Wie uns unsere Prägungen abhalten, unser potenzielles Wahrnehmungsfeld wirklich auszuloten – und unser Ego bestimmte Vorstellungen hat, wie genau unsere Wahrnehmung aussehen sollte. Engel sehen ist möglich…

von Ellen Kosma SiebenS☼nne

Im Jahr 2004 lernte ich auf einer Reise eine Frau kennen, mit der mich eine Zeitlang eine lose Freundschaft verband. Sie wohnte südlich der Rhön – nicht gleich um die Ecke. Als ich sie das erste Mal besuchte, war ich von ihrer Wohnung überfordert. Zu viele Kleinode. Und jedes Teil stellte einen Engel dar. Postkarten, Bilder, Sofakissen, Trinkbecher, Untersetzer, Servietten, Figuren, Anhänger, Plüsch, Ton, Kunststoff. Alles war dabei. Raphael ist ihr Lieblingsengel, erklärte sie mir, und sie könne halt nie vorbeigehen, wenn er irgendwo zu sehen (und zu haben) sei. „Der hilft uns doch.“

Zwei Jahre zuvor hatte ich, weil meine Kinder noch zu klein waren, um mir viel soziales Leben zu erlauben, bei lieben Nachbarn einen Gesprächskreis besucht. Lauter liebe Menschen – und wie sich herausstellte, kannten sie sich alle aus ihrer Kirchengemeinde. Zu den Abenden besprachen sie verschiedene Bibelpassagen, Gedanken, Theorien und Interpretationen. Um nicht nur auf meinen gesunden Menschenverstand und mein tiefes Gerechtigkeitsempfinden zu vertrauen, sondern auch sachlich zu verstehen, was sie bewegte, las ich die Bibel. Die Engel darin waren kraftvoll, dogmatisch, präsent, stark – ganz anders als die Sammlung verschiedener Abbilder von Raphael.

Zehn Jahre später

Ich war gerade frisch getrennt und war fest entschlossen, die Zeit meines Single-Seins dazu zu nutzen, in mir selbst aufzuräumen, mich um mich selbst zu bemühen und (besser) auf mich zu achten. Außerdem spürte ich, dass ich mir oft selbst im Weg stand, wenn es um Entscheidungen ging. In diese Situation hinein empfahl mir meine Freundin aus Hamburg, ich solle UNBEDINGT einen Telefontermin mit Friederike Rath, einer Expertin für heilende Engelkontakte, vereinbaren. Das wäre so der Hammer und ich würde ja auch selbst gerade so ein bisschen durchhängen. Das könne ich sicher brauchen. Viele meine Klienten und Leser kennen einen Teil der Geschichte bereits. Diesen hier habe ich aber noch nicht erzählt.

Meine Freundin ist schnell begeistert und findet (gefühlt) jede Woche einen neuen heilerischen Überflieger, den man kennen, buchen oder lesen muss. Ich war daher nicht gleich Feuer und Flamme, sondern im Prüfmodus. Dennoch sah ich mir die Internetseite von Frau Rath an. Ich sah ihr Foto, und in dem Moment wusste ich, dass ich eine Sitzung buchen würde. 150 Euro hatte ich eigentlich nicht übrig, aber mein Bauchgefühl und meine Seele drängten mich. Es fiel mir schwer, mich für mich zu entscheiden und dieses Geld auszugeben. Aber manchmal kann ich sehr pragmatisch sein. Ausschlaggebend war letztlich mein eigener Entschluss, auf mich zu achten. Ich buchte meinen Time – slot, und als wollte der Himmel mir DANKE sagen, rief eine halbe Stunde später eine neue Kundin an, so dass ein Teil des Geldes wieder da sein würde. Puuh.

Etwas geschieht mit mir

Vor dem Termin war ich aufgeregt, hatte mehrere Nächte intensiv und klar geträumt. Viele bereits bearbeitete Themen begegneten mir nochmals im Alltag und ich erkannte, was ich bereits gelöst hatte und was noch schmerzte. Diesen Zustand kenne ich von mir selbst und von meinen Klienten. Große Heil-Veränderungen kündigen sich an. Sie werden in unserem System vorbereitet und eingeleitet. Friederike zeigte mir das Urzln (Ursachen rausziehen lassen) und ich spürte körperlich, wie die Energien der Glaubensmuster, die mit diesen Ursachen zu tun hatten, mich verließen. Sehr beeindruckend. Zum Ende der Sitzung hin fragte sie mich, ob es noch etwas gäbe, worauf wir gemeinsam schauen wollten. Ich hatte das Gefühl, alles bereits angebracht zu haben, und stellte daher nur die Frage, ob sie die Engel sehen könne. Sie lachte: „Ja, na klar.“ Ich reagierte unüberlegt: „Echt? Ich nicht. Spüren kann ich sie gut, aber sehen nicht – da hab‘ ich Angst davor.“ „Na, da haben wir doch was, das wir noch auflösen können!“

Ein Rudel schmerzhafter Überzeugungen

Und los ging es: Ich bin nicht rein, klar, spirituell, brav, angepasst, durch Leid, Askese, Geißel ausreichend geläutert genug, um sie sehen zu dürfen! Meine Augen taugen nicht dazu. Mein Körper ist unrein, weil ich eine Frau bin. Meine Seele ist nicht geklärt genug, ich trage Schuld in mir durch meine bloße Existenz, ich bin eine Schande vor dem Angesicht Gottes. Ich selbst bin schuld an allem Übel. Nur Geheiligte, Meister, Hohepriester und andere Würdenträger dürfen die Engel sehen. Ich bin durch meinen Stand, meine Bildung, meinen weiblichen Körper davon ausgeschlossen. Ich habe mein Recht darauf, glücklich zu sein, verwirkt. Ich bin es nicht wert. Alles, was ich unternehmen werde, um Abhilfe zu schaffen und es wert zu sein, ist zwecklos. Etwas wie: Mich kann man noch nicht mal mit einem Namen oder einem Wort benennen (so mies bin ich).

Alle Segnungen der Welt würden nicht ausreichen, um mich wieder würdig sein zu lassen. Ich habe zu viele ungläubige Leben gelebt, als dass Gott mir verzeihen könnte. Es ist meine gerechte Strafe und ich darf nicht aufbegehren. Ich muss bis in alle Ewigkeit Buße tun. Das Fegefeuer wäre noch zu gut für mich. Ich muss bestraft werden, weil ich etwas erreichen will, das mir nicht zusteht. Um Gnade zu bitten, wird mir nichts nützen. Es war natürlich vollkommen utopisch, in den letzten fünf Minuten der Sitzung alles zu finden, was aufgelöst werden wollte. Denn ziemlich offensichtlich stammten meine Glaubenssätze nicht aus diesem Leben. Sie schienen mir einerseits persönlich (aus meinem eigenen individuellen Seelen-Zeit-Strahl) und andererseits kollektiv (die ganze Menschheit betreffend).

Manche Glaubenssätze waren beides. Meine Bitte – in den vorgegebenen Worten Friederikes – an die Engel, lautete:

Liebe Engel, bitte zieht mir dies mit allen Ursachen und Auswirkungen jetzt vollkommen raus! Danke.

Ob die Engel auch auf jemanden wie mich hören würden? … Sie taten es! Diese und viele andere Glaubenssätze mussten dran glauben und verließen mein Energiesystem, meine Zellstrukturen, meine Verhaltensweisen. Ich weiß nicht, wie viele Male ich, seit diesem Tag, diese einfache Bitte an die Engel gerichtet habe. Es ist auch nicht wichtig. Das Wesentliche ist aus meiner Sicht: Sobald du erkannt hast, dass etwas nur deinen Gedanken entspringt und nicht tatsächlich die von Gott gewollte Realität ist, und sobald du also dadurch auch nicht länger damit identifiziert bist, kann es sich lösen. Manche Muster sind tiefer verstrickt und brauchen mehrere Ablösungen. Anderes ist unglaublich allumfassend und trotzdem mit zwei Aktionen verschwunden. Einige Lebensthemen werden anscheinend komplett von Glaubenssätzen verschont. Alles ist möglich.

Und jetzt? Die logische Frage ist natürlich, ob ich die Engel nach all der ganzen Arbeit jetzt sehe. Schließlich habe ich zwei Bücher gemeinsam mit den geistigen Helfern geschrieben. Sie sind in jedem meiner Seminare anwesend und spürbar. Sie wirken durch mich in meinen Soundclouds und Video-Podcasts. Die Engel haben mich gebeten, ihre Schwingung in meine Lichtund Sternen- Globuli zu prägen, so dass wirklich jeder auf dieser Welt auf ganz einfache Weise mit ihren heilsamen Frequenzen arbeiten kann und Heilung erfahren darf. Aber wisst ihr was? Ich sehe sie nicht. Nicht mit den Augen. Ich sehe sie mit dem Herzen. Ich kann ganz deutlich und konkret sagen, welche Farbe, Musterung, Struktur, Ausdehnung, Mimik, Gestik, Erscheinung sie haben. So wie ich die Seele eines Klienten ansehen kann. Auf die gleiche Weise sehe ich die Engel, aufgestiegenen Meister, die Schöpferdrachen, die außerirdischen Helfer, Fremdenergien und so weiter. Dabei habe ich übrigens herausgefunden, dass sie nicht dem Bild entsprechen, das in der Bibel vermittelt wird. Kein strafender Gott, keine Racheengel, keine beängstigende dogmatische Erscheinung. Aber auch keine verkitschte, überzogene Weichmacherei mit Gefühlsduselei.

Engel sind KLAR. Sie sind REIN. Sie sind LIEBE. Der für mich persönlich beste Kontakt-Kanal ist mein Herz. Diesen Kanal nutze ich bereits. Auf diesem Weg erhalte ich sehr umfangreiche Informationen. Ich bin nicht abgelenkt von den Eindrücken, die meine Augen aufnehmen. Dadurch kann ich noch tiefer blicken – durch die Energien noch hindurch. Ich kann sehen, woher sie kommen und wohin sie gehen und zu welcher Zeit sie entstanden sind. Mit den Augen wäre das wahrscheinlich zu verwirrend.

Nächste Termine
Online-Webinar: „Schöpfungszyklus 2019“,
29. Juni und 28. September 2019
Tages-Seminar: „Die Energieschlüssel der Göttin
Hathor“ in Potsdam am 22. Juni 2019
Retreat am Gardasee: „Heilreise deiner Seele“
vom 1. bis 8. September 2019

Author: Oliver Bartsch

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