Das Feng Shui – übersetzt: Wind und Wasser – wurzelt in einer jahrtausendealten Tradition und heilkundlichen Lehre. Es zeigt uns Wege auf, wie wir bewusst mit vorhandener Lebensenergie umgehen können für ein tieferes Wohlgefühl, Gesundheit, Glück und Erfolg.

von Andreas Bieler

Die Wurzeln des Feng Shui

Unser Planet Erde hat ein Energiefeld, von dem auch wir Menschen abhängig sind und durch das wir beeinflusst werden. Feng Shui wurzelt in einer fast 5000 Jahre alten Heilkunde, der traditionellen chinesischen Medizin und Weisheit. Wörtlich übersetzt bedeutet Feng Shui: Wind und Wasser. Diese Lehre beschäftigt sich mit zwei Grundkräften des Universums: Yin und Yang. Sie beschreibt deren Einfluss auf uns Menschen in Räumen sowie in der freien Natur. Überall kann man sehen, dass alle menschlichen Bauten einen Eingriff in die natürlichen Gegebenheiten darstellen. Es ist nicht gleichgültig, wie der Standort dafür gewählt wird und wie die Bauten in der Landschaft ausgeführt werden.

In der Beobachtung der Natur an unterschiedlichen Standorten wurden im Laufe der Jahrhunderte mehr als 3000 Fälle notiert. Es erfolgte eine Systematisierung und Festlegung der Reihenfolge verschiedener Elemente. Daraus entstand die sogenannte Formenschule. Die darin auftauchenden Formen sind in ihrem Wesen mit den 5 Elementen des Feng Shui verknüpft. Die 5 Elemente werden als Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser bezeichnet. Jedes Element verkörperte eine bestimmte Form sowie eine entsprechende Qualität.

So wird zum Beispiel mit spitzen, hohen Formen und allen feurigen Farben, wie beispielsweise Rottöne, das Element Feuer charakterisiert. Weiterhin fand man heraus, dass die Himmelsrichtungen eine große Rolle bei der Standortwahl und der Ausrichtung des Hauses spielen. So ist es zum Beispiel förderlich für die Bewohner, dass das Haus mit dem Rücken geschützt steht und man ungehindert nach Vorne sowie nach Außen schaut. Folgerichtig entwickelte sich daraus die Kompassschule. Für einen Feng Shui Berater ist es darum sehr wichtig zu wissen, wo sich die Himmelsrichtung Norden befindet.

Diese Phasen des Feng Shui waren lebendig und basierten auf der Beobachtung der Natur und den fortlaufenden Aufzeichnungen der Feng Shui Meister. Später wurde das System durch ideologische Deutung und Auslegung verkompliziert. Trigramme, Hexagramme, das I-Ging, das Bagua und andere Hilfsmittel wurden entwickelt und machten eine Deutung durch Gelehrte notwendig. Der Feng Shui Kompass (Lo Pan) wurde entwickelt. Umfangreiche Berechnungen mussten angestellt werden, um zu einem Ergebnis zu kommen. Im Zentrum der damaligen Praxis stand der Gedanke, die Macht und den Einfluss der Herrschenden zu zementieren und zu mehren. Folgerichtig erstarrte das System immer mehr und entwickelte sich am wahren Leben vorbei. Die Lehre des Feng Shui wurde nur von Gelehrten zu Gelehrten weitergegeben und unter Verschluss gehalten. Dies blieb so bis weit in unsere Zeit.

Warum Feng Shui für unser Leben interessant ist

Im Zuge der Öffnung der westlichen Welt für alternative Lehren und einer damit einhergehenden Suche der Menschen nach Wahrheit, drang unter anderem auch Feng Shui zu uns. Die modernen Medien verbreiten das Feng Shui der chinesischen Prägung und hinterlassen bei uns oftmals das Gefühl, dass etwas an den Erkenntnissen dann sein muss. Doch löst es auch Irritationen aus – durch Halbwahrheiten und Mystik, die wir uns nicht direkt erschliessen können.

Im Buchhandel sind viele Bücher über Feng Shui zu finden, die komplexe dahinterstehende Lehre eröffnet sich uns in diesen Erläuterungen nur teilweise. Oftmals hinterlassen diese auch ein Gefühl der Unbehaglichkeit, wenn wir von negativen Energien lesen oder was mit uns geschehen kann, wenn wir vorhandene Energien nicht richtig nutzen. Gleichzeitig steigt das Interesse der Menschen an Feng Shui immer mehr. Es ist an der Zeit, eine allgemein verständliche und jedermann zugängliche Form zu entwickeln, die auf unsere westliche Kultur zugeschnitten ist. Ohne dabei auf die Erfahrungen des klassischen Feng Shui aus Asien verzichten zu müssen.

Mein Weg zu Feng Shui

Mein Weg in die Lehre des Feng Shui begann im Jahr 1997. Ich begann mit unterschiedlichen Übungen, die der Steigerung meiner persönlichen Lebenskraft und Wahrnehmung meines Lebenskraftfeldes – der Aura – dienen sollten. Mir wurde bewusst, dass meine persönliche Lebenssituation, mein Glück sowie mein Wohlbefinden sehr stark vom Zustand des Energieflusses in meiner Aura abhingen.

Zu dieser Zeit wurde mir klar, dass mein persönliches Lebensumfeld, die Räume in denen ich mich täglich bewegte, einen Einfluss auf mein Wohlbefinden haben müssen. Auf der Suche nach zeitgemäßer Beratung sowie eigenen Erkenntnissen auf diesem Gebiet, stieß ich auf Gerd Eggers. Er ist ein Feng Shui Berater und Ausbilder aus Wiesbaden. Er lehrt eine neue Form, die auf der ursprünglichen Lehre des Feng Shui basiert, jedoch durch neue Erkenntnisse belebt und um eine energetische Sichtweise bereichert wird. Diese Sichtweise zeichnet sich explizit durch das intuitive Erfassen der jeweiligen Situation aus und ermöglicht eine Betrachtung, die frei von Ideologie und Bewertungen ist.

Ein Wochenendworkshop bei Gerd Eggers führte dazu, dass ich meine gesamte Wohnung umgestaltete. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse, bei einer zeitgleichen immensen Steigerung meiner Lebenskraft, lösten in mir den Entschluss aus, eine Ausbildung in dieser Feng Shui Praxis zu absolvieren. Diese begann 1999/2000 und endete nach vielen Fortbildungen im Jahre 2004. Seitdem befinde ich mich mit viel Begeisterung auf diesem Weg und berate mittlerweile Menschen in einer eigenen Praxis.

Ziel des modernen Feng Shui

Im Wesentlichen geht es darum, das Lebensumfeld, insbesondere die Lebensräume, so zu gestalten, dass Störfaktoren – sogenannte Blockaden – im Energiefluss erkannt und aufgelöst werden. Dies führt zu einer Steigerung des menschlichen Energiepotentials sowie aller anderen Lebewesen, die in diesen Räumen leben bzw die sich in den Räumen aufhalten. Eine aufmerksame Wahrnehmung und Intuition, die in persönlichen Erkenntnissen und Erfahrungen wurzelt, unterstützt fortwährend darin, Energieblockaden immer besser zu erkennen und aufzulösen.

Ein stetiges Einlassen auf diese Prozesse fördert unsere Weiterentwicklung und legt tieferliegendes Potenzial frei. Im besten Fall steigert es unsere Lebensfreude sowie unser Erleben von Glück und Erfolg. Dieses Erleben bezieht sich nicht nur auf private Wohnbereiche, sondern auch auf Betriebe, Gärten und Landschaften – letztlich auf alle Räume, in denen wir Menschen uns aufhalten.

Was ist Yin und Yang?

Die Urkraft des Universums hatte sich in 2 Polaritäten aufgeteilt. Diese werden im Feng Shui als Yin- und Yangkraft bezeichnet. Yin – Energieformuliert bringt die Erdkomponenten und ihre materiellen Formen zum Ausdruck: Wärme, Magnetismus, Wasser und den Aspekt der Weiblichkeit.

Yang – Energie beschreibt die gegenüberstehenden kosmischen Komponenten: Licht, Elektrizität, Kühle, Metall, Wind und das männliche Prinzip. Auch wir kennen aus unserem alltäglichen Erleben viele Polaritäten, Gegensätze. Beispielsweise plus und minus, groß und klein, männlich und weiblich, hell und dunkel und vieles mehr. Wir erfahren unsere Welt in diesen Gegensätzlichkeiten.

In der Lehre des Feng Shui heisst es, dass unser Planet Erde von einem Erdenergiefeld durchdrungen und umgeben ist, das sich aus beiden Prinzipien zu gleichen Anteilen speist – dem Yin und dem Yang. Auch in der Natur sind Yin und Yang zu gleichen Anteilen enthalten und durchdringen sich fortlaufend. Darum schätzen wir die Natur auch so sehr: als unerschöpfliche Quelle von Erholung und Lebensfreude. Hier ist alles im Gleichgewicht, hier können wir uns aufladen.

Das ideale Raum – Feng Shui

Man muss sich darüber im Klaren sein, dass jedes künstliche Bauwerk eine gewisse Abnormalität in der Natur darstellt und das natürliche Energiefeld durch diese Bauten verzerrt wird. Häuser, Fabriken, öffentliche Gebäude etc. sollten sich bestenfalls in Form und Lage harmonisch in die Umgebung einfügen, sodass sie keinen Fremdkörper darstellen. Auf diese Weise wird die Verzerrung gering gehalten. Die unsichtbare, nicht nur vom Geübten wahrnehmbare Energie in Räumen und Gebäuden soll sanft zirkulierend fließen können, pulsierend und dynamisch lebendig sein. Es ist von Bedeutung, an welcher Stelle Licht in die Räume einströmt. Das Tageslicht, das als Yang-Energie eintritt, wirkt auf vitale Prozesse im menschlichen Körper ein und wird von uns als angenehm und energieaufbauend empfunden. Das Licht soll dabei – durch das Feng Shui – so gelenkt werden, dass eine Zirkulation im Raum rechtsdrehend um das Raumherz entsteht (im Uhrzeigersinn). Dies wird als positiv wirkende Lichtdynamik bezeichnet.

Jeder Form liegt ein eigenes Energiefeld zugrunde und jede Form hat eine eigene, besondere Ausstrahlung. Es gibt lebendige Formen (z.B. Pflanzen) und weniger lebendige Formen (z.B. Möbelstücke). Alle materiellen Formen im Raum sollten so angeordnet werden, dass sie die positive Lichtdynamik und eine vollständige Durchdringung von Yin und Yang im Raumherz unterstützen. Dies wird als eine positiv wirkende Formdynamik bezeichnet.

Das Raumherz im Feng Shui

Genau wie ein Mensch ein Lebenskraftfeld (Aura) besitzt, so haben auch Räume ein Energiefeld – mit einem energetischen Herzen im Mittelpunkt. Dies ist der Punkt im Raum, in dem alle Feldlinien von Yin und Yang zusammentreffen und sich durchmischen. In quadratischen und harmonischen Räumen befindet sich dieses Herz meist in der Raummitte. Dieses Raumherz ist immer mit dem persönlichen Herzen aller Menschen verbunden, die sich im Raum aufhalten. Die Energiequalität der Menschen wirkt sich unmittelbar auf das Raumherz aus und umgekehrt.

Aus diesem Grund ist es so wichtig, sich um dieses Raumherz zu kümmern. Es sollte nach Möglichkeit immer frei sein und unbelastet. So wirkt es auch positiv auf die Menschen ein, die sich hier aufhalten. Andere geometrische Raumformen und auch die vorhandenen Möbel können das Herz aus der Mitte verschieben. Bei langgezogenen Räumen besteht beispielsweise die Tendenz, dass sich zwei energetische Herzen bilden. Das gleiche Phänomen zeigt sich in Situationen, wenn mehrere Menschen an langen Tischen sitzen. Erfahrungsgemäß bilden sich dann mindestens 2 Gesprächszentren (Raumherzen).

Abschließende Bemerkungen zum Feng Shui

Es besteht keine Notwendigkeit für Feng Shui, wenn man sich in seiner Wohnung wohlfühlt, diese harmonisch eingerichtet hat und auch sonst sich das eigene Leben „im Fluss“ anfühlt. Gibt es hingegen Bereiche im Leben, die nicht zufrieden machen? Gibt es Räume bzw Teilbereiche der Wohnung, die man nicht betritt, nur wenig nutzt oder in denen man sich unwohl fühlt, kann es sinnvoll sein, sich mit Feng Shui zu beschäftigen.

Für diesen Fall bin ich gerne bereit, Hilfe zur Selbsthilfe in Form eines Vortrages, eines Tages-Workshops oder einer persönlichen Beratung zu geben. Ich freue mich sehr, wenn sich unsere Wege wieder einmal begegnen.

Im März 2020 beginnt in Berlin eine Jahresausbildung als Feng Shui Berater. Alles Weitere sowie konkrete Termine gibt es auf https://www.fengshui-bieler.de

 

Author: Lena

Hinterlasse einen öffentlichen Kommentar

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.

*