|
|
|
|
|
|
Die Grenzen des Konsums sind erreicht
Wie würde das aussehen, wenn die ganze Weltbevölkerung so hemmungslos loskonsumieren würde, wie wir es in den Industrieländern tun? Wenn Viehweiden und Städte sich immer weiter ausdehnen, dann stoßen sie jedenfalls zwangsläufig irgendwann aneinander - und die Natur wird dazwischen zerquetscht. Dabei könnten wir uns hier ganz gut arrangieren, wenn wir statt immer mehr unnutzes Zeug zu verkonsumieren, endlich mal lernen würden, das Nötige richtig zu verteilen. Ein Blick in die Geschichtsbücher könnte sich da lohnen, die Hochkulturen der Vergangenheit sind nicht zufällig untergegangen: "Um allgemeinen materiellen Wohlstand zu erzeugen, muss eine Gesellschaft sowohl das Produktionsproblem als auch das Verteilungsproblem lösen. Hochkulturen entstehen immer dann, wenn das Produktionsproblem gelöst wird. Hochkulturen gehen immer dann unter, wenn sie das Verteilungsproblem nicht lösen," schreibt Erhard Glötzl in seinen "20 Thesen zur Finanzkrise".
Lebensstil Konsum
Der Historiker Wolfgang König vom Fachgebiet Technikgeschichte der TU Berlin, Autor des Buches "Kleine Geschichte der Konsumgesellschaft" kommt zu einem wenig überraschenden Schluss: "Die Frage, ob sich das derzeitige Konsumverhalten noch beliebig verlängern lässt, muss mit 'Nein' beantwortet werden," so der Geschichtsforscher. Schon seit den frühen Hochkulturen gibt es Konsum, der weit über die Deckung von Grundbedürfnissen hinausgeht. War dieser jedoch früher immer ein Privileg reicher Oberschichten, entwickelte er sich in den USA der Zwischenkriegszeit erstmals zum Gesellschaftsphänomen. Als Grundvoraussetzungen dafür sieht König die Verfügbarkeit von Ressourcen und Bodenschätzen sowie eine höchst produktive Landwirtschaft. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg seien die Voraussetzungen geschaffen worden, dass der Konsum heute in der ganzen industrialisierten Welt zur dominierenden Lebensform geworden ist.
Was zu viel ist, ist zu vielNun gibt es immer mehr unübersehbare Anzeichen dafür, dass Konsum in seiner heutigen Form an seine Grenzen gelangt ist. "Die ökologische Krise macht uns deutlich, dass unser konsumptiver Lebensstil kein global anwendbares Modell ist. Ein Viertel der Weltbevölkerung verbraucht derzeit drei Viertel der Ressourcen und erzeugt drei Viertel des Abfalls und der Emissionen." Menschlicher Einfluss ist für ein Massen-Aussterben von Tierarten verantwortlich, dass es in diesem Ausmaß wahrscheinli | |