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Kosmogramme sind für mich in erster Linie ein Mittel zur Kommunikation. Im Unterschied zur „verbalen“ Sprache erlebe ich, dass es mit ihnen möglich ist, innere Erlebnisse, energetische und seelische Beziehungen etc. so darzustellen, dass das Nacherleben im Betrachter angeregt wird. Andererseits verstehen nicht nur Menschen ihre Sprache: meines Erachtens schafft auch die Natur selbst Kosmogramme – im Wuchs mancher Bäume und sich kreuzender Äste oder, was noch deutlicher ist, in den Kornkreisen.

Mein persönlicher Weg mit den Kosmogrammen begann durch die Beschäftigung mit der Geomantie, also durch das Erleben der unsichtbaren Dimensionen der Natur. Oft nahm ich die energetischen, seelischen und geistigen Strukturen eines Ortes innerlich in Form von Mustern und Strukturen wahr, die sich individuell von Ort zu Ort unterschieden. Ich lernte, dass solche ortsspezifischen Muster zwar die Grundlage für Kosmogramme bilden, dass es aber nicht genug ist, diese einfach zu übernehmen. Es bedarf eines kreativen Prozesses, der die jeweiligen Muster in einem Zeichen vereint. In diesem Schaffensprozess sind für mich zwei Aspekte entscheidend:
1. Die Aufgabe, die das Kosmogramm erfüllen soll und
2. Die Tiefe der Inspiration im Schaffensprozess.

Mit „Aufgabe“ des Kosmogramms meine ich den Impuls, den es dem Ort geben soll. Solche Impulse können z. B. sein „Klärung“, „Dynamisierung“ oder „Verbindung“ etc. Für den Aspekt „Klärung“ kann das bedeuten, dass ich das Kosmogramm auf einfache und klare Formen reduziere, für mehr Dynamik an einem Ort werde ich dagegen Formen vervielfältigen. Um zu verstehen, warum Kosmogramme Impulse geben sollen, müssen wir auf die Idee zurückgehen, die Mitte der 80er Jahre Marko Pogacnik dazu bewegte, Kosmogramme zu entwerfen und anzuwenden: mit Hilfe von Steinen, in die er Kosmogramme meißelte, beabsichtigte er, Landschaften und Orte zu heilen – was ihm auch gelang. Er nennt diese Methode „Lithopunktur“ in Anlehnung an die Akupunktur.

Ob ein Kosmogramm überhaupt mit den Tiefenschichten eines Ortes in Resonanz geht und somit wirksam werden kann, hängt von dem zweiten Aspekt ab: der Tiefe der Inspiration. Je stärker und inniger die persönliche Verbindung mit dem Ort ist, desto umfassender und klarer ist der Kanal, der für die Kommunikation geöffnet wird. Denn durch das Kosmogramm sollen verschiedene Dimensionen angesprochen und angeregt werden. Deshalb nenne ich Kosmogramme auch eine universale Sprache, da sie die Kommunikation mit anderen Bewusstseinsformen (Pflanzen, Steinen, Engeln, Elementarwesen etc) ermöglicht. Diese können in der Folge den Kommunikationskanal nutzen, um aus ihren Dimensionen heraus die durch das Kosmogramm angeregten Prozesse zu unterstützen.

Ein sichtbarer Beweis dafür, dass auch andere Bewusstseinsformen die Sprache der Kosmogramme sprechen, sind für mich die Kornkreise. Das Erdbewusstsein macht darin sichtbar, was ansonsten unsichtbar ist: die Strukturierung und Steuerung natürlicher Prozesse (z. B. Rhythmen und Zyklen, interplanetare Kommunikation) durch Kosmogramme, oder es offenbaren sich darin die energetischen Muster eines Ortes. Deshalb hängt die Wirksamkeit von Kosmogrammen, die der Mensch schafft, wesentlich davon ab, wie sehr und mit welchen Absichten er sein Bewusstsein in die besagten Sphären ausdehnen kann.

Symbole, Urbilder und Kosmogramme bei Marko Pogacnik Wenn Marko Pogacnik von „Symbolen“ spricht, meint er damit Zeichen, die mit den Lebensprozessen des mehrdimensionalen Raumes in Zusammenhang stehen. Vieles, was im Allgemeinen als „Symbol“ bezeichnet wird, gehört demzufolge nicht in diesen Kontext. Die erste, ursprüngliche Quelle dieser Symbole ist die urbildliche Ebene des Raumes. Sie besteht ganz aus Urbildern, wobei jedes von ihnen seine individuelle Form und Aufgabe besitzt, angefangen beim individuellen Urbild eines Grashalmes bis zu dem Urbild, das beispielsweise den vier Jahreszeiten zugrunde liegt. Folglich besteht ein subtiler Unterschied zwischen Urbildern und Symbolen: das Urbild existiert in einer „Form“, die als solche dem menschlichen Bewusstsein nicht erkennbar ist. Hieraus folgend vertritt M. Pogacnik eine spezielle Theorie hinsichtlich der „übersinnlichen Wahrnehmung“: sie ist ihm zufolge ein Produkt aus schwingungsmäßigen Eindrücken, die den Menschen von Außen treffen und die mittels kreativer Bewusstseinsprozesse, die ihm jedoch meist unterbewusst bleiben, in verständliche Formen gebracht werden. Ein Urbild wäre also ein an sich nicht wahrnehmbares „Schwingungsmuster“, das erst beim Zusammentreffen mit dem „Licht des menschlichen Bewusstseins“ von diesem in ein sichtbares Muster, in ein „Symbol“ übersetzt wird. Der Schritt vom Symbol zum Kosmogramm ist eine weitere Leistung: sie besteht darin, dass die Symbole eine aktive Rolle im Leben erhalten.

„Die alten Kulturen haben entweder instinktiv bzw. hellsichtig diese Urmuster erkannt. Um mit ihrer Wirkung im Einklang zu bleiben, haben sie sie in der Form der Kosmogramme in ihre schöpferische Tätigkeit eingewoben. So fanden sie Eingang in die musikalischen Klangstrukturen, in Tanzschritte, die immer wieder getanzt wurden, in Symbole, die sie an ihren Häusern anbrachten, in die Stoffmuster und in die Dekors, die sie auf die Bekleidung stickten, usw.“
So können wir also eine Entwicklung von den Urbildern über die Symbole bis zu den Kosmogrammen beschreiben.

2 Responses

  1. Conny

    Ich beschäftige mich derzeit auch mit der Geomantie – Lehre Marko Pogacnik´s. Herangeführt haben mich Yogaübungen und die Signatur der Steinerschen Eurythmie. Die bewußte mehrdimensionale Wahrnehmung von archaischen Formen halte ich für Überlebenswichtig. Wenn die Seele der Form begegnet „erwachen“ energetische Schwingungen. Gleiches heilt gleiches.
    In Bezug auf die erwähnten Kornkreise gehe ich davon aus, dass wir diese vernetzte Schwingungssymbolik aus Ausdruck einer hochentwickelten Lebensform ansehen sollten. Eine Übersetzung ist für uns zwar per Computer sicherlich möglich, aber in Resonanz mit dieser Schwingung zu gehen, davon sind wir weit entfernt. Frühe Baumeister gotischer Kirchen wären eventuell dazu in der Lage gewesen.
    Ich muss sicherlich nicht mit einem hochkompexen Kosmogramm anfangen Raum-Zeitstrukturen zu verinnerlichen. Es genügt für den Anfang die Platonische Geometrie. Auch hier fühle ich die Form in der Form. Jeder lange Weg beginnt mit dem ersten Schritt!

    Namaste Conny

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  2. Eva Feichtinger

    Danke für diesen Artikel, der in ganz klaren Worten die Bedeutung eines Begriffs erklärt, auf den ich heute bei einer Recherche über einen Steinkreis gestoßen bin!
    Mich faszinieren diese Zeichen, ich könnte aber nicht genau verbalisieren, was sie jeweils bei mir auslösen…
    Die Idee, mit Hilfe von Kosmogrammen eine Kommunikation zu einem Raum aufzubauen, finde ich faszinierend
    Liebe Grüße! Eva

    Antworten

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