliche Heilung bedeutet, sich aus den Verwicklungen des Egos zu befreien und sich bewusst der Heilkraft der Seele zu widmen. Das initiiert einen von der Seele geführten Wandlungsprozess, der das, was der Verstand für möglich hält, weit übersteigt.

Von Dr. Dagmar Uecker

Der Mensch ist eine multidimensionale Wesenheit. Er ist zugleich ein Sohn des Himmels und ein Kind der Erde. In ihm wohnen zwei Seelenaspekte: Der eine sehnt sich nach seiner ewigen geistigen Heimat, mit der ihn eine Art „Urerinnerung“ verbindet. Der andere sucht seine Lebenserfüllung in der vergänglichen Natur. Der heutige, stark in der Dichte der Materie verankerte Mensch ist sich seines Ursprungs und damit seiner wahren geistigen Identität kaum bewusst. Er identifiziert sich mit der Körperlichkeit und vergisst, dass wir zwar einen Körper haben, aber dieser Körper nicht sind.

Der Körper dient als Gefäß, das unsere ewige Wesenheit eine Zeit lang bewohnt. Unsere Persönlichkeit ist das Instrument, durch das das Ewige in uns „tönen“ möchte. Es sind besondere Momente in unserem Leben, wenn wir plötzlich durch die Schleier unserer stofflichen Wahrnehmung hindurch in die Wirklichkeit unserer geistigen Identität schauen dürfen. Doch gerade in den dunklen Nächten unseres Daseins sind wir unserem wahren Selbst am Nächsten. Es sind Situationen, in denen unser Ego – zum Beispiel durch Todesangst oder schmerzhafte Verlusterlebnisse oder menschenunwürdige Unterdrückungen – ans Ende seiner Tragfähigkeit gekommen ist. Dann kann es geschehen, dass wir erleben, wie uns eine andere Wirklichkeit in unendlicher Liebe umfängt und trägt.

Wir erfahren einen Seelenraum, in dem wir nicht erreichbar sind von peinigender Todesangst, unerträglicher Trauer oder entwürdigender Gewalttätigkeit; wir erkennen unser wahres Selbst, das uns heim-sucht. Das sind lichte Momente, luzide Selbsterfahrungen, die eine Wandlung in unserem Denken, Fühlen und Handeln bewirken. Unsere wahre Heimat hat uns berührt.

Die Heilkraft der Seele: Unbewegtheit im Jetzt und Hier

Aber auch in anderen Situationen können wir die innere Melodie unserer ewigen Seele vernehmen. Es kann in Augenblicken des inneren Rückzuges aus den Schaubühnen der Selbstinszenierungen geschehen, wenn das erlebnishungrige Ego zum Schweigen gekommen ist. Rilke sagt von dieser ewigen Stimme: „Aber das Wehende höre, die ununterbrochene Nachricht, die aus Stille sich bildet.“ Für sie können wir achtsam werden. Sie scheint aus dem Unbewegten zu kommen, Hören setzt hier ein Einhalten voraus. Im absichtslosen Gewahrsein des „Hier und Jetzt“ offenbart sich das Reich der Allgegenwart als ein unbewegter Grund, ein Hintergrund des bewegten Daseins.

Die Bewusstseinsdimensionen erweitern sich zum Transpersonalen. Anfangs sind es kurze luzide Momente. Orientieren wir uns an ihnen, so führen sie langsam und nachhaltig in eine Transformation, einen Seinszustand, der wahres inneres Glück und tiefe Freude bedeutet. Meistens ist der Mensch allerdings so verhaftet mit den Wünschen und Ziel – setzungen seines Egos – einem Spross seiner irdischen Kindschaft –, dass er seinen wahren geistigen Adel nicht erkennt. Er identifiziert sich mit dem Ego und richtet seine Intentionen auf die Verherrlichung und womöglich die Verewigung dieses Ichs. Als Aufgabe gegeben ist uns indes die Verwirklichung des wahren Selbst, das der Ewigkeit angehört und darauf wartet, in uns zu erwachen. Es ermöglicht die Offenbarung des Göttlichen in unserer Welt.

Karma als Entwicklungshilfe

Achten wir in unserem Denken und Handeln nicht auf die geistigen Lebensfelder und ihre Gesetzmäßigkeiten, so bleiben wir dem zeiträumlichen Gesetz der Kausalität, dem Karmagesetz, unterworfen, das unerbittlich die Folgen der ins Leben gerufenen Ursachen einfordert. Wir treiben das Rad der Wiedergeburten an, ohne uns dessen bewusst zu sein, und erniedrigen uns zu Spielbällen unserer eigenwilligen Schöpfungen. Es obliegt dann der eingeborenen ewigen Seele, uns geduldig und liebevoll durch unsere selbstgeschaffenen karmischen Verwicklungen zu führen – eventuell über viele Inkarnationen hinweg –, damit Erkenntnis und Unterscheidungsvermögen reifen können. Schließlich wird unser Wesen jedoch seine eigentliche, geistige Identität erkennen.

Kranksein beginnt im Bewusstsein

Krankheiten und Leiden sind Signaturen dafür, dass wir nicht im Einklang mit der Schöpfungsordnung leben. Paracelsus, ein „Großmeister“ der Heilkunst, vermittelt unserem Bewusstsein: „Wenn wir die erste Ursache von Krankheit finden wollen, dann ist sie ein Herausfallen aus dem Gesetz.“ Die im Kosmos geltenden universellen Gesetze wirken sich auch auf uns als „Mikrokosmen“ aus. „Wie oben, so unten“ heißt das in der Lehre der mythischen Gestalt Hermes Trismegistos. Es bedeutet auch: Alles, was es im Kosmos gibt, hat eine Entsprechung im Menschen. Er wird eben deshalb in der Tradition der inneren Wege „Mikrokosmos“ genannt. Abweichungen von den kosmischen Harmonien – wie beispielsweise menschlich- egoistische Eigenwilligkeiten – lösen Korrekturen aus, denn die kosmischen Schwingungsebenen wollen die Harmonie wieder herstellen. Die individuellen Funken des Lebens werden ständig zu einem Gleichklang mit dem einen Leben gerufen. Vernehmen wir den Ruf nicht oder folgen wir ihm nicht, ist Destruktion, Degeneration und Unheilsein die Folge.

Beim Kranksein liegt eine Dissoziation zwischen dem innewohnenden wahren Selbst und seiner Erscheinungsform, der sterblichen Persönlichkeit, vor. Dieser Konflikt soll erkannt werden. Die Symptome, die wir störend in unserer Körperlichkeit erfahren, sind mahnende Signale für die Dysbalance im Fließgleich – gewicht unserer Wesenheit. Sie sind Chancen zur Erkenntnis. Der hinduistische Lehrer und Philosoph Shankara bezeichnet darum das Leid als das schnellste Pferd zur Vollkommenheit. In meiner 50-jährigen ärztlichen Arbeit durfte ich bei vielen Sterbebegleitungen und Schilderungen von Nahtoderfahrungen Einblicke erhalten, wie Menschen in Bewusstseinsräume geführt wurden, die sie nachhaltig zu „neuen Menschen“ machten. Eine Patientin bekannte nach jahrelanger existenzbedrohender Krankheit: „Ohne diese Krankheit wäre ich nicht zu der geworden, die ich heute bin.“

Einer meiner Lehrer, Mathias Dorcsi, der in Wien Homöotherapie lehrte, gab folgende Erfahrung weiter: „Wenn eine Heilung gelingt, dann hat sich sowohl im Patienten als auch beim Therapeuten ein Bewusstseinswandel vollzogen.“

Heilung bedeutet Transformation

Wir können, so meine ich, nur wirklich heil werden, wenn wir uns bereit finden, unseren Eigenwillen unter das Gesetz des All-Einen, des Allwillens zu stellen, wenn wir uns in ernsthaftem Bemühen dem jedenfalls nähern. In der freiwilligen Hingabe unserer Egoität an die höchste geistige Instanz – und diese ist in uns selbst – gehen wir auf in der universellen Weisheit und allumfassenden Liebe der transpersonalen Seinsebene. Damit ist ein Wandlungsprozess verbunden, der von der wahren Seele geführt und uns über die reine Intuition vermittelt wird. Wahre, tiefe Freude und ein Frieden treten auf, die allen Verstand übersteigen. Auf diesem Weg finden wir die ersehnte Heilung.


Am Samstag, 18. März 2017, findet in der Schankhalle Pfefferberg, Schönhauser Allee 176, 10119 Berlin, das Symposium „Quantenheilung und die Heilkraft der Seele“ statt.

Dr. Dagmar Uecker spricht über: „Heilung – ein Seelenweg“, Marcus Schmieke über „Quantenheilung“. Beginn: 15 Uhr, Ende ca. 18 Uhr. Eintritt: 15 € / erm. 10 €. Näheres unter www.stiftung-rosenkreuz.org

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