Warum Kreativität und Heilung zusammengehören und die Heilkraft des Malens in Wirklichkeit keinen Gegenpol hat…

von May Carro Cabaleiro

Als Gesellschaft haben wir uns in eine ganz besondere Richtung entwickelt. Diese ist zwar enorm praktisch orientiert, machmal jedoch nicht sehr weise. Durch die klassischen wissenschaftlichen Forschungsmethoden – denen die Absicht zu Grunde liegt, die Realität besser verstehen und nutzen zu können – hat sich die Tendenz ausgeprägt, die „Dinge in sich“ auseinander zu nehmen. Ihre Teile gegenüber zu stellen, sie voneinander zu trennen und zu polarisieren.

Von der Polarität in die Einheit

In dem Bereich der Medizin zum Beispiel spricht man dann von Gesundheit und Krankheit und so werden automatisch beide Begriffe in Kontraposition gestellt. Dass heisst Gesundheit wird als ein erstrebenswerter Zustand definiert und Krankheit als Feind, als nicht erwünschter Gast gesehen. Somit wird sofort dieser eine Teil – das Negative, nicht Erwünschte, in die Tiefe des Unbewussten verbannt. In das Dunkle, das Angstmachende. Und vor allem in einen unerreichbaren Bereich gestellt, ohne zu realisieren, dass somit der Weg zur Heilung verbaut wird.

Heilung ist jedoch Inklusion. Umfassen. Zueinanderbringen. Einswerden. Heilung bedarf des Ganzen, um sich zu vollziehen. Alle spirituellen Traditionen haben Methoden entwickelt, um die Menschen in dieses „Einsein“ zu versetzen.

Über die Heilkraft des Malens

Kann Kunst das grosse, vergessene Mittel sein, das uns zu diesem Ziel führen kann? Könnte sich sogar die Existenz der Kunst an sich erklären im Hinblick auf dieses höchste Ziel? Wir dürfen nicht vergessen, dass die Kunst und die Menschheit seit ihrem Ursprung gepaart sind. Diese Betrachtung ist ein Bestreben, der Kunst den Platz zuzuweisen, der ihr zusteht.

Das kreative Erschaffen – ähnlich wie bei der Meditation – versetzt den Menschen in einen ausgeweiteten Bewusstseinszustand. Es ist der Zustand einer Trance. Dieser Zustand erlaubt allen Formen, sich in gleichem Masse aufzudecken und zu zeigen. Dieser Zustand macht keine Unterschiede zwischen dem, was wir gut oder böse nennen. Und somit verbindet er alles. Das heisst, er bringt etwas zusammen, was zusammen gehört. Die auf Heilung fokussierte kreative Verfassung von uns öffnet eine Tür zu individuellen, gleichzeitig aber auch universellen und schöpferischen Möglichkeiten, in den immer dynamischen Zustand der Heilung einzutreten. Denn Heilung ist ein Spiel des Gleichgewichts.

Die Göttlichkeit im Menschen

Die regelmässige Ausübung der kreativen Tätigkeit bringt einen weiteren wichtigen Aspekt mit sich. Durch sie wird das Kreative als eine tiefe innere Haltung in unserem Dasein verankert. Damit wird ein eingebauter, heilender Mechanismus in uns aktiviert. Dieser Mechanismus ist die Göttlichkeit in uns.

In dem Fall, in dem Kreativität durch die Heilkraft des Malens stattfindet, spielt die Farbe eine sehr wichtige Rolle. Es gibt sehr viele Formen der Heilung. Die feinste, die subtilste Form von Heilung ist die durch Schwingungen erzeugte. Farben sind reine Schwingung. Wie alles in uns. Auch unsere Erfahrungen, Gefühle und Gedanken. Wenn wir während des Malens „zufälligerweise“ eine Farbe auswählen, sind wir einer höheren natürlichen Kraft untergeordnet.

Diese Kraft strebt aus sich heraus nach Entwicklung, nach Evolution, nach Ausgleich. Die höhere Schwingung der Harmonie und des Einklangs haben die Fähigkeit, niedrigere Schwingungen zu transformieren. Das ist der Grund, warum das Universum zu höheren Schwingungen strebt.

Heilende Kraft der Farben

Der Kontakt mit der Farbe erlaubt uns von diesem Gesetz des Universums zu profitieren. Die Sehnsucht nach Wahrheit trägt uns im malenden Prozess zu unserer verborgenen Weisheit. Wir lassen uns führen, geben uns inneren Impulsen hin. Und folgen keinen konstruierten Ideen in unserem Kopf.

So auch wählen die Impulse in uns die Farben, tragen unsere Fingerkuppen auf das Papier und lassen unseren Arm sich frei bewegen. Auf diese schwingende weise entsteht ein Bild, nicht ein Objekt für betrachtende Augen. Sondern eines, das nur aus sich heraus entsteht. Eines, das sich keiner Beurteilung bedient. Eines, das sich frei und ungezwungen in Beweglichkeit, Leichtigkeit, Friedfertigkeit zum Ausdruck bringt.

Die Impulse in uns spüren wann dieses Bild abgerundet, vollendet ist. Diesem Strom im Inneren zu folgen ist heilend. Diese Erfahrung im bewegten, heilenden Malen zu machen, kann sich auf unser Leben und unseren Alltag übertragen. Wir können auf eine kreative Weise wieder mit dem Fluss des Lebens verschmelzen und leicht durch unser Leben fliessen. Beweglich. Einfach. Still.

Begleitetes Malen

Das Begleitete Malen – eine personenorientierte Maltherapie – ist nichts anderes als in einem Raum mit anderen zu sein. Ihnen darin zu dienen, vom Nektar dieser flussähnlichen Erfahrung durch das Bewegte Malen immer wieder kosten zu können.

Dabei stehen die Teilnehmer im Zentrum, die gesamte Aufmerksamkeit gehört ihnen und ihrem Prozess. Ihnen zu dienen, Farben zu reichen, Blätter an der Wand anzubringen, sich selbst, den Fluss unterbrechende Bewegungen, bewusst zu machen – gehören in den Aufgabenbereich der Begleiterin. Das Begleitete Malen leert unseren Geist. Und so wird unser Denken von Vorstellungen und Urteilen befreit.

https://www.maltherapie-berlin.de/begleitetes-malen.html

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