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Die Amerikaner Stanislav und Christina Grof haben ihr Leben der Erforschung außergewöhnlicher Bewusstseinszustände gewidmet und dem, was ganzheitliches menschliches Sein bedeuten kann. Ihre Arbeit hat das Leben vieler Menschen auf den Kopf gestellt – oder andersherum: vom Kopf zurück auf die Füße. Jetzt kommen sie mit ihrer Arbeit, dem „holotropen Atmen“, wieder nach Berlin.

 

Holotropes Atmen (holos = ganz, also auf Ganzheit ausgerichtet) ist eine von Stanislav Grof entwickelte Atemtechnik, durch welche die Bearbeitung und Integration bislang unzureichend integrierter Persönlichkeitsanteile möglich ist. Die Arbeit versteht sich als ein Teil der humanistischen Psychologie, die es sich zum Ziel gesetzt hat, ein neues, positives Bewusstsein für die eigene Person und die Welt als Ganzes zu schaffen, eine Welt, mit der wir untrennbar verbunden sind.

In seinem Buch “Healing Our Deepest Wound – The Holotropic Paradigm Shift” schreibt Stanislav Grof: “Die Herausforderung, die Menschheit mit einem ganz anderen Wertesystem und veränderten Zielsetzungen zu versehen, mag zu unrealistisch und utopisch erscheinen, als dass sie reale Hoffnungen wecken könnte. Betrachten wir den Hauptanteil von Gewalt und Gier in unserer menschlichen Geschichte, wirkt die Möglichkeit, die heutige Menschheit in eine Gruppe von Individuen zu verwandeln, die zu einer friedlichen Koexistenz mit ihren Mitmenschen … in der Lage sind, gewiss nicht sehr überzeugend – nicht zu reden von der  friedlichen Koexistenz mit anderen Spezies…. Obwohl es ernst und kritisch aussieht, ist die Situation vielleicht nicht so hoffnungslos, wie sie erscheint. Nach mehr als fünfzig Jahren der intensiven Erforschung holotroper Bewusstseinszustände bin ich zu der Schlussfolgerung gekommen, dass die theoretischen Konzepte und praktischen Vorgehensweisen, die in der transpersonalen Psychologie – einer Disziplin, die versucht, Spiritualität und das neue Paradigma in den Naturwissenschaften zusammenzubringen – entwickelt wurden, dabei helfen könnten, die Krise, der wir alle ins Auge sehen, zu lindern. Aus diesen Beobachtungen geht hervor, dass eine umfassende psychospirituelle Wandlung in der Gesellschaft nicht einfach nur möglich, sondern bereits auf dem Weg ist. Die einzige Frage ist, ob sie schnell und umfassend genug sein könnte, um den gegenwärtigen selbstzerstörerischen Trend der heutigen Gesellschaft umkehren zu können.“

 

Kraftvoller Weg der Veränderung

Holotropes Atmen kann ein kraftvoller Weg in dieses neue Bewusstsein sein. Seit ich 1990 damit begann, Erfahrungen mit dem Holotropen Atmen zu machen, hat sich einiges Wichtige in meinem Leben geändert. Neben den äußeren Dingen – ich hörte auf zu rauchen, Alkohol zu missbrauchen und Fleisch zu konsumieren – veränderte sich meine gesamte Weltsicht und mein Lebenskonzept. Bis dahin hatte ich diese Welt überwiegend als einen bedrohlichen und gefährlichen Platz betrachtet, an dem ich mehr mit der Frage des Überlebens beschäftigt war, als dass ich Energien für ein konstruktives Tun und Sein entwickeln konnte.
Während der Atem-Prozesse ging ich durch alle Arten von Erfahrungen als Opfer – biographische, rituelle in alten Kulturen und karmische. Täter-Erfahrungen stellten sich blutig und destruktiv dar, berührten aber nicht wirklich den Grund. Eine Kostprobe dieses Grundes erfuhr ich während dieser Zeit in einem Traum. Ich erlebte mich simultan als der Vergewaltiger und als das kleine Mädchen, das sexuell missbraucht wurde. Es war ein furchtbares Erleben, in allen Zellen die Zusammenballung dessen zu spüren, was uns im Alltagsbewusstsein entsetzt.

Eine Art Durchbruchserlebnis, das meine gesamte Lebenssituation massiv veränderte, ereignete sich, als ich während eines Atem-Wochenendes spontan in einen Prozess geworfen wurde, in dem ich eine körperlich-energetische Flut an Wellen erfuhr, die meinen Körper als „Blitzableiter“ benutzten. Ich wurde überflutet von blutigen wie lichten Bildern – Jesus, horizontal über mir am Kreuz hängend, ein Gorilla, der in der Mitte des Körpers aufgeschnitten wurde und die Begegnung mit einer Art kosmischem Vorfahren, der die Sonne in der Gestalt des Mondes darstellte.

Die mit diesen Symbolen verbundenen Inhalte eröffneten einen längeren Prozess der Versöhnung sowohl auf der biografischen als auch der transpersonalen Ebene. Ein Jahr nach dieser Erfahrung änderte sich mein äußerer Lebensrahmen vollständig. Nach etwa sechs Jahren recht kontinuierlicher Atem-Prozessarbeit bin ich schließlich an einem Platz gelandet, an dem nichts mehr so ist, wie es einmal war. Unsere Prägungen und Rucksäcke, die wir ins Leben und über die Geburt mitbringen, sind nach vielen Prozessen vielleicht immer noch „unsere“, aber wir tragen sie auf neu oder wieder entdeckten Wegen,  mit anderer Kraft und sogar manchmal mit einer Leichtigkeit, die wir uns vorher nicht vorstellen konnten.

Petra Sloan ist Sonderpädagogin, Suchttherapeutin, Psychoth. HP. Seit 1988 Erfahrungen in buddhistischer Meditation und Lehre. Ausbildung in transpersonaler Psychologie bei Stan Grof,  Certified Holotropic Breathwork Practitioner (1996). Fortbildung zur Leitung von Aufstellungen bei Albrecht Mahr, Institut für Systemaufstellungen und Integrative Lösungen. Weiterbildung in Initiatischer Therapie bei Pieter Loomans

Mehr Infos unter www.breathwork.de

Vortrag und Diskussion „Unsere tiefsten Wunden heilen“ am Do, 11. April 2013, 20 Uhr in der FU am Botanischen Garten, großer Hörsaal, ­Königin-Luise-Str. 6-8, 14195 Berlin

Eintritt:
20 €/15 € erm.
Bitte vorher anmelden unter
www.tinyurl.com/GrofVortrag

Eine Antwort

  1. Klaus John

    Es ist mir eine Freude, den Vortrag am 11.4.13 zu organisieren.
    Leider sind wir völlig ausverkauft. Nur eventuell nicht abgeholte vorbestellte Karten werden verfügbar sein.

    http://klaus-john.de/html/neuigkeiten.html

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