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Schulen der Zukunft: Die Befreiung unserer Kinder
Wir kommen neugierig und wissensdurstig auf diese Welt, voller Lust nach Erfahrung und Erforschung. Gleich nach unseren körperlichen Bedürfnissen scheint das geistige Bedürfnis zu lernen einer unserer stärksten Antriebe zu sein.
Kinder fragen, forschen, untersuchen, verstehen, probieren und beobachten unablässig - zu lernen ist die natürliche Beschäftigung eines Kindes. Schon so mancher Erwachsener hat vor so viel Wissensdrang nach dem 4568sten "Warum?" des Tages kapituliert. Wenn Lernen aber unsere Natur ist, wie kommt es dann, dass Schule für den Großteil der Menschen eine solche Qual ist?
Fortgesetzte Grausamkeit
Es ist eine Qual, weil unsere Schule mit Lernen wenig zu tun hat. Unser Schulsystem tut vor allem eines: Es lässt unsere Kinder geistig und emotional verkümmern. Wir haben uns so sehr daran gewöhnt, dass uns die ganze Grausamkeit dieses Vorganges schon gar nicht mehr ganz bewusst wird - es ist normal geworden. Äußert man solche Kritik an der Schule, erntet man oft beschwichtigende Kommentare (...mal nicht übertreiben..). Ich aber glaube, dass uns die ganze Tragweite des historischen Fehlers, den unser Schulsystem darstellt, erst ganz langsam wirklich klar wird.
Schule ist heute wie ein Feld mit zarten Pflanzenkeimen, dass von schweren Stiefeln niedergetrampelt wird. Es ist der Ort, wo uns die Neugier, die Lust auf das Leben, die Leidenschaft und tiefe Freude des Lebendigseins auf das Gründlichste abtrainiert wird.
Und es ist der Ort, an dem wir Angst lernen. An dem wir lernen, dass wir nur gut genug sind, wenn wir Leistung bringen, dass unsere Bedürfnisse nicht achtenswert sind, dass unsere Kreativität von der Welt nicht gewollt ist, dass wir nicht unserer Leidenschaft folgen dürfen, sondern den Erwartungen entsprechen müssen. Es ist der Ort, an dem wir gebrochen werden.
Wir lernen Resignation, wir lernen gehorchen, wir lernen der Masse zu folgen, wir lernen, die leise Stimme in unserem Herzen abzustellen. Wir lernen still sitzen, wenn wir springen und lachen mögen. Wir lernen Dinge aufzunehmen und zu wiederholen, die keinerlei Bezug zu unserem Herzen haben. Wir verlernen, ein Kind zu sein. Und damit verlernen wir auch das Lernen.
Darunter, das sollte auch gesagt werden, leiden nicht nur die Schüler, sondern genauso auch immer mehr Lehrer, die sich bemühen, innerhalb der gegebenen Möglichkeiten einen anderen Umgang mit den Schülern zu finden. Nicht umsonst sind Stress und Burn-Out unter Lehrern weit verbreitet.
Wie man es gründlich falsch macht
Auch die Neurobiologie, die Soziologie und die Psychologie wissen heute: Was wir da mit unseren Kindern machen, ergibt nicht den geringsten Sinn. Es widerspricht allem, was wir über das Gehirn, die Entwicklung und das Lernen wissen. Es ist ein grausamer, fortgesetzter Wahnsinn.
"Wenn man die modernen Erkenntnisse der Hirnforschung zusammenfasst, kommt man zu einer ganz katastrophalen Schlussfolgerung für das gegenwärtige Schulsystem. Und diese Schlussfolgerung heißt: Es war eine falsche Vorstellung, die wir hatten, als wir dachten, man könne Kinder, man könne andere Menschen unterrichten", sagt Prof. Dr. Dr. Gerald Hüther, Neurobiologe an der Universität Heidelberg.
Die Schule, so meint Hüther, erzeuge "funktionalisierte Menschen", die durch ein System aus Belohnung und Bestrafung so "abgerichtet" wurden, dass sie sich in einer gewünschten Weise verhalten. Das sei aber aus der Sicht wirklichen Lernens "hirntechnischer Unsinn", eine Quälerei und eine "Vergeudung von Potenzial, wie sie sich eine moderne Gesellschaft nicht mehr leisten kann."
"Worauf es wirklich ankäme, ist doch nicht, dass man den anderen dazu zwingt, sich auf eine bestimmte Art und Weise zu verhalten, oder sich Wissen anzueignen, das man selbst für wichtig hält, sondern es geht doch darum, dass der andere eingeladen, ermutigt und inspiriert wird, sich das Wissen anzueignen, das in der Welt vorhanden ist. Dass man Kinder und Jugendliche darin begleitet, Entdecker und Gestalter dieser Welt zu sein", so der Professor.
Wenn dies die Aufgabe der Schule ist, dann versagt sie darin tatsächlich katastrophal.
Gute Schulen machen hungrig, nicht satt
"Gute Schulen machen hungrig, nicht satt", meint auch der Journalist Reinhard Kahl vom "Archiv der Zukunft". Heute machen Schulen meist nicht mal satt, sie machen nur Bauchweh.
Wieso glauben wir noch immer, Schule müsste so sein? Wieso nehmen wir das hin, lassen zu, dass dies mit unseren Kindern gemacht wird. Haben wir so wenig Phantasie?
Dabei gibt es sie schon: Schulen ganz ohne Unterricht, in denen Kinder in einem sicheren und geregelten Rahmen einfach ihrer natürlichen Neugier folgen - und dabei freudvoll, spielerisch und mit Begeisterung alles Lernen, was sie für ihr Leben brauchen. Diese als "Freilernen" oder "Unschooling" bezeichneten Ansätze versuchen nicht, den Kindern Wissen mit Gewalt einzutrichtern, sie ermutigen sie, ihrer natürlichen Natur entsprechend Wissen wie ein Schwamm aufzusaugen. Und vor allem geht es hier auch ganz zentral darum, das zur Entfaltung kommen zu lassen, was längst im Kind vorhanden ist. Das Kind wird nicht von außen gebildet, es wächst aus seinem eigenen Inneren.
Kinder haben ihren eigenen Rhythmus, wir können sie nicht zwingen, an einem bestimmten Tag mit dem Sprechen oder Laufen anzufangen. Sie tun es einfach, in ihrer Zeit. Und wenn, dann lernen sie in einer Geschwindigkeit, die atemberaubend anzusehen ist. Genau das stellen auch die Pädagogen in alternativen Schulsystemen fest: Wenn Kinder aus einer eigenen Motivation, aus eigenem Interesse etwas lernen, dann lernen sie schnell, konzentriert und nachhaltig. Denn das Gehirn kann überhaupt nichts lernen, was unser ganzes Wesen als irrelevant ansieht, wozu wir keine Verbindung haben - oder es kann schon, aber eben nur mit Gewalt. Natürlicherweise lernt unser Gehirn eben das, was wir wichtig und interessant finden, unnützes Wissen wird aussortiert.
Freiräume
Schulen sollten vor allem Freiräume sein, ein Raum der Möglichkeiten. Und das bedeutet auch ganz praktisch Bewegungsfreiheit. Sich im Klassenzimmer bewegen zu können, auf dem Boden liegend zu lesen, mit anderen Schülern zusammen zu forschen, in Gruppen zu sprechen. All das ist wichtig. Unterricht, wie wir ihn kennen, hat mit den Bedürfnissen von Kindern keine Schnittmenge. Und deshalb kann er auch kein Weg zu nachhaltigem Lernen sein.
Schulen sollten ein Kreativ- und Erfahrungsraum für Kinder sein. Kein Ort der Angst und des Leistungsdrucks.
"Wir dürfen Kinder nicht beschämen. Kinder können nicht lernen, wenn sie das Gefühl haben: Ich kann hier jederzeit ausgelacht werden", allein diese simple Erkenntnis müsste laut Ulrike Kegler von der Montessori-Gesamtschule Potsdam eigentlich schon die gesamte Bildungslandschaft revolutionieren. Kinder brauchen einen Raum völligen Vertrauens, einen Raum in dem sie respektiert und geachtet werden, in dem ihre Interessen unterstützt und gefördert werden. Dann lernen sie auch. Und Erwachsene werden in einer solchen Situation als Helfer und Unterstützer wahrzunehmen. Solche Kinder wenden sich dankbar und vertrauensvoll and Eltern und Lehrer, statt sie entweder zu verachten oder zu fürchten.
Auch unter den Kindern entwickelt sich eine andere soziale Struktur. Da altersgetrennte Klassen nicht mehr im herkömmlichen Maße nötig sind, werden Ältere zu Vorbildern und Lehrern für Jüngere, man steht nicht in Konkurrenz, man lernt gemeinsam und voneinander.
Funktioniert das?
Es funktioniert. In den USA gibt es zum Beispiel mit den Sudbury Schools schon seit 1968 alternative Schulen, die auf ein freies Lernen setzen. Die lange Erfahrung hier zeigt eindeutig, dass Kinder (entgegen den Zweifeln vieler Eltern) auch in einem solchen System spielend den gleichen Bildungsstand erreichen, wie an gewöhnlichen Schulen. Nur sind sie selbstbewusstere Menschen, die noch mit ihren eigenen Leidenschaften und Interessen in Kontakt sind. 80% der Abgänger der Sudbury Valley School etwa haben nach der Schule auch einen Universitätsabschluss erlangt, dass ist wohl mehr, als manch andere Gesamtschule vorweisen kann, und sollte die Zweifel zerstreuen, ob Abgänger von solchen Schulen im späteren Leben die gleichen Chancen haben. Das haben sie, und sie hatten obendrein noch eine Kindheit.
Wenn man ein wenig genauer darüber nachdenkt, wird einem schnell klar, dass es eigentlich überhaupt nur so funktionieren kann, dass es tatsächlich eher verwunderlich ist, dass wir unsere Kinder so lange einem so unmenschlichen und dysfunktionalen System überlassen haben. Es ist an der Zeit, dass wir unsere Kinder von dieser Qual befreien und ihnen ihr gutes Recht auf Leidenschaft, Neugier, Spiel und ihre Kindheit nicht länger rauben.
"Es ist in der Tat fast ein Wunder, dass die modernen Methoden des Unterrichtens die heilige Neugier des Forschens noch nicht völlig erstickt haben. Denn diese zarte, kleine Pflanze bedarf, außer dem Ansporn, hauptsächlich der Freiheit. Ohne diese geht sie ohne Zweifel zugrunde." (Albert Einstein)
Links zu alternativen Schulen:
http://www.freie-alternativschulen.de http://www.sinn-stiftung.eu/projekte/schulen-der-zukunft/index.html
Videos
Gerald Hüther - Schulen der Zukunft
Schule der Zukunft: Montessori-Schule Potsdam
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Leser Kommentare:
Am 27. Februar. 2011 geschrieben von Dorothea
M.E. gibt es keine Schulform, die für jedes Kind die ideale Voraussetzung der Wissensvermittlung darstellt, dazu sind die Vorgaben zu unterschiedlich. Bisher ist es den Gesetzgebern ja nicht einmal gelungen, eine einheitliche Regelung für die ganze BRD, viel weniger für die EU zu finden.
Wichtig wäre vor allem, jedem Kind den seiner Begabung und seinen Neigungen und Wünschen entsprechenden Schultyp zugänglich zu machen! Wie oft scheitert das an den finanziellen Möglichkeiten der Eltern und versickert auf diese Weise manche Begabung ungenützt! Man muss nicht Harz IV Empfänger sein, um sich die Kosten für Musik- oder sonstigem Extra-Unterricht nicht leisten zu können, ganz zu scheigen von gelegentlich notwendiger und sehr effizienter Nachhilfe.
Lernen ist notwendig, aber erst der Erfolg, die Anerkennung der Leistung bzw. des Leistungswillens durch dien Lehrer, die Mitschüler und v.a. die Eltern wecken Freude und Stolz, die Lust nach mehr, machen das Lesen eines Buches interessanter als die Berieselung durch den Fernseher. Dabei spielen v.a. das häusliche Vorbild, das kulturelle Umfeld und ab einem bestimmten Alter der Freundeskreis eine wesentliche Rolle und sind prägend für das ganze Leben bzw. für das, was man daraus macht!
Dabei ist der Weg zum Erfolg manchem von vorneherein verbaut, sei es durch das überforderte oder ungebildete Elternhaus, sei es für sog. Spätzünder oder kränkliche Kinder, die früh in eine "Schublade" gesteckt werden, ohne die geringste Chance, dass vorhandene Fähigkeiten entdeckt oder gar gefördert werden. Dieser Personenkreis wird immer größer, Verhaltensstörungen werden mit Medikamenten statt mit Zuwendung und Eingehen auf die Persönlichkeit bekämpft; die Uhr aber tickt, die Zeit der Ausbildungsphase geht weitgehend ungenützt vorbei und ein Problemfall mehr belastet die Gesellschaft. Warum gelingt die Integration dieser Schülergruppe in die Klassengemeinschaft in anderen Ländern mit Erfolg, werden diese Kinder nicht von Anfang an ausgegrenzt und zum Versager gestempelt, sondern erfahren auch Erfolge durch Förderung, sei es im künstlerischen oder sportlichen Bereich? Die Ausbildung unserer Kinder -und zwar aller Kinder ohne Unterschied - die optimale Förderung und Nützung ihrer geistigen Kapazitäten, v.a. auch der sozialen und menschlichen Fähigkeiten, ist das Kapital unserer Gesellschaft! Jeder hat den gleichen Anspruch auf ein befriedigendes Leben!
Am 25. Februar. 2011 geschrieben von nica herzog
der artikel ist absolut ok.!
doch der neinsager hat auch recht,beides stimmt,...
ausschlaggebend für ein echtes freies aufwachsen der kinder ist nicht zuerst die besondere andere schule (obwohl sie sehr zu befürworten ist,selbst innerhalb des bestehenden systhems,man kann ihm nicht einfach entfliehen),sondern der stallgeruch der eigen familie,das SEIN der eltern ,des menschlichen umfelds,usw...,
die kinder nehmen sich doch auch immer die freiheit und spüren die ausrichtung der eltern daher ist es nicht nur der reine verrat an ihnen wenn die alternative schule nicht alles hält was sie verspricht,
und by the way,ungute schulerfahrungen kann man an allen schulen haben...das ist alles relativ,denn schule ist auch einfach Leben und leben hält eben auch einem ungute erfahrungen bereit.
Am 21. Februar. 2011 geschrieben von Podoll, Martin
Dieser Artikel trifft den Nagel wohl genau auf den Kopf, die Revolution der Schulen ist eine der wenigen, die noch aussteht ;o)
Am 13. Februar. 2011 geschrieben von Neinsager
nein , nein und nochmals nein.
auch die montessoris, die waldorfs, die freien schulen unterliegen der schulpflicht. auch homeschooling unterliegt der schulpflicht. es gibt keine möglichkeit für kinder und jugendliche, die ihnen von eltern, lehrern und anderen erziehenden fest gelegten rahmen zu verlassen und ihre eigene wege zu gehen. Auch frühzeitige "eigene" wege sind genau so ungeschützt wie die vorbestimmten in legitimen erzieherischen Bahnen.
Wenn ein Kind sagt, "ich möchte nicht zur Schule, ich möchte auch nicht homeschoolen." was dann? Was, wenn es sagt "ich möchte Vagabunt werden? (Oder Sexualforscher? :) Sagen wir ihnen dann, "das kann man heutzutage nicht mehr werden?" Oder wie unterstützen wir es, daß es das werden kann? Wenn es Eltern nicht schaffen, zu sich selbst und den eigenenLebvensentwürfen, die inder Schule nur eine Verlängerung der Indoktrination erwirken, Alternativen für "ihre" Kinder anzubieten, wird das nichts mit der Selbstbestimmung. Und dann werden auch genau die Inhalte, die für eine Selbstbestimmung wichtig sind immer wieder ausgegrenzt. Hier liegt das Problem:WAS ist BIldung? WAS ist lernenswert, FÜR WELCHE Gesellschaft kann ich lernen? WER hat das Recht, die Inhalte des Lernens vorzugeben? Warum brauche ich einen Abschluss?, WAS sind die sozialen Folgen des Lernens? Auch die FREIENHSCHULEN bringen die bestehenden Macht- und GEWALTstrukturten für Kinder nichts ins Schwanken,aber wieso heissen sie dann FREIE? Hier wird die Öffentlichkeit NUR getäuscht, unddie Kinder, die sich nach Freiheit sehen erst Recht
Neinsager
Am 13. Februar. 2011 geschrieben von
Wow!!!
...das ist erstmal das erste, was mir einfällt!!!
...und JAAAAAAAA!!!!
WIR BRAUCHEN EIN NEUES SCHULSYSTEM!!!
Wir können die Kinder von heute nicht in ein System von vorvorvorvorgestern pressen und uns dann noch wundern, dass sie rebellieren!!!
Packen wir es an...wäre gern dabei!!!
Am 12. Februar. 2011 geschrieben von a.m.
Einige Freie Schulen sind gerade dabei sich wieder zu verändern. Viele Eltern halten es nicht aus "nichts zu sehen" was die Kinder lernen, was zur Folge hat, dass einige dieser Schulenwieder "verschulter" werden. Es hängt sehr viel von dem Vertrauen der Eltern ab ob ein Kind auf einer freien Schule wirklich gut aufgehoben ist. Können sie ihrem Kind wirklich vertrauen dass es alles lernt was es braucht? Was braucht es wirklich und was denken wir was es braucht?
Es erfordert sehr viel Offenheit für persönliche Veränderung von Seitens der Eltern wenn sie einen solchen Weg gehen wollen. Es ist ein Weg und nicht nur die Entscheidung für eine andere Schulform. Er betrifft in der Regel die ganze Familie und führt sehr oft zu weitgreifenden Veränderungen. Ich begleite mein Kind seit 9 Jahren in einem freien Kindergarten und später in einer freien Schule. Ich möchte es nicht anders haben weil es für mich stimmig ist. Klar kann man die Schulpflicht abschaffen, wäre ich auch dafür, aber anfangen tut das Ganze bei uns selbst. Es ist nicht einfach, da wir in den alten Strukturen aufgewachsen sind, aber ich finde es lohnt sich.
Am 11. Februar. 2011 geschrieben von Janara
Ja, verhätschelt eure Bälger doch noch mehr. Damit sie noch rücksichts- und respektloser werden, als so viele eh schon sind.
Individualismus muss man in sich selbst entdecken.
Am 10. Februar. 2011 geschrieben von fee
Dieser Artikel ist mir genau zum richtigen Zeitpunkt erschienen. Ich stecke gerade im Dilemma, dass meine Tochter sehr unglücklich in einem "herkömmlichen" Gymnasium ist und nicht mehr in diesem System in die Schule gehen möchte. Sie ist ein überdurchschnittlich intelligentes Kind und sehr wissbegierig und auch ehrgeizig, will sich aber diesen Strukturen nicht anpassen. Mein Problem ist nur: Was gibt es (hier in Österreich) für Alternativen, die auch wirklich Sinn machen, leistbar sind und meinem Kind auch eine Zukunft in dem vorherschenden System ermöglichen. Wir können das System, so wie es jetzt (noch) läuft, ja nicht von heute auf morgen ändern, und ich möchte nicht den Fehler machen, meiner Tochter eine Ausbidlung zu verwehren, mit der sie dann aber eine Basis hat, mit der sie dann in "unserem System" alle Möglichkeiten offen hat. Das (Berufs)Leben, so wie es zu Zeit ist, fragt auch selten nach Bedürfnissen und Befindlichkeiten und ab wann sollten Kinder denn lernen, dass das Leben nicht immer nur aus Spielen, Spaß und Freude besteht? Ich bin, ehrlich gestanden, eher ratlos und verzweifelt, denn ich möchte natürlich, dass meine Tochter die Freude am Lernen behält und eine freudvolle Kindheit und Jugend erleben kann.
Am 09. Februar. 2011 geschrieben von diana
meine tochter geht nach einer relativ katastrophalen einschulungszeit und 2.klasse auf die montessorischule in neuruppin. nachdem ihr die lust am lernen in den ersten 2 schuljahren gründlich verdorben wurde, hat sie dort die freude an der schule wiedergefunden und ist eine der besten in der klasse. ich denke, da braucht es keine weiteren erklärungen. allerdings steht und fällt jede schulform mit dem engagement der eltern, der lehrer und deren zusammenarbeit. das ist meine erfahrung . und ich bin sehr dankbar, diese möglichkeit für mein kind gefunden zu haben.
beste grüße
diana
Am 09. Februar. 2011 geschrieben von Snoobi
Ich schließe mich vollkommen der Meinung des Autors an und meines Erachtens nach gibt es in unserer Gesellschaft zudem eine (Un-)Menge weiterer "Systeme", worin in Sachen Umstrukturierung dringend Handlungsbedarf nötig ist.
Am 08. Februar. 2011 geschrieben von antje e.
Man kann weder das eine noch das andere alleinstehend als das "allheilmittel" betrachten, schon gar nicht in unserer gesellschaftsform. ganzheitlich betrachtet steht und fällt alles mit den personen/menschen, die die kinder begleiten, angefangen bei den eltern. wenn es den eltern selbst schon an geeignetem wissen, ideen, moral u.w.m. mangelt, wird es schwer. dann die erziehung auf eine schule abzuschieben, damit diese gutmacht, was im elternhaus versäumt wird, kann keine lösung sein.
dazu kommt noch die lern-individualität eines jeden kindes selbst. mein eigenes kind soll in einer montessori-o-schule den entwicklungsfreiraum erhalten haben, lief aber erst zur bestform auf, als vorne jemand stand, der mit rückrat, authorität und verstand etwas zu lehren (erzählen) hatte.
der informationsträger (vorbild) spielt -aus meiner erfahrung- die entscheidende rolle, nicht das system. + was für den einen gut ist, gilt noch lange nicht für den anderen.
was nützt es uns - der gesellschaft - das eine zu verdammen, anstatt von beidem das gute miteinander zu verbinden oder beides zuzulassen. sorgen wir doch allesamt für bessere vorbilder.
dennoch - respekt vor der forschungsarbeit.
Am 08. Februar. 2011 geschrieben von Lars
sie sprechen mir mit diesem artikel so aus der seele!!!
Am 08. Februar. 2011 geschrieben von bl
Alles, was in diesem Artikel beschrieben ist, stimmt. Ohne die "moderne Hirnforschung" bemühen zu wollen, sieht man beim bloßem Hinsehen - und aus der persönlichen Erfahrung - dass die heutigen Schulen nur Instrumente sind, einen angepassten Lohnsklaven zu "erziehen" oder eher zu erzielen.
Die Schwierigkeit, eine produktive, d.h. kreative, Form von Lernen zu installieren, liegt in der Glaubensstruktur, die verändert werden muss. So lange die Gesellschaft glaubt, "Strafe muss sein", so lange wird das auch in den Schulen der Fall sein. Und dann ist da noch die ungebildete Lehrerschaft. Diese mit bewussten Menschen zu ersetzen, dürfte nicht ganz einfach sein...
Am 06. Februar. 2011 geschrieben von kamal
Es kann garnicht genug betont werden wie wichtig dieser Artikel ist, wie wichtig es ist, dass endlich Aufklärung stattfindet darüber wie aus Kindern tote Robotersklaven gemacht werden. Leider können oder wollen das die meisten fertigen Robotersklaven garnicht sehen was da passiert.
Eine heranwachsende Generation, die nicht versklavt wurde ist der Todesstoß für das bestehende Gesellschafts/Wirtschaftssystem, und wer will das schon von den Reichen und Mächtigen.
Man sollte als erstes die Schulpflicht abschaffen und es den Kindern überlassen ob sie in diese Gefängnisanstalten gehen wollen oder nicht, das wäre der erste Schritt.